Neva Masquarade auf einem Baum

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„Newskaja Maskeradnaja“, so wird die Neva Masquarade in ihrer russischen Heimat genannt. Sie ist die Pointvariante der Sibirischen Katze und wird wegen ihrer Fellfarbe als Maskenkatze bezeichnet. Heute wird sie in allen Dachverbänden als Farbvariante (bzw. Point-Variante) der Sibirischen Katze geführt. Dies ist im Übrigen einmalig unter allen Waldkatzenrassen, zu welchen die Sibirische Katze und folglich die Newskaja Maskeradnaja gehören. Im Zuge der Anerkennung, verlieh man ihr die internationale Bezeichnung „Neva Masquarade“. Seit dem 1. Januar 2011 wird sie sogar von der FIFe als eigenständige Rasse geführt.

Steckbrief Neva Masquarade

Einzelheiten zur Neva Masquarade
GrößeMittelgroß - Groß
Gewicht Katze/ Kater4-6 kg / 5-9 kg
Lebenserwartungca. 17 Jahre
KörperbauMuskulös, groß, eher schwerfällig
FellfarbenAlle Pointvarianten seal, blau, rot, creme, seal/blau schildpatt, smoke, tabby und/oder silber/golden, auch mit weiss erlaubt. Unerlaubt sind die colourpoint Varianten chocolate, lila, cinnamon, fawn.
Besonderheiten im ErscheinungsbildGroße, kompakte Pfoten mit Haarbüscheln zwischen den Zehen.
RassetypHalblanghaarrasse
HerkunftslandRussland
Anerkannte Katzenrasse vonFIFe, GCCF, WCF (CFA, TICA)
Typische RassekrankheitenKeine Krankheiten bekannt, Vorsicht vor Kreuzung mit Somali, da Erbkrankheiten eingekreuzt werden könnten.

Das Wesen der Neva Masquarade – der Point-Variante der Sibirischen Katze

Katzenjammer und Divengehabe sind der Neva Masquarade fremd. Sie ist eine unkomplizierte, intelligente und familienfreundliche Katze, die über ein ausgeprägtes Sozialverhalten verfügt. Mit anderen Haustieren und Kindern kommt sie sehr gut zurecht. Zudem zeichnet sich ihr Wesen durch eine ausgeprägte menschenbezogene Anhänglichkeit aus. Ganz besonderen Schmusewillen, in einer fast schon zudringlichen Weise, bringt sie ihren „Lieblingsmenschen“ entgegen. Ist ihr Herrchen nicht zur Stelle, geht sie gerne auf Abenteuer oder Mäusejagd– gerne natürlich in freier Natur.

Aussehen

Im Allgemeinen ist die Neva Masquarade eine muskulöse und relativ schwere Katze von kräftiger Statur. Sie ist mittelgroß bis groß, jedoch erreicht sie nicht die vollen Ausmaße der Maine Coon. Zudem ist sie weniger hochbeinig als eine Norwegische Waldkatze. Von der Sibirischen Katze unterscheidet sie sich nur durch ihre Maskenzeichnung. Im Alter von ca. drei Jahren haben sie ihre volle Größe erreicht, dabei kann ein ausgewachsener Kater ein Gewicht von bis zu 9 kg erreichen, weibliche Katzen werden durchschnittlich 5-6 kg schwer.

Kennzeichnend für diese Teilalbino-Variante der Sibirischen Waldkatze sind ihre dunkel gefärbten Points, die im Kontrast zu einem deutlich aufgehellten Körperfell stehen, was ihr auch den Namen „Maskenkatze“ einbringt. Grundlage für diese Auffälligkeit bildet eine Genmutation (Teilalbinismus), bei welcher es zu einer Entfärbung des Körperfells kommt. Dieses Phänomen findet sich ebenfalls bei der Siamkatze, die ebenfalls ein Teilalbino ist. Einige Körperregionen wie Ohren, Beine, Hodensack, Gesicht und Schwanzspitze sind weiterhin in der entsprechenden Grundfarbe gefärbt und bilden die Points. Jungkatzen werden hell geboren, erst im Alter färben sich die Points stärker.

Neva Masquarade Katze in Nahaufnahme mit blauen Augen
Die blauen Augen der Maskenkatze, Neva Masquarade

Ein weiteres, auffälliges Merkmal der Neva Masquarade sind ihre leuchtend blauen Augen, die ebenfalls auf diese Genmutation zurückzuführen sind.

Das halblanghaarige Fell der Rassekatze besteht zum einen aus wasserabweisendem Deckhaar, zum anderen aus feinem Unterfell. Es gibt Vermutungen, dass dieses doppellagige Fell ein evolutionäres Resultat aus den rauen klimatischen Bedingungen Russlands bzw. Sibiriens ist. Dabei ist das Winterfell der Neva Masquarade deutlich länger, dichter und mit üppiger Unterwolle versehen als das Sommerfell. Zudem bilden sich in der kalten Jahreszeit ein üppiger Fellkragen an Hals und Vorderbrust (Halskrause) sowie die für Waldkatzen typischen Knickerbocker an den Hinterbeinen. Gleich der Sibirischen Waldkatze beeindruckt die Neva Masquarade mit großen Augen, einen eher rundlichen Kopf, abgerundeten Ohren und einem buschigem Schwanz. Ihre Stirn ist leicht abgerundet und geht mit leichtem Schwung in den Nasenrücken über. Markant sind ihre tiefgesetzten und breiten Wangenknochen. Oft zeigen sie sich mit feinen Haarspitzen an den Ohrenenden (Luchspinsel) und adretten Fellbüschel zwischen den Zehen.

Farben und Fellzeichnungen

Für die Neva Masquarade gilt: Alle Grundfarben, die bei der Sibirischen Katze zugelassenen sind, sind gleichfalls bei Neva Masquarade in Verbindung mit den Points erlaubt, die das typische Aussehen der „Maskenkatze“ verursachen.

Abgelehnt werden Farbvarianten, die durch Fremdrasseneinkreuzungen eingebracht werden. Das wären Cinnamon und Fawn, sowie Chocolate und Lilac.

Bilder von den „Maskenkatzen“:

 

Geschichte und Herkunft

Die Neva Masquarade teilt sich ihre Geschichte mit ihrer vollfarbigen Schwester, der Sibirischen Katze, welche in Russland schon seit Jahrhunderten als Hauskatze bekannt ist und dort noch heute große Verbreitung findet. Es wird vermutet, dass schon früh spontanen Point-Mutationen innerhalb der russischen Hauskatzenpopulation auftraten. Wie die Maine Coon und die Norwegische Katze gehört sie zu den Naturrassekatzen und zugleich zu den Waldkatzen. Sie ist eine Katzenrasse, die sich ohne menschliches Zutun entwickeln konnte, über einen großen Genpool verfügt und bis heute kaum züchterischen Extremen unterliegt. Das macht sie zu einer ausgesprochenen gesunden und robusten Rassekatze.

„Leider“ wurde im Jahr 2002 von der Generalversammlung der WCF beschloss, dass nach einer Genehmigung der Richterkommission, „Mischlingskatzen“( die durch das Einkreuzen von Fremdrassen wie Somalikatzen entstanden sind) zur Schau akzeptiert werden. Da diese Fremdeinkreuzungen jedoch enorme gesundheitliche Probleme in die Rasse einbringen können, werden diese Mischlinge in den allermeisten Zuchtvereinen nicht als Sibirische Katzen bzw. Neva Masquarade anerkannt. Dies ist nur den reinrassigen Maskenkatzen vorbehalten.

Visitenkarte eines Neva Masquarade Züchter

Rassestandards der Züchtervereine

Die Neva Masquarade ist mittlerweile von allen Züchtervereinen als Point-Variante der Sibirischen Katze anerkannt.

Gemeinsamer Standard von Siberian (SIB) und Neva Masquarade (NEM):

Gemeinsamer Standard von Sibirischer Katze und Neva Masquarade als ihrer Pointvariante mit Siam-Abzeichen:

Standard der Siberian (SB) ohne Erwähnung der Nevas:

Hinweise zur Haltung der Neva Masquarade

Manch einer würde vielleicht glauben, Katze wäre gleich Katze und das Zusammenleben mit diesen selbständigen Raubtieren leicht, solange sie genügend zu fressen und ein paar Streicheleinheiten und Freigang bekommen. Doch auch bei den Katzenrassen gibt es viele verschiedene Charaktereigenschaften: manche sind freiheitsliebender als andere und brauchen unbedingt Freigang, manche sind eher gemütliche Einzelgänger.

Neva Masquarade auf einem Baum
Neva Masquarade sind sehr freiheitsliebend.

Der ideale Neva Masquarade-Halter wohnt auf dem Land, fern ab viel befahrener Straßen und regen Stadttreiben. Denn egal wie sehr diese Waldkatze die menschliche Anwesenheit schätzt, in ihr herrscht noch immer ein tief verwurzeltes Bedürfnis nach Freiheit. Ausgiebige Streifzüge durch weitläufige Wiesen und Wälder sollten ihr nicht verwehrt bleiben. Eine reine Wohnungshaltung kommt nur in Frage, wenn ausreichend Platz und ein abwechslungsreicher und artgerechter Lebensraum vorhanden sind. Generell sollte diese soziale Katzenrasse nicht als Einzeltier gehalten werden.

Damit es harmonisch zugeht und Probleme wie die einer Unsauberkeit gar nicht erst entstehen, solltest du vor der Anschaffung einer ersten Katze diesen Ratgeber lesen:

 

Außerdem haben wir in der Rubrik „Zusammenleben mit Katzen“ viele Artikel und Ratgeber gesammelt, die dir bei verschiedenen Fragestellungen helfen können.

Gesundheit

Die Neva Masquarade ist wie alle Waldkatzen äußerst robust, athletisch und ausdauernd. Um einer Verengung des Genpools entgegenzuwirken, wird innerhalb vieler Neva Masquarade-Zuchten mit Sibirischen Katzen verpaart. Damit bewahren die Züchter die Erbgesundheit der Rasse. Zudem werden in der Regel Fremdrasse-Einkreuzungen vermieden. Das diese Methode jedoch nicht verboten ist und von einigen Züchtern immer wieder durchgeführt wird, kann inzwischen keine Garantie für eine tadellose Erbgesundheit gegeben werden. Genetisch bedingte Krankheiten wie PKD und HCM können zudem mehrere Generationen überspringen und völlig unerwartet durchbrechen. Erkundigen Sie sich daher unbedingt über die Stammeltern und das Zuchtprogramm aus welchem sie ihr Kitten holen. Seriöse Züchter lassen ihre Zuchtkatzen auf potentielle Krankheiten testen und können die Befunde nachweisen.

Wichtig für ein langes und gesundes Katzenleben ist eine artgerechte und abwechslungsreiche Ernährung. Dazu findest du bei uns zahlreiche Artikel und Ratgeber:

Neben der gesunden Ernährung, sollte einmal im Jahr ein Tierarztbesuch in Anspruch genommen werden, um die Impfungen gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche zu erneuern. Freigänger-Katzen sollten zudem zusätzlich gegen Tollwut und Leukose geimpft werden.

Pflege der „Nevas“

Je nachdem, ob dein Stubentiger ein kurzes oder langes Fell hat, unterscheidet sich natürlich auch der Aufwand der Pflege. In diesen beiden Artikeln findest du alle Hinweise rund um die Fellpflege von Kurz- und Langhaarkatzen:

 

Die Fellpflege der Halblanghaarkatze ist weniger intensiv, als man vielleicht erwarten würde – denn das Neva Masquarade-Fell ist geschmeidig und neigt von seiner Struktur her nicht zum Verfilzen.

Einmal pro Woche kämmen – ist völlig ausreichend. Wenn die Katze es wünscht, darf natürlich auch öfters der Kamm aus dem Schrank geholt werden. Katzen die sich häufig im Freien bewegen, benötigen selbst während der Fellwechselzeit nur mäßige Pflege, da sie sich ihre losen Fellhaare größtenteils am Gras oder Buschwerk abstreifen. Wohnungskatzen sollten in dieser Phase häufiger gekämmt werden. Das hat zum einen den Vorteil, dass weniger geputzt werden muss, zum anderen stärkt es auch das Wohlbefinden der Katze, da das Risiko eines Darmverschlusses (durch verschluckte Haare) gesenkt wird.

Die blauen Augen und das seidige Fell einer Neva Masquarade
Die blauen Augen und das seidige Fell einer Neva Masquarade

Damit das Fell seine seidige Struktur behält, sollte, wie bereits weiter oben erwähnt, auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden. Mangelernährte Katzen entwickeln oft stumpfes Fell, welches zu Knoten und Verfilzungen neigt. Sollten sich trotz guter Pflege doch einmal Knoten bilden, dann dürfen diese keinesfalls mit einer handelsüblichen Schere herausgeschnitten werden – viel zu groß wäre die Verletzungsgefahr. Empfehlenswert sind spezielle Entfilzungskämme mit integrierten Klingen, die den Knoten behutsam und sicher lösen.

Versicherungen

Katzen sagt man nach, sie hätten neun Leben und würden immer auf ihre Füße fallen. Es mag auch stimmen, dass der Großteil unserer Stubentiger sehr robust ist. Dennoch kommen auch auf Katzenbesitzer regelmäßige Kosten für Impfungen und Wurmkuren bei Freigängern zu. Und auch wenn Knochenbrüche vielleicht seltener zu behandeln sind als bei einem Hund, können Katzen krank werden. Ob sich eine Krankenversicherung für deine Fellnase lohnt, kann dir im Vorfeld natürlich niemand sagen. Sicherlich kannst du auch jeden Monat selber etwas Geld für den Fall der Fälle zurück legen. Solltest du dir doch Gedanken über eine Kranken- oder OP-Versicherung für deinen Liebling machen, dann findest du in diesem Ratgeber hilfreiche Informationen:

 

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Bildcredit: (c) Anna - Fotolia.com

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