Pferderassen

Ausritt am Strand
Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde

Ob Turnier- oder Geländepferd, ob im Trab oder im Galopp, Pferde sind seit jeher für ihre fast schon majestätische Anmut berühmt. Seit wann sie gezüchtet werden und wie die Pferde-Rassen entstanden sind, ist im folgenden Artikel nachzulesen.

Waren Pferde für den Menschen zuvor lediglich Fleischlieferanten, konnten sie ihn ca. 5000 vor unserer Zeitrechnung davon überzeugen, dass wertvolle Talente in ihnen steckten. Ebenso wie auch die Hunde waren sie ihm bald Helfer im Alltag.

Esel als Lasttier
Esel als Lasttier
Pferdekutsche im Winter
Pferdekutsche im Winter

Als Lasttiere wurden Esel und Pferd schnell unentbehrlich.

Der muskulöse Körperbau und die Gelehrigkeit des Pferdes zahlte sich bald auch beim Ackerbau und schließlich ab 3500 vor unserer Zeitrechnung in der Reitkunst aus. Allmählich verstanden die Menschen, dass die verschiedenen Pferderassen unterschiedlich zu behandeln waren. Ein Tarpan eignete sich beispielsweise gut als Reittier, wohingegen ein Przewalski-Pferd aufgrund des störrischen Charakters dafür ungeeignet war.

Entstehung der Pferderassen

Die Domestikation und Züchtung der Pferde geschah etwa zeitgleich in Europa, Asien und Nordafrika. Vor allem als Lasttier und Reittier wurden die Tiere eingesetzt. Welche Urtypen zum Züchten verwendet wurden, ist stark umstritten. Drei Urtypen werden jedoch des Öfteren genannt:

Urpony

Das Urpony, ähnlich dem Wildpferd Przewalski-Pferd, war zwar zum Reiten nicht geeignet, dennoch brachte es für die Zucht wichtige Eigenschaften wie Widerstandskraft und Körperkraft mit. Viele nordosteuropäische und skandinavische Ponyrassen gehen auf das Urpony zurück.

Przewalski-Pferd im Zoo in Kiev
Przewalski-Pferde wären fast ausgestorben.

Urvollblüter und Araber

Die heutigen zierlichen ägyptischen Araber gehen auf diesen Pferdetyp zurück. Sie sind an ihren fünf (anstelle von sechs) Lendenwirbeln und ihrem kurzlinigen Körperbau zu erkennen. Pferde dieses Urtyps haben einen inneren Spieltrieb, zudem schließen sie sich ihrem Besitzer eng an. Seit etwa 2000 Jahren gibt es den reinrassigen Araber. Aber auch zahlreiche süd- und mitteleuropäische Hauspferderassen wurden vom Uraraber beeinflusst.

Ramskopf

Der Urvater vieler Dressurpferde ist der Ramskopf. Andalusier, Lippizianer oder Nonius sind seine heutigen Nachfahren. Er hatte einen trockenen, langen Ramskopf, was ihm den Namen einbrachte, sowie eine schmale Stirn, große Nüstern und war vergleichsweise sehr groß. Das Temperament dieser Pferde war dem des Urponys ebenbürtig, was sich gerade in der Reitdressur bemerkbar machte.

Pferderassen der Gegenwart

Am Anfang haben sich die verschiedenen Pferderassen den klimatischen Bedingungen ihrer Heimat angepasst: die Araber passen in ihrem Körperbau und ihren Eigenschaften zu dem Wüstenklima Afrikas, die Friesen zum regnerischen Küstenklima ihrer Heimat.

Im Laufe der Zeit haben die Menschen diese Eigenschaften gezielt für sich eingesetzt und so die zahlreichen verschiedenen Pferderassen für unterschiedliche Anforderungen gezüchtet. Anfangs wurden dazu einfach die zur Verfügung stehenden Tiere nach Gefallen miteinander gekreuzt. Später wurden gezielter verschiedene Rassen miteinander gekreuzt. Dabei werden die Ursprungsrassen im Verlaufe der Zucht immer wieder eingekreuzt um so die Eigenschaften der Rassen zusammenzuführen und zu verfestigen.

Nur bei einigen wenigen Pferderassen handelt es sich um solche, die nach dem Reinzuchtverfahren gezüchtet werden. Beispiele hierfür sind das Arabische oder Englische Vollblutpferd. Dabei werden ausschließlich Tiere der gleichen Rasse miteinander gepaart. Das dabei entstehende Zuchtstammbuch wird auch als „geschlossenes Zuchtbuch“ bezeichnet. Solche Reinzuchten werden gerne zur Veredlung anderer Rasse herangezogen. Hierbei wird durch Einzucht einiger weniger Individuen die gewünschten Eigenschaften in eine Pferderasse hinein gezüchtet und diese so veredelt.

Rund 200 Pferderassen sind gegenwärtig bekannt und offiziell registriert. Im Allgemeinen werden sie heutzutage nach ihrem Temperament und der Größe in diese vier Pferdearten unterteilt:

  • Ponys und Kleinpferde
  • Kaltblüter
  • Warmblüter
  • Vollblüter

Ponys und Kleinpferde

Der einzige Unterschied zwischen Ponys und Pferden ist die Größe. Alle Pferde, die weniger als 148 cm vom Widerrist bis zur Erde messen, werden als Ponys bezeichnet. Dabei kann es manchmal wie bei den Fjord- oder Islandpferden zu Verunsicherungen kommen, denn diese haben eindeutig ein „Pferd“ in ihrem Namen. Trotzdem zählen sie zu den Ponys. Weitere Rassen sind das Shetlandpony, die Norweger und die Haflinger. Dabei werden die großen Ponyrassen wie Haflinger auch als Kleinpferde bezeichnet. Letztendlich kommt es bei dieser Unterscheidung tatsächlich nur auf die Größe an.

Die anderen drei Pferdearten werden dagegen nach dem Temperament der Pferderasse definiert.

Kaltblutpferde

So sind Kaltblüter die gelassenen, ruhigen Vertreter, die insbesondere in der Landwirtschaft als Arbeitstiere eingesetzt wurden und sich für Reitanfänger eignen. An ihrem kräftigen Körperbau sind sie gut zu erkennen. Zu den Kaltblutpferden zählen beispielsweise die Pferderassen Shire-Horse, Tinker oder Noriker.

Hier kommst du direkt zum Rasseporträt der Kaltbüter.

Kaltblutpferd Shirehorse im Galopp auf einer Wiese
Beeindruckendes Shirehorse

Warmblutpferde

Die leichter gebauten Warmblüter entstanden aus der Kreuzung von Kaltblütern und Vollblütern. Sie wurden ursprünglich für militärische Zwecke gezüchtet und sind mittlerweile beim professionellen Reitsport und als Freizeitpferde weltweit beliebt. Zu den Warmblutpferden zählen zahlreiche Rassen wie Hannoveraner, Trakehner, Oldenburger, Seller Italiano und zahlreiche andere mehr.

Friese galoppiert im Schnee
Friese gehören zu den Warmblutpferden

Vollblutpferde

Vollblutpferde zählen zu den temperamentvollsten Pferden. Ihre Abstammung ist auf arabische Pferde zurückzuführen. Es werden dabei das Englische und Arabische Vollblut sowie der Anglo-Araber unterschieden, die auch heute noch in der Veredelung von Warmblutrassen eingesetzt werden. Durch ihre Ausdauer werden alle Vollblutrassen als Rennpferde eingesetzt. Der Araber geht dabei zurück auf den Uraraber, das englische Vollblut sowie der Anglo-Araber sind Nachzüchtungen.

Arabische Vollblüter gelten als die edelste Pferderasse
Arabische Vollblüter gelten als die edelste Pferderasse

Welche Pferderassen es genau gibt und wie sie zu behandeln sind, erklären wir auf den folgenden Seiten:

 

Bildcredit: (c) AustralianDream - Fotolia.com; (c) Nadine Haase - Fotolia.com

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Über Steffi 72 Artikel
Ich bin Steffi, bekennende Tiernärrin, Dosenöffner für ehemals drei Kater und aktuell einen Junghund. Ich möchte mit meinen Beiträgen allen Tierbesitzern helfen, ihre Lieblinge noch besser zu verstehen.

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