Der Berger Picard, auch als Berger de Picardie bekannt, ist nicht nur für seine ausgeglichene Natur bekannt, die sich durch eine Abwesenheit von Aggressivität, Furcht und Unsicherheit auszeichnet, sondern auch für seine Selbstständigkeit und seinen eigenwilligen Charakter. Diese Eigenschaften erfordern besondere Aufmerksamkeit, insbesondere wenn er als Begleit- oder Familienhund gehalten wird. Seine Erziehung sollte von liebevoller Konsequenz, Geduld, Beharrlichkeit und viel Sensibilität geprägt sein, um seinen eigenständigen Charakter zu formen. Obwohl er als intelligent und mutig gilt, was ihm ermöglicht, Aufgaben wie das Führen und Bewachen von Schafherden mühelos zu bewältigen, ist es seine sensible und menschenbezogene Seite, die besonders im Umgang mit Kindern und seinem ausgeprägten Schutzinstinkt zum Vorschein kommt. Zudem ist der Berger Picard ein exzellenter Wächter des Heims und ein herausragender Familienhund, der es schätzt, eng mit Kindern zu interagieren und in ihrer Gesellschaft zu leben.
Steckbrief Picardie-Schäferhund – Berger de Picardie
| Einzelheiten zum Picardie-Schäferhund – Berger de Picardie | |
| Größe (Widerristhöhe) | Rüden: 60–65 cm Hündinnen: 55–60 cm |
| Gewicht | bis ca. 32 kg |
| Alter | ca. 11-13 Jahre |
| Fellfarben | grau, grau-schwarz, grau mit schwarzem Widerschein, grau-blau, grau-rot, hell- oder dunkelfalben oder die Mischung dieser Farben. |
| Herkunftsland | Frankreich |
| FCI Nummer | 176 |
| FCI Gruppe | 1 (Hütehunde und Treibhunde) |
| FCI Sektion | 1 (Schäferhunde) |
| Aufgaben | Gezüchtet als Herdengebrauchshund, also zum Hüten und Bewachen von Schafherden eingesetzt; heutzutage als Familienhund, im Hundesport sowie als Rettungs-, Begleit- und Schutzhund eingesetzt |
| Geeignet für | aktive Familien mit Hundeerfahrung |
| Typische Krankheiten | gilt als recht robuste und wenig krankheitsanfällige Hunderasse |
Geschichte des Picardie-Schäferhund
Der Berger de Picardie, auch Berger Picard genannt, ist eine Hunderasse mit tief verwurzelten und historisch reichen Ursprüngen, die bis in die Zeiten der Kelten zurückreichen. Obwohl sein Name auf die französische Region Picardie hinweist, war die Verbreitung rauhaariger Hüte- und Treibhunde, zu denen er gehört, wahrscheinlich in ganz Nordwesteuropa zu finden.
Die Rasse wurde erstmals 1863 auf einer Ausstellung präsentiert und 1898 als gesicherte Rasse anerkannt. Trotz der Anerkennung des ersten Rassestandards durch Paul Megnin im Jahr 1922 und der offiziellen Anerkennung der Rasse im Jahr 1925, erlebte der Berger Picard bis zum Zweiten Weltkrieg eine Phase der Stagnation. Die beiden Weltkriege hatten einen erheblichen Einfluss auf den Bestand der Rasse, der stark dezimiert wurde und sich bis heute nicht vollständig erholt hat, weshalb sie einen relativ hohen Inzuchtkoeffizienten aufweist.
Nach dem Krieg engagierten sich Liebhaber und Züchter, um die Rasse wiederzubeleben, und suchten in der Picardie nach Hunden, die dem Idealbild entsprachen. 1955 wurde der Club „LES AMIS DU BERGER PICARD“ gegründet, welcher 1959 offiziell anerkannt und dessen neuer Standard 1964 von der S.C.C. gebilligt wurde. Obwohl die Rasse inzwischen auch in Deutschland präsent ist und an Bekanntheit gewinnt, bleibt sie dennoch eine der selteneren Rassen.
Interessantes und Wissenswertes
Der Berger de Picardie in Film und Fernsehen
Bekannt wurde der Picardie-Schäferhund durch die Eberhoferkrimis. Dort wird der Filmhund Ludwig durch einen Berger de Picard namens Joker verkörpert.
Auch in der SWR-Serie „Tiere bis unters Dach“ spielt ein Picardie-Schäferhund den Familienhund „Brezel“.
Züchterverzeichnis Picardie-Schäferhund
Ein umfangreiches Züchterverzeichnis findest du beim VDH: Berger de Picardie-Züchter
Hier findest du den Schweizer Club für Picardie-Schäferhunde: Clube Suisse du Berger Picard
Und hier den Berger de Picardie im Club für französische Hirtenhunde e.V..
Hinweise zur Haltung von Berger de Picard
Auch wenn es ein Zusammenleben vielfach vereinfachen würde: Nicht jeder Hund liest seine Rassebeschreibung! Das bedeutet, dass es sowohl wasserscheue Labrador Retriever gibt als auch faule Australian Shepherd. Und so ist auch nicht jeder Berger de Picardie ein sensibler Familienhund.
Es kommt bei dem Zusammenleben mit deinem Hund immer auf das einzelne Lebewesen an. Rassesteckbriefe können nur einen möglichen Hinweis auf den zukünftigen Charakter deines Vierbeiners geben.
Schau dir dazu auch gerne unseren Ratgeber Hund kaufen, was beachten? an.
Hundeerziehung
Gerade weil es sich bei einem Picardie-Schäferhund um einen sensiblen Hund handelt, braucht sie eine geduldige aber konsequente Erziehung. Dies bedeutet aber keinesfalls ein Training über Strafen und Gewalt. Beides sollte in der Erziehung keines Lebewesens etwas zu suchen haben. Insbesondere, weil es je nach Charakter des Hundes eine tickende Zeitbombe kreieren kann. Konsequenz kann auch mit liebevollem und wohlwollendem Training erreicht werden. Auf unseren Seiten rund um die Hundeerziehung findest du dazu viele Tipps und Tricks. Eine Liste mit Trainern, die auf der Grundlage der positiven Verstärkung trainieren, findest du im Trainieren-statt-dominieren-Netzwerk.
Versicherungen
Ein Picardie-Schäferhund ist, auch wenn er noch so toll erzogen und folgsam ist, ein Hund und keine Maschine. Auch er kann erschrecken, losrennen und einen Unfall verursachen! Da die Kosten dafür schnell sehr hoch werden können, solltest du dir zumindest eine gute Hundehalter-Haftpflicht zulegen (in einigen Bundesländern ist diese sogar verpflichtend).
Ob und wie weit du zusätzlich noch eine Krankenversicherung benötigst, kann dir im Vorfeld natürlich niemand sagen. Sicherlich kannst du auch jeden Monat selbst etwas Geld für den Fall der Fälle zurücklegen.
Ist der Berger de Picardie ein Listenhund?
Nein. Ein Berger de Picardie steht auf keiner der Rasselisten in Deutschland, die sicherlich diskussionswürdige Inhalte bieten.
Du solltest dir allerdings immer bewusst sein, dass ein Hund ein Lebewesen und keine Maschine ist und seine Waffen immer dabeihat. Das heißt, auch ein Picardie-Schäferhund kann beißen, wenn er sich bedroht oder bedrängt fühlt. Ein achtsamer Umgang mit deinem vierbeinigen Liebling ist daher unabdingbar für ein entspanntes Miteinander.
Quellen:
Hast Du schon einmal mit einem Berger de Picardie Dein Leben geteilt?
Warum gehört der Picardie-Schäferhund zu Deinen Favoriten?
Wir freuen uns wie immer auf jeden Kommentar!
Bildcredit: (c) TMArt / Depositphotos.com