Katzen

Katzen werden seit über 9000 Jahren nachweislich vom Menschen gehalten und zählen zu den beliebtesten Haustieren überhaupt. Auch im Fall der Katzen entwickelten sich aus den auch heute noch existierenden großen Raubkatzen im Laufe der Evolution kleinere Exemplare, die unterschiedliche Rassen ausbildeten. Der folgende Artikel soll einen kleinen Überblick über die evolutionäre und historische Entwicklung der Katzen bieten. Im zweiten Teil werden einige grundlegende Aspekte der Haltung und Pflege von Hauskatzen angesprochen.

Entwicklung der Hauskatzen

Europäische Waldkatze
Europäische Waldkatze

Allgemein haben alle heute lebenden Katzenarten einen gemeinsamen Vorfahren vorzuweisen, der vor circa 10 bis 15 Millionen Jahren lebte. Hervorgegangen war dieser seinerseits aus den Vorfahren der rezenten Katzen, die parallel zu den Säbelzahnkatzen eine der beiden Evolutionslinien bildeten. Als frühe Vorfahren der sogenannten Kleinkatzen gelten direkte Vorfahren der Wildkatze, die vor circa 12 – 9 Millionen Jahren in Asien auftraten. Diese frühe Spezies, Felis Lunensis genannt, war zunächst in Asien beheimatet, von wo sie rasch nach Europa vordrang. Lange Zeit herrschte jedoch Uneinigkeit über die genauen Abstammungsverhältnisse der Hauskatze (Felis catus) von früher lebenden Spezies oder auch heute noch existierenden Wild- und Großkatzen. Heutzutage wird allgemein davon ausgegangen, dass der Domestikationsprozess gleichermaßen durch Waldkatzen (europäische Wildkatzen), Falbkatzen (afrikanische Wildkatzen) und Steppenkatzen (asiatische Wildkatzen) ins Rollen gebracht wurde. Die Falbkatzen gelten dabei als die Hauptstammform, da sie das geringste Maß an Aggressivität besaßen und daher bereits von den Ägyptern als Haustier gehalten werden konnten

Von der Frühzeit bis zur Gegenwart

Mit der Sesshaftigkeit des Menschen gaben auch viele Katzen die Herumstromerei in Wäldern und Steppen zunehmend auf, da es sich als Abfallfresser in der Nähe menschlicher Siedlungen gut leben ließ. Zudem zogen die Menschen auch Ratten und Mäuse an, was sich ebenfalls als rentable Futterquelle für die Räuber herausstellte. Für den Menschen bedeutete das Erjagen von Mäusen und Ratten durch die Katzen durchaus einen Vorteil – die Geburtsstunde einer Zweckgemeinschaft.

Die ägyptische Göttin Bastet in Katzengestalt
Die ägyptische Göttin Bastet in Katzengestalt

Die wirkliche Domestizierung der Katzen begann den ältesten Quellen nach zu urteilen im sogenannten Fruchtbaren Halbmond, einem breiten Landstrich im Norden der Arabischen Halbinsel. Ägypten zog schon sehr bald nach und erhob die Katze schnell zu einem lebenden Gegenstand kultischer Verehrung. Der Höhepunkt dieser Vergöttlichung der Katze findet sich in der Gestalt der ägyptischen Katzengöttin Bastet. Zahlreiche bildliche und plastische Darstellungen zeigen sie als Katze oder auch als weibliche Figur mit Katzenkopf beziehungsweise einem Katzenleib mit dem Kopf einer Löwin. Trotz des Verbots brachten vor allem die Handel treibenden Phönizier Katzen aus Ägypten mit nach Italien, Gallien und Britannien. Gleichzeitig brachten sie die Tiere aber auch aus Vorderasien mit – vornehmlich nach Griechenland. Sowohl dort als auch in Italien schenkte man ihnen zunächst nicht viel Beachtung; später jedoch wurden die Katzen auch hier teilweise vergöttlicht, indem sie der griechischen Göttin Artemis respektive der römischen Gottheit Diana als Begleiter zur Seite gestellt wurden. Die germanische Göttin Freya ließ ihren Wagen von Waldkatzen ziehen.

Das Mittelalter bescherte den Hauskatzen zunächst nur wenig Popularität. Und obwohl gerade im Spätmittelalter der Nutzen der Katzen unbestreitbar wurde, als eingeschleppte Schädlinge wie Ratten und Mäuse ihre Anwesenheit erforderlich machten, wurden sie durch den mittelalterlichen Aberglauben oft zu dämonischen Wesen stilisiert, die als Begleiter von Hexen auftraten. Vor allem Katzen mit schwarzem Fell wurden im großen Stil verfolgt, ertränkt oder sogar auf Scheiterhaufen verbrannt. Während sich dieses schlechte Image mit der Zeit wieder legte und die mittlerweile selten gewordenen Katzen bevorzugt vom Adel als Haustiere gehalten wurden, blühte auch der Handel mit Katzenfell und -leder. Bis ins 10. Jahrhundert waren Hauskatzen in ganz Europa und in Asien verbreitet; auf Schiffen gelangten sie zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert auch nach Australien, Neuseeland und Nordamerika. Als verwilderte Hauskatzen ohne nennenswerte Fressfeinde richten sie dort große Schäden in den dortigen Ökosystemen an.

Mit dem Wachstum der Städte und steigenden Populationszahlen von Hauskatzen verlor auch der Handel mit ihren Fellen zunehmend an Bedeutung. Den Sprung zum „Haustierstatus“ nach unserem Begriff gelang den Hauskatzen mit Beginn der Industriellen Revolution; in diese Zeit ist auch der Beginn der professionellen Katzenzucht einzuordnen. In den 1990er Jahren galt die Katze offiziell als das „am weitesten verbreitete wirtschaftlich nicht genutzte Haustier der Welt“, wodurch sie den Hund vom Haustier-Thron stieß. In einigen Teilen der Welt hat sich die Verehrung der Katzen als Gottheit bis heute erhalten.

Haltung und Pflege von Katzen

Katzen bedürfen der Aufmerksamkeit, Umsorgung und richtigen Pflege, wenn sie auch relativ selbstständig sind und als Freigänger oft den ganzen Tag allein draußen die Natur erkunden. Über einzelne Aspekte zur Katzenhaltung, Ernährung und Pflege finden sich auf unseren Seiten an anderen Stellen Hinweise, Tipps und Anleitungen; nachfolgend sollen nur einige Aspekte kurz angesprochen werden.

Ernährung

Katze mit Maus
Katze mit Maus

Von Natur aus sind Katzen Karnivoren, das heißt Fleischfresser. Auf dem Speiseplan stehen neben Nagern und anderen kleinen Säugetieren auch Vögel, Reptilien und Amphibien sowie bisweilen auch Spinnen und Insekten. Der Jagdinstinkt ist allen Katzen eigen und wird vom frühesten Kindesalter an spielerisch erprobt und trainiert. Freigänger-Katzen werden unwillkürlich Beutetieren nachstellen und gelegentlich auch mal einen Vogel oder eine Maus mit nach Hause bringen. Damit soll entweder der Nachwuchs oder auch Freunden (das kann auch durchaus der Besitzer der Katze sein) Futter mitgebracht werden. Handelsübliches Katzenfutter lässt sich in Trockenfutter und Nassfutter unterteilen. Diese industriellen Produkte sind mit wichtigen Nährstoffen angereichert und verlängern die Lebensdauer der Tiere. Den Großteil des natürlichen Bedarfs an Wasser decken Katzen durch die Aufnahme ihrer Nahrung; jedoch sollte frisches Wasser stets vorhanden sein. Eine Ernährung ausschließlich mit Trockenfutter sollte vermieden werden, da Katzen dadurch einen größeren Wasserbedarf entwickeln können, als sie von sich aus decken. Eine weitere Form der Ernährung, die als überaus artgerecht gilt, ist die Verfütterung von rohem Fleisch (oder auch BARF = biologisches artgerechtes rohes Futter), da hier zum Beispiel das Katzengebiss optimal zum Einsatz kommen kann. Da aber hier genau auf eine ausgewogene Nährstoffversorgung geachtet werden muss und die Beschaffung und Verarbeitung des Futters komplex ist, werden die meisten Katzen nur hin und wieder auf diese Weise versorgt.

Haltung als Freigänger oder Wohnungskatze

Ein Freigänger
Ein Freigänger

Katzen sind von Natur aus neugierig. Neben dem angeborenen Jagdinstinkt sind sie auch überaus gesellige Tiere – wobei die Gesellschaft nicht zwingend aus anderen Katzen bestehen muss. Wenn sich die Besitzer ausgiebig mit ihren Hauskatzen beschäftigen, kann dies zumindest zu einem gewissen Grade zur gesunden Entwicklung des Tieres beitragen. Falls Katzen ausschließlich für die Wohnung gedacht sind, sollten mindestens zwei Tiere zusammen gehalten werden. Was definitiv vermieden werden sollte, ist die Haltung ehemaliger Freigänger als reine Wohnungskatzen. In der Wohnung sind Katzen generell weniger gefährdet als in freier Natur – dafür benötigen Wohnungskatzen neben der großen Portion Aufmerksamkeit auch Zubehör wie Katzenklo, Kratzbaum und Katzengras – denn in der Wohnung nehmen Katzen bei der Fellpflege mehr Haare auf als Freigänger, die ausgewürgt werden müssen – wozu das Katzengras als Brechmittel benötigt wird. Zudem leiden Wohnungskatzen oft an Vitamin-D-Mangel, der durch Zufütterung ausgeglichen werden muss.

Weitere Informationen zu einzelnen Katzenrassen sowie zu Gesundheit und Zusammenleben findest du auf unseren Seiten. Wir sind ständig dabei, unsere Inhalte zu erweitern und zu ergänzen.

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4 Kommentare

  1. hallo,

    meinen 12jährigen kastrierten Kater habe ich als total verängstigtes Kätzchen aus dem Tierheim geholt.Was ihm und seinen Geschwistern widerfahren ist, weiß ich leider nicht.Die Scheu vor Fremden ist geblieben und auf jegliche Veränderungen wie zB ein paar Tage Abwesenheit( gefüttert wird dann vom Junior ,den er auch kennt und akzeptirt) reagiert er oft mit Unreinheit.
    Nun ist Anfag Septemer ein Minikitten aufgetaucht ca. 8Wochen, niemand weiß woher. Ganz offensichtlich hat sie meinen Kater gleich adoptiert.Da sie auch total verängstig und hungrig war, wird sie auch gefüttert, allerdings draußen. Zum Schmusen darf sie auch mal mit rein, aber nur getrennt vom Katerle.Der faucht sie nämlich lieber an, weil das sein Zuhause ist.Er will warscheinlich eher seine Ruhe , ist ja schon im gesetzten ALter ;-). Nun müßte aber die Kleine bald kastriert werden, gibt ja schon genug ungewollte. Müßte ich die Kleine dann erstmal drinne behalten? Sie kennt ja das Katzenklo nicht und ich bin tagsüber arbeiten.Meinen Lui will ich auch nicht zwingen draußen zu bleiben. Oder sollte ich versuchen beiden gemeinsam den Zimmerservice anzubieten….wird ja auch langsam kalt draußen.

    LG und vielen Dank

    • Hallo zurück und bitte entschuldige die späte Antwort! Die Weihnachtszeit hat ihren Tribut gezollt…

      So weit ich weiß, sollte eine Katze nach der Kastration mindestens 24 h nicht nach draußen. Ich würde diesbezüglich aber einfach mal mit einem Tierarzt sprechen. Schließlich ist es nicht das erste Streunerkätzchen, was kastriert werden muss, aber kein Zuhause zum Aufpäppeln hat. Ich weiß, dass manche Tierärzte extra für solche Fälle Boxen haben, in denen die Katzen 24 h bleiben können und danach wieder nach draußen können.
      Ich würde an Deiner Stelle deinem Lui aber auch kein Kätzchen zumuten, dass er nicht will. Wenn sie sich doch vertragen und er gut auf ihre Anwesenheit im Haus reagiert, spricht aber gegen einen gemeinsamen Zimmerservice natürlich nichts.

      Ich wünsche Dir viel Erfolg bei der Vergesellschaftung und finde es im Übrigen großartig, dass Du Dich um solche verängstigten Exemplare kümmerst!
      Steffi

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