Katzen-Nassfutter bei Stiftung Warentest im Test: Marke ist kein Garant für Qualität

Stiftung Warentest hat es wieder getan. Sie haben 27 verschiedene Katzen-Nassfutter einem Test unterzogen. Dieser bietet eine detaillierte Analyse von Nassfuttern, basierend auf ernährungsphysiologischer Qualität, Preis, Verpackung und Umweltaspekten. Es wird deutlich, dass teurere Markenprodukte nicht unbedingt eine bessere Qualität garantieren und günstigere Produkte von Discountern oft ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.

Der Testsieger

In der Stiftung Warentest Ausgabe vom Mai 2024 wurden sowohl Discountereigenmarken als auch etablierte Marken wie Whiskas getestet.

Whiskas mit Geflügel in Sauce führt die Rangliste als Testsieger an. Dicht gefolgt von kostengünstigen Alternativen von Lidl (Lidl Coshida Schlemmerhappen mit Leber & Rind in Sauce), Edeka (Edeka Gut & Günstig Hello my cat Schlemmerhappen mit Huhn) und Rewe (Rewe ZooRoyal Lachspastete mit feinen Stückchen auf Joghurtgelee). Lidl wird dabei für sein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis besonders gelobt.

Seit 2020 sind die Preise für Katzenfutter durchschnittlich um 35% gestiegen, wobei eine Tagesration Nassfutter mittlerweile etwa 1,58 Euro kostet – ein Anstieg von 49%. Während 15 Produkte mit „Sehr Gut“ oder „Gut“ ausgezeichnet wurden, schnitten Marken wie Benevo, Miamor und Strayz aufgrund ernährungsphysiologischer Mängel schlecht ab.

In puncto Verpackung und Umweltschutz empfiehlt der Bericht Metalldosen und -schalen als nachhaltigere Alternativen zu Kunststoffbeuteln.

Eine Dose Katzenfutter mit einem Teller mit Bröckchen davor.
Metalldosen sind umweltfreundlicher als Sachets.

Spezifische Probleme ergaben sich bei einigen Produkten wie dem veganen Futter von Benevo und dem Miamor Futter mit Fasan, die beide aufgrund mangelhafter Nährstoffmischungen und irreführender Angaben kritisiert wurden.

Katzenhalter werden angehalten, die Portionsgrößen genau zu beachten und regelmäßig das Gewicht ihrer Katzen zu überwachen. Der Bericht zeigt auf, dass höherpreisige Markenprodukte nicht zwangsläufig eine bessere Qualität bieten und günstigere Produkte oft ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis haben.

Was gibt es bei Katzen-Nassfutter zu beachten?

Beim Kauf von Katzen-Nassfutter gibt es einige wichtige Punkte, auf die du als Katzenbesitzer besonders achten solltest. So stellst du sicher, dass du eine gesunde und angemessene Ernährung für deinen Liebling wählst.

Dies sind die wichtigsten Aspekte, die häufig von Interesse sind:

  1. Ernährungsphysiologische Qualität
  2. Zutaten und Zusammensetzung
  3. Verpackung und Nachhaltigkeit
  4. Preis-Leistungs-Verhältnis
  5. Fütterungsempfehlungen
  6. Akzeptanz durch die Katze

Selbstverständlich sind auch Allergene, spezielle Diäten oder spezielle Gesundheitsansprüche dabei zu beachten.

Spezielle Gesundheitsbedingungen erfordern spezielles Katzenfutter

Ernährungsphysiologische Qualität von Katzenfutter oder „Ist das Katzenfutter gut für meine Katze“?

Das Futter sollte alle notwendigen Nährstoffe in den richtigen Mengen enthalten, um die Gesundheit und das Wohlbefinden der Katze zu unterstützen. Dazu gehören Proteine, Fette, Vitamine und Mineralien. Die Qualität und Herkunft der Zutaten sind entscheidend. Gute Futtermittel listen Fleisch als Hauptzutat und vermeiden unnötige Füllstoffe wie Getreide oder künstliche Zusatzstoffe.

Stiftung Warentest bewertet die ernährungsphysiologische Qualität sowie die Zutaten und Zusammensetzung von Katzen-Nassfutter in ihrem Test sehr gründlich. Sie berücksichtigen verschiedene Aspekte, die sicherstellen, dass die Katzen alle notwendigen Nährstoffe in den richtigen Mengen erhalten. Gewonnen haben in dieser Kategorie unter anderem Whiskas mit Geflügel in Sauce, Purina One Adult mit Huhn und grünen Bohnen und drei Discounter-Futter:

  1. Edeka Gut & Günstig Hello my cat Schlemmerhappen mit Huhn
  2. Lidl Coshida Schlemmerhappen mit Leber & Rind in Sauce
  3. Penny Lucky Cat Feine Stückchen mit Geflügel & Joghurt

Wie hat Stiftung Warentest die Qualität der Katzen-Nassfutter getestet?

Hier sind die spezifischen Kriterien, die im Testbericht vom Mai 2024 verwendet wurden:

  1. Nährstoffanalyse und -ausgewogenheit: Es wurde der Gehalt an Proteinen, Fetten, Vitaminen und Mineralstoffen analysiert. Dies umfasst die Prüfung, ob die Futter die notwendigen Mengen dieser Nährstoffe enthalten und ob sie die maximal zulässigen Höchstmengen nicht überschreiten. Diese sollten in einem Alleinfuttermittel in Mengen vorliegen, die den täglichen Anforderungen einer Katze entsprechen, ohne Über- oder Unterversorgungen zu riskieren.
  2. Bedarfsgerechte Zusammensetzung: Die Zusammensetzung des Futters wurde daraufhin geprüft, ob sie den täglichen Nährstoffbedarf einer durchschnittlichen, leicht übergewichtigen Katze von vier Kilogramm Körpergewicht deckt. Die Richtlinien der Fediaf (Europäische Vereinigung der Futtermittelhersteller) und des National Research Council der USA dienten als Maßstab für die Bewertung.
  3. Spezifische Nährstoffanalysen: Es wurde untersucht, ob spezielle Nährstoffe wie Taurin, essentielle Fettsäuren und andere wichtige Vitamine und Mineralstoffe in adäquaten Mengen vorhanden sind. Diese Stoffe sind kritisch für die allgemeine Gesundheit und das Wohlbefinden der Katzen, insbesondere für Herzgesundheit und Augenfunktion.
  4. Wasserlöslicher Phosphor: Besondere Aufmerksamkeit wurde auf den Gehalt an wasserlöslichem Phosphor gelegt, da hohe Phosphorgehalte insbesondere für Katzen mit Nierenerkrankungen problematisch sein können.
  5. DNA-Analysen zur Überprüfung der Fleischquellen: In einigen Fällen wurden DNA-Analysen durchgeführt, um die auf den Etiketten angegebenen Fleischquellen zu bestätigen. Dies ist wichtig, um sicherzustellen, dass die Produkte authentisch sind und keine irreführenden Informationen enthalten.
  6. Bewertung der Deklaration: Die Klarheit und Genauigkeit der Produktetiketten wurde ebenfalls bewertet. Stiftung Warentest überprüfte, ob alle erforderlichen Informationen über Inhaltsstoffe, Zusammensetzung und Nährstoffgehalte korrekt und leicht verständlich angegeben wurden.
  7. Gesamtbewertung der ernährungsphysiologischen Qualität: Die ernährungsphysiologische Qualität machte 60% der Gesamtbewertung aus. Ein Futter konnte nur dann eine hohe Gesamtbewertung erreichen, wenn es in dieser Kategorie gut abschnitt.
  8. Abwertung bei Mängeln: Wenn das Urteil in der Kategorie „Ernährungsphysiologische Qualität“ „Befriedigend“ oder schlechter war, konnte das Gesamtqualitätsurteil nicht besser sein, unabhängig von den Bewertungen in anderen Kategorien.

Diese umfassende Analyse der Zutaten und Zusammensetzung von Katzen-Nassfutter ermöglicht es, dass nur Produkte, die eine ausgewogene Ernährung bieten und gesundheitlich unbedenklich sind, eine hohe Bewertung erhalten. Dies stellt sicher, dass die empfohlenen Produkte den Katzen tatsächlich alle notwendigen Nährstoffe in ausreichender Menge bieten und frei von Schadstoffen sind.

Eine Katze frisst Futter aus einem Napf
Die Qualität und Zusammensetzung des Katzenfutter hat einen großen Einfluss auf das Testergebnis.

Verpackung und Nachhaltigkeit

Heutzutage ist Nachhaltigkeit ein großes Thema. Diese beinhaltet nicht nur das Futter an sich, sondern auch die Verpackung.

Stiftung Warentest hat in ihrem aktuellen Test über Katzen-Nassfutter auch die Aspekte der Verpackung und Nachhaltigkeit berücksichtigt. Mit der Testnote „Sehr gut“ in dieser Kategorie haben dabei nur Lidl Coshida Schlemmerhappen mit Leber & Rind in Sauce und Aldi Cachet Feine Pastete mit MSC Seelachs abgeschnitten.

Die spezifischen Kriterien und Methoden, die für die Bewertung der Verpackung und ihrer Nachhaltigkeit angewandt wurden, sind die folgenden:

  1. Recyclingfähigkeit: Es wurde untersucht, wie gut sich die verwendeten Verpackungsmaterialien recyceln lassen. Besonderes Augenmerk lag auf der Unterscheidung zwischen Dosen, Schalen und Kunststoffbeuteln. Metallverpackungen wie Dosen und Aluminiumschalen wurden in der Regel besser bewertet als Kunststoffbeutel, da Metall einfacher zu recyceln ist.
  2. Materialverwendung: Bewertet wurde, ob die Verpackungsmaterialien umweltfreundlich sind. Verpackungen, die aus recycelbaren Materialien wie Metall bestehen, erhielten eine höhere Bewertung als solche aus weniger nachhaltigen Materialien.
  3. Praktische Handhabung: Die Benutzerfreundlichkeit der Verpackung wurde ebenfalls bewertet. Dazu gehörte, wie leicht sich die Verpackung öffnen lässt und wie praktisch sie im Alltagsgebrauch ist.
  4. Informationsgehalt: Es wurde geprüft, ob die Verpackungen klare und genaue Informationen über das Recycling der Materialien enthalten.
  5. Mogelpackung: Stiftung Warentest beurteilte auch, ob die Verpackungen so gestaltet sind, dass sie mehr Inhalt vorspiegeln, als tatsächlich enthalten ist. Dies ist ein wichtiger Aspekt der Verbraucherinformation und Transparenz.

Diese Bewertungen helfen den Verbrauchern, Produkte auszuwählen, die nicht nur gut für ihre Haustiere sind, sondern auch die Umweltauswirkungen minimieren. Produkte, die in diesen Kategorien gut abschneiden, bieten oft eine Kombination aus Benutzerfreundlichkeit und Nachhaltigkeit, die von umweltbewussten Katzenbesitzern geschätzt wird.

Wenn es der Katze schmeckt und das Futter gut ist, geht es gleich allen besser.

Weitere Testkriterien

Neben den bereits genannten Kriterien wie ernährungsphysiologische Qualität, Schadstoffprüfung und Verpackung hat Stiftung Warentest beim Test von Katzen-Nassfutter noch weitere wichtige Aspekte berücksichtigt:

  1. Fütterungsempfehlungen: Bewertet wurde, ob die Fütterungsempfehlungen auf den Verpackungen klar und angemessen sind. Dabei wurde geprüft, ob die empfohlenen Portionen den Energiebedarf von Katzen unterschiedlicher Gewichtsklassen decken können. Besonders wichtig war dabei auch, ob auf der Verpackung Hinweise zu besonderen Ernährungsbedürfnissen oder -bedingungen (wie Alter oder Aktivitätsniveau der Katze) gegeben wurden.
  2. Deklaration und Werbeaussagen: Stiftung Warentest analysierte die Genauigkeit und Vollständigkeit der Produktdeklarationen, einschließlich der Inhaltsstoffe und Nährwertangaben. Auch die Überprüfung von Werbeaussagen auf ihre Wahrhaftigkeit gehörte dazu. Es wurde bewertet, ob die Angaben klar, korrekt und leicht verständlich sind.
  3. Geschmack und Akzeptanz: Obwohl nicht direkt messbar in einem Labor, berücksichtigt Stiftung Warentest oft auch Feedback von Katzenbesitzern bezüglich der Akzeptanz und des Geschmacks des Futters bei den Tieren, basierend auf Verbrauchererfahrungen und -bewertungen.

Diese Kriterien tragen dazu bei, ein umfassendes Bild der Qualität und des Nutzens verschiedener Katzen-Nassfutterprodukte zu geben, indem sie über die grundlegende Zusammensetzung hinaus auch die Benutzerfreundlichkeit und Verbraucherinformation berücksichtigen.

Indem Katzenbesitzer diese Faktoren berücksichtigen, können sie eine informierte Entscheidung treffen, die zur Gesundheit und zum Glück ihrer Katze beiträgt.

Bild:

(c) Laupheim - Fotolia.com
Hat der Artikel dir geholfen? Bewerte ihn bitte.
Foto des Autors

Autor dieses Beitrags: Stefanie Vogt

Stefanie Vogt ist Gründerin und Chefredakteurin des Haustiermagazins. Sie lebt seit über 11 Jahren mit Hunden zusammen und hatte davor 14 Jahre 3 Kater. Was als persönliche Leidenschaft begann, wurde zum Beruf: Stefanie studiert aktuell Tierpsychologie Hund und Katze mit praktischer Erweiterung Hundeverhaltensberatung an der ATN und steht kurz vor dem Abschluss als Hundetrainerin. Neben der Praxis hat sie unzählige Fachbücher zu Hundeverhalten, Ernährung und Tierhaltung gelesen. Alle Kaufempfehlungen auf haustiermagazin.com entstehen aus echtem Alltag mit ihren eigenen Tieren.

Schreibe einen Kommentar