Die Anatomie des Hundes

Ein Hundeskelett läuft mit einem Unterarm in der Schnauze vor einem Menschenskelett mit fehlendem Unterarm davon
Die Anatomie deines Hundes zu kennen, hilft dir Probleme frühzeitig zu erkennen.

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So unterschiedlich die verschiedenen Hunderassen auch aussehen, was ihre Größe, die Fellfarbe und -beschaffenheit sowie die Form und Vielfalt der Ohren angeht, so haben doch alle Hunde eine gemeinsame Anatomie. Das bedeutet

  • der Körperbau
  • die Anzahl der Knochen und Zähne
  • die Anzahl der Rückenwirbel

ist bei allen Rassen gleich, egal, ob es sich um einen Chihuahua oder eine Deutsche Dogge handelt.

Um Auffälligkeiten erkennen und bei Problemen rechtzeitig intervenieren zu können, sollte jeder Hundehalter eine grobe Kenntnis der Anatomie seines Hundes haben. Dabei hilft dieser Artikel.

Einteilung der Anatomie vom Hund

Wenn du dich mit der Anatomie deines Hundes intensiver auseinandersetzen möchtest, dann sind die wichtigsten Komponenten das Skelett und die Muskulatur.

Außerdem ist es spannend, das Gebiss des Hundes separat zu betrachten.

Schematische Darstellung eines Hundeskelett
Das Skelett eines Hundes besteht je nach Zählart und Schwanzlänge aus bis zu 300 Knochen.

Das Skelett

Das Skelett hat eine Stützfunktion und ermöglicht Bewegung überhaupt erst. Darüber hinaus schützt das Skelett die inneren Organe gegen äußere Einwirkung.

Es wird in drei Bereiche unterteilt, die wir im Folgenden näher vorstellen möchten:

  1. Den Kopf
  2. Den Rumpf oder Stamm
  3. Die Gliedmaßen

Kopf

Der Kopf besteht aus zwei Teilen:

  • dem Hirnschädel,
  • dem Gesichtsschädel (hinterer und vorderer Bereich).

Der Hirnschädel schützt das Gehirn und beherbergt Augen und Ohren.

Der Gesichtsschädel wird gebildet vom Oberkiefer, der sich nahtlos an den Hirnschädel anschließt, und dem mittels Kiefergelenk aufgehängten Unterkiefer.

Anatomie vom Hund: Schädel und Halswirbel
An die Schädelknochen schließt sich mit den Halswirbeln der erste Teil der Wirbelsäule an.

Rumpf

Kernstück des Rumpfes ist die Wirbelsäule, die in die beiden Bereiche Brust- und Lendenwirbelsäule unterteilt wird. Sie besteht aus einer Reihe Wirbeln, die durch Bandscheiben getrennt sind. Diese verhindern ein Reiben der Wirbel aneinander und haben eine stoßabsorbierende Wirkung.
Die Wirbelkörper münden im oberen Bereich in Wirbelbögen, die wiederum aneinandergereiht den Wirbelkanal bilden. Durch den Wirbelkanal zieht sich das Rückenmark, das zum Gehirn führt und zusammen mit diesem das zentrale Nervensystem darstellt. Die Rückenmuskulatur, die die Wirbelsäule bewegt, ist mit den Dornfortsätzen verbunden.
Jeder Hund kommt so auf insgesamt 30 Wirbel, die folgendermaßen verteilt sind:

  • 20 Brust- und Halswirbel
  • Sieben Lendenwirbel
  • Drei Kreuzbeinwirbel

Die Brustwirbel bieten den Ansatzpunkt der Rippen, welche wiederum den Brustkorb bilden. Er schützt Herz und Lunge und erhält seine Stabilität durch das Brustbein im unteren Bereich des Brustkorbs.

Die Kreuzbeinwirbel sind fest miteinander verwachsen und bilden das Kreuzbein, das für Stabilität im Rumpf sorgt.

An das Kreuzbein schließen sich die Schwanzwirbel an. Die Anzahl variiert je nach Hunderasse zwischen 16 und 22.

Gliedmaßen

Die Anatomie der Gliedmaßen ist denen des Menschen ähnlich.

Die Vordergliedmaßen entsprechen gewissermaßen den oberen Gliedmaßen des Menschen, also Schulter und Arme.
Beim Hund ist das Schulterblatt besonders großflächig und platt, um eine große Ansatzfläche für die Muskeln zu bieten. Wie beim Menschen auch, ist das Schulterblatt durch das Schultergelenk mit dem Oberarmknochen verbunden. Darauf folgen Ellbogengelenk und Unterarmknochen.

Vorderfußwurzelknochen und Vordermittelfußknochen bilden zusammen mit den Zehen die Pfote des Hundes. Der Hund hat vier Zehen. Interessanterweise läuft der Hund nur auf den Zehen, der Rest der Pfote steht senkrecht zum Boden. Deswegen nennt man ihn auch Zehengänger.

Schematische Darstellung der Zehengänger
Der Hund ist ein so genannter Zehengänger, nutzt also nicht den gesamten Teil seiner Pfoten zum Laufen.

Die hinteren Gliedmaßen entsprechen im Großen und Ganzen dem Aufbau der vorderen. Aber hier haben wir statt des Schulterblatts das Becken, welches durch Hüft- und Kreuzbein gebildet wird. Ober- und Unterschenkelknochen werden durch die Kniescheibe und das Kniegelenk verbunden.
Der Oberschenkel ist der kräftigste Knochen des gesamten Skeletts, an ihm setzen die starken Muskeln der Hinterbeine an, die die meiste Kraft erzeugen müssen.

Das Gebiss des Hundes

Als Raubtier und Jäger muss der Hund über eine Vielzahl scharfer Zähne verfügen. Und die Zahl ist tatsächlich beeindruckend: Der Fang, wie sich das Gebiss auch nennt, eines Hundes hat 42 Zähne (der Mensch nur 28, ohne Weisheitszähne). Und die sind folgendermaßen in Ober- und Unterkiefer verteilt:

Oberkiefer:

  • Sechs Schneidezähne
  • Zwei Fangzähne
  • Insgesamt 12 Backenzähne (sechs pro Seite)

Unterkiefer:

  • Sechs Schneidezähne
  • Zwei Fangzähne
  • Insgesamt 14 Backenzähne (sieben pro Seite)
Ein Hundekopf mit geöffnetem Fang und Blick auf die Zähne
Ein ausgewachsener Hund hat 42 Zähne in seinem durchaus beeindruckenden Gebiss.

Mit den Fangzähnen greift sich der Hund die Beute und hält sie fest. Mit den Reißzähnen, zwei spezielle Backenzähne im Oberkiefer, bekommt er auch zähe Teile seiner Beute klein.

Ein Welpe bekommt noch nicht die volle Anzahl der Zähne. Er hat vor dem ersten Zahnwechsel (mit vier bis sieben Monaten) nur ganze 28 Zähne im Fang.

Die Muskulatur des Hundes

Während das Skelett für die Stabilität sorgt, sind die Muskeln für die Bewegung zuständig.

Ob der Hund

  • die Ohren stellt oder mit dem Schwanz wedelt
  • er springt oder rennt –

immer ist es das Zusammenspiel verschiedener Muskeln, die das ermöglichen. Wir unterscheiden zwischen der glatten Muskulatur, die sich in den inneren Organen findet, und der quergestreiften Muskulatur von Skelett und Herz.

Am Kopf sorgen viele verschiedene Muskelstränge dafür, dass der Hund

  • schnüffeln kann
  • bellen oder kauen
  • die Augen öffnen oder schließen und
  • die Ohren spitzen kann.

Man nennt sie auch Beweger, und sie sind gewissermaßen eine Verlängerung der Halsmuskulatur.

Schematische Darstellung der Kopf- und Halsmuskulatur eines Hundes.
Die „Beweger“ genannten Muskeln an Kopf und Hals des Hundes ermöglichen ihm ein ausdrucksstarkes Mienenspiel.

Aber die Muskulatur braucht Unterstützung in Form von Sehnen und Bändern. Sehnen besitzen eine hohe Reißfestigkeit und Flexibilität. Sie übertragen die Kräfte, die von der Muskulatur ausgeübt werden, auf das Skelett und bewegen es auf diese Weise. Bänder dagegen sind sehr fest und verbinden die einzelnen Körperteile miteinander.

Hunde können genau wie Menschen Muskelkater bekommen oder Bewegungsprobleme durch Verspannungen. Hierbei helfen physiotherapeutische Maßnahmen.

Interessant zu wissen, dass der wichtigste Muskel für die Atmung des Hundes das Zwerchfell ist, das zu den Bauchmuskeln zählt. Genau wie beim Menschen auch, kann ein Hund durch unwillkürliche Kontraktionen des Zwerchfells gequält werden. Das heißt auch Hunde können Schluckauf bekommen.

 

Quellen und weiterführende Links:

Die Anatomie des Hundes: Anschaulich und verständlich...
Die Anatomie des Hundes: Anschaulich und verständlich (Cadmos Hundebuch)
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Stand der Daten: 7. November 2018 18:18
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4,9 von 5 Sternen
Stand der Daten: 7. November 2018 18:18

 

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Bildcredit: (c) ocipalla - Depositphotos.com


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Über Sebastian 21 Artikel
Ich bin der IT-Fuzzi im Team. Ich kümmere mich um die Technik und dass die Webseite läuft. Ich hatte selber schon immer Haustiere. Ob Vögel, Katzen oder aktuell einen Hund, den wir in Portugal adoptiert haben. Ich beschäftige mich derzeit intensiv mit der Hundeerziehung.

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