Siamesen Steckbrief
Die Siamkatzen zählen zu den bekanntesten, ältesten und am meistverbreiteten Rassekatzen. Sie gehören neben den langhaarigen Balinesen und den orientalischen Kurz- und Langhaarkatzen zur Gruppe der „orientalischen Katzen“. Mitte der 60-iger Jahre wurde die Kurzhaarrasse Siam, aufgrund von zuchtbedingten Merkmalsänderungen, in die "moderne" Siam und die „traditionelle“ Siam (Thaikatze) unterteilt. Heute wird die „moderne“ Siam international als eigenständige Rasse geführt, wohingegen die Thaikatze lediglich von einem Dachverband (WCF) anerkannt wird.

Steckbrief Siamesen

Einzelheiten zur Siamesen
GrößeMittelgroß
Gewicht Katze/ Kater3-4 kg/ 4-5 kg
Lebenserwartung15-18 Jahre
KörperbauSehr schlank aber muskulös
FellfarbenÜber 100 verschiedene Farben und Pointer Varianten
Besonderheiten im ErscheinungsbildDeutlich längere Hinter-, als Vorderbeine, blaue Augen
RassetypKurzhaar
HerkunftslandThailand
Anerkannte Katzenrasse vonFIFE, WCF, TICA, GCCF
Typische RassekrankheitenDa Pointkatze (Teilalbino), kann der Melaninmangel zu verschiedenen Augenkrankheiten führen

Die Siamkatzen – die „Hunde unter den Rassekatzen“

Ursprung

Wie alle orientalischen Katzen stammt auch die Siamkatze aus dem südostasiatischen Raum. Wann die Rasse entstand, ist heute nicht mehr nachzuvollziehen. Sicher ist nur, dass sie neben der Perserkatze zu den ältesten Katzenrassen gehört. Wahrscheinlich ist sie ein Nachfahre aus einer Verpaarung zwischen einer freilebenden Wildkatze und einer bereits domestizierten Hauskatze. Aus historischen Werken kann man erfahren, dass buddhistische Mönche die Vorfahren der heutigen Siam als Tempelwächterin verehrten. Aufgrund ihres hohen Ansehens, blieben die getupften Katzen lange Zeit ausschließlich den Königshäusern und Mönchen vorbehalten.

Es sollten Jahrhunderte vergehen, bis sie schließlich Ende des 19. Jahrhunderts ihren Siegeszug nach Europa antrat. Erstmals wurde die Siam im Londoner Crystal Palace öffentlich zur Schau gestellt. In Folge dessen interessierten sich immer mehr Züchter und Liebhaber für die außergewöhnliche Katzenasse mit den auffälligen Tupfen. Jahrelange züchterische Selektion führte schließlich zu der bereits erwähnten Aufteilung der Rasse Siam in den „modernen“ und „traditionellen“ Typ.

Aussehen

Das typische Erscheinungsbild der Siamkatzen liegt einer genetischen Mutation zugrunde, den sogenannten Teilalbinismus. Siamesen zählen somit wie die Heilige Birma, die Colourpoint-Perser, die Ragdoll und die Neva Masquarade zu den Pointkatzen. Typisch für Katzen mit dieser Mutation ist ein deutlich aufgehelltes Körperfell, wohingegen die weniger durchbluteten Körperregionen wie Gesicht, Ohren, Beine, Schwanz und Hodensack dunkler gefärbt sind. Diese dunkleren Bereiche werden als „Points“ bezeichnet. Die Farbe der Points richtet sich stets nach der zugrundeliegenden Grundfarbe des Fells. Bei Kätzchen sind die Points noch schwach ausgeprägt. Erst nach ca. neun Monaten sind die Tupfen vollständig ausgefärbt. Eine weitere Folge des Teilalbinismus sind die unverkennbaren blauen Augen der Siamkatze, die aufgrund des Mangels an Melanin (Pigment) zustande kommen.

Allgemeingültige Merkmale der Siamkatze:

Siamesen sind sehr schlanke aber muskulöse Kurzhaarkatzen von mittlerer Größe. Ausgewachsene weibliche Tiere erreichen ein Gewicht von 3 bis 4 kg. Männliche Siamesen werden maximal 1 kg schwerer als ihre weiblichen Partner. Ihre Hinterbeine sind sichtbar länger als ihre Vorderbeine. Die orientalische Katze verfügt über einen sehr langen und dünnen Schwanz, der sich zu einer Spitze verjüngt. Die schönen blauen Augen sind mandelförmig eingehüllt. Sie liegen weit auseinander und sind, die Mandelform unterstützend, leicht schräg gestellt. Die Nase der Siam ist lang gezogen und führt gerade zu einem wenig markantem Kinn.

Der Hauptunterschied zwischen dem „modernen“ und „traditionellen“ Typus zeigt sich vorwiegend in der Kopfform der Rassekatze:

Die „Moderne“ Siamkatze:
Rassenspezifisch ist ein keilförmiger Kopf mittlerer Größe mit geraden Linien. Idealerweise bildet das Gesicht in Verbindung mit den großen Ohren ein gleichschenkliges Dreieck. Im Profil gesehen ist der Kopf nach außen gewölbt (konvex).

Die „Traditionelle“ Siamkatze/ Thaikatze:
Anders als bei den „modernen“ Siamesen, deren Kopf eine Keil- oder auch V-Form zeigt, haben die Thaikatzen einen U-förmigen Kopf. Ihr Gesicht ist gerundet, wobei es sich zum Kinn hin verengt. Der Übergang von den Wangen zu den großen Ohren verläuft leicht gebogen. Ihr Kopfprofil ist kantig, mit einem geraden Nasenrücken und streng abfallendem Kinn.

Wesen

Siamkatzen sind hochintelligente Tiere, die sowohl unter Artgenossen aber auch unter Menschen ein hohes Maß an Sozialkompetenz zur Schau stellen. Sie sind überaus kommunikative Katzen, die zu wahren „Plaudertaschen“ heranwachsen können. Zudem haben Sie eine sehr laute Stimme, welche gerne zur Verständigung eingesetzt wird. Sie sind temperamentvoll und ausdauernd und eignen sich daher besonders gut als Familientiere. Weiterhin sind sie sehr aufmerksame Tiere, die gespannt auf ein freies Plätzchen auf Ihren Schoß lauern.
Generell gilt: Siamesen leben nicht nur bei Ihnen, sondern mit Ihnen!

Gesundheit

Auch Siamesen sind vor den allgemein verbreiteten Infektions- und Erbkrankheiten der Katze nicht gerüstet. Zudem kam es in der früheren Zuchtgeschichte der Siamkatzen häufig zu Fehlbildungen des Schwanzes, den sogenannten „Knickschwanz“. Durch jahrelange züchterische Selektion ist dieser erbliche Fehler jedoch nur noch in Ausnahmefällen zu beobachten.

Mitunter wird auch über eine erblich bedingte Missbildung des Kopfes (Wasserkopf) berichtet. Die Überlebenschance bei diesem Gendefekt ist minimal. In der Regel sterben die Kätzchen unmittelbar während oder nach der Geburt.

Eine weitere genetisch bedingte Erkrankung der Siamkatze ist die Progressive Retinaatrophie (PRA). Dabei handelt es sich um eine fortschreitende Erkrankung der Netzhaut, die über eine einsetzende Nachtblindheit bis zum vollständigen Verlust des Sehvermögens führen kann.

Wie bereits erwähnt zählen die Siamkatzen zu den Pointkatzen und somit zu den Teilalbinos. Dieser Gendefekt schränkt die Produktion des wertvollen Pigments Melanin erheblich ein. Ohne das Pigment können die Augen den Lichteinfall nicht richtig regulieren. Man vermutet, dass die gelegentlich bei Siamkatzen auftretenden Beeinträchtigungen wie Schielen und Augenzittern, direkte Folgen dieses Melaninmangels sind.

Haltung

Die Siamkatzen besitzen ein sehr ausgeprägtes Sozialverhalten, welches sie für eine Einzelkatzenhaltung ausschließt. Zudem schätzen die Siamesen ein intensives Gruppenleben. Sie lieben die gegenseitige Körperpflege und die ausgiebigen Fang- und Jagdspiele mit ihren Kumpanen.
Ein Mehrkatzenhaushalt von mindestens zwei bis drei Tieren, gilt daher als artgerecht.

Trotz ihres starken Sozialverhaltens und der intensiven Bindung zu ihren Spielgefährten, gelten sie als ausgesprochen menschenbezogene Katzen. Man kann ihnen problemlos Tricks beibringen und sie durchaus an der Leine oder einem Geschirr ausführen. Wegen ihrer außergewöhnlich starken Bindung zum Menschen, werden sie auch als die „Hunde unter den Rassekatzen“ bezeichnet.
Pflege
Die Pflege des kurzen und anliegenden Fells der Siamesen ist mit wenig Aufwand verbunden. Ihr geschmeidiges Haarkleid mit wenig Unterwolle kann –laut gängiger Fellpflegetipps – durchaus mit einem Flohkamm gekämmt werden. Hierbei gleiten die nah aneinander gereihten Zinken durch das feine Fell und nehmen abgestorbene Haare auf. Auch eine spezielle Massagebürste kann Abhilfe schaffen.

Tipp: Die Fellpflege muss von den Katzen als sinnliches Ritual akzeptiert werden. Deshalb sollten man die Tiere von Geburt an, an das regelmäßige Kämmen und Bürsten gewöhnen.

Farben und Fellzeichnungen

Die kurzhaarige Siamkatze begegnet uns in mehr als hundert verschiedenen Farb- und Mustervariationen. Diese Vielfalt basiert auf den vier klassischen Grundfarben (natürliche – durch Mutation hervorgerufene Farbschläge) und die durch Kreuzungen eingebrachten Farbvarianten. Zu den klassischen Grundfarben zählen: Seal-Point (Körperfarbe: creme/ Point: schwarzbraun), Blue-Point (Körperfarbe: weiß/ Point: blaugrau, schiefergrau), Chocolate-Point (Körperfarbe: elfenbein/ Point: schokoladenfarben) und Lilac-Point (Körperfarbe: gebrochenes weiß/ Point: hellgrau, blasslila).

 

Bilder von Siamesen:


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