Die Qual der Wahl: Wohin im Urlaub mit dem Hund?

Ein Hund in einem Koffer voll mit Urlaubsgegenständen wie einer Sonnenbrille und einem Sonnenschirm
Sommerurlaub mit Hund

Die schönste Zeit des Jahres wirft für viele Menschen immer wieder die gleiche Frage auf: Wohin sollen wir in den Urlaub fahren? Er möchte in die Berge, sie an den Strand. Einer möchte Sightseeing machen, der andere Cluburlaub. Fliegen, mit dem Auto oder doch lieber mit der Bahn fahren? Die Diskussionsmöglichkeiten sind groß und die Entscheidung ist nicht einfach. Und als wäre es nicht genug, sich mit dem Reisepartner zu einigen, kommen dann noch die Bedürfnisse des Vierbeiners dazu.

Für ihn gibt es in der Urlaubszeit drei Varianten:

  1. Er bleibt zu Hause und wird dort betreut.
  2. Er wird in eine Tierpension oder zu Freunden gebracht.
  3. Er fährt mit in den Urlaub

Während sich Besitzer von Kleintieren oder Katzen wahrscheinlich für die erste Möglichkeit entscheiden, wollen Hundehalter ihren Liebling am liebsten mit in den Urlaub nehmen. Endlich Zeit für ausgiebige Spaziergänge zu haben, gemeinsam am Strand herumzutollen oder durch die Berge zu wandern, das ist für Zwei- und Vierbeiner eine tolle Sache.

Ein liegender Hund und um ihn herum sitzen zwei Kinder und ein Mann und streicheln ihn.
Ein Hund gehört als Familienmitglied dazu

Nach der Wahl ist vor der Wahl

Ist die Entscheidung für ein Urlaubsziel gefallen, stellen sich direkt die nächsten Frage: Kannst du den Hund dorthin überhaupt mitnehmen? Ist das Hotel hundefreundlich? Wie sieht eine entspannte Anreise für alle aus? In welchen Ländern und Unterkünften ist auch der Hund ein gerne gesehener Gast? Und welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit dein Vierbeiner mit ins Ausland reisen kann?

Je besser du dich vorbereitest, umso sicherer kannst du sein, dass der Urlaub für dich und deinen vierbeinigen Freund wirklich zu einem schönen Erlebnis wird.

Urlaub mit dem Hund

Nicht nur uns Menschen, sondern auch unseren Hunden kann ein Tapetenwechsel guttun. Neue Eindrücke sind schließlich gut für das Gehirn und bringen Abwechslung in den oft gleich ablaufenden Alltag. So ein Urlaub mit dem Hund ist daher eine tolle Gelegenheit, intensiv Zeit miteinander zu verbringen und gemeinsam Spaß zu haben. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist es, dass dein Vierbeiner am Urlaubsort willkommen ist.

Urlaub mit Hund im Hotel

Hotels, in denen Hunde erlaubt sind, sind heutzutage zum Glück keine Seltenheit mehr. Nur, weil du deinen Hund mitbringen darfst, heißt das aber noch nicht, dass das Hotel wirklich auf die vierbeinigen Gäste eingestellt ist. Zu kleine Zimmer sind genauso ärgerlich wie mangelnde Möglichkeiten zum Gassigehen oder zig „Hunde verboten“ Schilder.

Vier Hunde sind an einem Hundeverbotsschild angeleint
Der Urlaub wird umso schöner, wenn Hunde erlaubt sind

Besonders in Österreich und im Süden Deutschlands ist das Angebot an hundefreundlichen Hotels in den letzten Jahren stark gestiegen. So eine Unterkunft zeichnet sich dadurch aus, dass Hunde nicht als lästiges Anhängsel, sondern als Gast angesehen werden. Der damit verbundene Service kann bei Begrüßungs-Leckerlies anfangen und auch das Bereitstellen von Körbchen, Decken und Näpfen beinhalten. Manche Hotels bieten darüber hinaus kostenlose Wanderungen an, haben eine extra Spielwiese und erlauben Hunde im Speisesaal. Wenn dir das noch nicht reicht, dann findest du sogar tierfreundliche Hotels mit Serviceleistungen wie Hundephysiotherapie, Hundetraining, speziellen Workshops oder einem Hundesitter.

Ferienwohnung mit Hund

Gerade für Mehrhundebesitzer ist eine Ferienwohnung oft eine gute Alternative zu einem Hotelzimmer, da sie mehr Platz und Flexibilität bietet. Von der eingerichteten Küche über WLAN bis hin zur Waschmaschine sind Ferienwohnungen für ihren menschlichen Besucher meistens sehr gut ausgestattet. Auch Hunde sind bei vielen Vermietern gerne gesehen und wohnen teilweise sogar kostenfrei. In einigen Ferienwohnungen gibt es ähnliche Serviceangebote wie in Hotels, so dass du zum Beispiel kein Körbchen oder Näpfe von Zuhause mitbringen musst.

Schwarzer Mischling mit weißer Brust vor einem Berg
Ein Urlaub in den Bergen gefällt auch den Vierbeinern

Urlaub mit Hund im eingezäunten Ferienhaus

Wenn ihr als größere Gruppe oder Familie mit eurem Hund/euren Hunden verreisen wollt, dann ist ein Ferienhaus die richtige Unterkunft. Neben ausreichend Platz zum Wohnen haben Ferienhäuser oft einen weiteren Vorteil, nämlich ein eingezäuntes Grundstück. So kann dein Hund auch mal im Garten herumtoben, ohne dass du dir Sorgen machen musst, dass er ausbüxt.

Eine sehr gute Übersicht über hundefreundliche Ferienwohnungen und -häuser findest du auf Hundeurlaub.de

Reisen mit Hund

Wenn es um die Urlaubsplanung geht, muss nicht nur ein Reiseziel gewählt werden, sondern auch das passende Transportmittel. Ob Bus, Bahn, Auto, Wohnmobil oder Flugzeug, jede Art des Reisens bringt Vor- und Nachteile mit sich.

Grundsätzlich solltest du dich im Vorfeld um diese Dinge kümmern:

  • Besteht am Zielort oder bereits unterwegs in den öffentlichen Verkehrsmitteln Leinen- und/oder Maulkorbpflicht? Falls ja, solltest du dein Tier vorher daran gewöhnen.
  • Hast du alle notwendigen Utensilien besorgt?
    Das gewohnte Hundefutter ist dabei genauso wichtig wie Spielzeug, die Leine und der Heimtierausweis.
  • Gibt es am Urlaubsort für den Fall der Fälle einen Tierarzt?
    Spätestens jetzt ist es ebenfalls sinnvoll, sich Gedanken um eine Tierkrankenversicherung zu machen oder abzuklären, ob diese auch im Ausland greift.
Spielen und Wasser - eine hervorragende Kombination für jeden Labrador!
Der Urlaub bietet genug Zeit zum Spielen

Flugreisen lieber meiden

Mit dem Flugzeug zu verreisen, ist für viele Menschen aufregend. Während wir uns aber auf das freuen können, was uns am Urlaubsort erwartet, haben unsere Vierbeiner davon keine Ahnung. Vor allem für größere Hunde bedeutet das Fliegen großer Stress, da sie in einer Box im Frachtraum transportiert werden. Dort sind sie ganz auf sich alleine gestellt und müssen mit dem Lärm, fremden Personen im Abfertigungsbereich und ungewohnten Gerüchen wie dem Kerosin zurechtkommen. Das ist eine Situation, die man seinem besten Freund eigentlich nicht zumuten möchte, vor allem nicht für einen zwei- oder dreiwöchigen Urlaub.
Anders sieht es dagegen für Hunde aus, die inklusive der Transportbox nur 8 kg wiegen. Diese dürfen bei vielen Fluggesellschaften als Handgepäck mit in die Kabine genommen werden. Für sie ist der Flug meistens gut auszuhalten, weil sie mit ihren Menschen zusammen sind.

Das Fliegen mit dem Hund ist jedenfalls eine Sache, die gut überlegt und geplant werden will. Da der Stress für den Vierbeiner letztendlich sehr hoch ist, entscheiden sich die meisten Hundebesitzer dagegen.

Große Hunde werden als Sondergepäck im Frachtraum transportiert

Im Auto unterwegs

Im Gegensatz zum Fliegen ist das Reisen mit Hunden im Auto weitaus einfacher. Dazu musst du letztendlich nur wissen, ob dein Hund das Autofahren verträgt. Manchen Hunden wird es nämlich im Auto schlecht, andere haben Angst. Damit es zu keinen bösen Überraschungen kommt, solltest du ihn rechtzeitig an das Autofahren gewöhnen.
Bei längeren Fahrten ist es wichtig, dass du ausreichend Pausen machst, damit sich dein Hund erleichtern und die Beine vertreten kann. Bei hohen Temperaturen sind außerdem genügend Trinkmöglichkeiten notwendig. Wenn du deinen Hund unterwegs kurz im Auto alleine lassen möchtest, solltest du unbedingt daran denken, dass die Sonne den Wagen innerhalb kürzester Zeit extrem aufheizen kann.
Damit am Abreisetag alle Mitreisenden und das Gepäck Platz haben, ist es außerdem sinnvoll, das Auto einmal zur Probe zu beladen.

Mit Hund im Wohnmobil

Für das Reisen mit Hunden im Wohnmobil gelten ähnliche Voraussetzungen wie für das Reisen im Auto. In beiden Fällen ist eine ausreichende Sicherung deines Hundes notwendig, sei es mit einem Gurt oder einer Hundebox. Außerdem sollte dein Hund zumindest das Autofahren schon kennen, um sich auf der Reise wohlzufühlen.

Ein kleines, blondes Mädchen sitzt mit einem großen Hund mit rotem Tuch um in dem Kofferraum eines Autos zwischen Koffern.
Hund und Kind mit Gepäck im Kofferraum

Urlaub mit Hund am Meer

Am Strand rumzutoben, im Wasser zu planschen oder Löcher zu buddeln ist für die meisten Hunde eine große Freude. Wie praktisch, dass auch viele Zweibeiner ihren Sommerurlaub gerne am Meer verbringen, um sich die frische Luft um die Nase wehen zu lassen. In einigen Gebieten gibt es spezielle Hundestrände, an denen Vierbeiner ausdrücklich erlaubt sind. In anderen Regionen dürfen Hunde gar nicht oder nur zu speziellen Uhrzeiten mit an den Strand genommen werden.

Mit dem Hund an den Strand

Wenn du schon einmal mit deiner Fellnase durch die Wellen getobt bist, weißt du, wie lustig das ist. Doch nicht in allen am Meer gelegenen Ferienmetropolen sind Hunde willkommen.
Deshalb ist es sinnvoll, dass du dich schon im Vorfeld beim entsprechenden Tourismusbüro erkundigst, ob es spezielle Hundestrände oder Vorschriften gibt.
Natürlich ist weder ein Hundestrand noch ein normaler Strand ein Hundeklo. Deshalb sollte es selbstverständlich sein, dass du die Hinterlassenschaften deines Vierbeiners wegräumst. Solche Tretminen sind nämlich für alle Strandbesucher ein Ärgernis.

Zwei Hunde laufen im glasklaren Meerwasser
Im Meer die Pfoten abzukühlen, mag fast jeder Hund

Hundeparadies Borkum

Auf der Nordseeinsel Borkum ist das anders. Sie ist eine sehr Hundefreundliche Insel. Dass die Insulaner ein Herz für Hunde haben, macht sich schon während der Anreise bemerkbar. Auf Fähren und Katamaranen sind nur die gastronomischen Einrichtungen hundefreie Zone. Ansonsten darf der Vierbeiner gerne seine Schnauze in alles stecken, was ihn interessiert. Und auf der Insel gibt es extra gekennzeichnete Hundestrände, an denen die vierbeinigen Freunde zum Teil sogar ohne Leine herumtollen dürfen.

Es wird für jeden Hundebesitzer selbstverständlich sein, dass man die Hinterlassenschaften seines Tieres gewissenhaft entsorgt. Denn nicht nur am Strand verärgern solche hündischen Tretminen Nicht-Hundebesitzer und Herrchen gleichermaßen. Gerade in der Hauptsaison sollte natürlich jeder extra Rücksicht darauf nehmen, dass er nicht der einzige menschliche oder tierische Urlauber auf Borkum ist. Für viele Hundebesitzer unbegreiflich gibt es eben auch Menschen, die (manchmal nicht unberechtigt) Angst vor Hunden haben.

Ein Hund neben einem Schild "Hundestrand Borkum" am Strand
Einer der Hundestrände auf der Nordseeinsel Borkum

Neben den Hundestränden dürfen auch die hundefreundlichen Unterkünfte nicht fehlen. Dabei ist eine Ferienwohnung nicht mehr die einzige Alternative für Hundebesitzer. Auch einige Hotels haben Hund und Herrchen als ihr Klientel entdeckt. Das Hotel Tide42 auf Borkum bietet neben seinen hundefreundlichen Ferienwohnungen nun auch extra Hotelzimmer für Gäste mit Hund an. Das Arthotel Bakker geht sogar noch einen Schritt weiter. Es bietet seinen vierbeinigen Gästen und ihren Herrchen und Frauchen nicht nur extra dafür eingerichtete Zimmer an, sondern er gibt ihnen die Möglichkeit gemeinsam zu frühstücken. In der Kaffeebar kann das Frühstücksbuffet gemeinsam mit dem vierbeinigen Freund eingenommen werden.

Das sind nur ein paar Beispiele dafür, dass immer öfter sowohl menschliche als auch tierische Gäste in Hotels willkommen sind. Du musst damit auch mit deinem Hund nicht mehr auf einen Hotelservice verzichten. Für weitere Informationen rund um den Urlaub mit Hund auf der Nordseeinsel Borkum sind die Borkumtipps empfehlenswert.

Chihuahuas sind die kleinste Hunderasse der Welt
Auch mit mehreren Hunden ist es möglich, zu verreisen.

Mit dem Vierbeiner ins Ausland

Obwohl Deutschland wunderbare Regionen für den Urlaub mit dem Hund zu bieten hat, können auch andere Länder mithalten. Um mit deinem Hund ins europäische Ausland zu reisen, brauchst du einen EU-Heimtierausweis. Neben der gültigen Tollwutimpfung ist eine weitere Voraussetzung, dass dein Vierbeiner gechippt ist.
Willst du in Nicht-EU Länder reisen, gelten für die Einreise in diese Länder, aber auch für das Zurückkommen in die EU andere Vorschriften. Dafür erkundigst du dich am besten bei der Botschaften und/oder bei deinem Tierarzt.

Soll es mit deinem Hund nach Südeuropa gehen, kommen neben der Impfung noch weitere Vorbereitungen auf euch zu. In den südlichen Ländern besteht nämlich die Gefahr, dass sich dein Vierbeiner mit einer der sogenannten Mittelmeerkrankheiten infiziert. Diese werden größtenteils von Mücken oder Zecken übertragen. Deshalb ist es wichtig, dass du deinen Hund mit passenden Mitteln davor schützt. Welche am besten geeignet sind, solltest du mit deinem Tierarzt abklären.

Wer während seines Urlaubes nicht in Deutschland bleiben möchte oder auch lieber saubere Bergluft atmet, anstatt sich am Strand zu sonnen, dem sei ein Urlaub in Österreich ans Herz gelegt. Es ist sowohl mit dem Auto als auch mit dem Zug relativ zeitnah zu erreichen. In Österreich gibt es keine allgemeine Leinen- oder Maulkorbpflicht, was das Land für viele Hundebesitzer attraktiv macht.

Ein Hund rennt ohne Leine hinter seinem Ball her
Ohne Leine zu laufen, ist für Hunde das Größte

Gerade Kärnten ist nicht nur eine landschaftlich reizvolle Gegend, sondern auch sehr hundefreundlich. Auf der dortigen Webseite kaernten.at sind alle relevanten Informationen rund um einen Urlaub mit dem Hund in Kärnten zusammengetragen und können sogar als pdf heruntergeladen werden. Das beginnt bei den gesetzlichen Bestimmungen (EU-Heimtierausweis und Tollwutimpfung) und endet bei lohnenswerten Ausflugszielen, die du bequem mit Hund besichtigen kannst. Selbstverständlich findet man dort auch hundefreundliche Unterkünfte und Bademöglichkeiten.

Entspannen mit dem Hund

Du siehst, es ist nicht unmöglich, den vierbeinigen Freund mit in den Urlaub zu nehmen. Es ist nur ein kleines bisschen mehr Organisation im Vorfeld erforderlich. Aber diese lohnt sich in jedem Fall. Wenn du alle diese Tipps beherzigt hast, steht einem entspannten Urlaub mit Hund und Kegel nichts mehr im Weg!

Für interessante Tipps und Tricks rund um das Reisen mit einem oder mehreren vierbeinigen Freunden, sei dir auch der Beitrag von reiseaufnahmen.de ans Herz gelegt: Warum Urlaub mit Hund glücklich macht.

Entspannter, schlafender Hund am Sandstrand mit blauem Himmel
Schlafender Hund am Strand im Urlaub

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Bildcredit: (c) javier brosch - Fotolia.com

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Über Nima Ashoff 34 Artikel

Ich bin Nima und lebe zusammen mit drei liebenswerten Hunde-Mädels. Als ausgebildete Hundetrainerin liegt mir ein respektvoller Umgang mit unseren Vierbeinern sehr am Herzen.

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