Wenn ein neuer Hund einzieht, ist das eine aufregende Situation, für dich und deinen neuen Begleiter. Bestimmt bist du voller Vorfreude, aber vielleicht überkommt dich zwischendurch auch Unsicherheit.
Wie kannst du deinem Hund die Eingewöhnung möglichst leicht machen? Worauf solltest du achten, damit er sich wohlfühlt? Und wie lange dauert es, bis er wirklich bei dir angekommen ist? Das alles liest du hier.
Ein erwachsener Hund zieht ein – Informationen sind wichtig
Vielleicht hast du einen Hund von einer Privatperson übernommen, die dir Informationen zu ihm geben kann. Vielleicht kommt dein Hund auch von einer Tierschutzorganisation, die ihn eine Weile betreut hat und kennt. Oder du übernimmst ihn aus einem deutschen Tierheim.
Versuche, im Vorfeld möglichst viele Informationen über deinen neuen Hund zu erhalten, denn das ist sehr hilfreich für dich. Welches Futter mag er? Worauf schläft er gerne? Kann er alleine bleiben? Dieses Wissen kann nützlich sein, um dich vorzubereiten und ihm die Umstellung zu erleichtern.
Wenn du all das nicht weißt, wirst du es nach und nach selbst herausfinden. Wichtig ist es, dass du dir keinen Druck machst, dass alles perfekt sein muss.
Das solltest du zur Eingewöhnung eines Hundes wissen
Woher dein Hund auch immer stammt, eines ist wichtig: Für ihn bedeutet der Einzug bei dir eine große Umstellung. Er verliert seine gewohnte Umgebung und muss sich nun in einer neuen zurechtfinden. Er lernt neue Menschen kennen und muss sich auf sie einstellen.
Er wird mit neuen Gerüchen und vielleicht sogar neuen tierischen Mitbewohnern konfrontiert. Sein Tag bekommt einen neuen Rhythmus und auch die Gassi-Strecken sind ihm noch nicht vertraut.
Unter Umständen kennt er es noch nicht einmal, überhaupt in einem Haus zu leben oder an der Leine zu laufen. Versetze dich einmal in seine Lage, was all das für ihn bedeutet – Unsicherheit und Stress!
Verhalten kann sich ändern
Vor allem in der ersten Zeit im neuen Zuhause kann es sein, dass sich sein Verhalten – im Vergleich zum Anfang – noch sehr verändert. Das solltest du vor allem bei einem Hund berücksichtigen, der aus einem Tierheim stammt. Es kann sein, dass sich ein Hund unter diesen Bedingungen ganz anders verhält als in einem häuslichen Umfeld.
Denn er lebt dort unter großem Stress: bellende Artgenossen, wenig Zuwendung, wenig Auslauf und wenig geistige Auslastung. Manche Hunde ziehen sich emotional zurück und wirken sehr ruhig. In einem richtigen Zuhause kann es dann passieren, dass sie auftauen und ganz andere Seiten zum Vorschein kommen, die niemand vorher von ihnen kannte.
Ähnlich sieht es bei einem Hund aus, der auf der Straße gelebt hat. Auch wenn es toll ist, dass er nun ein richtiges Zuhause hat, muss er sich daran erst einmal gewöhnen.

So lange dauert es, bis ein Hund wirklich angekommen ist
Es kann bis zu drei Monate dauern, bis dein Hund wirklich in seinem neuen Zuhause angekommen ist.
Gib ihm, aber auch dir, diese Zeit und überstürze nichts. Für dich kehrt nach kurzer Zeit wieder ein gewohnter Alltag ein. Dein Hund braucht weitaus länger, um den Umzugsstress zu verdauen und sich einzuleben.
Sollte er anfangs nicht spielen wollen und wirkt eher ruhig, ist das nicht ungewöhnlich. Er fühlt sich vielleicht noch nicht sicher genug. Sei deshalb nicht enttäuscht, sondern mache einfach andere schöne Dinge mit ihm.
So gestaltest du die Eingewöhnung eines Hundes am besten
Um deinem Hund die Eingewöhnung leicht zu machen, kannst du einiges tun. Der allerwichtigste Rat ist es, lieber weniger zu machen als zu viel.
Es ist immer aufregend, wenn ein neuer Hund einzieht. Am liebsten würdest du ihn bestimmt allen Freunden und Bekannten vorstellen und direkt schöne Ausflüge mit ihm unternehmen. All das ist verständlich, aber für deinen Hund viel zu viel.
So gehst du Schritt für Schritt bei der Eingewöhnung vor:
Nimm dir für deinen Tag des Einzugs nichts vor. Du solltest selbst nicht unter zeitlichem Stress stehen, sondern Zeit für den Hund mitbringen.
Gehe mit ihm in Ruhe zusammen von Zimmer zu Zimmer und lasse ihn die Umgebung erkunden.
Wenn andere Tiere oder Kinder im Haus leben, solltest du die Begegnung am besten auf neutralem Boden und ganz in Ruhe gestalten.
Lasse den Hund zu Beginn tagsüber ein Geschirr tragen, an dem eine kurze Leine oder Schnur befestigt ist. Indem du die Leine nimmst, statt ihn direkt anzufassen, vermeidest du, dass er sich unter Umständen von dir bedroht fühlt.
Stell dich darauf ein, dass die erste Nacht etwas unruhig sein wird. Du wirst garantiert mit einem Ohr bei deinem Hund sein und nicht so tief schlafen. Dein Hund wiederum ist mit den Geräuschen noch nicht vertraut, die er nun in der Stille der Nacht wahrnimmt.
Lass den Hund am besten in einem Körbchen oder einer Box neben deinem Bett schlafen.
Sorge dafür, dass der Hund an diesem Rückzugsort von niemandem gestört wird.
Tipps und Empfehlungen zur Einrichtung eines Rückzugsortes findest du hier:
5 wichtige Tipps zur Eingewöhnung
Tipp 1: Weniger ist mehr
Gehe es in den ersten drei Wochen bewusst langsam und ruhig an. Lade in den ersten Tagen nach dem Einzug deines Hundes keinen Besuch ein. Lasse ihn erst einmal sein neues Zuhause und seine neuen Mitbewohner kennenlernen, bevor er mit weiteren Personen konfrontiert wird.
Das gilt auch für große Unternehmungen und Ausflüge. In der ersten Zeit ist es vollkommen ausreichend, kleine Runden von ca. 30 Minuten zu drehen und deinen Hund die Umgebung in Ruhe erkunden zu lassen.
Dein Ziel sollte nicht sein, ihn durch möglichst viele Aktivitäten platt zu machen, damit er abends gut schläft. Unter Umständen bewirkst du damit das genaue Gegenteil bewirkt und dein Hund dreht total auf, weil er durch die Eindrücke überfordert ist.
Damit dein Hund seinen Stress möglichst gut abbauen kann, braucht er unbedingt ausreichende Ruhephasen! Du kannst ihm auch Kaugegenstände oder einen Kong geben, denn Kauen beruhigt.
Achte jedoch darauf, dass du ihm solche Sachen nicht einfach wegnimmst. Es kann sein, dass er diese verteidigt und das Hergeben erst lernen muss. Nimm so ein Verhalten nicht persönlich. Es zeigt lediglich, dass ihm etwas wichtig ist und du weißt nun, dass ihr hieran üben solltet.
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Tipp 2: Gelassenheit
Auch Gelassenheit solltest du mitbringen. Dein Hund wird Dinge tun, von denen du überrascht bist, die dich ärgern oder verunsichern.
Es kann passieren, dass er noch nicht stubenrein ist oder auf die Idee kommt, deine Schuhe anzukauen. Vielleicht kratzt er auch an den Türen oder gräbt deine Topfpflanzen aus.
All das ist nicht ungewöhnlich. Habe Verständnis dafür, dass er neue Seiten von sich zeigt und auch noch nicht mit deinen Vorstellungen von einem harmonischen Zusammenleben vertraut ist. Er muss all die Regeln, die nun für ihn gelten sollen, erst einmal lernen. Das geht nicht von heute auf morgen.
Überfordere euch beide nicht durch zu hoch gesetzte Ansprüche und Erwartungen. Wenn du dich unsicher fühlst, weil du sein Verhalten nicht einschätzen kannst, solltest du dir Unterstützung durch einen Hundetrainer holen oder einen Tierarzt fragen.

Tipp 3: Die Erziehung
Sitz, Platz, Komm, Bleib und noch viele andere Signale soll dein Hund am besten möglichst schnell lernen. Sie alle sind wichtig, keine Frage. Es ist aber unrealistisch, dass er diese ruckzuck beherrscht.
Während der Eingewöhnungszeit solltest du es auch bei der Erziehung langsam angehen lassen. Nimm dir nicht zu viel vor und lege den Schwerpunkt eher darauf, erwünschtes Verhalten deines Hundes zu verstärken. Das gibt ihm nicht nur Orientierung, sondern auch Sicherheit.
Weitere Anregungen zum Thema Hundeerziehung findest du hier:
Tipp 4: Sicherheit und Ruhe
Ebenfalls wichtig ist es, deinem Hund einen festen Rückzugsort zu ermöglichen. Hier sollte er nicht gestört werden. Wenn du Kinder hast, sollten auch diese lernen, ihn dort in Ruhe zu lassen.
Bei euren Spaziergängen solltest du den Hund in den ersten Wochen unbedingt mit einer Leine sichern, zum Beispiel einer Schleppleine. Die Versuchung mag groß sein, ihn einfach mal toben zu lassen. Damit gehst du jedoch ein hohes Risiko ein. Dein Hund kann sich erschrecken oder aggressiv auf etwas reagieren und dann hast du ihn nicht mehr unter Kontrolle. Das kann für andere, aber auch für ihn schlimme Folgen haben.
Zum Thema Sicherheit gehört es auch, dass du deinen Hund zu Beginn nicht unbeaufsichtigt auf deinem Grundstück herumlaufen lässt bzw. deine Terrassentüre schließt, damit er nicht weglaufen kann.
Tipp 5 Gesundheit
In der Eingewöhnungszeit kommt es bei einigen Hunden zu Durchfall. Das ist nicht ungewöhnlich, denn für einen Hund bedeutet diese Umstellungsphase großer Stress. Sollte dein Hund also plötzlich Durchfall haben, ist das kein Grund zur Besorgnis. Behalte ihn ein bis zwei Tage gut ihm Auge und füttere ihm Schonkost. Wenn der Durchfall nicht weggeht und/oder starkes Erbrechen dazukommt, solltest du zu einem Tierarzt gehen. Er kann feststellen, welche Ursache dafür vorliegt und dir – wenn notwendig – die entsprechenden Medikamente mitgeben.
Um dich gegen hohe Tierarztkosten abzusichern, gibt es Versicherungen für Hunde. Alle Infos dazu hier:
Fazit
Freude, Aufregung, Unsicherheit und Zweifel sind eine typische Gefühlsmischung, die der Einzug eines Hundes mit sich bringt. Nicht immer läuft alles so glatt, wie du es dir im Vorfeld vielleicht vorgestellt hast.
Dein Hund ist ein lebendiges Wesen und bringt somit seine Eigenheiten mit sich. Gehe die Eingewöhnung möglichst entspannt an. Euch bleibt noch so viel gemeinsame Zeit, dass du dir und ihm keinen Stress machen brauchst.
Sei neugierig auf ihn. Lerne ihn kennen. Habe Spaß mit ihm. Beschütze ihn und passe gut auf ihn auf. Alles Weitere kommt von ganz alleine.
Wie hast du die Eingewöhnung eines neuen Hundes gestaltet?
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Wir freuen uns immer über Erfahrungsberichte und über jeden Kommentar.




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