Tipps für die richtige Pferdepflege

Ein rotbraunes Pferd wird im Freien abgeduscht
Die richtige Pferdepflege ist das A und O für eine gute Pferd-Mensch-Beziehung.

Pferdepflege macht nicht nur Spaß, sie hält dein Pferd auch gesund und hilft dabei, ein vertrautes Verhältnis aufzubauen. Wie du dein Pferd richtig pflegst, erfährst du hier.

Warum ist die richtige Pferdepflege so wichtig?

In der Natur pflegen Pferde sich, indem sie sich wälzen oder sich gegenseitig putzen. Doch neben der sozialen Fellpflege, die Pferde unter sich betreiben, sollte auch der Mensch sein Pferd regelmäßig putzen und pflegen.

Denn die Pferdepflege hat wichtige Gründe:

Wie auch bei der sozialen Fellpflege zwischen zwei Pferden, stärkt das Putzen die Bindung zwischen Pferd und Mensch. Dein Pferd lernt, dass es dir vertrauen kann und euer Umgang wird entspannter, da ihr euch gegenseitig besser kennenlernen könnt. Gerade bei jungen Pferden ist dies ein wichtiger Aspekt.

Natürliche Pflege bei Pferden
Pferde pflegen sich gegenseitig, wenn sie die Möglichkeit dazu haben

Zudem ist es wichtig, sein Pferd regelmäßig zu putzen, um gesundheitlichen Problemen, wie Haut- und Hufkrankheiten vorzubeugen. Auch aufgescheuerte Stellen im Sattel- und Gurtbereich können durch mangelnde Fellpflege hervorgerufen werden. Daher ist es wichtig, diese Bereiche vor dem Reiten besonders intensiv zu putzen.

Durch die regelmäßige Pflege schult man sein Auge für das Pferd. Verändertes Verhalten, was auf Krankheiten hindeuten kann, kannst du durch ein enges Verhältnis schneller erkennen. Auch Verletzungen, die man möglicherweise übersehen hätte, fallen beim gründlichen Putzen auf. Es ist also wichtig, dass du dein Pferd nicht nur reitest, sondern dich auch vor und nach dem Ausritt intensiv mit ihm beschäftigst.

So putzt du dein Pferd richtig

Um dein Pferd richtig zu pflegen, gilt es einige Grundregeln zu beachten: Pferde werden immer in Fellrichtung geputzt, nicht gegen sie. Zudem solltest du darauf achten, dass gerade die Sattelfläche und der Kopf sauber sind: Wenn sich noch Dreck unter dem Sattel oder dem Sattelgurt befindet, kann das unangenehm für das Pferd sein und unter Umständen auch zu aufgeriebenen Stellen führen. Jedes Pferd sollte zudem sein eigenes Putzzeug besitzen, damit zum Beispiel Hautkrankheiten nicht so einfach übertragen werden können.

Das Putzzeug und wofür man es braucht

Damit du dein Pferd putzen kannst, benötigst du natürlich das passende Zubehör. Die verschiedenen Teile des Pferdekörpers brauchen auch verschiedene Bürsten:

Für den Kopf brauchst du eine sehr weiche Kopfbürste und einen Schwamm. Der Kopf wird vorsichtig in Fellrichtung abgebürstet und so von Staub und Schmutz befreit. Die Nüster und die Augen solltest du danach mit einem feuchten Schwamm vorsichtig auswischen. Der Kopf ist empfindlich, weshalb man hier auch nur sehr weiche Bürsten verwendet.

Junge Frau striegelt liebevoll ihr Rassepferd ein Hannoveraner
Den Kopf sollte man nur mit weichen Bürsten bürsten. Ein Striegel wäre hier fehl am Platz.

Die Mähne kannst du mit einem Kamm kämmen. Aber hier ist Vorsicht geboten: Wie auch beim Menschen kann das Kämmen ganz schön wehtun. Achte am besten auf Widerstände. Wenn sich gewisse Partien des Haares nicht einfach kämmen lassen, nimm das Haar kurz hinter der Haarwurzel in die Hand und halte es während des Kämmens fest. So verhinderst du, dass du dem Pferd wehtust. Ist das Haar ganz verklebt, verliest du die Strähnen am besten einzeln.

Den Hals und den Körper deines Vierbeiners musst du mit mehreren Bürsten putzen: Mit dem Striegel fängst du am Hals an. In kreisförmigen Bewegungen entfernst du den Schmutz aus dem Fell. Dabei keine Scheu, an den Körperstellen, wo viel Muskel vorhanden ist, kannst du auch fester drücken. Ähnlich wie bei einer Massage genießen die meisten Pferde diese Prozedur. Grober Schmutz und getrockneter Schlamm sind vielleicht etwas hartnäckiger, dort kannst du etwas fester drücken, solange dein Pferd nicht zeigt, dass es sich unangenehm anfühlt. Mit dem Striegel solltest du aber alle knochigen Stellen auslassen. Das heißt die Beine, der Kopf und die Wirbelsäule solltest du mit einem Striegel nicht bearbeiten. Wenn du den Schmutz mit dem Striegel nicht rausbekommst, ist die Wurzelbürste gefragt. Sie hat sehr feste Borsten und kann groben Schmutz gut entfernen.

Ist dein Pferd vom groben Schmutz befreit, geht es mit der Kardätsche weiter. Die Kardätsche ist eine eher weiche Bürste, die den Staub aus dem Fell holt. Damit sie das auch gut tut, solltest du sie immer wieder am Striegel abbürste. So bleibt kein Staub in der Kardätsche und du verhinderst, dass du den alten Staub wieder ins Fell bürstest. Die Beine sind etwas empfindlicher, mit dem Striegel sollten sie nicht gebürstet werden. Für groben Dreck kannst du hier wieder die Wurzelbürste nutzen.

Kardätsche am Hinterteil eines Pferdes
Mit der Kardätsche wird der Staub aus dem Fell gebürstet

Mit dem Hufkratzer kannst du, wie es der Name schon sagt, die Hufen auskratzen. Mit dem Kratzer entfernst du vorsichtig Mist und Steine aus der Innenseite des Hufes. Danach kannst du mit der kleinen Bürste am Hufkratzer den restlichen Dreck aus dem Huf bürsten. Es ist sehr wichtig, dass die Hufen sauber sind und regelmäßig kontrolliert werden. Bleibt ein Stein zurück, dann das dem Pferd beim Laufen wehtun. Wir kennen das ja auch, wenn wir einen Stein in unserem Schuh haben. Angenehm ist das nicht. Sollte dir beim Auskratzen auffallen, dass das Eisen locker ist oder ein Nagel fehlt, sollte das behoben werden, bevor du das Pferd reitest.

Gelegentlich kannst du die Hufe auch mit Huffett einfetten. Dafür solltest du den ganzen Huf gut sauber machen, gerne auch mit etwas Wasser. Wenn die Hufe wieder trocken sind, kannst du sie mit einem Pinsel einfetten. Das Huffett ist eine extra Pflege für den Huf und spendet Feuchtigkeit.

Nur mit der richtigen Hufpflege läuft das Pferd schmerzfrei
Der Pferdehuf muss immer gut gereinigt werden. Denn schon kleine Steine können bei dem Pferd Schmerzen beim Laufen verursachen

Der Schweif ist sehr empfindlich. Zuerst sollte man Stroh und Heu aus dem Schweif entfernen und die Haare dann einzeln verlesen. Kleben die Haare nicht mehr zusammen, kannst du den Schweif auch vorsichtig bürsten. Auch hier solltest du den Schweif aber festhalten, um dem Pferd nicht versehentlich wehzutun oder Haare auszureißen.

So duschst du dein Pferd

Wenn es warm ist und die Sonne scheint, kannst du dein Pferd auch gelegentlich duschen. Gerade bei hohen Temperaturen hat das Wasser nicht nur einen reinigenden Effekt, sondern ist auch eine willkommene Abkühlung für das Pferd. Wenn ich „dusche“ schreibe, meine ich eigentlich, dass du dein Pferd mit einem Schlauch abspritzt. Dabei gilt es aber einiges zu beachten: Teste das Wasser erst mit deiner Hand. Auch wenn das Pferd gerade Sport gemacht hat und aufgewärmt ist, kann zu kaltes Wasser unangenehm sein. Wenn das Wasser eine angenehme Temperatur hat, kannst du anfangen, die Beine des Pferdes abzuspritzen. Arbeite dich langsam hoch, sodass sich dein Pferd an die Kälte des Wassers gewöhnen kann. Den Kopf lässt du am besten aus. Wenn das Pferd abgeduscht ist, solltest du ein Teil des Wassers mit einem Schweißmesser aus dem Fell holen. Auch hier sollte man die knochigeren Partien lieber auslassen: die Beine und die Wirbelsäule müssen nicht mit dem Schweißmesser bearbeitete werden, man kann aber seine Hände nutzen, um das Pferd auch an diesen Stellen von dem Wasser zu befreien.

Shampoo braucht dein Pferd nicht, du kannst aber welches verwenden, wenn du möchtest. Dabei ist es wichtig, dass du Shampoo für Pferde verwendest. Unser Shampoo ist nicht geeignet für die Eigenschaften der Pferdehaut.

Nach dem Ausritt Pferd abspitzen
Beim Abspritzen des Pferdes sollte man sich langsam von den Hufen nach oben vorarbeiten

Zusammenfassung

Wenn du die Möglichkeit hast, kannst du auch erfahrenen Menschen, dabei zusehen, wie sie ihr Pferd putzen oder es dir eventuell auch erklären lassen. Und vergiss nie, auf dein Pferd zu achten, denn an seiner Körpersprache kannst du viel erkennen: Steht das Pferd ruhig und entspannt da, genießt es das Putzen vermutlich. Legt es die Ohren scharf nach hinten oder zuckt es zusammen, findet dein Pferd unangenehm, was du tust. Es ist wichtig, dass du dein Pferd gut pflegst. Nicht nur beugt es Krankheiten vor, es verbindet euch beide auch weit über das Reiten hinaus. Zu einer guten Pferd-Mensch Beziehung gehört es, sich Zeit für das Pferd, sein Wesen und seine Pflege zu nehmen.

Was denkst du darüber? Wie pflegst du dein Pferd?

Und welche Erfahrungen durftest du mit der Fellpflege schon machen?

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Quellen und weiterführende Links:


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Bildcredit: (c) callipso88 - Fotolia.com

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Über Louisa Wittek 13 Artikel
Ich bin als freie Journalistin tätig und freue mich sehr darüber hier über Themen rund ums Tier schreiben zu können. Seit ich denken kann beschäftige ich mich mit Tieren und hatte schon einige als Mitbewohner. Meine Leidenschaft für Tiere habe ich auch in meinem Philosophie-Studium verfolgt und mich umfassend mit dem Thema Tierethik beschäftigt.

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