Zu Hause kannst du dir in Ruhe eine gut sortierte Hundeapotheke anlegen. Auf Reisen sieht das anders aus. Du brauchst etwas Handliches, das wenig Platz wegnimmt und trotzdem die wichtigsten Fälle abdeckt. Und je nach Reiseziel kommen Risiken dazu, an die du zu Hause gar nicht denkst: fremde Krankheiten, Hitze, Giftköder, kein vertrauter Tierarzt in der Nähe.
Gut vorbereitet startet ihr entspannter in den Urlaub.
Das gehört in die Reiseapotheke für den Hund
Die Basis ist die gleiche wie zu Hause, nur kompakter. Pack die Dinge ein, die du im Notfall sofort brauchst:
Verbandsmaterial: sterile Wundauflagen, eine elastische Binde, Klebeband, eine selbsthaftende Binde
Mittel zur Wundreinigung und ein Desinfektionsmittel
Pinzette und Zeckenzange
ein elektronisches Fieberthermometer
Einweghandschuhe und eine kleine Schere
ein Maulkorb, denn ein Hund mit Schmerzen schnappt auch dann, wenn er das sonst nie tut und im Ausland braucht man gar nicht selten in einigen Situationen sowieso einen
eine Zeckenkarte und ein Mittel gegen Durchfall, das dein Tierarzt empfiehlt
Medikamente, die dein Hund regelmäßig braucht
Das ist der wichtigste Punkt überhaupt. Nimm alle Medikamente mit, die dein Hund dauerhaft bekommt, und zwar genug für die ganze Reise plus ein paar Tage Reserve.
Reiseübelkeit beim Hund
Manche Hunde werden im Auto übel. Sie sabbern, hecheln, zittern oder erbrechen. Gegen diese Reisekrankheit gibt es ein wirksames Mittel vom Tierarzt: Maropitant, bekannt unter dem Namen Cerenia. Es unterdrückt das Erbrechen, ohne den Hund müde zu machen, und wird einmal täglich vor der Fahrt gegeben.
Insektenstiche und allergische Reaktionen
Ein Stich von Biene oder Wespe ist im Sommer schnell passiert. Bei einer leichten Reaktion kannst du die Stelle kühlen. Ein feuchtes Tuch, Eiswürfel, oder ein Kühlpack kannst du nutzen. Sie können eine leichte allergische Reaktion etwas dämpfen.
Wenn dein Hund bekannt allergisch reagiert, frag deinen Tierarzt vor der Reise nach einem passenden Notfallmedikament für die Reiseapotheke, etwa einem Antihistaminikum oder Kortison. Das gehört in fachkundige Hände und nicht ins Selbstexperiment.
Auslandsreise: Schutz vor Mittelmeerkrankheiten
Im Süden lauern Krankheiten, die es bei uns kaum gibt.
Reist du in den Süden, kommt ein Risiko dazu, das viele unterschätzen. In Süd- und Südosteuropa übertragen Zecken sowie Stech- und Sandmücken die sogenannten Mittelmeerkrankheiten: Leishmaniose, Babesiose, Ehrlichiose, Anaplasmose und Herzwürmer. Manche davon verlaufen schwer und zeigen sich erst Wochen oder Monate nach der Reise.
Schutz fängt nicht am Urlaubsort an, sondern vorher. Sinnvoll sind:
ein Zecken- und Mückenschutz, der auch Sandmücken abwehrt (zum Beispiel ein passendes Halsband oder Spot-on)
gegen Leishmaniose gibt es eine Impfung, die schwere Verläufe abmildern kann, eine Infektion aber nicht sicher verhindert
je nach Region eine Wurmkur oder ein Herzwurmschutz
Giftköder im Süden
In einigen südlichen Ländern werden Giftköder ausgelegt. In Teilen Griechenlands kommt zum Beispiel ein Insektizid zum Einsatz, das innerhalb weniger Minuten lebensgefährlich wirkt. Wie eine Vergiftung behandelt wird, hängt komplett vom Gift ab. Deshalb gilt immer: sofort zum Tierarzt, denn nur er kann die Symptome richtig einordnen und gegensteuern.
Papiere und Vorbereitung nicht vergessen
Zur Reiseapotheke im weiteren Sinn gehören auch die Dokumente. Innerhalb der EU brauchst du für deinen Hund:
einen Mikrochip zur Kennzeichnung
eine gültige Tollwutimpfung, die mindestens 21 Tage vor der Abreise erfolgt sein muss
den EU-Heimtierausweis, in dem das alles eingetragen ist
Finger weg von diesen Humanmedikamenten
Auch unterwegs gilt: Viele Mittel aus deiner eigenen Reiseapotheke sind für Hunde gefährlich. Dazu zählen Schmerzmittel wie Aspirin, Ibuprofen, Paracetamol und Diclofenac, außerdem Schlafmittel, Beruhigungsmittel, Antidepressiva, viele Allergiemittel und Hustensäfte mit Pseudoephedrin oder Phenylephrin. Gib deinem Hund kein Medikament aus der Humanmedizin, ohne vorher mit einem Tierarzt gesprochen zu haben. Welche Mittel besonders riskant sind, liest du im Beitrag zur Hundeapotheke.
Häufige Fragen zur Reiseapotheke für den Hund
Häufige Fragen
Was gehört in die Reiseapotheke für den Hund?
Verbandsmaterial, Wundreinigung und Desinfektionsmittel, Pinzette, Zeckenzange, Fieberthermometer und Maulschlinge. Dazu alle Dauermedikamente deines Hundes, ein Mittel gegen Durchfall und bei Bedarf gegen Reiseübelkeit sowie ein Zecken- und Mückenschutz. Wichtig ist außerdem ein Zettel mit der Adresse des nächsten Tierarztes am Urlaubsort.
Was hilft gegen Reiseübelkeit beim Hund?
Gegen Reiseübelkeit gibt es ein wirksames Mittel vom Tierarzt: Maropitant, bekannt als Cerenia. Es wird einmal täglich vor der Fahrt gegeben und macht den Hund nicht müde. Das Mittel ist verschreibungspflichtig, sprich also vor der Reise mit deinem Tierarzt. Mittel aus der Humanmedizin solltest du nicht ohne Rücksprache geben.
Welche Papiere braucht mein Hund für Reisen in der EU?
Für Reisen innerhalb der EU braucht dein Hund einen Mikrochip, eine gültige Tollwutimpfung (mindestens 21 Tage vor der Abreise) und den EU-Heimtierausweis. Seit April 2026 gelten neue EU-Regeln, im Kern bleibt aber alles wie bisher. Prüf vor der Reise die Einreiseregeln deines Ziellandes, manche Länder verlangen zusätzlich eine Bandwurmbehandlung.
Wie schütze ich meinen Hund vor Mittelmeerkrankheiten?
Beginne vier bis sechs Wochen vor der Abreise mit einem Zecken- und Mückenschutz, der auch Sandmücken abwehrt. Gegen Leishmaniose gibt es eine Impfung, die schwere Verläufe abmildern kann. Je nach Region ist auch ein Herzwurmschutz oder eine Wurmkur sinnvoll. Welche Maßnahmen nötig sind, besprichst du am besten vorab mit deinem Tierarzt.
Welche Medikamente aus meiner Reiseapotheke sind für Hunde gefährlich?
Gefährlich sind unter anderem Schmerzmittel wie Aspirin, Ibuprofen, Paracetamol und Diclofenac, außerdem Schlafmittel, Beruhigungsmittel, Antidepressiva, viele Allergiemittel und Hustensäfte mit Pseudoephedrin oder Phenylephrin. Gib deinem Hund nie ein Medikament aus der Humanmedizin ohne Rücksprache mit dem Tierarzt.
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