Abschied nehmen vom geliebten Hund

Eine Hundepfote liegt auf einer Hand
Abschied zu nehmen, heißt loszulassen

Als ich vor Kurzem auf die Geschichte von Walnut gestoßen bin, war ich zutiefst berührt. Sein Besitzer Mark Woods wusste, dass er seinen geliebten Gefährten an einem bestimmten Datum einschläfern lassen muss. Vorher wollte er aber mit Walnut noch einen letzten Spaziergang an seinem Lieblingsstrand machen. Über das Internet hat er andere Hundebesitzer dazu aufgerufen, mitzukommen. Hunderte Menschen sind diesem Aufruf gefolgt und haben die beiden begleitet.

Auch ich musste vor vier Jahren Abschied von meiner Hündin Fine nehmen. Die Diagnose Lymphdrüsenkrebs hat mir damals den Boden unter den Füßen weggezogen. Mit einem Schlag ist mir bewusst geworden, dass unsere gemeinsame Zeit bald ein Ende hat.

Und obwohl ich tieftraurig war, musste ich mich darauf vorbereiten, Fine friedlich gehen zu lassen.

Abschied nehmen vom Hund mit gutem Gefühl

Nach dem ersten Schock über die tödliche Diagnose habe ich mich gesammelt und gefragt: Was ist das Beste für Fine?

So schmerzhaft der Gedanke auch war, dass sie sterben wird, eines stand für mich fest: Sie soll sich nicht quälen. Somit war für mich klar, dass ich sie rechtzeitig einschläfern und nicht bis zum letzten Tag leiden lasse.

Profilfoto eines braunen Jagdhund-Retriever-Mischlings
Irgendwann kommt der Punkt, an dem man Abschied nehmen muss.

Viele Tierärzte bieten in diesem Fall an, dass sie zu dir nach Hause kommen. Das ist vor allem bei Hunden angebracht, die Angst vor der Tierarztpraxis haben, denn so kannst du ihnen in ihren letzten Stunden unnötigen Stress ersparen. Aber auch für viele Menschen ist es leichter, ihren Hund Zuhause gehen zu lassen, wo er und sie sich am wohlsten fühlen.

Was passiert nach dem Tod mit deinem Hund?

Während meiner letzten Wochen mit Fine habe ich mich auch damit beschäftigt, was ich nach ihrem Tod mit ihr mache.
Vielleicht stellst du dir diese Fragen auch:

  • Was passiert, wenn ich meinen Hund beim Tierarzt lasse?
  • Darf ich meinen Hund im Garten begraben?
  • Welche Bestattungsformen gibt es und was kosten diese?

Wenn dein Hund nach seinem Tod beim Tierarzt bleibt, dann wird sein Körper zur Tierkörperbeseitung gebracht. Dabei werden tote Haustiere und Schlachtabfälle zusammen entsorgt. Die Kosten hierfür liegen bei ca. 20€, dazu kommt unter Umständen noch etwas für die Lagerung beim Tierarzt.

Wenn das für dich nicht in Frage kommt, besteht auch die Möglichkeit, deinen Hund im eigenen Garten zu begraben. Dieser muss allerdings zu deinem Grundstück gehören und darf nicht in einem Wasserschutzgebiet liegen.

Wohnst du in einer Miet- oder Eigentumswohnung, dann müssen alle anderen Parteien zustimmen.
Um deinen Hund zu begraben, solltest du ihn in eine Kiste aus Holz legen oder in ein Material einwickeln, das leicht verrotten kann.

Ein blauer Stein, auf den eine gelbe Sonne gemalt ist
Ein selbstgemachter Grabstein ist besonders persönlich

Tipp:
Erkundige dich nach den genauen Voraussetzungen bei der zuständigen Behörde, da es regionale Unterschiede geben kann. Den Hund im Wald zu vergraben, ist übrigens absolut verboten.

Die verschiedenen Bestattungsarten

Wenn du deinen Hund nicht auf einem eigenen Grundstück beerdigen kannst, bleibt noch die Möglichkeit, ihn bestatten zu lassen. Dabei gibt es verschiedene Formen, von der Erdbestattung über die Einäscherung bis hin zur Diamant- oder Kristallbestattung.

  • Bei der Erdbestattung wird dein Hund auf einem Tierfriedhof beigesetzt.
    Die Anzahl der Tierfriedhöfe in Deutschland liegt weit über 100. Die Kosten für die Erdbestattug lassen sich nicht genau benennen, weil sie von verschiedenen Faktoren abhängen: der Größe des Sargs, der Art des Grabes, der Dauer der Pacht und der Grabpflege. Eine konkrete Antwort können dir daher nur die Mitarbeiter des Tierfriedhofs geben.
Ein Hund, der seinen Kopf auf eine ausgestreckte Hand gelegt hat
Unser bester Freund hat einen würdevollen Abschied verdient
  • Bei einer Einzel-Einäscherung wird nur dein Hund verbrannt.
    Im Anschluss daran erhältst du eine Urne mit der Asche deines Hundes zurück. Die Kosten dafür liegen zwischen 100€ bis 300€. Dazu kommen weitere Kosten für den Transport, die Urne und das Zurücksenden der Asche.
    Bei einer Gemeinschaft-Einäscherung wird dein Hund zusammen mit anderen Tieren verbrannt. Die Asche bleibt danach beim Krematorium und wird dort beigesetzt oder auf einer Wiese verstreut. Diese Form der Einäscherung kostet zwischen 40€ bis 190€.
  • Bei einer Diamant- oder Kristallbestattung kannst du aus der Asche deines Hundes einen Diamanten oder Kristall herstellen lassen.
    Hier fallen die Kosten für eine Einzeleinäscherung und die Herstellung des Diamanten/Kristalls an. Die genauen Preise erfährst du bei Tierbestattern.

Dein Tierarzt kann dir im Normalfall einen Tierfriedhof oder ein Tierbestattungsunternehmen in deiner Region nennen.
Inzwischen erlauben mehrere deutsche Friedhöfe, dass man gemeinsam mit der Asche seines Haustieres bestattet werden darf.

In meiner letzten Zeit mit Fine war ich für die liebevolle Betreuung meiner Tierärztin sehr dankbar. Sie war mitfühlend mit mir und hatte gleichzeitig immer Fines Wohl im Auge.

Meine Empfehlung:
Wenn du dich bei deinem Tierarzt in dieser schwierigen Zeit nicht gut aufgehoben fühlst, solltest du den Arzt wechseln. Manche Tierärzte oder Tierheilpraktiker bieten auch Trauerbegleitung an, um dir das Loslassen zu ermöglichen und zu erleichtern. Die Trauer um das geliebte Haustier äußert sich bei jedem Menschen anders und benötigt ihre Zeit.

„Du bist nicht tot, du wechselst nur die Räume. Du lebst in uns, du gehst durch unsere Träume“

Dieser Spruch von Michelangelo hat mich getröstet, nachdem Fine im März 2012 gestorben ist. Noch heute träume ich gelegentlich von ihr und freue mich jedes Mal, sie zu sehen. In meinem Herzen lebt Fine weiter und das wird dein Hund auch.

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Bildcredit: (c) Nima Ashoff


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Über Nima 47 Artikel
Ich bin Nima und lebe zusammen mit drei liebenswerten Hunde-Mädels. Als ausgebildete Hundetrainerin liegt mir ein respektvoller Umgang mit unseren Vierbeinern sehr am Herzen.

2 Kommentare

  1. Mein Hund ist auch kürzlich verstorben. Möge er in Frieden ruhen. Ich habe überlegt meinen Hund im Garten zu vergraben, aber Sie sagen, dass der Wald absolut verboten ist. Dann muss ich mir was anderes überlegen. Jedoch soll es auf jeden Fall eine Erdbestattung sein.

    • Das tut mir sehr leid, dass Ihr Hund verstorben ist.

      Es kommt immer sehr darauf an, wo der eigene Garten liegt, wie groß der Hund ist und wie die Vorschriften in der Gemeinde sind. Auf jeden Fall sollten Sie sich vorher erkundigen, ob es erlaubt ist. Ansonsten gibt es mittlerweile ja einige Möglichkeiten seinen Hund auch ganz legal beerdigen zu lassen.

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