Degus – Wissenswertes rund um den Degu

Ein Degu (Octodon degus).
Ein Degu (Octodon degus).

Was genau ist ein Degu?
Der Degu ist ein Nagetier, dessen Aussehen einer Mischung aus Maus, Ratte sowie Eichhörnchen und Chinchilla gleicht. Der Körperbau gleicht aber eher einem Meerschweinchen, weshalb er auch dieser Familie angehört. Der Degu ist ist ca. 15 cm lang, wobei der Schwanz nochmals eine solche Länge hat.

Steckbrief

Name: Degu (Octodon degus)
Gewicht: 170 – 300 Gramm
Lebenserwartung: ca. 6 Jahre
Herkunftsort: Chile
Gattung: Strauchratten
Tragzeit: 90 Tage
Farbe: Agouti, Weiss, Blau, Sand, Schecken und Schwarz

Herkommen und Ursprung

Der Degu stammt ursprünglich aus Chile, wo er in Gruppen von über 100 Männchen und Weibchen zusammen unterwegs war. Vor allem in Büschen und offenen Landschaften bauten die Nager unterirdische Gänge und buddelten tiefe Höhlen als Versteck vor Gefahren. Dieses natürliche Verhalten solltest du auch deinem Degu zu Hause weitestgehend ermöglichen, damit er glücklich und gesund bei dir leben kann.

Das Verhalten deines Degu

Degus sind dämmerungsaktive Vierbeiner, welche auch in der Nacht viel Krach machen können. Beim Kauf sollte man sich darüber im Klaren sein. Die Kleinen zeigen viele verschiedene Verhaltensmuster auf:

  • Die Begrüßung: Degus beschnuppern sich als Begrüßung in der Nasengegend. Dabei kann es auch zu kurzen Knabbereien und Krauleinheiten kommen. Nicht selten quietschen die kleinen Nager dabei.
  • Das Aufreiten: Wenn du schon einmal Degus beobachtet hast, ist dir bestimmt aufgefallen, dass die Tierchen oftmals aufeinander liegen. Dies dient der Stärkung von Sozialkontakten aber auch zur Aufzeichnung der Rangordnung.
Mehrere Degus kuscheln miteinander auf einem Baumstamm
Kuschliges Beisammensein ist für Degus enorm wichtig.
  • Putzen und Kuscheln: Degus putzen sich oftmals gegenseitig. Dies schweisst die Gruppe zusammen und dient zusätzlich der natürlichen Fellpflege. Auch beim Schlafen kuscheln sich die Degus nahe aneinander um den Gruppenzusammenhalt zu stärken.
  • Streit: Wie bei allen Tierarten kann es auch bei Degus zum Streit kommen. Dies passiert oftmals bei Neuvergesellschaftungen oder bei pubertierenden Degus. Es kommt aber durchaus auch vor, dass das Futter Ursache für einen Streit ist. Dabei stellen sich die Degus auf die Hinterbeine und umtanzen sich dabei. Sie boxen sich gegenseitig mit den Vorderpfoten und piepsen dabei lautstark. Bei dieser Vorgehensweise muss man sich aber keinerlei Gedanken machen. Anders ist es, wenn Degus sich gegenseitig in die Kehle beissen. Hierbei handelt es sich klar um einen ernsthaften Streit , welcher meistens lautlos vor sich geht. In diesem Fall muss der Halter sofort eingreifen, da sonst Gefahr einer Tötung besteht. Das unterliegende Tier muss dann sofort in einer anderen Gruppe untergebracht werden um schlimmeres zu vermeiden.
  • Das Sandbad: Durch das gemeinsame Sandbad nehmen alle Degus den gleichen Geruch an. Oftmals wird der Sand davor mit Urin markiert, sodass alle Rudelmitglieder gleich riechen. Das Sandbad dient zusätzlich als Stressabbau für die kleinen Nager.

Körperpflege

Fellpflege

Die kleinen Vierbeiner putzen sich regelmässig selbst. Degus pflegen ihr Fell aber am liebsten mit einem Sandbad. Wichtig ist also, dass immer frischer Sand im Käfig vorhanden ist. Dieser sollte regelmässig abgesiebt werden, da Degus ihren Notdurft gerne darin verrichten. Durch das Sandbad werden zusätzlich Fettpartikel aus dem Fell entfernt und eine Fellverfilzung wird verhindert. Für das Sandbad sollte nicht irgendein Sand verwendet werden. Am geeignetsten ist Chinchillasand. Dieser ist in jeder Tierhandlung erhältlich. Auf keinen Fall darf der Degu im Wasser gebadet werden. Das Fell zieht Wasser schnell auf und das entstehende Gewicht zieht den Degu nach unten.

Da das Fell bei Degus schnell nach wächst, ist es auch kein Problem, wenn starke Verklebungen und Verunreinigungen mit einer Schere herausgeschnitten werden.

Kuscheln und Fellpflege geht nur miteinander.
Kuscheln und Fellpflege geht nur miteinander.

Zahnpflege

Das Degugebiss besteht aus insgesamt 20 Zähnen. Dass die Schneidezähne der Tierchen orange sind, ist vollkommen normal. Dies ist die sogenannte Schutzschicht. Sie sorgt dafür, dass die Zähne beim Nagen nicht zu fest abgenutzt werden. Die Zahnpflege ist im Gegensatz zu anderen Kleintieren bei Degus sehr wichtig. Deguzähne haben die Begabung, fast alle Materialien ohne weiteres zerkleinern zu können. Ebenfalls wachsen diese ständig nach, was bei ungenügender Abnutzung zu Zahnfehlstellungen und Entzündungen führen. Die Folge: Degus können keine Nahrung mehr zu sich nehmen und verhungern. Eine abwechslungsreiche Knabberauswahl ist im Degukäfig deshalb Pflicht! Sehr gut geeignet sind dafür Äste und Spielsachen aus Holz. Die haben oftmals keine lange Lebensdauer und müssen daher regelmäßig ersetzt werden.

Die vier Sinne der Degus

1. Augen

Da sich die Augen der Degus sehr weit aussen befinden, haben sie ein Nahezu 360 Grad Sichtfeld. Dies bedeutet, dass die Kleinen fast alles rundherum sehen können, ohne den Kopf auch nur zu bewegen. In der Wildnis haben Degus dadurch grosse Vorteile, weil sie die Gefahr von hinten schneller erkennen können, als andere Kleintiere.

2. Ohren

Die Ohren der Degus sind eher gross und haben eine ovale Form. In ruhigen Momenten, falten die Nagetiere die Ohren leicht zusammen. Sobald sie aber Geräusche wahrnehmen, werden die Ohren wieder aufgestellt.

Ein Degu auf einem Baumstamm mit aufgestellten Ohren
Degus haben sehr große Ohren, die sie aufstellen können.

3. Nase

Die Nase der Degus ist eher flach und abgerundet. Die kleinen Nagetiere nutzen das Organ vor allem für die Futtersuche und für das Aufspüren von Gefahren. Auch wird die Nase zum Verfolgen von Duftstoffen verwendet, da Degus so ihr Revier markieren.

4. Der Tastsinn

Die Tasthaare (auch Vibrissen genannt) weisen aussergewönlich viele Nervenzellen auf. Solche langen Tasthaare befinden sich bei den Degus an der Schnauze, den Wangen und rund um die Augen. Diese dienen als Schutzfunktion und als Orientierungshilfe.

Ein weiteres Merkmal: der Puschelschwanz

Der Deguschwanz hat in etwa eine Länge von 15 cm, wobei er gegen Ende immer dünner und behaarter wird. Diesen Haarbüschel nennt man in der Fachsprache „Quaste“.

Im Allgemeinden ist der Deguschwanz sehr empfindlich. Verletzt das Tier sich da, löst sich die Haut sehr schnell, so dass sich der Schwanz vom Schwanzknochen ablöst. Der Degu darf deshalb nie am Schwanz hochgehalten werden. Sollte doch einmal etwas passieren, ist dass aber nicht weiter schlimm, denn der Degu kann gut damit leben. Einzig das Gleichgewicht ist nicht mehr ganz so stabil.

Eine ausgeglichene Ernährung

Eine korrekte Ernährung ist bei Degus sehr wichtig. Diese neigen zur Erkrankung an Diabetes, wenn das Futter zu viel Zucker oder Fett enthält. Oftmals enthält leider auch das Futter in Zoohandlungen zu viel Zucker, weshalb eine eigene Zusammenstellung oftmals die optimalere Lösung ist. Doch dazu musst du wissen, wovon sich Degus ernähren.
Sie fressen in erster Linie Gräser und Kräuter.

Gräser und Heu

Optimal für den täglichen Bedarf sind frische Wiesenkräuter und Gras. Diese erhalten sehr viele Nährstoffe, welche der Degukörper für ein gesundes Leben braucht. Die in Gras erhaltenen Rohstoffe sorgen zusätzlich für einen gesunden Darm und durch das Zermahlen der Halme werden die Zähle gepflegt.

Heu – also getrocknete Gräser – enthält viele Vitamine und Mineralien, welche für eine ausgeglichene Ernährung wichtig sind. Durch das Zerkauen, werden die Zähne wie beim Gras gepflegt. Heu sollte deshalb immer auf Vorrat im Käfig vorhanden sein.

Grünfutter

Zusätzlich zu den frischen oder getrockneten Gräsern solltest du Grünfutter zur Ernährung deines Degu nutzen. Damit werden  folgende grüne Pflanzenteile bezeichnet:

  • Löwenzahn
  • Petersilie
  • Basilikum
  • Sonnenblumen
  • Ringelblumen
  • Gänseblümchen
  • usw.

Dieses Futter enthält sehr Vitamine und Mineralien, welche den täglichen Bedarf decken. Aber Achtung! Nicht alles, was du auf der Wiese findest, ist für den Degu gesund. Weiter unten findest du eine Auflistung giftiger Lebensmittel.

Blüten / Blätter / Kräuter /Wurzeln

Neben dem Grünfutter gehören auch getrocknete Blüten, Blätter und Wurzeln zum täglichen Bedarf eines Degu. Der Anteil des Futters sollte in etwa 85% beantragen. Hier ein paar Beispiele welche Pflanzen für die Fütterung geeignet sind:

  • Haselstrauch
  • Rosenstrauch
  • Obstbäume

Wenn du deine kleinen Nager mit Pflanzen und Wurzeln verwöhnen möchtest, ist es auch hier unabdingbar, dich im Voraus zu informieren. Viele Grünzeug hat auf Degus eine starke Heilwirkung und kann bei übermässiger Fütterung zum Tode führen.

Trockenfutter für Nager
Degus brauchen abwechslungsreiches Futter. Nur Trockenfutter ist in der Regel nicht ausreichend.

Gemüse / Trockengemüse

Der Degumagen muss sich zuerst an das Gemüse gewöhnen. Es sollte also mit wenig Gemüse begonnen werden, bis die Menge gesteigert werden kann. Allgemein sollte nicht zu viel Gemüse verfüttert werden.

Trockengemüse ist für die Fütterung jedoch unbedenklich. Die tägliche Futtermenge sollte aus ungefähr 15 % Trockengemüse bestehen. Getrocknetes Gemüse beinhaltet viele Mineralien und Vitamine, welche für den Degu sehr gesund sind.

Sämereien

Sämereien sollten nur etwa 5 % der Futtermenge ausmachen. Von diesen 5 % sollten ca. 70% ölhaltige und ca. 30% mehlhaltige Sämereien sein. Der Bedarf muss aber immer individuell auf das Tier abgestimmt werden

ölhaltige Sämereien

  • Dill
  • Basilikum
  • Radieschen
  • Sellerie
  • Fenchel
  • Hanf
  • usw.

mehlhaltige Sämereien

  • Buchweizen
  • Hirse
  • Spinat
  • Gras
  • usw.

Leckereien für Zwischendurch

Hierfür eignen sich folgende Knabbereien:

  • Haselnüsse
  • Erdnüsse
  • Mehlwürmer (eine Delikatesse, welche nicht zu oft angeboten werden darf)
  • Erbsenflocken
  • Walnüsse

Wasser

Frischer Wasser muss immer im Käfig vorhanden sein. Ob dies in einer Schale oder in einer Flasche serviert ist, wird dem Besitzer überlassen. Da sich Degus bei uns vor allem von trockenem Futter ernähren, kann fehlende Flüssigkeit sehr schnell zu einer Austrocknung führen.

Giftige Lebensmittel für Degus

Folgende Lebensmittel sind für Degus giftig und dürfen auf keinen Fall angeboten werden:

  • Süßigkeiten aller Art (aufgrund des hohen Zuckergehaltes sind diese für Degus tödlich)
  • Zitruspflanzen (enthalten ätherische Öle)
  • Buche / Tanne (haben für den Degu giftige Inhaltsstoffe)

Die artgerechte Haltung

Degus sind sehr gesellige Tiere und sollten daher auf keinen Fall als Einzeltiere gehalten werden. Es sollte mindestens ein Paar besser noch eine kleine Gruppe mit drei und mehr Tieren vergesellschaftet werden. Dabei können sowohl reine Männchen- als auch reine Weibchengruppen friedlich zusammen leben.

Der Käfig

Der Käfig muss genügend Fläche aufweisen, sodass sich die kleinen Nagetiere ausreichend austoben können. Die Mindestgröße dafür beträgt Länge 100 x Breite 50 x Höhe 100 cm. Wichtig dabei ist vor allem die Breite und Länge des Käfigs. Degus sind Lauftiere und buddeln für ihr Leben gern. Jeder Käfig sollte aber auch mit genügend Etagen ausgestattet sein, sodass die Kleinen alles von oben beobachten können.

Da sich Degus in sekundenschnelle durch Plastik, Holz und Blech durchbeißen können, werden Volieren und Terrarien für die Haltung empfohlen.

Degu in einem Laufrad aus Draht
Ein Degukäfig braucht unbedingt auch ein Laufrad, insbesonderen, wenn er nicht genügend groß ist.

Der richtige Standort

Degus mögen es eher hell und ruhig. Eine direkte Sonnenlage sollte aber aufgrund der Überhitzung vermieden werden. Die Nager fühlen sich bei einer Raumtemperatur von 16-23 Grad am wohlsten. Dabei sollte geschaut werden, dass keine Heizung in der Nähe ist und es nur sehr selten zu Durchzug kommt.

Einstreu

Degus nutzen den Einstreu für Nestbau. Dafür eignet sich Leinen-und Hanfeinstreu, oder das normale Kleintierstreu. Da die Kleintiere im Streu Unterschlüpfe und Tunnel bauen, sollte die Einstreuhöhe von 10 cm nicht unterschritten werden. Weiter nutzen Degus Heu, Stroh und Papier für den Bau des Nestes. Diese Materialien dürfen deshalb im Degukäfig nie fehlen. Weniger geeignet sind Hamsterwatte und Stoffreste. Die Fäden können Gliedmassen von den Tieren abschnüren, was lebensgefährlich werden kann.

Futter- und Trinkgefäß

Da der Wassernapf sehr schnell eingebuddelt wird, sollte dieser immer auf den oberen Etagen angebracht werden. Es gibt auch die Möglichkeit eine Wasserflasche zu befestigen, wobei die Tiere die Halterung oftmals anknabbern.

Auch der Futternapf sollte aus den oben genannten Gründen eher auf einer der oberen Etagen platziert werden. Alternativ kann das Futter auch im ganzen Käfig verteilt werden. So haben die Degus eine sinnvolle Beschäftigung und auch die Tiere,  welche eine niedrige Rangordnung haben, bekommen genügend Futter.

Beschäftigungsmöglichkeiten

  • Futter (kann im Käfig verteilt, versteckt oder aufgehängt werden)
  • Papierrollen
  • Äste
  • Zeitungspapier
  • Nüsse
  • Laufrad
  • Sandbad
  • Buddelkiste
  • Rinde
Degu sitzt auf Holzstämmen und knabbert Blätter
Zur Einrichtung eines Degu-Käfigs gehört auf jeden Fall viel Holz und Abwechslung.

Reinigung

Der Käfig sollte ungefähr alle 2-3 Wochen einmal gründlichst gereinigt werden. Oftmals urinieren Degus immer am gleichen Ort. Dabei handelt es sich meistens um Ecken, welche alle 2-3 Tage gereinigt werden sollten. Bei der Reinigung solltest du nicht das vollständige Streu herausnehmen, so dass deine Degus den Geruch ihres Reiches noch erkennen. Sinnvoll ist es deshalb, in zwei Etappen, je die Hälfte des Einstreues zu wechseln.  Die Etagen können mit heißem Wasser abgespült werden. Danach muss alles mit einem Tuch trocken gerieben werden, bevor neuer Einstreu verteilt wird.

Übrigens lassen sich ganz viele tolle Einrichtungen für Degus selber basteln. Ein paar Inspirationen kannst du dir in dieser tierischen Männer-WG holen.

Der Degu Nachwuchs:

Vom Vermehren von Degus raten wir, wie bei allen Haustieren, ab. Zum Einen gibt es bereits genug Notfalltierchen, die ein neues Zuhause suchen. Zum Anderen kann ein einzelner Wurf bis zu 13 Babys geben. Solltest du dich trotzdem für Nachwuchs entscheiden ist es ganz wichtig, dass beide Elternteile vollkommen gesund sind. Degus haben sehr viele Erbkrankheiten. Deshalb ist es sinnvoll, wenn du dich über Eltern und Grosselterntiere gut informierst. Zwischen den Würfen sollte ungefähr ein Abstand von einem halben Jahr liegen, sodass sich das Weibchen erholen kann. Spätestens nach vier Würfen sollte mit der Vermehrung beim Deguweibchen Schluss sein.

Die Schwangerschaft

Die Tragzeit beträgt zwischen 85 und 95 Tage, wobei die Schwangerschaft oftmals erst in den letzen zwei bis drei Wochen vor der Geburt zu erkennen ist. Dies aufgrund der Zunahme, den angeschwollenen Zitzen und der Bewegung im Bauch.

Degumütter brauchen mehr Mineral und Vitamine. Eine abwechslungsreiche Kost ist deshalb in dieser Zeit sehr wichtig. Solltest Du Krankheitsanzeichen feststellen, muss das Tier vom Tierarzt untersucht werden. Um Stress zu vermeiden, sollte kein Umzug in ein neues Käfig oder eine Vergesellschaftung stattfinden. Zusätzlich gilt es, den Degu in Ruhe zu lassen, sodass kein Stress für den Nager entsteht.

Die Geburt

Die Geburt kündigt sich bei Degus nur sehr kurz an. Aufgrund der Wehen streckt sich das Weibchen und gibt kurze Laute von sich. Dabei solltest Du das Tier unbedingt in Ruhe lassen, ansonsten fühlt sich die baldige Degumama gestört.

Die Geburt findet meistens in der Nacht oder am frühen Morgen statt. Sobald alle Jungen da sind, entfernt die Mutter alle Spuren. Auch die fleischähnliche Nachgeburt wird vollkommen aufgefressen. Sollte also eine Geburt anstehen, darfst du am Morgen vorsichtig in den Unterschlupf schauen, ob schon jemand da ist.

Die Geburt verläuft bei Degus sehr einfach. Die Mutter zieht in einer sitzenden Position die jungen Tiere vorsichtig mit den Zähnen heraus. Ist das erste Baby da, wird es trocken geleckt bis das zweite an der Reihe ist. Die Neugeborenen überlässt die Mutter dabei erstmal sich selbst.

Die Entwicklung der Babys

Bei der Geburt sind die Augen der Babys oftmals schon leicht geöffnet und sie besitzen bereits am ganzen Körper ihr Fell. Das Gewicht bei der Geburt beträgt ca. 10-20 Gramm. Mit den 8 Zitzen der Mutter werden die Jungen bis zu vier Wochen gefüttert. Die Jungen beginnen aber schon vorher mit der Aufnahme von Heu und Trockenfutter. Mit dem Alter von ca. 2 Monaten verlieren die kleinen Tierchen ihr Babyfell und das Erwachsenenfell wächst nach.

Ab wann dürfen die Kleinen abgegeben werden?

Abgegeben werden dürfen die Babys im Alter von frühstens 5 Wochen wobei optimal eine Abgabe in der 7 Woche stattfindet. Diese zwei Wochen sind für das Sozialleben der Degus sehr wichtig. Die Trennung der Geschlechter sollte spätestens in der 8 Woche nach der Geburt stattfinden. Übrigens werden Männchen nach etwa 12 Wochen aus dem Rudel ausgeschlossen, wobei Weibchen weiterhin willkommen sind.

Degumutter mit Jungtier fressen auf einem Baumstamm
Degunachwuchs sollte möglichst vermieden werden. Stellt er sich doch ein, sollten die Babys auf keinen Fall zu früh abgegeben werden.

Typische Krankheiten von Degus

Leider sind Degu recht anfällige kleine Nager, die insbesondere zu Diabetes Mellitus neigen. Hier findest Du eine Aufzählung der gängigsten Erkrankungen:

  • Erkältung: Eine der am meisten auftretenden Erkrankungen bei Degus ist die Erklärung. Die tritt durch Stress, Zugluft oder eine unausgewogene Ernährung auf. Eine solche Atemwegserkrankung erkennt man am flüssigen Nasenausfluss und dem ständigen Niesen. Sollte dir ein solches Anzeichen auffallen, muss das Tier dringend zum Tierarzt gebracht werden.
  • Augenausfluss: Degus haben sehr empfindliche Augen, welche durch Sandkörner oder Staub vom Einstreu gereizt werden können. Die Augen fangen an zu tränen und es kann sich ein leicht weißes Sekret bilden. Bei anhaltendem Ausfluss kann dies auf eine Augenentzündung, Zahnprobleme oder eine Allgemeinerkrankung hinweisen. Auch hier sollte ein Tierarzt hinzugezogen werden.
  • Bisswunden: Immer wieder kommt es vor, dass Degus streiten. Meistens entstehen nur oberflächige Verletzungen, welche schnell wieder verheilen. Beißt ein Degu aber einmal mit aller Kraft zu, entsteht eine lochartige Einbissstelle. Diese Wunden können sich entzünden und müssen vom Tierarzt regelmäßig kontrolliert werden.
  • Durchfall / Verstopfung / Blähungen: Solche Erkrankungen entstehen oft durch die falsche Ernährung oder einen bakteriellen Infekt. Durch eine Kotuntersuchung beim Tierarzt kann die Ursache aber genau festgestellt werden. Dafür muss über mehrere Tage Kot eingesammelt werden.
  • Fellprobleme: Fellprobleme können durch verschiedene Ursachen entstehen. Einerseits durch eine übermäßige Pflege, andererseits durch einen Pilz- oder Parasitenbefall. Auch hier kann der Tierarzt mittels einem Test die genaue Ursache feststellen und korrekt behandeln.

Diabetes mellitus beim Degu

Degus sind an die karge Ernährung ihrer ursprünglichen Heimat gewöhnt. Daher kann eine zu zuckerhaltige oder fette Ernährung bspw. mit Obst oder viel Trockenfutter zur Entwicklung eines Diabetes mellitus führen. Dieser kann allerdings auch genetisch bedingt sein und damit vererbt werden, so dass vor einer Zucht dringend auf gesunde Elterntiere geachtet werden muss.

Symptome:

Auch Degus zeigen die typischen Symptome der Zuckerkrankheit:

  • vermehrtes Trinken
  • vermehrter Urinabsatz
  • gesteigerter Appetit aber trotzdem Gewichtsverlust
  • Des Weiteren sind erkrankte Tiere anfälliger für Infektionen und auch Wunden heilen schlechter.

Leider sind dies recht unspezifische Symptome, die oftmals übersehen werden. Meistens wird ein Diabetes mellitus erst erkrankt, wenn es zu einer Linsentrübung kommt und die Tiere langsam erblinden.

Behandlung:

Rein theoretisch könnte auch bei einem Degu ein Diabetes mellitus mit Insulin behandelt werden. Allerdings ist eine korrekte Dosierung und eine stressfreie Injektion nur sehr schwer durchführbar, so dass in der Regel davon abgeraten wird. Stattdessen wird auf eine optimierte Ernährung als Therapie gesetzt: keine zuckerhaltigen oder besonders fettreiche Lebensmittel. Dies ist auch gleichzeitig die wirkungsvollste Prophylaxe für deinen kleinen Freund.

Weitere Informationen zu Diabetes mellitus bei Degus findest du hier.

Was muss bei der Anschaffung beachtet werden?

In erster Linie sollte darauf geachtet werden, dass das Tier gesund ist. Dadurch kannst du dir hohe Tierarztkosten sparen. Doch woran erkennst du ein gesundes Tier?

  1. An einem sauberen Käfig mit frischem, grünen Futter, sauberer Einstreu und keinen unangenehmen Gerüchen.
  2. Am Tier an sich, das ein sauberes glänzendes Fell hat, festen Kot absetzt, neugierig ist und einen gesunden Appetit hat.

Der Bezugsort

Das Tierheim sollte eigentlich deine erste Anlaufstelle sein. Das Vorurteil, dass da nur alte und kranke Tiere leben, ist vollkommener Unsinn. Oftmals landen auch Jungtiere als Notfälle im Tierheim.

Außerdem gibt es auch für Degus Vereine, die sich auf die Vermittlung in Not geratener Degus spezialisieren:

Von einem Kauf in einer Zoohandlung oder online auf irgendwelchen Marktplätzen raten wir dir dringend ab! Oft arbeiten die Züchter dort mit Mitleid. Aber je größer die Nachfrage, desto mehr Tiere werden gezüchtet. Und in der Regel leben die kleinen Nager weder in Zoohandlungen noch bei dubiosen Züchtern unter artgerechten Bedingungen. Bitte unterstütz dies nicht weiter!

Degu schaut aus einer Hosentasche heraus
Mit Geduld kannst du deinen Degu so zahm machen, dass du ihn mit dir herumtragen kannst.

Die Zähmung

Degus sind sehr scheue Tiere. Doch mit viel Geduld kannst du sie handzahm bekommen. Je nach Charakter der Tiere verläuft dies  schneller oder langsamer. Es gibt Degus, die immer scheu bleiben. Dieses Verhalten bleibt meistens ein Leben lang und kann nicht abtrainiert werden. In solch einem Fall musst du den Charakter des Tieres einfach akzeptieren.

Mit Leckerbissen sind Degus bestechlich. Schließe die Zimmertüre und öffne den Käfig, so dass der Degu von alleine rauskommen und sich umsehen kann. Entdeckt er dann die Leckerbissen, welche Du auf dem Schoss verteilst, versucht er bestimmt, diese zu ergattern. Wichtig dabei ist, dass du das Tier machen läßt und nicht versuchst, es zu streicheln. Der Degu muss sich zuerst an dich gewöhnen. Es gilt also, mit kleinen Schritten zu starten und sehr viel Geduld mitzubringen.

Fazit zur Haltung von Degus

Degus gehören zur Familie der Meerschweinchen und ihr „Temperament“ ist beim Kauf kaum zu klären. Von daher kann es sein, dass dein Degu nie richtig zutraulich oder gar handzahm wird. Das gilt aber nicht für alle Tiere, es wäre also falsch zu sagen, Degus bleiben immer wild. Mit viel Geduld und dem einen oder anderen Leckerchen kannst du deinem Degu auf jeden Fall eine Freude bereiten. Du solltest dir allerdings darüber im Klaren sein, dass Degus vor allem abends und nachts aktiv sind und zu diesen Zeiten auch durchaus „laut“ sein können. Ein Degu-Heim im Schlafzimmer/ Kinderzimmer ist somit alles andere als optimal.

Wichtig ist: Degus dürfen niemals Süßigkeiten bekommen! Der hohe Zuckeranteil könnte zum Tod führen. Des Weiteren sind die Augen der Degus sehr empfindlich, darum ist eine gute Käfighygiene wichtig. Wenn du zudem noch daran denkst die geselligen Degus IMMER  in Gruppen zu halten, die Tränke möglichst weit oben in den Käfig zu stellen, damit sie nicht direkt eingebuddelt wird und das Futter im Käfig zu verteilen, so dass alle Gruppenmitglieder an ausreichend Nahrung kommen, steht einem guten Deguleben nichts mehr im Wege.

 

Du überlegst dir schon lange Degus bei Dir aufzunehmen, hast aber immer noch Fragen oder bist Dir unsicher?

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Bildcredit: (c)wrangel - Depositphotos.com


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Über Sebastian 21 Artikel
Ich bin der IT-Fuzzi im Team. Ich kümmere mich um die Technik und dass die Webseite läuft. Ich hatte selber schon immer Haustiere. Ob Vögel, Katzen oder aktuell einen Hund, den wir in Portugal adoptiert haben. Ich beschäftige mich derzeit intensiv mit der Hundeerziehung.

2 Kommentare

    • Hallo Marek,

      Chinchillas stehen auch schon auf unserem Redaktionsplan. Es wird aber sicherlich noch ein bisschen dauern.

      Liebe Grüße
      Steffi

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