Welpen richtig füttern: die 5 wichtigsten Dos and Don’ts

Mit diesen 5 Dos and Don'ts ist es ganz einfach Welpen richtig zu füttern.
Mit diesen 5 Dos and Don'ts ist es ganz einfach Welpen richtig zu füttern.

Du bist frischgebackener Welpenbesitzer oder Züchter und stellst dir die Frage, wie und mit was du deinen Welpen am besten ernähren sollst? Das ist super, denn damit dein Hundekind gesund aufwachsen kann, solltest du beim Füttern und der Wahl des Futters einige Punkte beachten. Wie du deinen Welpen von Anfang an richtig fütterst und auf welche Dos and Dont‘s du unbedingt achten solltest, kannst du hier nachlesen.

Keine Panik vor der Fütterung

Wenn du dich erkundigst, was und wie du deinem Welpen füttern sollst, wirst du dich von der Fülle an Informationen vermutlich regelrecht erschlagen fühlen. Jedoch sind nicht alle davon wahr und hin und wieder handelt es sich auch um sehr veraltetes Wissen.

Doch keine Panik: Die richtige Fütterung eines Welpen ist kein Hexenwerk, wenn du dich an ein paar grundlegende Punkte hältst.

Die passende Ernährungsform wählen

Die Auswahl an Futtervarianten ist groß: Von der Frischfleischfüttern (BARF) über Nassfuttern und Trockenfutter bis hin zu speziellen Futterformen wie Trocken-BARF oder gekochtem Futter – heutzutage kannst du deinen Hund auf alle möglichen Arten ernähren.
Bei der Auswahl der passenden Futterform für deinen Welpen solltest du schauen, was am besten in euer Leben passt. Dazu stellst du dir am besten folgende Fragen:

  • Hat mein Hund Krankheiten oder Unverträglichkeiten und benötigt eine spezielle Ernährungsform?
  • Wie viel Zeit habe ich, um Hundefutter zuzubereiten?
  • Wie viel Platz habe ich, um Hundefutter aufzubewahren?
  • Bin ich häufig mit meinem Hund auf Reisen?
  • Kann ich mir die ausgewählte Fütterungsform leisten? 

Natürlich haben alle Futterarten Vor- und Nachteile. Du findest allerdings bei allen Ernährungsformen auch Futter, das speziell auf die Bedürfnisse von Welpen zugeschnitten ist.  

Golden Retriever Welpe mit Knochen
Welche Fütterungsart du auch verwendest, alle haben Vor- und Nachteile.

Trockenfutter: Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Ist auch geöffnet lange haltbar, lässt sich gut lagern, braucht nicht viel Platz und kann unkompliziert überall mit hingenommen werden.
  • Lässt sich einfach portionieren, ist relativ günstig und verursacht am wenigsten Müll.

Nachteile

  • Enthält oft zu viel Getreide (kann zu Übergewicht führen) und kaum Flüssigkeit. Der Hund muss also anderweitig ausreichend Flüssigkeit aufnehmen.

Nassfutter: Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Mögen viele Hunde lieber als Trockenfutter und enthält viel Flüssigkeit.
  • Ist meist etwas hochwertiger als Trockenfutter und in geschlossenem Zustand lange haltbar und gut zu lagern.

Nachteile

  • Einmal geöffnet, wird es recht schnell schlecht.
  • Durch die Dosen wird eine nicht unerhebliche Menge an Müll produziert.

BARF: Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Gilt als besonders artgerecht und natürlich und wird selbst zusammengestellt.
  • Auf individuelle Bedürfnisse, wie Allergien, Alter oder Größe kann gut eingegangen werden

Nachteile

Hochwertiges Futter wählen

Essenziell wichtig ist es, dass du ein hochwertiges Futter wählst, das speziell auf die Bedürfnisse von Welpen zugeschnitten ist, fütterst. Ein qualitativ gutes Futter für Welpen sollte den hohen Energie- und Eiweißbedarf des Welpen abdecken und daher proteinreich sein. Getreide, das Stärke enthält, sollte wenn dann nur in geringem Maße oder am besten gar nicht enthalten sein. Besser und gesünder als Getreide sind z.B. Kartoffeln als Kohlenhydratlieferanten.

Achte bei Welpenfutter auch unbedingt auf eine optimale Versorgung mit Kalzium und auf das richtige Verhältnis zwischen Kalzium und Phosphor! Diese Mineralstoffe sind für eine gesunde Knochenentwicklung besonders wichtig. Wenn du zum richtigen Nährstoffgehalt des Futters Fragen hast, kannst du dich an deinen Tierarzt oder einen Ernährungsberater wenden.

Ein Hund schnuppert an einer geschlossenen Hundefutterdose, die jemand in der Hand hält
Achte darauf, was dein Welpe an Nährstoffen braucht.

Ein hochwertiges Welpen- bzw. Hundefutter erkennst du vor allem an folgenden Kriterien:

  • Das Futter muss als Alleinfutter deklariert sein.
  • Welpenfutter muss speziell als Futter für Welpen ausgewiesen sein.
  • Es sollte einen hohen Fleischanteil haben und am besten kein Tiermehl enthalten. Der Fleischanteil sollte außerdem in Muskelfleisch und Innereien aufgeschlüsselt sein.
  • Künstlichen Zusatzstoffe wie Aromen, Farbstoffe, Lockstoffe oder Konservierungsmittel sollten nicht enthalten sein.
  • Zucker, auch in Form von Melasse, Glukose oder Fruktose, ist ebenfalls tabu.
  • Die Zutaten sollten alle möglichst natürlich und naturbelassen sein.
  • Alle Zutaten sollten Lebensmittelqualität haben.
  • Der Getreideanteil sollte nur gering sein. Besser als Getreide ist ein Gemüseanteil.
  • Das verwendete Fleisch sollte im Idealfall von Tieren aus Bio-Haltung kommen.

Die richtige Menge füttern

Ein Fehler, der bei der Fütterung von Welpen leider immer wieder vorkommt, ist eine Überversorgung bzw. Überfütterung. Diese kann zum Teil dramatische Folgen haben, z.B. Übergewicht oder sogar ernsthafte Skelettekrankungen im Erwachsenenalter.

Dieses Phänomen tritt vor allem deshalb recht häufig auf, da du deinem Welpen die Überfütterung nicht ansiehst. Denn er wird in diesem Fall nicht sichtbar zunehmen, sondern stattdessen einfach schneller wachsen. Die weichen Knochen werden dabei aber überbeansprucht, wodurch ein gesundes Wachstum verhindert wird.

Achte deshalb darauf, dass dich unbedingt an die an Alter und Größe angepasste, empfohlene Futtermenge des Herstellers hältst. Am besten wiegst du das Futter dafür genau ab.

Häufig haben die Hersteller bei der Mengenangabe allerdings eine recht große Spanne angegeben. In diesem Fall kann dir eine Kalorienbedarfstabelle für Hunde im Wachstum oder auch eine berechnete Wachstumskurve helfen. Diese bekommst du bei einem guten Tierarzt oder einem Ernährungsberater. Außerdem kannst du dich am Gewicht der Elterntiere deines Welpen orientieren.

Welpe in einer orangen Schüssel auf einer Waage.
Nicht nur bei deinem Welpen solltest du auf das Gewicht achten. Auch das Futter solltest du genau abwiegen.

Achtung: Auch zusätzliche Leckerbissen wie Kausnacks und Leckerlis haben Kalorien und müssen in die empfohlene Tagesmenge miteingerechnet werden! Daher gilt: Auch wenn es schwerfällt, den süßen Welpenaugen zu widerstehen, denke daran, dass du deinem Hundekind keinen Gefallen tust, wenn du es mit zu viel Futter und Leckerlis verwöhnst!

Nicht nur einmal, sondern regelmäßig füttern

Vor allem kleine Welpen im Alter von acht bis 16 Wochen solltest du nicht nur ein- oder zwei-mal am Tag, sondern regelmäßig füttern. Denn wachsende Lebewesen profitieren von mehreren kleinen Portionen, da der Magen so weniger belastet wird. Teile das Futter daher am besten auf drei oder vier Portionen auf, die du deinem Hundekind über den Tag verteilt anbietest.

Wenn dein Welpe einmal nicht fressen mag, ist das nicht tragisch, denn nicht jeder junge Hund schafft es, regelmäßig zu fressen. Zwinge ihn dann nicht dazu, sondern biete ihm einfach nach einigen Stunden nochmals eine kleine Portion an.

Wenn dein Junghund älter wird, kannst du den Fütterungsrhythmus langsam umstellen. Ab circa fünf Monaten reichen dann zwei Mahlzeiten pro Tag.

Futter rechtzeitig und in Ruhe umstellen

In der Welpenzeit stehen zwei grundlegende Futterumstellungen an. Die erste ist die Umstellung von Muttermilch auf feste Nahrung, die zweite die Umstellung von Welpenfutter auf Hundefutter für erwachsene Hunde.

Welpen an festes Futter gewöhnen

In den ersten drei bis vier Wochen ihres Lebens ernähren sich Welpen ausschließlich von Muttermilch, die sehr nahrhaft ist. Ab etwa der dritten bis vierten Woche – wenn das Milchgebiss bei den Welpen vorhanden ist – kannst du dann langsam festes Welpenfutter zufüttern.

Eine Mutter liegt auf der Seite in einem Körbchen und säugt ihre 7 Welpen.
Am Anfang genügt einem Welpen die Milch der Mutter. Doch schnell möchte er auch das, was Mama frisst ;-)

Die Hündin säugt die Welpen in dieser Zeit zwar noch weiter, sie werden aber langsam von ihr entwöhnt. Ab der sechsten bis siebten Woche erhält der Welpe dann keine Muttermilch mehr. 

Für das erste Zufüttern eignet sich besonders ein Brei aus Wasser oder Welpenmilch gemischt mit Welpen-Nassfutter oder Tatar.
Damit sich die Welpen langsam an feste Nahrung gewöhnen können, solltest du ihnen diese Futtermischung bis zu fünf Mal täglich anbieten.

Welpen brauchen meist erst eine Eingewöhnungsphase, aber nehmen die Breimischung nach kurzer Zeit gerne an. Nach und nach kann dann der Flüssigkeitsanteil reduziert werden, bis die Welpen das Nassfutter unverdünnt fressen.

Umstellung auf Futter für adulte Hunde

Wie lange du Welpenfutter füttern solltest, kommt auf deinen Hund und auf das Futter an. Generell gilt die Regel, dass dein Welpe das Juniorenfutter so lange bekommen sollte, bis er sein Erwachsenengewicht erreicht hat.

Das kann bei kleinen Rassen schon mit circa sechs Monaten der Fall sein, bei großen Rassen und Riesenrassen kann hingegen 15 bis 20 Monate dauern.  Wenn du dir bei deinem Junghund unsicher bist, wann du das Futter umstellen sollst, ist auch hier ein Tierarzt, der sich gut mit Ernährung auskennt oder ein Ernährungsberater ein guter Ansprechpartner.

Je älter der Welpe wird, desto seltener trinkt er noch bei seiner Mama.
Je älter der Welpe wird, desto seltener trinkt er noch bei seiner Mama.

Wichtig bei jeder Umstellung ist, dass du das Futter nicht abrupt vom einen auf den anderen Tag umstellst, sondern langsam und Schritt für Schritt vorgehst. Denn eine plötzliche Futterumstellung kann zu Verdauungsbeschwerden führen.

Am besten planst du dafür mindestens fünf Tage ein und stellst das Futter folgendermaßen um: am ersten Tag gibst du 80 % des Juniorenfutters und 20 % des neuen Futters. Am zweiten Tag 60 % des bisherigen und 40 % des neuen Futters. Am dritten Tag 40 % des bisherigen und 60 % des neuen Futters, usw. Am fünften Tag bekommt dein Junghund dann zu 100 % das neue Futter.

Fazit

Die Ernährung eines Welpen ist wirklich nicht sonderlich kompliziert. Wenn du dich an die oben beschriebenen Punkte hältst, kann nicht mehr viel schiefgehen.

Glücklicher Welpe auf einer Wiese
Deinen Welpen richtig zu füttern, ist kein Hexenwerk.

Wenn du Fragen hast oder es deinem Welpen nicht gut geht, solltest du dich natürlich stets an den Tierarzt deines Vertrauens wenden.

Und dann genieße eure Welpenzeit, sie ist etwas ganz Besonderes!

Hast Du Dir schon einmal Gedanken um die richtige Welpenfütterung machen müssen? Was waren Deine Dos und Don’ts? Wir freuen uns wie immer über jeden Kommentar!


Bildcredit: (c) iStock.com / eugenekleeber


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Über Alica 194 Artikel
Ich bin Alica, Online-Redakteurin, Tierschützerin aus tiefstem Herzen, Frauchen einer zauberhaften rumänischen Hündin. Ich war bereits in Tierheimen im Ausland vor Ort, um mitanzupacken, aber auch lokaler Tierschutz ist mir sehr wichtig. Ich bin überzeugt, dass jeder in seinem Alltag etwas zum Wohl der Tiere beitragen kann. Denn durch viele kleine Dinge kann Großes entstehen.

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