Häftlinge und Hunde hinter Gittern

Hunde spielen in manchen Gefängnissen eine wichtige Rolle

Wieso eine Person inhaftiert wird, kann die verschiedensten Gründe haben, von leichten Delikten bis hin zu schweren. Hinter Gittern erwatet die Häftlinge kein Zuckerschlecken. Der Gefängnisalltag ist geprägt von Einsamkeit und oftmals auch Langeweile. Da stellt sich die Frage, wie sich die Inhaftierten einerseits sinnvoll beschäftigen und andererseits wieder in die Gesellschaft eingliedern lassen.

Genau an diesem Punkt kommen Hunde ins Spiel. In diesem Artikel stelle ich dir verschiedene Projekte vor, bei denen Häftlinge mit Hunden im Gefängnis arbeiten.

Häftlinge bilden Hunde aus

In den USA werden in einem Gefängnis Hunde aus dem Tierheim von den Insassen zu Assistenzhunden ausgebildet. Damit verbunden ist eine große Verantwortung. Deshalb dürfen an diesem Programm nur Häftlinge teilnehmen, die sich tadellos benehmen. Ihnen bietet sich durch diese Aufgabe die Chance, der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Gleichzeitig werden sie bei der Arbeit mit den Tieren mit ihren eigenen Gefühlen konfrontiert und bekommen so wieder Zugang zu sich selbst. Damit beide Seiten, Häftlinge und Hunde, ausreichend betreut werden, steht ihnen eine professionelle Hundetrainerin zur Seite. 

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Bei den Vierbeinern handelt es sich um solche, die schwer zu vermitteln sind. Durch die Ausbildung soll sich ihre Chance erhöhen, ein schönes Zuhause zu finden.

Blindenhund in der Stadt
Zu den Assistenzhunden gehören zum Beispiel Blindenführhunde

Am Ausbildungsende werden sie geprüft. Fertige Assistenzhunde können dann vermittelt werden. Eignet sich ein Tier nicht dafür, werden mit ihm zumindest wichtige Grundkommandos trainiert – auch das ist eine Menge wert.

Tierischer Besuch  

Ebenfalls tierisch geht es bei Gefängnisprojekten im ungarischen Debrecen, im italienischen Bollate und in Freiburg zu.

Im Gefängnis von Debrecen kommen einmal pro Woche Hunde aus dem nahegelegenen Tierheim zu Besuch. Begleitet werden sie von Hundetrainern, welche die Häftlinge beim richtigen Umgang mit den Tieren unterstützen. Ziel ist es, den Inhaftierten auf diese Weise bei der Resozialisierung zu helfen. Das passiert unter anderem dadurch, dass ihnen die Hunde ihr eigenes Verhalten widerspiegeln. So haben sie die Möglichkeit, Fehlverhalten zu erkennen und etwas daran zu ändern. Viele der „harten Kerle“ bauen innerhalb kurzer Zeit eine enge Beziehung zu den Vierbeinern auf und es entstehen neue Freundschaften.

In der Haftanstalt von Bollate bei Mailand dreht sich ebenfalls einiges um Hunde. In diesem Gefängnis können die Häftlinge an einem professionellen Kurs für Hundesitter teilnehmen, der speziell für sie entwickelt wurde. Mit diesem Projekt werden gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Mischlingshund an Kette hinter Zaun
Auch die Tiere führen ein Leben hinter Gittern, das verbindet sie mit den Häftlingen.

Die Inhaftierten lernen, Verantwortung zu übernehmen, tolerant und geduldig zu sein. Die Tiere schenken ihnen zudem Zuneigung, unabhängig davon, was sie getan haben. 

Für die Gefangenen bietet sich durch die Berufsausbildung zum Hundesitter die Chance, anschließend eine bezahlte Beschäftigung zu finden. Über die Teilnahme erhalten sie ein Zertifikat, mit dem ihre Qualifikation bescheinigt wird.

In der Justizvollzugsanstalt Freiburg ist es der Verhaltenstrainer Thomas Bierer, der mit seinen Hunden zu Besuch kommt. Die Häftlinge dürfen mit ihnen kuscheln und innerhalb der JVA Gassi gehen, natürlich unter Aufsicht. Die Tiere spenden ihnen Trost und Wärme – ein wohltuender und wichtiger Kontrast zum tristen, einsamen Gefängnisalltag.

Ehrlichkeit und Emotionen

Hunde sind ehrlich und spielen uns nichts vor. Sie zeigen deutlich ihre Angst oder Aggression, Zuneigung oder Abneigung. Genau dadurch können die Gefangenen eine Menge lernen. Nicht nur über die Tiere, sondern auch über sich selbst. Viele der Tiere sitzen zudem in Tierheimen und somit ebenfalls in einer Art Gefängnis. Eine weitere Gemeinsamkeit, die beiden Seiten verbindet.

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Projekte wie diese können viele positive Folgen nach sich ziehen, für die Häftlingen und die Hunde. Wichtig ist dabei stets, dass erfahrene Betreuer anwesend sind, um das Wohl der Tiere sicherzustellen. 

Wie gefallen dir diese Projekte?

Hältst du es für eine gute Idee oder hast du Bedenken? 

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Bildcredit: (c) damedeeso - depositphotos.com


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Über Nima 263 Artikel
Ich bin Nima und lebe zusammen mit zwei liebenswerten Hunde-Mädels. Als ausgebildete Hundetrainerin liegt mir ein respektvoller Umgang mit unseren Vierbeinern sehr am Herzen.

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