Berufe mit Tieren: Was macht ein Tierbestatter?

Der Gedanke, dass einer meiner Hunde irgendwann sterben wird, macht mich unendlich traurig. Und doch weiß ich natürlich, dass dieser Tag irgendwann kommen wird. Spätestens dann stellt sich mir die Frage, was mit dem toten Körper meines Tieres passieren soll. Möchte ich ihn beerdigen oder verbrennen? Oder gibt es dazu vielleicht noch Alternativen?

Bei all diesen Fragen kann dir ein Tierbestatter weiterhelfen. Doch seine Aufgaben gehen noch weit darüber hinaus. Wie der Beruf des Tierbestatters genau aussieht, das erfährst du in diesem Artikel.

Was genau macht ein Tierbestatter? 

Tierbestatter kümmern sich um die Bestattung von Haustieren, zum Beispiel in Form einer Beerdigung oder Einäscherung. Zu den Haustieren gehören dabei nicht nur Hunde. Auch Katzen, Meerschweinchen, Hamster, Schildkröten und noch einige mehr kannst du bestatten lassen. Sein geliebtes Tier einfach in einer Tierverwertungsanlage zu entsorgen, kommt für viele Haustierbesitzer nicht in Frage. Sie haben den Wunsch nach einer würdevollen Bestattung, um auf eine schöne Weise Abschied nehmen zu können. Doch nicht jeder hat einen eigenen Garten, um sein Tier zu beerdigen. Und das Vergraben auf einer öffentlichen Fläche, zum Beispiel im Wald, ist verboten.

ein Kaninchenbaby und zwei Meerschweinchen sitzen vor einem weißen Hintergrund
Nicht nur Hunde, auch andere Haustiere können bestattet werden.

Ein Tierbestatter kennt sich mit den verschiedenen Vorschriften aus und berät dich, die für dich passende Bestattungsform auszuwählen. Welche Möglichkeiten es gibt, kannst du in diesem Artikel lesen.

Aufgaben des Tierbestatters

Mit dem Beruf des Tierbestatters sind einige Aufgaben verbunden, die über die reine Bestattung hinausgehen. Eine davon ist es zum Beispiel, sich um den Transport des verstorbenen Tieres in das Bestattungsunternehmen zu kümmern. 

Zu seinen weiteren Aufgaben zählen: 

  • Tierbesitzer rund um die Bestattungsmöglichkeiten zu beraten.
  • Die Bestattung durchzuführen.
  • Zubehör zu verkaufen, beispielsweise Urnen.
  • Die Tierbesitzer in ihrer Trauer zu begleiten.
  • Administrative Aufgaben zu erledigen (Anfragen per Telefon oder E-Mail beantworten, Verwaltungstätigkeiten, Buchhaltung, etc.)
  • Falls gewünscht, eine Trauerrede zu halten.

Wie du Tierbestatter werden kannst 

Das Berufsbild des Tierbestatters ist sehr neu. Zwar gibt es schon seit vielen Jahren Tierfriedhöfe und Tierkrematorien, doch eine offizielle Ausbildung zum Tierbestatter existiert nicht. Es gibt bundesweit keine einheitlichen Vorgaben, um in diesem Bereich zu arbeiten. In manchen Bundesländern reicht ein amtliches Führungszeugnis, um dein eigenes Tierbestattungsunternehmen zu gründen. Für die Fahrzeuge und die Räumlichkeiten sind die Veterinärämter der jeweiligen Regionen zuständig. Die damit verbundenen Bedingungen bzw. Vorgaben können sich entsprechend unterscheiden. 

Halsband mit Herz
Der Tod des geliebten Haustieres hinterlässt eine Lücke.

Somit ist es im Grunde für jede erwachsene Person möglich, als Tierbestatter zu arbeiten, wenn die behördlichen Auflagen erfüllt werden. 

Doch du brauchst in diesem Bereich durchaus ein paar Fähigkeiten, um gute Arbeit leisten zu können. Manche solltest du bereits mitbringen, andere lassen sich erlernen. 

Seit Anfang 2019 bietet das Tierbestattungsunternehmen Rosengarten, welches in ganz Deutschland Filialen betreibt, in Zusammenarbeit mit der IHK ein Qualifizierungsprogramm an. Dieses dauert neun Monate und am Ende erhältst du, nach bestandener Prüfung, ein IHK-Zertifikat. 

Bisher ist dies deutschlandweit das einzige Angebot, um eine Qualifizierung zu erlangen. Die Inhalte werden über ein spezielles E-Learning Konzept vermittelt, dazu kommen Workshops und Seminare vor Ort.

Persönliche und fachliche Voraussetzungen

Auch wenn du als Tierbestatter in der Regel mit verstorbenen Tieren zu tun hast, solltest du die Liebe zu ihnen mitbringen. Du musst verstehen können, dass sich die Besitzer würdevoll verabschieden wollen und mit dem Tier so pietätvoll umgehen, als wäre es dein eigenes.

Gleichzeit brauchst du Mitgefühl mit den Menschen und Einfühlungsvermögen. Einerseits bist du mit ihrer Trauer konfrontiert und musst damit umgehen können. Andererseits ist dein Fingerspitzengefühl gefragt, um sie in diesen schwierigen Momenten rund um die Bestattung beraten zu können.

Tierfriedhof im Wald
Manche Besitzer möchten ihrem Tier gerne ein schönes Grab gestalten.

Weitere persönliche Voraussetzungen: 

  • Geduld
  • Zuverlässigkeit
  • Verantwortungsgefühl
  • Freude an der Kommunikation mit Menschen
  • emotionale Belastbarkeit
  • organisatorische Fähigkeiten
  • Teamfähigkeit

In diesem Beruf wirst du oft mit starken Emotionen, aber auch Stress konfrontiert werden. Zahlreiche Tierbestatter sind zudem 24 Stunden am Tag erreichbar, denn es kann immer zu einem plötzlichen Todesfall kommen Deshalb ist es wichtig, dass du für einen Ausgleich sorgst, abschalten kannst und Strategien lernst, um Stress abzubauen. Außerdem solltest du nicht zu zart besaitet sein. Manche Tiere sterben zum Beispiel durch Unfälle oder bei einer Operation. Solche Anblicke sind nicht für jeden etwas, aber du darfst dich durch sie nicht aus der Bahn werfen lassen.

Bei den fachlichen Voraussetzungen gibt es im Grunde wenige Vorgaben. Du kannst auch als Quereinsteiger Tierbestatter werden, wenn du die bereits aufgezählten Punkte erfüllst und ehrliches Interesse an dem Beruf mitbringst. Dazu gehört es ebenfalls, dich mit wirtschaftlichen Aspekten zu befassen. Schließlich geht es unter anderem darum, Geld zu verdienen. Auf der einen Seite muss ein Tierbestatter Einnahmen erzielen, von denen er leben und seine Kosten decken kann. Auf der anderen ist es wichtig, den Kunden in ihrer Trauer nicht irgendwas aufzuschwatzen. 

Kleine runde Urne für eine Tierbestattung mit Pfoten darauf
Sein Tier einäschern zu lassen, ist eine der verschiedenen Möglichkeiten.

Auch hier kommt also wieder Fingerspitzengefühl ins Spiel. Kaufmännische Fähigkeiten und unternehmerisches Denken sind außerdem wichtige Aspekte, solltest du selbstständig in diesem Bereich arbeiten wollen. Bist du als Tierbestatter angestellt, fallen diese weniger ins Gewicht.

Was du außerdem benötigst, ist ein Führerschein, um Tiere transportieren zu können. Somit musst du für diesen Beruf mindestens 18 Jahre alt sein.

Verdienstmöglichkeiten als Tierbestatter

An diesem Punkt kommt es darauf an, ob du selbstständig oder angestellt tätig bist. Möchtest du dein eigenes Tierbestattungsunternehmen gründen, liegt auch der Verdienst in deinen eigenen Händen. Es kommt also sowohl auf dein wirtschaftliches Geschick als auch auf andere Faktoren wie die Nachfrage oder die Konkurrenz an. 

Als Angestellter schwanken die Angaben für den Verdienst eines Tierbestatters zwischen 1250 Euro in einer assistierenden Funktion bis hin zu 2375 Euro, wenn du entsprechend qualifiziert bist. 

Hundepfote und Händeschütteln
Tierbestatter begleiten und beraten die trauernden Besitzer.

Fazit – ein emotionaler Beruf 

Es mag sich zuerst sehr traurig anhören, mit verstorbenen Tieren und ihren Menschen zu arbeiten. In einigen Momenten ist es das garantiert auch. Daher ist es notwendig, dass du als Tierbestatter gut für dein emotionales Wohlergehen sorgst. Gleichzeitig hat dieser Beruf auch seine schönen Seiten. Viele Menschen sind dankbar für eine entsprechende Begleitung in der für sie schweren Zeit. Du spendest ihnen mit deiner Arbeit Kraft und Trost. Tierbestatter zu sein, braucht nicht nur die Liebe zum Tier. Es braucht vor allem auch die Freude am Kontakt mit Menschen. Nur so kannst du für sie da sein und ihnen den Abschied von ihrem geliebten Tierfreund erleichtern.

Hast du schon mal ein Tier bestatten lassen? Wie sind deine Erfahrungen mit Tierbestattern? 

Kannst du dir vorstellen, in diesem Beruf zu arbeiten? 

Teile gerne deine Erfahrungen/deine Meinung dazu mit uns. Wir freuen uns immer über Rückmeldungen unserer Leser.  

Bild:

(c) Haustiermagazin

6 Gedanken zu „Berufe mit Tieren: Was macht ein Tierbestatter?“

  1. Ich wusste gar nicht, dass Tierbestatter ein eigenständiger Beruf ist, bis ich diesen Artikel gelesen hatte. Ich war noch positiver überrascht, dass der Tierbestatter nach Wunsch eine Trauerrede hält! Ich stimme total zu, dass eine Beerdigung immer ernst zu nehmen ist. Oft werden die Tiere von ihrem Inhaber wie Menshen geliebt.

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    • Ich auch nicht. Tatsächlich war ich aber auch erstaunt, als ich das erste Mal einen Tierfriedhof gesehen habe. Aber wenn man einmal kurz darüber nachdenkt – wäre es nicht eher merkwürdig, wenn es das nicht gäbe. Viele Tiere wachsen uns doch beinahe so ans Herz wie ein anderer Mensch…

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  2. Das erstemal hab ich bei einem Video von Kupferfuchs (auf Youtube) gehört dass man seine Tiere ein äschern lassen kann und es extra dafür Urnen gibt. Seit dem hab ich mich mit dem Thema beschäftigt und ein paar Monate später verstarb eines meiner Tiere. Für mich war der einzige logische Gedanke auch mein Tier ein äschern zulassen, da ich in einer Wohnung lebe und keinen Garten habe. Tierfriedhof kam bei mir persönlich nicht in Frage. Die Leute in meinem Umfeld haben meine Entscheidung überhaupt nicht nachvollziehen können und wollten mir teilweise ausreden meine geliebte Fellnase ein äschern zulassen.
    Ich habe es dennoch getan und bereue dies nicht.
    Nun hab ich mich selber für den Beruf beworben um anderen Tierbesitzern bei diesem Schritt beizustehen auch wenn die Menschen um sie herum diesen Schritt vielleicht nicht verstehen können.

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    • Hi Janina,

      wow, was für eine tolle Geschichte!
      Ich wünsche dir alles Liebe auf deinem Weg!

      Viele Grüße
      Alica vom Redaktionsteam

      Antworten
  3. Mir war die Tierbestattung bekannt, sprich das es dieses Berufsfeld gibt. An dieser Stelle möchte ich erwähnen das nicht nur Tierbesitzer-, Tierheilpraktiker und Ernährungsberater für Tiere bin, sondern eben auch ein Mensch, der seine Tiere alle liebt wie die eigenen Kinder. Für mich ist es nicht nachvollziehbar das es bisher kein Gesetz gibt das Tiere mit Menschen gleichberechtigt zu bestattet sind. Zumindest das die Möglichkeit besteht in der Vielzahl verschiedener Bestattungsarten frei zu wählen.

    Nun zu meiner Geschichte:

    Am 16.12.2021 habe ich meine lange Wegbegleiterin leider gehen lassen müssen. Sie wurde im Garten meines Vaters bestattet mit allem was man sich vorstellen kann, allerdings unter dem Kompromiss, dass auch ihr Ziehsohn (unser Labbi) irgendwann mal neben ihr ruhen darf, denn für mich kam nicht in Frage die Beiden zu trennen. Sie haben 9 Jahre Seite an Seite gelebt, gemeinsam haben wir gekämpft, sind gereist, durch Höhen und Tiefen gegangen. Dieses Rudel war unzertrennlich. Im Mai 2022 ließ ich meinen Labrador operieren, alle Tumore – die entfernbar waren- entfernen. Als wir die Hürde gemeistert haben redete ich erneut mit meinem Dad, denn wir mussten uns darauf einstellen das Rico-Aladin uns irgendwann verlassen könnte. Plötzlich war mein Vater nicht mehr gewillt Rico neben unserer Hündin im Garten zu bestatten. Deshalb musste ich mich umschauen was ich nun tatsächlich mache, falls der Tag irgendwann eintritt. So begann ich mich ausführlicher mit dem Berufsfeld des Tierbestatters zu befassen. Nicht nur mein Herzenstier war zu einem Palliarivpatienten geworden, sondern auch sehr viele meiner Patienten sind Palliativpatienten, meistens Krebs oder CNE.
    Seitdem ich mich mehr mit diesem Berufsfeld auseinandersetzt hatte konnte ich meinen Patientenbesitzern ein wenig mehr Unterstützung bieten, sie besser aufklären und diesen Punkt Null zumindest ein wenig heller erscheinen lassen. Denn sie haben sehr wohl eine Möglichkeit noch etwas für sich und für ihr Tier zu tun, auch nach dem Tod. Es ist nicht so Hoffnungslos, denn es gibt die Möglichkeit einen würdevollen Abschied zu ermöglichen, so wie es sich für die Hinterbliebenen richtig anfühlt. Ob mit Zeremonie, mit einer Rede, auf den Friedhof oder der Einäscherung… Man DARF sich verabschieden und TRAUERN. Und es ist auch sehr wichtig.
    So kam es dazu das auch ich nun am 11.09.2022 meinem Rico-Aladin die letzte Ehre erweisen durfte, in dem ich ihn über die Regenbogenbrücke begleiten konnte, bei ihm saß bis er schließlich hier Zuhause von dem Bestatter abgeholt wurde. Selbst die Abholung verlief sehr respektvoll, sie haben ihn mit mir gemeinsam in meinem Tempo auf eine Wolldecke mit Baumwolltuch und Rosen gebettet. Er bekam eine weiße Taube hinengelgt, das Gegenstück bekam ich. Man gab mir Zeit mich zu verabschieden, eher meine Fell ade aus dem Haus getragen wurde. Selbst meine Kinder haben es als etwas Positives empfunden, niemand fühlte sich gezwungen diesen Schritt zu gehen oder angehalten sich nun schnell zu verabschieden. Unsere Trauer wurde ernst genommen, man redete mit uns, erklärte uns was passiert und wir bekamen sogar eine Notfallnummer, falls wir ein Bedürfnis zu reden haben.
    In unserem Fall haben wir uns für eine Einzeleinäscherung entschieden, seine Urne mit seinen Überresten wird uns persönlich übergeben und nach Hause gebracht.

    Nun habe ich auch eine persönliche Erfahrung, bin damit direkt in Ko takt gekommen. Tatsächlich überlege ich ob ich mich vielleicht auch noch dazu entscheide nicht nur als Tierheilpraktiker tätig zu bleiben. Vielleicht werde ich mein Berufsfeld noch um den Tierbestatter erweitern, denn ich sehe es als sehr großes Privileg das mir anvertrauten Tier auch über den Tod hinaus mit Würde zu begleiten, sowie dessen Besitzer.

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