Der Unterschied zwischen einem Pause- und einem Auflösesignal

Mischlingshund trägt Ball im Maul auf einer Wiese
Hunde wollen nicht nur trainieren, sondern auch spielen

Sitz, Platz, Komm oder Bleib sind wohl die bekanntesten Signale im Hundetraining. Vielleicht übst du sie bereits fleißig mit deinem Hund oder fängst gerade damit an. Dann kennst du bestimmt dieses Problem: Wie vermittelst du deinem Hund, dass das Üben jetzt vorbei ist? Und woher weiß er, dass er nicht mehr sitzen, liegen oder bei Fuß muss?

Beides kannst du deinem Hund mit entsprechenden Signale vermitteln. Welche das sind, worin sie sich unterscheiden und wie du sie aufbaust, das erfährst du in diesem Beitrag.

Wozu dienen Signale im Hundetraining

Wenn ich von einem Signal spreche, dann meine ich ein Wort, das für deinen Hund eine bestimmte Bedeutung hat. Diese Bedeutung bekommt das Wort, indem du es mit einer Handlung oder einer Konsequenz verbindest. Oft wird anstelle von Signalen auch von Kommandos gesprochen. Ich finde diese Bezeichnung aber nicht schön, da ich meinem Hund nicht als Untergebenen, sondern als tierischen Partner ansehe.

Typische Signale sind Sitz, Platz oder Bleib, aber dein Vierbeiner kann noch viel mehr lernen. Und genau darin liegt die große Chance im Hundetraining: je genauer du mit deinem Hund kommunizierst, umso besser kann er dich verstehen.

Mann und Hund geben sich die Hand/Pfote
Durch eine gemeinsame Sprache werdet ihr zu einem Team

Was ist das Pausesignal

Zum besseren Verstehen gehört es auch, dass dein Hund weiß, wann du mit dem gemeinsamen Üben oder Spielen fertig bist. Stell dir vor, du trainierst draußen gerade das Sitzen mit ihm und möchtest damit aufhören. Mit dem Pausesignal kündigst du ihm an, dass das Training vorbei ist. Er kann jetzt wieder machen, wozu er Lust hat:

  • weitergehen
  • schnüffeln
  • sich ausruhen
  • mit anderen Hunden spielen

Pause bedeutet für deinen Hund also, dass er jetzt Zeit für sich hat und du gerade nichts mehr mit ihm machst. Dieses Signal kannst du auch hervorragend nutzen, um das Spielen zu beenden. Besonders Hunde, die gerne bis zum Umfallen spielen, gewinnen dadurch an Orientierung.

Warum sind Pausen wichtig?

Wenn du zu lange mit deinem Hund spielst oder trainierst, wird es irgendwann für ihn zu viel. Die Schwelle dafür liegt bei jedem Hund woanders. Der eine kann fünfmal hintereinander eine Übung wiederholen, der andere nur dreimal. Dem einen kannst du zehnmal ein Bällchen werfen, dem anderen lieber weniger oft. Du merkst das daran, dass sich dein Hund nicht mehr konzentrieren kann oder immer aufgedrehter wird. Damit genau das nicht passiert, sind kurze Übungs- und Spieleinheiten sowie ausreichende Pausen wichtig.

Auch Hunde müssen sich entspannen

So trainierst du das Pausesignal

Um deinem Hund das Pausesignal beizubringen, musst du dir zuerst ein passendes Wort dafür aussuchen, zum Beispiel:

  • Pause
  • Auszeit
  • Ende

Jedes Mal, wenn du mit dem Üben aufhörst, sagst du das Wort und verschließt deine Leckerchentasche. Dann zeigst du deinem Hund deine leeren Hände.
Wenn du gerade mit ihm mit einem Spielzeug gespielt hast, sagst du das Wort und packst du das Spielzeug weg. Ab jetzt kann dein Hund machen, was er möchte – vorausgesetzt, es ist nicht gefährlich für ihn.
Hinweis: Vielleicht hat dein Hund noch gar keine Lust aufzuhören und fordert dich zum Weitermachen auf? Jetzt ist es wichtig, dass du konsequent bleibst und dich nicht erweichen lässt. Pause bedeutet Pause.

Was ist das Auflösesignal

Dieses Wort heißt nicht, dass sich dein Vierbeiner auflösen soll. Es bedeutet, dass er das aktuelle Signal beenden darf, zum Beispiel:

  • aus dem Sitz oder Platz wieder aufstehen,
  • nicht mehr bei Fuß laufen.

Das Auflösesignal bedeutet jedoch nicht, dass das Üben an sich zu Ende ist. Es kann durchaus sein, dass du noch weitere Wiederholungen zu einem Signal machst oder ein anderes trainierst.

Ein Hund schnappt nach einem Ball
Auch beim Spielen ist ein Pausesignal wichtig

Durch das Auflösesignal lernt dein Hund zwei Dinge:

  1. Er darf danach aufstehen oder sich frei bewegen
  2. Er führt das vorherige Signal so lange aus, bis du es aufhebst.
    Dadurch ersparst dir das Bleiben als eigenes Signal.

Hinweis: Wenn dein Hund zum Beispiel gerade sitzt und du ihn mit dem Rückruf zu dir holen willst, brauchst du nicht extra das Auflösesignal geben. Der Rückruf bedeutet bereits für deinen Hund, dass er aufstehen darf. Das gilt auch bei allen anderen Varianten, bei denen dein Hund direkt vom einen Signal in ein anderes wechseln soll.

So trainierst du das Auflösesignal

Auch hier benötigst du ein Wort, das du dafür verwenden möchtest, zum Beispiel:

  • los
  • fertig
  • o.k.

Dieses Wort sagst du immer dann, wenn dein Hund ein bestimmtes Signal nicht länger ausführen braucht. Du übst beispielsweise gerade das Sitzen mit ihm? Dann sage „los“ und gehe an ihm vorbei oder von ihm weg. Dein Hund wird nun vermutlich aufstehen und genau das darf er auch. Danach kannst du direkt mit ihm weiterüben und ihn zum Beispiel wieder sitzen lassen.

Ein Boxer schaut aufmerksam auf den erhobenen Zeigefinger seines Herrchen
Nach dem Auflösesignal darf dein Hund aufstehen

Fazit

Hunde sind sehr soziale und lernfähige Wesen. Sie sind nicht nur Meister darin, unsere Körpersprache zu lesen, sondern auch unsere Worte zu verstehen. Indem du eindeutige Signale verwendest, bietest du deinem Hund Orientierung und erleichterst euch beiden das Zusammenleben.


Bildcredit: (c) Nima Ashoff


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Über Nima 51 Artikel
Ich bin Nima und lebe zusammen mit drei liebenswerten Hunde-Mädels. Als ausgebildete Hundetrainerin liegt mir ein respektvoller Umgang mit unseren Vierbeinern sehr am Herzen.

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