Die Fellfarben der Hunde

Die Fellfarben der Hunde
Blue Marle, Brindle, Fawn – Was wohl hinter den Farbbezeichnungen der Hunde steckt?

Die Fellfarben unserer Hunde haben ursprünglich weit mehr als nur ästhetische Zwecke. Denn das Fell hat vor allem eine Schutzfunktion: Einerseits dient es der Tarnung. Ist die Farbe des Fells gut an die Umgebung angepasst, kann der Hund sich leichter an seine Beute heranschleichen und wird weniger schnell erkannt. Andererseits hilft das Fell vor dem Wetter, so schützt dunkel pigmentiertes Fell zum Beispiel vor UV-Strahlen. Inzwischen sind viele Fellfärbungen aber auch aus den Vorlieben des Menschen entstanden. Durch gezielte Züchtung hat der Mensch neue Farben geschaffen und spezielle Rassen auf bestimmte Farben gezüchtet.

Hundefarben und ihre Bedeutung

Wenn du mit deinem Hund spazieren gehst, wird dir bestimmt nicht nur einmal aufgefallen sein, wie unterschiedlich Hunde aussehen können. Da steht der kleine Chihuahua neben der breiten englischen Bulldogge und dem filigranen Windhund. Doch nicht nur in Größe und Form unterschieden sich unsere Vierbeiner, auch ihre verschiedenen Fellfarben überraschen immer wieder. Verantwortlich für diese Farben sind die Farbstoffe Eumelanin und Phäomelanin. Welche Farben es gibt, erfährst du im folgenden Beitrag.

Grundfarben

Die klassischen Fellfarben bei Hunden sind recht einfach erklärt: Schwarz, Braun, Rot und Weiß. Doch auch unter den einfarbigen Hunden gibt es noch zahlreiche Farbschläge, die je nach Rasse und Hund unterschiedlich ausgeprägt sind. Der FCI hat 2009 Normen für die Haarfarben von Hunden festgelegt.

Dunkles Fell

Hunde, die das Pigment Eumelanin enthalten, haben dunkles Fell, worunter sowohl schwarzes, wie auch braunes Fell zählt. Ist das schwarze Pigment verdünnt, nennt man den Farbschlag Blau, ist wiederum das Braun verblasst, so wird die Fellfarbe beige. All diese Farben – vom dunklen Schwarz bis hin zum hellen Beige – fallen unter die Kategorie dunkles Fell.

Dabei ist das schwarze Fell schnell erklärt: Das Fell des Hundes ist schwarz, ebenso wie seine Nase. Typische Hunderassen mit schwarzem Fell sind der Neufundländer, Affenpinscher oder auch der schwarze Labrador.

Dunkler Junghund liegend
Schwarzes Fell kommt durch das Pigment Eumelanin zustande

Die verdünnte Version des schwarzen Pigments nennt man hingegen Blau, wobei es sich eigentlich eher um ein glänzendes Grau handelt. Die Nase des Hundes ist ebenfalls blau bzw. grau. Typische Rassen dieser Farbe sind zum Beispiel der Mastino Napoletano oder der Weimarer.

Auch braunes Fell kommt in den verschiedensten Farbschlägen – von einem dunklen Braun über ein Schokoladenbraun bis hin zu einem sehr hellen Beigeton, vor. Ist das Farbpigment nicht verdünnt, so nennt man den braunen Farbton braun. Die Nase des Hundes ist hierbei ebenfalls braun. Typische Rassen mit braunem Fell sind Chocolat Labrador Retriever oder Shar Pei.

Brauner Shar Pei Welpe schlafend
Shar Peis haben nicht nur braunes Fell, sondern oftmals auch eine braune Nase.

Ist die Farbe hingegen verdünnt, so nennt man dies Beige. Wenig überraschend ist die Farbe des Hundefells in einem Beigeton, ebenso wie seine Nase. Hunderassen mit einem beigen Fell sind unter anderem Pitbulls oder Labrador Retriever.

Blasses Fell

Hunde mit einer blassen Fellfarbe haben das Pigment Phäomelanin in ihrem Haar. Dabei unterscheidet der FCI zwischen der Färbung Fawn, wenn das Pigment normal vorhanden ist und Sand, wenn es verdünnt vorkommt. Die Farbschläge von Fawn zu Sand verlaufen dabei oftmals fließend und eine klare Abgrenzung hat auch der FCI nicht definiert. Auch blonde Hunde fallen unter diesen Farbschlag.

Fawn bedeutet übersetzt Rehkitz und wie der Name erahnen lässt, handelt es sich hierbei um ein rötlich gefärbtes Fell. Die Farbvarianten ziehen sich hier von einem hellen Orange bis hin zu einem dunklen und kräftigen Mahagoni-Rotton, während die Nase des Hundes meist schwarz, braun oder ebenfalls rötlich ist. Hunderassen mit einer Fawn-Fellfärbung sind zum Beispiel Irish Setter, Akita Inu oder Deutsche Dogge.

Irish Setter liegend auf einer Bank
Irish Setter sind für ihr intensives rotes Fell bekannt. Für die Farbe ist Phäomelanin verantwortlich

Neben Fawn zählt noch Sand zu den blassen Fellfarben der Hunde. Auch hier verrät der Name den Ton: Sandfarben. Dabei reichen die Töne von Cremefarben bis hin zu einem fast weißen Fell. Die Nase ist immer pigmentiert, kommt aber in den verschiedensten Farben vor. Rassen mit einem sandfarbenen Fell sind unter anderem der Mops oder der Silken Windsprite.

Weißes Fell

Bei weißem Fell fehlt dem Hundehaar jegliche Pigmentierung. Die Nase des Hundes kann dabei jegliche Farbe von einem schwarz bis hin zu einer sehr hellen Farbe haben. Auch nicht pigmentierte Nasen kommen vor. Weiße Hunderassen sind zum Beispiel der West Highland White Terrier, Akbashs, Samojedes oder der Weiße Schweizer Schäferhund.

Schweizer Schäferhund liegend auf einer Wiese
Der weiße Schweizer Schäferhund hat keine Pigmentierung in seinem Haarkleid

Bunte Hunde

Soweit die einfarbigen Hunde. Doch was ist mit Dalmatinern, Border Collies oder Rottweilern? Wie du als Hundeliebhaber sicher weißt, gibt es auch zahlreiche bunte Hunde. Ob gepunktet, gestromt oder sogar dreifarbig: Hier erfährst du, wie die verschiedenen Muster heißen und für welche Hunderassen sie typisch sind.

Wenn ein Hund zweifarbig gefleckt ist, nennt man das Bicolor oder auch Zweifarbig. Dabei muss nicht immer der ganze Körper gefleckt sein, oftmals haben zweifarbige Hunde zum Beispiel einen weißen Bauch und weiße Beine, der Rest des Körpers ist aber einfarbig schwarz. Typische zweifarbige Hunderassen sind der Border Collie, der Cavalier King Charles Spaniel oder auch der Boxer.

Hunde mit drei verschiedenen Farben nennt man Tricolor, wobei sich die verschiedenen Farben deutlich voneinander abheben. Rassen mit einem dreifarbigen Fell sind zum Beispiel Berner Sennenhunde, Beagles oder Collies.

Lustiger Chihuahua mit Sonnenbrille im Wind
Auch bei Chihuahuas kommen dreifarbige Hunde vor.

Hunde mit meinem Merle-Faktor haben ein fleckiges Fell, wobei einige der Flecken aufgehellt sind, während andere ihre ursprünglich intensive Farbe haben, weshalb das Fell unregelmäßig gefleckt ist. Je nach Hund kann der Merle-Faktor unterschiedlich ausgeprägt sein. Dabei gibt es die Farbschläge Blue Merle und Red Merle. Erstere haben schwarze und graue Flecken und zweitere rote oder braune Flecken. Sehr verbreitet ist diese Fellfärbung bei Australian Shepherds, doch auch bei der Deutschen Dogge oder dem Catahoula Leopard Dog kommt die Fellfärbung vor. Allgemein zählt die Merle-Färbung zu den selteneren Fellfarben.

Australien Shepherd grau weiß auf einer Wiese
Dieser Australian Shepherd hat die Fellzeichnung Blue Merle

Bei gestromtem Fell handelt es sich um eine Fellzeichnung, die leicht an das Fell eines Tigers erinnert. Dabei ist die Hauptfarbe des Felles mit schmalen, vertikalen und dunklen Streifen durchzogen. Gestromtes Fell wird auch als Brindle bezeichnet. Diese Fellzeichnung kannst du vor allem bei Boxern, französischen Bulldoggen oder Bullterriern beobachten.

Die gepunkteten Hunde aus 101 Dalmatinern sind wohl jedem im Gedächtnis geblieben. Hunde mit gepunktetem Fell haben eine Fellfarbe, die mit Punkten einer anderen Farbe übersät sind. Typische Vertreter der Fellzeichnung sind Dalmatiner, aber auch beim English Setter kommt das gepunktete Fell vor.

Rottweiler und Dobermänner sind für ihr schwarzes Fell mit den rötlichen oder braunen Abzeichen an Beinen, Bauch und Kopf bekannten. Diese Fellzeichnung, die unter anderem auch bei Chihuahuas, Coonhounds oder Hovawarts vorkommt, wird als Black an Tan oder auch als Lohfarben bezeichnet. Ist das Hauptfell des Hundes nicht schwarz, sondern braun, so heißt die Färbung Liver an Tan, ist sie grau, heißt sie wiederum Blue an Tan.

Laufende Rottweiler Welpen im typischen schwarz/braun
Rottweiler sind für die Fellfärbung Black an Tan bekannt.

Die Genetik: So entstehen die Fellfarben beim Hund

Welche Fellfarbe ein Hund haben wird, wird von seinen Genen entschieden, die er wiederum von seinen Eltern erbt. Dabei kann eine Fellfarbe aber auch durch unterschiedliche Genkonstellationen entstehen. Die Genetik, die hinter den Fellfarben steht, ist äußerst komplex, dafür aber auch umso spannender.

Entscheidend für die Fellfarbe sind die Farbstoffe im Fell, von denen es zwei gibt: Das schwarze Eumelanin und das rote Phäomelanin. Hat dein Hund Zellen, die den Farbstoff Eumelanin produzieren, so wird er schwarz sein, jedoch ist ebenfalls eine breite Palette an Grau- oder Brauntönen möglich, da nicht allein der Farbstoff für die Fellfarbe verantwortlich ist. Die Gene deines Hundes können im Zusammenspiel mit dem Farbstoff für die verschiedensten Farbvariationen des dunklen Eumelanins sorgen. Auch ist es möglich, dass das Fell keine Pigmentierung hat – in diesem Fall ist das Fell weiß.

Hunde Freunde zusammen
Durch gezielte Züchtung unter Beachtung der Genetik haben wir die verschiedenen Hunderasse, wie wir sie heute kennen und lieben.

Viele Hunde besitzen sowohl Eumelanin, wie auch Phäomelanin und die verschiedenen Farbschläge und Fellzeichnungen der Hunde setzten sich aus beiden Farbstoffen zusammen. Entscheidend dafür ist, ob die Eltern des Hundes dominante oder rezessive Gene hatten und welche Genkonstellation sich durchgesetzt hat. Dabei gibt es Rassen, die viele verschiedene Färbungen aufweisen, wie der Boxer, der Australian Shepherd oder auch der Chihuahua, aber auch einige, die auf eine Farbe gezüchtet wurde. So etwa der Neufundländer, der West Highland White Terrier oder auch der Golden Retriever.

Du siehst, wie vielfältig die Farbwelt unserer Hunde ist und wie komplex das Thema rund um die Genetik. Doch ob Ein-, Zwei- oder Dreifarbig, am Ende zählt nicht nur das Optische, sondern vor allem, ob unser bester Freund zu uns passt – egal welche Farbe er hat.

Kennst du dich mit Hundefarben aus?

Oder hast womöglich einen Hund mit einer außergewöhnlichen Fellfarbe oder -zeichnung, den du uns gerne zeigen möchtest?

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Quellen:

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Bildcredit: (c)Lukas Goyda - Fotolia.com


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Über Louisa 36 Artikel
Ich bin als freie Journalistin tätig und freue mich sehr darüber hier über Themen rund ums Tier schreiben zu können. Seit ich denken kann beschäftige ich mich mit Tieren und hatte schon einige als Mitbewohner. Meine Leidenschaft für Tiere habe ich auch in meinem Philosophie-Studium verfolgt und mich umfassend mit dem Thema Tierethik beschäftigt.

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