Neue GOT: Diese Konsequenzen sind laut Umfrage zu befürchten

Seit dem 22.11.2022 ist die neue Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) gültig. Das ist seit dem Jahr 1999 die erste umfassende Überarbeitung. Innerhalb der vergangenen 20 Jahre hat sich in wissenschaftlicher, technischer und wirtschaftlicher Hinsicht einiges getan.

Daher bestand die Notwendigkeit, die GOT an den heutigen veterinärmedizinischen Standard anzupassen. Laut einer 2021 vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) veröffentlichten Studie waren Veterinäre bisher in vielen Fällen lediglich dazu in der Lage, kostendeckend zu arbeiten. Die neue GOT soll hier Abhilfe schaffen.

Tierhalter hingegen erwarten im Umkehrschluss höhere Kosten für tierärztliche Behandlungen. Die Plattform felmo, auf der mobile Tierärztinnen und Tierärzte für Hausbesuche gebucht werden können, hat YouGov mit einer Umfrage beauftragt.

Dabei sollte festgestellt werden, wie Tierhalter mit den gestiegenen Kosten umgehen und auf welchem Wege gespart werden würde. Knapp ein Viertel der Befragten (24 %) gaben an, an der veterinärmedizinischen Versorgung zu sparen.

Bei 16 % bedeutet das konkret, dass sie weniger Tierarztbesuche wahrnehmen würden. Die übrigen 8 % würden hingegen an den Impfungen ihrer Tiere sparen. Das spiegelt die Befürchtung wider, dass die erhöhten Gebühren der neuen GOT sich auf das Wohl der Tiere auswirken könnte.

Erschreckend ist ebenfalls, dass 5 % der Tierhalter angaben, ihre Haustiere bei zu hohen Kosten abzuschaffen. Angewandt auf die laut einer Studie von Statista 34,7 Millionen in deutschen Haushalten lebenden Tiere, wären rund 1,7 Millionen Haustiere betroffen. Für die ohnehin schon überbelasteten Tierheime wäre das verheerend. 

Um für den Fall der Fälle vorsorgen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wichtig ist, dass eine adäquate Behandlung für Haustiere weiterhin gewährleistet werden kann. Trotz der insgesamt gestiegenen Lebenshaltungskosten und der zusätzlichen Belastung durch erhöhte Tierarztkosten sollte nicht beim Tierwohl gespart werden.

So könntest du beispielsweise den Abschluss einer Tierkrankenversicherung in Betracht ziehen. Je nach Anbieter werden dabei unabhängig vom GOT-Satz sämtliche Kosten für die Behandlung übernommen.

Außerdem lohnt es sich, für die tierärztliche Versorgung ein Sparkonto einzurichten, auf das du zur Bezahlung von medizinischen Behandlungen deines Haustiers zurückgreifen kannst. Im Notfall kannst du bei hohen Rechnungen auch den behandelnden Veterinär um eine Ratenzahlung bitten.

Bild:

© Kerkezz | depositphotos.com

Schreibe einen Kommentar