Welche Maulkörbe gibt es?

Bild von einem schwarz-weißen Hundekopf mit einem schwarzen Maulkorb aus dünnen Lederriemen.
Maulkörbe aus Leder können mehr oder weniger Schutz vor Bissen bieten.

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„Ist der bissig?“ Mit dieser Frage werden viele Hundebesitzer konfrontiert, wenn ihr Vierbeiner einen Maulkorb trägt. Beim Anblick eines solchen Hundes fühlen sich einige Menschen verunsichert und vermuten, dass er gefährlich ist. Dabei können Maulkörbe zu verschiedenen Zwecken genutzt werden, nicht bloß als Beißschutz.

In diesem Beitrag erfährst du, welche Maulkörbe es gibt, wofür du sie brauchst und wie du deinem Hund das Tragen eines Maulkorbs beibringst.

Wofür brauchst du einen Maulkorb?

Im Grunde genommen gibt es drei Gründe dafür, dass dein Hund einen Maulkorb trägt:

  1. Zur Bissprävention
  2. Als Schutz vor Giftködern
  3. Damit er sich nicht an Wunden schleckt.

Maulkörbe als Beißschutz

Vielleicht denkst auch du zuerst an Hunde, die bereits gebissen haben und nun durch einen Maulkorb daran gehindert werden sollen. Das ist eines der Gebiete, in denen ein sogenannter Beißkorb zum Einsatz kommt. Interessant ist, dass viele Menschen einen Bogen um Hunde mit einem Maulkorb machen. Dieses Phänomen kannst du dir Zunutze machen, wenn dein Vierbeiner ein Problem mit Menschen und/oder Artgenossen hat und du diese auf Abstand halten willst. Vielleicht ist dein Hund auch krank und du möchtest, dass sich andere Vierbeiner nicht anstecken.

Wütender Hund auf einer Wiese mit gefletschten Zähnen
Ein Maulkorb dient nicht alleine als Beißschutz

Ein weiterer Grund für das Tragen eines Maulkorb kann sein, dass dein Hund große Angst beim Tierarzt hat und die Gefahr besteht, dass er beißt. Das kann eine Untersuchung absolut unmöglich machen, selbst wenn dafür ein dringender Anlass gegeben ist. Durch den Maulkorb ist dein Hund gesichert und der Tierarzt in der Lage, deinen Vierbeiner zu behandeln. Damit dies gut funktioniert, musst du ausreichend Zeit in das Training investieren. Einerseits soll dein Hund lernen, den Maulkorb zu tragen und andererseits, sich vom Tierarzt untersuchen zu lassen. Beides zusammen stellt hohen Stress für deinen vierbeinigen Freund dar. Deshalb ist es umso wichtiger, dass er den Maulkorb als etwas Positives empfindet.

Einem Hund werden die Krallen geschnitten
Auch der Besuch beim Hundefriseur kann manchmal einen Maulkorb erfordern

Ein Maulkorb als Schutz vor Giftködern

Manche Maulkörbe stellen ebenfalls einen Schutz davor dar, dass dein Hund Giftköder oder andere Dinge frisst. Einige Hunde sind dabei so fix, dass ein entspanntes Spazierengehen gar nicht mehr möglich ist. Es kann auch sein, dass dein Wuffel unter einer Erkrankung leidet und du sicherstellen musst, dass er nichts frisst – auch keine Leckerlies von anderen Hundehaltern.

Nur mit Maulkorb!

Neben konkreten Anlässen können auch gesetzliche Vorgaben dazu führen, dass dein Hund einen Maulkorb tragen muss. Sei es, dass er zu den Listenhunden zählt und ihr verpflichtet seid, unterwegs einen Maulkorb zu tragen. Oder aber du willst mit ihm in öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, in denen er nur mit darf, wenn er einen Maulkorb trägt.

Außerdem kann eine Auslandsreise Grund für einen Maulkorb sein. In einigen Ländern gilt eine Maulkorbpflicht für spezifische oder sogar alle Hunderassen. Bevor du in den Urlaub fährst, solltest du dich rechtzeitig nach den Bestimmungen erkundigen, damit du deinen Hund in Ruhe an einen Maulkorb gewöhnen kannst.

Was für Maulkörbe gibt es?

Wie du siehst, gibt es unterschiedliche Gründe, aus denen ein Hund einen Maulkorb tragen sollte oder muss. Deshalb gibt es auch vollkommen verschiedene Maulkörbe. Manche sehen aus wie ein Korb, andere wie eine Schlaufe. Die einen sind aus Leder, die anderen aus Biothane oder einem Netz. Nicht alle erfüllen den gleichen Zweck, daher solltest du bei der Auswahl genau überlegen, wofür du ihn brauchst.

 

Maulkörbe aus Nylon

Diese sehen aus wie eine breite Schlaufe, die um die Schnauze gelegt wird. Der vordere Nasenbereich ist frei. Manche dieser Modelle lassen sich über einen Klettverschluss einstellen, andere gibt es nur in einer festen Größe. Befestigt werden sie mit einer Schlaufe hinter den Ohren.
Nylon-Maulkörbe müssen gut passen, damit sie einerseits ihre Funktion erfüllen und andererseits nicht unangenehm für deinen Hund sind. Sie sind aber immer nur für einen sehr kurzen Einsatz geeignet.

Seitliches Portrait eines American Staffordshire Terrier mit Maulkorb
Ein Schlaufen-Maulkorb ist nur für kurze Tragezeiten geeignet
  • Ist die Schlaufe zu locker, kann dein Hund noch immer beißen.
  • Ist die Schlaufe zu eng, kann er sein Maul nicht mehr aufmachen und somit nicht hecheln. Auch trinken ist nicht möglich. Deshalb darfst du so einen Maulkorbs auf keinen Fall an heißen Tagen verwenden und auch nicht, wenn ihr einen längeren Spaziergang macht. Im schlimmsten Fall könnte dein Hund kollabieren.

Nylon-Maulkörbe werden oft für den Besuch beim Tierarzt genutzt. Denke aber daran, dass dein Vierbeiner im Zweifelsfall noch immer beißen könnte, wenn er es wirklich darauf anlegt. Dies gilt vor allem, wenn er in Panik gerät. Für Hunde mit sogenannter Beschädigungsabsicht, also solche, die es wirklich ernst meinen, ist lediglich ein Gittermaulkorb geeignet. Diesen stelle ich dir gleich vor.

Ein Nylon-Maulkorb wird oft in öffentlichen Verkehrsmitteln als zulässiger Schutz akzeptiert. Berücksichtige aber, dass er sich nur für das kurze Tragen eignet und nicht für stundenlange Fahrten. (Es sei denn, du nutzt ihn nur als „Alibi-Maulkorb“ und so locker, dass dein Hund hecheln, gähnen und trinken kann.)

Gittermaulkorb

Die Bezeichnung sagt bereits, um was für eine Form es sich handelt. Er sieht aus wie ein Gitterkorb und kann aus Metall, Biothane oder Kunststoff gefertigt sein. Im Gegensatz zu den Nylon-Modellen geht dieser Maulkorb um die gesamte Schnauze des Hundes, also auch um den vorderen Bereich. Dadurch ist gewährleistet, dass er wirklich nicht mehr beißen kann.

Im Gras stehen ein Maulkorb von Chlad, einer von Baskerville und einer von Chopo nebeneinander und sind von oben fotografiert
Nicht nur die Länge der Hundeschnauze sondern auch die Breite ist wichtig für die optimale Passform eines Gittermaulkorbes.

Besonders bei aggressiven Hunden kann es sinnvoll sein, den Maulkorb an mehreren Stellen zu befestigen. Das ist zum Beispiel beim Modell „Baskerville Ultra“ der Fall. Neben dem Riemen, der ganz einfach im Nacken geschlossen wird, gibt es noch zwei weitere Befestigungsmöglichkeiten: einen Riemen, der über die Stirn deines Hundes verläuft und einen, den du am Halsband befestigen kannst. So ist ein Abstreifen nahezu unmöglich.

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Allerdings solltest du beachten, dass lediglich Gittermaulkörbe aus Draht einen wirklichen Schutz vor Bissen bieten bei Hunden, die eine Beschädigungsabsicht haben. Wenn sie es wirklich ernst meinen, beissen sie einen Maulkorb aus Plastik einfach durch. Außerdem sollten die Abstände zwischen den Drähten nicht zu weit sein.

Hechelnder Hund von vorne fotografiert mit einem schwarzen zu kleinen Windhundmaulkorb
Ein Maulkorb, der länger oder in aufregenden Situationen getragen werden muss, sollte ein ausgiebiges Hecheln erlauben. Dieser tut das nicht.

Neben dem guten Schutz bieten Gittermaulkörbe noch einen weiteren Vorteil: wenn sie richtig passen, dann kann dein Hund sein Maul aufmachen und hecheln. Solche Modelle eignen sich damit auch für längere Tragezeiten. Viele Gittermaulkörbe lassen sich gut für verschiedene Trainingszwecke nutzen, da du deinem Vierbeiner durch das Gitter hindurch Leckerlies geben kannst.

Manche haben aber auch einen fest eingebauten Schutz vor unerwünschter Futteraufnahme und sind daher als Giftköderschutz geeignet. Bei manchen ist dieser Schutz herausnehmbar und der Drahtmaulkorb damit noch flexibler einsetzbar.

Afghanischer Windhund in voller Geschwindigkeit
Mit einem Gittermaulkorb kann dein Hund vernünftig hecheln, vorausgesetzt er passt.

Giftköderschutz

Immer wieder taucht das Thema Giftköder in den Medien auf. Eine schreckliche Vorstellung für jeden Hundehalter, dass sein geliebter Vierbeiner einen solchen frisst. Um sicherzustellen, dass dein Hund bei einem Spaziergang nichts Unerwünschtes aufnehmen kann, gibt es diese speziellen Maulkörbe. Genau wie ein Gittermaulkorb umfasst er den gesamten Schnauzenbereich. Allerdings ist er aus einem leichten Nylon- oder Neoprennetz gefertigt und somit weniger stabil. Soll der Maulkorb nicht gleichzeitig als Beißschutz dienen, ist so ein Modell jedoch vollkommen ausreichend.
Nutzen kannst du ihn übrigens auch, damit sich dein Hund nicht an einer Wunde schleckt.

Schäferhund-Mix mit Netzmaulkorb
Netzmaulkörbe bieten keinen Beiß- dafür aber Fressschutz.

Maßgefertigte Maulkörbe

Bei manchen Hunden ist es aufgrund ihrer Gesichtsform schwer, einen passenden Maulkorb von der Stange zu finden. So haben zum Beispiel Französische Bulldoggen oder Möpse sehr kurze Nasenrücken. Reguläre Modelle wollen hier einfach nicht richtig sitzen. In so einem Fall kannst du dir für deinen Vierbeiner einen Maulkorb maßanfertigen lassen.

Auf eine individuelle Anfertigung kannst du auch zurückgreifen, wenn dir die normalen Maulkörbe optisch nicht gefallen. So bist du sicher, dass er richtig passt und gleichzeitig sieht er in bunten Farben direkt viel freundlicher aus.

So gewöhnst du deinen Hund an einen Maulkorb

Egal aus welchem Grund dein Hund einen Maulkorb tragen soll, ist eine geduldige Gewöhnung daran das A und O. Das Ziel ist es, dass er ihn sich ohne Probleme anziehen lässt und ihn genauso problemlos aufbehält. Ob er ihn nur kurz oder für längere Zeit tragen soll, ist nicht entscheidend. Er soll sich keinesfalls durch den Maulkorb bestraft fühlen, denn dann wären unangenehme Gefühle für ihn damit verbunden. Steht er sowieso schon unter Stress, weil er zum Beispiel Angst vorm Tierarzt hat, würde das die Situation nur verschärfen.

Wichtig sind daher diese beiden Punkte:

  1. ausreichend Zeit für die Gewöhnung
  2. positives Training mit Leckerlies, Spiel und viel Lob
Hund mit Maulkorb bekommt Leckerlie
Der Maulkorb muss mit positiven Dingen verknüpft werden

Zu Beginn kannst du deinen Hund erst einmal an dem neuen Gegenstand schnuppern lassen und ihn für sein Interesse belohnen. Jede Annäherung an das unbekannte Objekt soll von ihm als positiv empfunden werden.
Abhängig vom gewählten Maulkorb kannst du ihn im nächsten Schritt vorsichtig mit Hilfe von besonders guten Leckerlies animieren, seine Nase hineinzustecken. Bei einem Gittermaulkorb kannst du auch Leberwurst oder andere Leckereien reinschmieren, die er schlecken darf.
Nach und nach gibst du die Belohnung immer ein kleines bisschen später, damit dein Hund etwas länger mit seiner Nase im Maulkorb bleibt. Noch geht es nicht darum, den Maulkorb zu schließen. Dein Hund soll lediglich lernen, freiwillig seine Nase in den Maulkorb zu stecken, bis diese ganz drin ist.

Diesen Schritt wiederholst du so lange, bis er ohne Probleme klappt. Erst dann trainierst du das Befestigen des Verschlusses. Zuerst legst du den Verschluss nur hinter die Ohren und hältst ihn dort fest. Auch hier belohnst du deinen Hund wieder intensiv. Lässt er das zu, schließt du den Nackenriemen, belohnst deinen Hund und öffnest den Verschluss direkt wieder. Das nächste Ziel ist jetzt, den Riemen immer etwas länger geschlossen zu halten. Gehe dabei aber in Mini-Schritten vor, um deinen Hund nicht zu überfordern.

Nahaufnahme von schräg vorne auf einen hechelnden Hund mit Drahtmaulkorb von Chlad
Dein Hund sollte sich mit seinem Maulkorb wohl fühlen. Daher ist ein schrittweises Vorgehen wichtig.

Versucht dein Hund, sich den Maulkorb mit dem Pfoten abzustreifen?
Dann kann es sein, dass du bei der Gewöhnung zu schnell vorgegangen bist. Gehe nochmal ein paar Schritte zurück und lasse dir mehr Zeit.

Wenn sich dein Hund den Maulkorb anziehen und schließen lässt, kannst du nun das Tragen mit weiteren schönen Dingen verbinden. Mache kurze Spiele oder Spaziergänge mit ihm und schenke ihm besonders viel positive Aufmerksamkeit.

Wichtig:
Wenn du ihm den Maulkorb ausziehst, brauchst du ihn nicht noch einmal belohnen. Das Ausziehen an sich ist für ihn schon ausreichend angenehm und muss daher nicht durch Leckerlies oder andere Dinge verstärkt werden.

Fazit

Maulkörbe sind weitaus mehr als nur ein Beißschutz. Sie können das Zusammenleben mit deinem Hund bzw. euren Alltag extrem erleichtern. Das gilt nicht nur für ängstliche oder aggressive Hunde, sondern auch für viele andere. Und manchmal wirkt ein Maulkorb wie Signal auf andere, dass sie zu deinem Hund Abstand halten. So haben dein Hund und du Ruhe vor unerwünschten Kontakten.

Was sind Deine Erfahrungen mit Maulkörben? 

Ist Dein Hund an einen gewöhnt?

Wir freuen uns wie immer über jeden Kommentar!


Bildcredit: (c) tverdohlib - fotolia.com


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Über Nima 54 Artikel
Ich bin Nima und lebe zusammen mit drei liebenswerten Hunde-Mädels. Als ausgebildete Hundetrainerin liegt mir ein respektvoller Umgang mit unseren Vierbeinern sehr am Herzen.

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