Hast du auch so einen Hund, der wie ein Staubsauger alles frisst, was ihm vor das Maul kommt? Meine Luna gehört zu dieser Spezies. Ich kann gar nicht so schnell reagieren, wie sie Sachen runterschluckt. Mal sind es Essensreste, die sie neben einem Mülleimer findet, mal Pferdeäpfel oder andere Hinterlassenschaften. Ich mache mir dabei immer Sorgen, dass sie mal einen Giftköder erwischt oder etwas anderes, das ihr nicht bekommt.
Für einen Hund kann es sehr gefährlich sein, alles zu fressen, was er findet. In diesem Artikel erkläre ich dir deshalb, welche Möglichkeiten es gibt, um ihn davon abzuhalten.
Was ist ein Staubsaugerhund
Dieser sehr bildliche Begriff beschreibt bereits genau, worum es sich dabei handelt. Es sind Hunde, die wirklich alles fressen, was sie finden und vor nichts Halt machen. Lebensmittel werden von ihnen genauso verzehrt wie Dinge, die aus unserer Sicht vollkommen eklig sind, zum Beispiel tierischer oder menschlicher Kot.
Wenn meine Hündin Luna sich begeistert über einen Kuhfladen hermacht, wird es mir dabei ganz anders. Oft hat ihre Fresslust im Nachhinein unangenehme Folgen für sie und für mich. Dass sie sich übergeben muss oder Durchfall bekommt, war mehr als einmal der Fall.

Dennoch haben wir bisher immer Glück gehabt, denn sie hat noch nie einen Giftköder erwischt. Leider kommt es sowohl im Ausland, aber auch in Deutschland recht häufig vor, dass solche auslegt werden. Wenn ein Hund so einen frisst, kann dies für ihn schlimme gesundheitliche Folgen haben und sogar tödlich sein.
So hältst du deinen Hund ab, alles zu fressen, was er findet
Der erste Impuls, dem du vermutlich ausgesetzt bist, ist es zu schimpfen. Das ist nachvollziehbar, jedoch absolut nicht sinnvoll. Indem du deinen Hund anschreist oder bestrafst, lernt er nur das Gegenteil. Er wird zukünftig Gefundenes noch schneller runterschlingen, um es rechtzeitig vor dir in Sicherheit zu bringen. Aus seiner Sicht ist das, was er frisst, ja nichts Schlimmes. Manche Hunde lernen durch Strafe auch, dass sie gefundene Sachen zukünftig heimlich fressen. Andere wiederum verteidigen ihre Entdeckung.
Keine dieser Verhaltensweisen bringen dich deinem Ziel näher. Sie machen es stattdessen nur schwieriger, deinen Hund vom Fressen gefundener Sachen abzuhalten. Deshalb solltest du deinen Vierbeiner auf keinen Fall bestrafen und auch nicht anschreien.

Wenn dein Hund noch ein Welpe ist, solltest du von Beginn an mit ihm daran trainieren, nichts vom Boden aufzunehmen. Sobald dein Hund zum ersten Mal etwas Gefundenes frisst, hat er bereits einen ersten Erfolg mit diesem Verhalten erzielt. Je häufiger er dieses Verhalten also ausleben kann, umso schwieriger wird es, ihn wieder davon abzuhalten.
Das bedeutet jedoch nicht, dass du deinem erwachsenen Hund nichts mehr beibringen kannst. Hier kommt es jedoch darauf an, ihm keine Erfolgserlebnisse zu bieten und ihn ggf. durch einen Maulkorb zu sichern.
Maulkorb-Training
Eine Möglichkeit, deinen Hund am Fressen von gefundenen Sachen zu hindern ist es, ihn an einen Maulkorb zu gewöhnen. Diese sind nicht als bloßer Beißschutz gedacht, sondern können noch für viele andere Situationen genutzt werden. Es gibt sogar einen speziellen Giftköderschutz-Maulkorb.
Ein Maulkorb kann eine hilfreiche Lösung sein, wenn dein Hund das Verhalten bereits gefestigt hat und du nicht weißt, wie du ihn sonst davon abhalten kannst. Vielleicht willst du auch in den Urlaub fahren und sicherstellen, dass dein Hund nur dort nichts frisst.

Auch als Übergangslösung für die Trainingszeit ist ein Maulkorb gut geeignet. Du kannst mit deinem Vierbeiner weiterhin üben, dass er nichts vom Boden aufnimmt und ihn zwischenzeitlich mit dem Maulkorb schützen.
Wichtig ist in allen Fällen, dass du deinem Hund den Maulkorb nicht einfach aufziehst, sondern ihn Schritt für Schritt daran gewöhnst.
Wie das geht, kannst du hier ausführlich nachlesen: Das Maulkorbtraining - So gewöhnst Du Deinen Hund an einen Maulkorb
Anti-Giftköder Training
Beim Anti-Giftköder-Training übst du mit deinem Hund, dass er vor gefundenem Fressen anhält und dir anzeigt, das er welches gefunden hat. Der letzte Schritt ist, dass er sich von seinem Fund abrufen lässt.
Du kannst dir bestimmt denken, dass dieses Training nicht von Heute auf Morgen klappt. Es ist notwendig, dass du mit deinem Hund intensiv übst, damit es langfristig auch funktioniert.
Das Anti-Giftköder-Training verläuft in drei Trainingsschritten:

Das Anti-Giftköder-Training ist sehr effektiv, wenn du es richtig aufbaust. Vor allem beim letzten Trainingsschritt kommt es auf ein paar Dinge an, die du bei Hey Fiffi wunderbar erklärt bekommst.
Tauschen beibringen
Sollte dein Hund doch etwas ins Maul genommen haben, ist es wichtig, dass er es zuverlässig wieder ausspuckt. Auch hier ist positives Training der Schlüssel zum Erfolg. Ein Standardsignal, das jeder Hund kennen sollte, ist das Tauschen. Vielleicht sagst du auch „Aus“ dazu. Ich persönlich finde tauschen viel freundlicher und es erinnert mich daran, was meine Aufgabe dabei ist.

Der Hund soll nämlich lernen, Dinge herzugeben und dafür etwas anderen zu bekommen.
Spielzeug gegen Spielzeug
Spielzeug gegen Futter
einen Knochen gegen etwas anderes Leckeres
usw.
Durch diese Vorgehensweise vermeidest du, dass dein Hund Sachen verteidigt, sondern sie freiwillig hergibt. Gerade wenn es um ausgelegte Giftköder geht, kann dies unter Umständen lebensrettend sein.
Fazit
Warum manche Hund Staubsauger sind und andere nicht, lässt sich schwer begründen. Es gibt Streunerhunde, die in ihrem neuen Zuhause zu wahren Gourmets werden und nichts von der Straße anrühren. Und es gibt Rassehunde, die alles verschlingen, was ihnen vor die Nase kommt. Den Grund für das Verhalten zu finden, ist fast unmöglich und bringt dich auch nicht weiter. Nur durch entsprechendes Training oder das Tragen eines Maulkorbs kannst du deinen Hund daran hindern, alles zu fressen, was er findet.
Und wie ist das bei Dir?
Interessiert sich Dein Hund unterwegs für Fressbares?
Wir freuen uns wie immer über jeden Kommentar!




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