Katzensprache verstehen: Was deine Katze dir sagen möchte

Katzensprache verstehen: Was deine Katze dir sagen möchte

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Wer mit einer Katze sein Leben teilen möchte, muss sich neben den Fress-,  Schlaf- und Spielgewohnheiten auch an die Sprache des neuen vierbeinigen Mitbewohners gewöhnen. Denn die Körpersprache der Katzen ist oft etwas schwieriger zu deuten. Dadurch kommt es öfter zu Missverständnissen. Damit du deine Katze und ihre Körpersprache und Laute besser verstehen lernst, findest du hier Erklärungen, was deine Katze dir sagen möchte.

Das Schnurren

Das wohl bekannteste Kommunikationsmittel einer Katze ist das Schnurren. Von einem feinen leisen, kaum hörbaren Vibrieren bis hin zu einem lauten, schlafraubenden Brummen bedeutet das Schnurren einer gesunden Katze pure Glückseligkeit. Sie erzeugen es in ihrem Brustkorb, an dem du auch die dabei entstehenden Vibrationen fühlen kannst. Oft tritt es in Kombination mit Streichel- und Kuscheleinheiten auf. Du kannst es grundsätzlich mit „Ach, geht es mir gut. Oh, fühle ich mich wohl. Sieh mal, ist das Leben nicht schön?“ übersetzen. Manchmal schnurren Katzen auch nach dem Fressen oder Putzen leise vor sich hin.

Schnurrende Katze im Sonnenbad
Diese Katze entspannt in der Sonne.

Was weniger Menschen bekannt ist, dass Katzen Schnurren auch als Beruhigungsmaßnahme einsetzen. Zum einen setzen sie die Vibrationen ein, um jemand anderes zu beruhigen, z. B. schnurren Katzenmütter ihren Kitten beruhigend zu. Das heißt dann wohl eher „Keine Angst, Mama ist ja da.“ Und jeder Katzenbesitzer, der schon einmal krank war, kennt mit Sicherheit die Situation, dass der vierbeinige Freund einem auf den Schoß springt und schnurrt, ohne dass er oder sie gestreichelt wird. Sozusagen ein tierisches „Ach, es wird schon bald alles wieder in Ordnung kommen.“

Achtung: Katzen schnurren aber auch, um sich selbst zu beruhigen, wenn sie krank sind und /oder Schmerzen haben. Du solltest also nicht unbedingt beruhigt sein, dass deine Mieze ja noch schnurrt, sondern immer den Gesamtzustand des Tieres beurteilen. Wenn deine Katze sich trotz Schnurren komisch verhält, nicht frisst oder sich unwohl zu fühlen scheint, solltest du deinen Tierarzt um Rat fragen!

Leises Mau, lautes Miau

Das klassische Miau einer Katze gibt es eigentlich nicht. Katzen haben ein überraschend vielfältiges Vokabular in ihrer Lautsprache. Und je nach Katzenpersönlichkeit gibt es dann auch noch sozusagen unterschiedliche Dialekte. Aber das muss einen nicht verzweifeln lassen. Auch wenn es bestimmt ein bisschen Zeit benötigt, um die Sprache der Katze fließend zu beherrschen, lernst du die wichtigsten Vokabeln innerhalb weniger Tage:

  • Eine nachdrücklich maunzende Katze, die uns um die Beine streicht, möchte unsere Aufmerksamkeit. Entweder heißt das Miau dann „Hallo, ich verhungere, merkst du das nicht?“ Oder es bedeutet „Ich habe jetzt Zeit für dich, bitte lass uns spielen!“

  • Ein leiseres Mau, wenn wir an unserem Kätzchen vorbeigehen, heißt „Magst du mich streicheln? Ich bin kuschelbedürftig.“

  • Das begeisterte Miau, der Katze, die uns an der Haustür entgegengerannt kommt, kannst du mit „Ach wie schön, dass du wieder da bist! Du glaubst gar nicht, was mir alles passiert ist. Zeig mir, was du mir mitgebracht hast.“ übersetzen.

  • Und das klägliche Maunzen einer Katze, das sich manchmal wie Weinen anhört, heißt „Hilf mir. Ich habe Schmerzen. Mir geht es nicht gut.“

Maunzende Katze auf einer Wiese
Ein auffordernd maunzendes Katzenkind.

Die Körpersprache einer Katze

Katzen möchten immer unsere ungeteilte Aufmerksamkeit. Deshalb ist ihre Körpersprache manchmal nicht so eindeutig zu entschlüsseln.

Die wütende Katze

Katzen zeigen sehr deutlich, wenn sie nicht gut gelaunt sind. Du siehst es an ihrem Fell, dem Schwanz und Augen sowie Ohren.

Anders als bei einem Hund ist bei einer schwanzwedelnden Katze Vorsicht angebracht! Üblicherweise bedeutet das „Ich bin sauer. Pass auf, was du jetzt machst, sonst greife ich an!“

Die Drohgebärden werden dadurch bestärkt, wenn die Katze ihre Ohren eng nach hinten an den Kopf legt und das Fell sträubt. Fauchen und funkelnde, leicht verengte  Augen runden das Bild einer wirklich wütenden Katze ab, der du lieber aus dem Weg gehen solltest, wenn du nicht ein paar böse Verletzungen davontragen willst.

Streitende, wütende Katzen
Diese Katzen sind ziemlich wütend und streiten sich.

Die ängstliche Katze

Das Sträuben des Felles kann aber nicht nur auf Aggressionen schließen. Auch verängstigte Katzen sträuben ihr Fell und legen ihre Ohren an. Allerdings sind die Augen dann weit geöffnet und die Pupillen sind stark erweitert. Außerdem wedelt eine ängstliche Katze nicht mit dem Schwanz, sondern klemmt ihn sich zwischen die Hinterbeine oder streckt ihn gesträubt in einem Bogen nach hinten und unten. Auch bei verängstigten Katzen ist Vorsicht geboten, denn bei in die Enge getriebenen Katzen gilt: Angriff ist die beste Verteidigung! Und Katzen haben wirklich scharfe Krallen und Zähne.

Verängstigtes Kätzchen
Dieses Kätzchen sieht verunsichert aus.

Die entspannte Katze

Wenn unsere Fellfreunde entspannt sind, siehst du das an der gesamten Körperhaltung. Der gesamte Katzenkörper inklusive Fell ist entspannt und die Ohren und Pfötchen können ab und an vor sich hin zucken. Langsames Schließen und Öffnen der Augen heißt „Mir geht es gut. Entspann dich doch auch.“

Auch die Schwanzhaltung ist locker und wenn sich die Augen nicht langsam und wie in Trance öffnen und Schließen, sind sie zusammengekniffen.  Übrigens mit ein Grund, warum Katzen so oft zu Menschen gehen, die keine Katzen mögen. Denn wir äußern durch zusammengekniffene Augen Missbilligung. Die Katze versteht aber „Oh, der mag mich!“

Und wie merke ich, ob meine Katze noch kuscheln will?

Wer kennt das nicht? Eben liegt die Katze noch gemütlich schnurrend neben einem auf dem Sofa und im nächsten Moment hast du – zack – die Krallen in der Hand und das Fellknäuel ist über alle Berge. Und du selbst bleibst zurück und fragst dich, was schiefgelaufen ist.

Die Antwort ist im Grunde immer wieder gleich: Wir waren nicht aufmerksam genug! Katzen wollen unsere hundertprozentige Aufmerksamkeit. Nicht 50, 80 oder 98 Prozent, nein es müssen immer 100 % sein! Denn nur, wenn wir ganz und gar bei unserem vierbeinigen Freund sind, merken wir, wie sich die Körperspannung ändert, das Schnurren kurz stockt und die Pfoten zucken und verstehen die Nachricht: „Es reicht mit streicheln, ich möchte jetzt einfach nur neben dir liegen.“

Fließend kätzisch!

Wenn du diese grundlegende Verhaltensregel "Aufmerksamkeit" verinnerlicht hast und ein paar der einfachen Vokabeln übersetzen kannst, dann steht einem unbeschwerten Miteinander nichts mehr im Weg. Und mit der Zeit wird dir auffallen, dass du deinen vierbeinigen Mitbewohner immer besser und deutlicher verstehst. Trotz Akzent, Dialekt oder ungewohnter Verhaltensweisen.

Spannende Bücher zum Thema "Katzen verstehen" gibt es hier: 

Wie sind deine Erfahrungen mit deiner Mieze? Versteht ihr euch gut? Wir freuen uns wie immer über jeden Kommentar!

Bild: (c) Nadja - Fotolia.com

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29 Kommentare

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  1. Steffi Redaktion
    Hallo Gerti, eine Blasenentzündung ist aber auch eine wirklich schmerzhafte Sache! So lange diese besteht, hilft es nur, alles abzudecken, was weich ist und als Toilette genutzt werden könnte und wirklich viele Möglichkeiten zu schaffen, dass sie schnell ihr Geschäft erledigen kann. Ich weiß selber, wie unangenehm der Harndrang bei einer richtigen Blasenentzündung sein kann. Ich habe nur den Vorteil, ich bin ein Mensch und kann schnell die nächste Toilette suchen. Eine Katze ist da etwas triebgesteuerter und versteht in ihrer Not nicht, dass der weiche Untergrund ja nicht dafür gedacht ist als Katzenklo genutzt zu werden. Schau mal, solche Einmal-Katzentoiletten sind nicht so teuer und helfen in jedem Zimmer aufgestellt über die Zeit hinweg, in der die Blasenentzündung noch besteht: https://amzn.to/2JsKNnH Ich drücke die Daumen für eine schnelle Genesung! Steffi
  2. Gerti Pölzl
    Hallo unsere Katze 6 Jahre hat leider eine Blasenentzündung und wird behandelt.Leider geht sie seitdem sowohl aufs Klo als auch auf das Bett und den Teppich, Ich weis nicht mehr was ich machen soll. Ich habe ein weiteres Klo aufgestellt was sie auch benütze aber das andere Problem ist dadurch behoben. Danke für eine Antwort Gerti
  3. Julius
    Meine Katze "Miaued" in letzter Zeit etwas merkwürdig. Ich dachte vielleicht, weil es älter geworden ist oder sich verschluckt hat. Das geht aber nun seit über einer Woche so. Sie sagen, dass es evtl. ein Hinweis auf Schmerzen sein könnte. Wahrscheinlich sollte ich lieber zum Tierarzt, bevor ich irgendwelche falschen Vermutungen aufstelle oder selber an ihr "herumdoktore".
  4. Steffi Redaktion
    Hallo, das kann viele verschiedene Ursachen haben, die alle aus der Ferne schwer zu diagnostizieren sind. Sie könnte rollig sein, Schmerzen haben oder ihr ist vielleicht auch einfach nur langweilig. Manchmal ist das auch ein erlerntes Verhalten. Liebe Grüße Steffi
  5. Bob
    Meine katze schreit immer am spiez und wenn ich dann machschaue tut sie so als ob nix wäre
  6. Steffi
    Hallo Steffi Grosses Lob für eure Seite! Ich bin zwar mit Katzen aufgewachsen, aber habe noch nie selbst eine Fellnase grossgezogen, deshalb bin ich echt dankbar für die vielen Tipps! Am Freitag kriegen wir nun zwei Stubentiger, eine Katze und ein Kater. Sie sind zwar zusammen aufgewachsen, allerdings sind es keine Geschwister. Er ist ein Findelkind, das von der Mutter aufgenommen wurde. Unsere Betty verhält sich nun selbst wie eine Katzenmama, die beiden sind unzertrennlich und sie passt immer auf Django auf. Sie sind jetzt 12 und 13 Wochen alt. Ein Thema, das uns sehr beschäftigt, ist die Kastration. Wir werden das sicherlich auch noch mit unserem Tierarzt besprechen, aber mich würde interessieren, was du dazu denkst. Wird es ihr psychisch sehr schaden, wenn wir sie kastrieren? Für einen Erstlingswurf haben wir leider schlicht nicht die Zeit. Wir sind zwar oft zu Hause, aber nicht 7 Tage die Woche rund um die Uhr (wir arbeiten beide noch). Wir möchten aber unbedingt Freigängerkatzen, keine Wohnungskatzen. Hast du irgendeine Idee? Liebe Grüsse Steffi
  7. Sandra Kaiser
    Hallo und vielen Dank für den interessanten Artikel. Die genannten Tipps gefallen mir sehr gut. So kann man auch seine Beobachtung für das Befinden seiner Katze schärfen, um dem Tierarzt das Leiden besser beschreiben zu können.
  8. Steffi Redaktion
    Hallo, die Angst ist ja auch nicht ganz unbegründet ;-) Man sagt, dass Katzen in einer neuen Umgebung nach frühestens 6-8 Wochen anfangen sollten an Freigang gewöhnt zu werden. So lange würde ich an Eurer Stelle auch warten. Du kannst ja langsam anfangen mit ihm gemeinsam den Garten oder die Umgebung zu erkunden. Idealerweise ist er auch schon kastriert bevor er anfängt kompletten Freigang zu genießen. Viel Spaß mit dem Katzenkind :-) Steffi
  9. kathrin.nemitz
    Auch ich habe die Seite mit Interesse gelesen und möchte nun als neue Katzenmama, Leo ist 12 Wochen alt,wissen, wann ich den kleinen Kater zum Freigänger werden lassen kann. Im Moment habe ich noch Angst, dass er entwischt und nicht mehr nach Hause findet. Viele Grüße K.
  10. Steffi Redaktion
    Hallo Bianca, oh ich kann nachfühlen, wie das ist, wenn die Katzen sich nicht an den eigenen Schlaf-Wach-Rhythmus halten! Hast Du die Möglichkeit, dass sie nachts auf die Terasse kann? Vielleicht reicht ihr das ja schon an Frischluft? Dann kann es auch helfen, sie abends noch mal richtig auszupowern. Also mit ihr vor dem Ins Bett Gehen noch mal ausgiebig spielen. Das muss ja gar nicht unbedingt Jagen und Toben sein. Auch Intelligenzspielzeuge helfen Katzen zu erschöpfen. (Tipps findest Du in diesem Artikel zur Katzenbeschäftigung) Und so hart das auch ist, hilft dann nur noch Konsequenz. So schwer es auch ist eine maunzende Katze zu ignorieren... aber wenn Du sie beachtest, dann bestätigt das ihr Verhalten. Also Ohropax in die Ohren, Schlafbrille über die Augen und durchhalten! Ich hoffe, ihr findet schnell wieder in einen gemeinsamen Rhythmus zurück! Steffi