Hunde fiepen aus unterschiedlichen Grünen. Welche das sind und wie du darauf reagieren solltest, verrät dir dieser Beitrag.
Was bedeutet das Fiepen beim Hund?
Fiepen ist wie jede andere Lautäußerung deines Hundes ein Mittel der Kommunikation. Doch was dein Hund dir mit seinem Fiepen sagen will, kann ganz unterschiedlich sein.
Hunde fiepen, wenn sie Schmerzen haben.
Hunde fiepen, wenn sie aufgeregt sind.
Hunde fiepen, wenn sie frustriert sind.
Hunde fiepen, wenn sie unsicher sind oder Angst haben.
Hunde fiepen im Schlaf, wenn sie intensiv träumen.
Und manche Hunde haben gelernt zu fiepen, wenn sie nach draußen müssen, um ihr Geschäft zu erledigen.
Bei manchen Hunden bleibt es beim Fiepen, andere steigern sich ins Bellen oder Jaulen.

Du siehst also, es gibt nicht die eine einzige Antwort auf die Frage, was das Fiepen bei deinem Hund bedeutet. Aber allen ist gemein, dass dein Hund mit dir kommuniziert. Was er dir sagen möchte, kann dir die Situation verraten, in der ihr euch befindet.
Ihr seid im Haus und dein Hund läuft unruhig zu dir und zur Tür und fiept. Dann kann es sein, dass er mal dringend Pipi machen muss.
Ihr macht euch fürs Gassi gehen fertig. Dein Hund ist aufgeregt und fiept, weil er schnell raus möchte, aber noch warten muss, weil du noch Schal und Handschuhe suchst.
Ihr seid unterwegs und trefft eine läufige Hündin. Dein Hund fiept, weil er gerne zu der Hündin möchte, aber durch die Leine daran gehindert wird.
Beim Gassigehen seht ihr in der Entfernung einen anderen Hund und dein Hund fiept, weil er schnell hin will zum Spielen.
Oder ihr seht eine Katze, ein Kaninchen, etwas anderes, was dein Hund gerne jagen würde. Da er an der Leine ist und nicht hin kann, fiept er.
Du machst dich zum Weggehen fertig und dein Hund fiept, weil er weiß, dass er alleine bleiben muss, sich damit aber unwohl fühlt.
Dein Hund liegt in seinem Hundebettchen und schläft und fiept und zuckt mit den Pfoten. Dann ist es wahrscheinlich, dass er träumt.
Wenn dein Hund einfach so beim Liegen fiept, ohne zu schlafen, könnte er Schmerzen haben oder sich zumindest unwohl fühlen.
Du isst etwas Leckeres und dein Hund möchte auch etwas davon haben. Auch dann fiepen manche Hunde.
Die Liste ließe sich mit zahlreichen Situationen fortführen und bestimmt fallen dir auch welche ein. Während manche Vierbeiner gar nicht oder nur sehr selten fiepen, sind andere wahre Meister darin und kriegen sich gar nicht mehr ein.
Das hängt zum Einen an ihrer Persönlichkeit. Es kann zum Anderen aber auch an der Rasse liegen. Denn manche Hunderassen wie Huskies sind mitteilungsfreudiger als andere. Oder du hast es ihm – unbewusst oder bewusst – beigebracht.

Wann und wie du auf das Fiepen reagieren solltest
Wie du dich verhalten solltest, wenn dein Hund fiept, hängt von der jeweiligen Situation ab. Träumt dein Hund, lass ihn fiepen. Hast du den Verdacht, deinem Hund geht es nicht gut, klär das ab! (Dazu weiter unten mehr.)
Wie oben gerade erwähnt, kannst du deinem Hund – unbewusst oder bewusst – beigebracht haben, zu fiepen. In manchen Situationen wollen wir dies. Beispielsweise, wenn dein Hund dir durch fiepen Bescheid gibt, dass er sein Geschäft erledigen muss. Er fiept, du gehst mit ihm raus und er lernt "super, wenn ich fiepe, gehen wir raus".
Wie verhinderst du nun aber, dass dein Hund ständig fiept, um öfter nach draußen zu kommen?
Zum Einen, in dem du ihn genügend auslastest. Das müssen keine langen Spaziergänge sein. Das können auch kleine Tricktraining-Einheiten sein, Schnüffelspiele in der Wohnung, Futtersuchen, Medical Training. Was euch so einfällt, Spaß macht und den Bedürfnissen deines Hundes entgegenkommt. Denn ein entspannter Hund fiept weniger.
Zum Anderen, in dem du ihn beobachtest: wann seid ihr das letzte Mal draußen gewesen? Hat sich dein Hund dort gelöst oder war er zu aufgeregt? Geht es ihm sonst gut oder zeigt er allgemeine Anzeichen von Unwohlsein und könnte Durchfall oder eine Blasenentzündung haben? Wenn er sich gar nicht beruhigt und du ihn auch nicht ablenken kannst, ist es vielleicht wirklich dringend. Mit der Zeit wirst du die Unterschiede wahrnehmen lernen.

Fiept dein Hund nicht nur, sondern ist allgemein sehr aufgeregt, wenn ihr euch zum Gassi gehen fertig macht, könnt ihr üben, gelassener zu werden. Mach dich immer mal wieder zum Hinausgehen fertig, setze dich dann aber nochmals hin oder mach noch etwas anderes in der Wohnung. Damit unterbrichst du bei deinem Hund die Verknüpfung, dass das Anziehen der Schuhe oder der Jacke zwangsläufig bedeutet, dass ihr spazieren geht.
Genauso sieht es bei den anderen Beispielen aus. Will dein Hund mit einem anderen Hund spielen und fiept deshalb, solltest du ihn erst ableinen, wenn er nicht mehr fiept. Einfach nur zu warten, bis er sich beruhigt, kann euch aber beide frustrieren. Deswegen kann es helfen, ihn eine Aufgabe oder einen Trick ausführen zu lassen. So muss er sich kurz konzentrieren, hört vermutlich in diesem Moment mit dem Fiepen auf und dann kannst ihn als Belohnung ableinen.

Möchtest du deinen Hund dazu bringen, nicht mehr oder weniger zu fiepen, ist schlichtes Ignorieren wenig hilfreich. Schließlich möchte dein Hund dir etwas mitteilen. Hör ihm zu und arbeite dann an der eigentlichen Ursache für das Fiepen. Bei dem einen ist es, dass er lernt, mit Frust umzugehen, bei dem anderen, dass er lernt, sich zu entspannen.
Fiepen bei Schmerzen oder aus Angst
Anders verhält es sich, wenn Schmerzen oder Angst der Grund für das Fiepen sind. Deinen Hund dann zu ignorieren, wäre fahrlässig.
Woran erkennst du aber, ob dein Hund aufgrund von Schmerzen oder aus Angst fiept?
In der Regel siehst du dies an seiner Körpersprache.
Ein ängstlicher Hund ist...
... unruhiger als sonst.
... legt die Ohren an.
... kauert sich zusammen.
... klemmt den Schwanz zwischen die Beine.
... schleckt sich auffallend häufig die Schnauze.
... pinkelt vielleicht sogar unter sich.
Dies können auch Anzeichen für Schmerzen sein. Denn unsere Hunde sind oftmals wahre Meister darin, Schmerzen zu verstecken. Nicht immer ist es so offensichtlich wie bei den folgenden Anzeichen:
Fiept dein Vierbeiner, wenn er sich hinlegt, setzt oder aufsteht?
Hebt er die Pfote, weil er in etwas Schmerzhaftes getreten ist?
Fiept er beim Urinieren oder wenn du ihn an einer bestimmten Stelle berührst?
Bewegt er sich langsamer als sonst oder ist seine Körpersprache auf einmal geduckt?
Hat er keinen Hunger und ist lustlos?
Sowohl wenn du bei deinem Hund Schmerzen vermutest, als auch, wenn er offensichtlich ängstlich ist und sich sein Verhalten nicht bessert, solltest du dir Hilfe holen. Ein Tierarzt, ein Verhaltenstherapeut oder ein Hundetrainer mit einem Schwerpunkt auf Verhaltensauffälligkeiten können dir weiterhelfen.

Warum fiepen Hunde?
Du hast gelernt: Fiepen ist nicht gleich Fiepen.
Es kann in ganz verschiedenen Situationen auftreten und ist zuerst einmal auch nur Kommunikation.
In allen Fällen ist es wichtig, am Auslöser zu trainieren bzw. diesen zu beheben. Fiept dein Hund aus Schmerzen, wird er damit aufhören, wenn er behandelt wird. Fiept er aus Angst, hilft es, diese zu beheben. Das kann manchmal einfach sein, manchmal brauchst du Hilfe einer Verhaltensberaterin.
Generell gilt aber: Je entspannter dein Hund ist und je besser er mit Frust umgehen kann, desto besser geht es ihm. Und desto unwahrscheinlicher ist es, dass er fiept. Das ist nicht nur gut für deine Nerven, sondern auch für ihn selbst.
Hast du einen Hund, der häufig fiept?
Was hilft bei euch am besten, damit er wieder zur Ruhe kommt?
Teile gerne deine Erfahrungen in den Kommentaren mit uns!




9 Kommentare
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