Gemeinsam fit durch den Sommer – ein kleiner Ratgeber zum Joggen mit Hund

Wenn du in der sonnigen Jahreszeit die gemeinsame Zeit mit deinem Hund gern aktiv verbringen möchtest, dann könnte gemeinsames Laufen eine tolle Möglichkeit für euch sein. Damit die Joggingtouren sowohl für Menschen als auch für Vierbeiner ein voller Genuss werden, solltest du jedoch einige Dinge beachten. Der folgende Ratgeber beantwortet dir alle wichtigen Fragen rund ums Thema Joggen mit Hund und gibt dir allerlei Tipps mit an die Hand.

Welche Voraussetzungen sollte ein Hund zum Joggen erfüllen?

Joggen mit Hund kann eine wunderbare Sache sein, aber das geht natürlich nicht mit jedem Vierbeiner. 

Wichtig ist zunächst, dass dein Hund ausgewachsen ist. Denn in der Wachstumsphase ist der Knochenbau in vollem Gange und damit das gesamte Knochengerüst noch nicht ausreichend entwickelt. Bei kleineren Rassen dauert die Entwicklung ca. bis zum vollendeten ersten Lebensjahr. Bei Welpen einer größeren Rasse solltest du bis zum Ende des zweiten Lebensjahres warten, bevor ihr gemeinsam ins Jogging-Abenteuer startet. Erst dann ist der Körperbau und Knochenaufbau abgeschlossen und der Beanspruchung beim gemeinsamen Laufen gewachsen.

So gerne Welpen natürlich herumrennen, zum Joggen solltest du sie auf keinen Fall mitnehmen!
So gerne Welpen natürlich herumrennen, zum Joggen solltest du sie auf keinen Fall mitnehmen!

Gesundheitscheck beim Tierarzt

Wichtig ist zudem, dass dein Hund gesund ist. Damit dein Vierbeiner dieser körperlichen Aktivität gewachsen ist und keine gesundheitlichen Schäden davonträgt. Übergewicht ist zum Beispiel ein K.O.-Kriterium. 

Am besten lässt du deinen Hund vorab von einem Tierarzt abchecken, bevor ihr mit der Vorbereitung zum gemeinsamen Laufen startet. Ein HD Check und eine Überprüfung der Gelenke sind für alle joggenden Hunde ein Muss. Bei Diagnosen wie Hüftdysplasie oder Arthrose beispielsweise ist Lauftraining ein absolutes No Go. 

Auch das Alter solltest du im Blick haben. Wenn dein Hund bereits ein echter Senior ist, solltest du ihm lieber Ruhe gönnen, statt ihn zum Joggen mitzunehmen. Diese Einschränkungen solltest du zwingend beachten, wenn dir die Gesundheit deines Hundes am Herzen liegt.

So sehr es dich und deinen Hund vielleicht auch schmerzt: für die meisten Hundesenioren ist Joggen nicht geeignet.
So sehr es dich und deinen Hund vielleicht auch schmerzt: für die meisten Hundesenioren ist Joggen nicht geeignet.

Ist jede Hunderasse als Laufpartner geeignet?

Nein, leider sind nicht alle Hunde zum Joggen geeignet. Rassen wie der Mops oder die Englische Bulldogge zum Beispiel, welche mit Brachyzephalie zu kämpfen haben, sind gänzlich ungeeignet für den Laufsport. Sie bekommen schlicht zu wenig Luft. 

Lauffreudige Hunde wie Husky, Australian Shepherd, Retriever oder andere Jagdhunde hingegen eignen sich bestens für die gemeinsame Bewegung. Diese Hunde sind sehr bewegungsfreudig und toben gern und werden dich daher mit Sicherheit freudig beim Laufen begleiten. Natürlich solltest du außerdem auf die spezielle Individualität deines Hundes und seine Kondition achten. Denn kein Vierbeiner ist wie der andere und nicht jeder ein geeigneter Begleiter.

Tipps für das Joggen mit Hund

Eines Umstandes solltest du dir bewusst sein, wenn du mit deinem Hund joggen möchtest: Du steigst selbst nicht von 0 auf 100 ins Training ein. Also solltest du das mit Hund ebenso nicht tun und dir einen Trainingsplan überlegen.

Wie steige ich am besten ins Training ein? Anstrengung richtig dosieren

Wähle am Anfang am besten leichte Touren mit geringer Distanz und ohne große Anstiege. Starte mit kurzen Strecken und Laufeinheiten sowie mit moderatem Tempo. 

Hund und Halter joggen zusammen.
Mit der passenden Ausrüstung und einem durchdachten Training macht gemeinsamer Sport richtig Spaß!

Gut angehen lässt sich das Joggen mit Hund zu Beginn überdies in Intervallen. Joggt etwa einen Kilometer, anschließend geht ihr einen Kilometer im normalen Gassi-Tempo. Diese Intervalle von “Bei Fuß laufen” und “Bei Fuß gehen” kannst du langsam steigern. Irgendwann habt ihr beide so viel Fitness aufgebaut, dass ihr zusammen die gesamte Laufstrecke in einem Stück absolvieren könnt. 

Kondition beachten: Pausen sind wichtig beim Joggen mit Hund!

Plant ausreichend Pausen bei euren Joggingrunden ein. 

Ebenso sind freie Tage ohne Training zwischendurch wichtig dafür, die Freude an der Bewegung nicht zu verlieren. Deine Muskeln müssen sich zwischen den Trainings erholen. Demzufolge verhält es sich mit der Muskulatur deines Hundes ebenso. 

Außerdem sollte dein Hund vor jeder Joggingrunde eine herkömmliche Gassirunde zum Lösen und Schnüffeln bekommen, denn dafür ist beim Joggen meist keine Zeit. Nur so kann dein Hund beim Joggen mit dir vollkommen entspannt sein und Mensch und Tier können die Vorteile am gemeinsamen Ausdauertraining genießen.

Die perfekten Temperaturen: Wann gehe ich am besten mit meinem Hund joggen?

Du solltest neben eurem Gesundheitszustand stets auf die Außentemperatur achten. Liegen diese zwischen -5°C und +20°C, dann ist es optimal. An heißen Hochsommertagen solltest du also unbedingt komplett aufs Joggen verzichten. Auf pralle Mittagssonne sowieso immer. Denn es droht schneller die Gefahr von einem Hitzschlag als dir lieb ist. 

Ein Hund schaut zufrieden aus dem Pool
Es gilt: wenn du lieber in den Pool gehen würdest, um dich abzukühlen, solltest du auch nicht mit deinem Hund joggen gehen!

Wähle daher an wärmeren Tagen die frühen Morgenstunden oder die späteren Abendstunden für eure Runde. In dieser Zeit ist es deutlich kühler. Wenn das im Alltag für dich nicht praktikabel ist, dann verzichte lieber auf den gemeinsamen Sport.

Achte bitte unbedingt auch an Sommerabenden auf die Pfoten deines Lieblings! Asphalt heizt sich schnell auf und bleibt lange warm. Das kann die Hundepfoten ernsthaft verbrennen.

Trinken zwischendurch nicht vergessen!

Sorge dafür, dass sowohl du als Halter als auch dein Hund bei längeren Touren zwischendurch ausreichend trinkt. Das ist wichtig, damit der Kreislauf nicht schlapp macht. Eines solltest du nämlich nicht vergessen, denn der Schein trügt oftmals: Viele Hunde laufen selbst noch scheinbar gern mit Herrchen und Frauchen mit, obwohl sie längst schon nicht mehr können oder Durst haben. Du solltest daher genau auf die körperlichen Signale deines Hundes achten und das Training umgehend stoppen, wenn du merkst, dass es genug für deinen Liebling ist. Trinkpausen solltest du bereits einlegen, noch bevor dein Hund offensichtlich nach diesen verlangt.

Die richtige Ausrüstung

Je nachdem, ob dein Hund frei laufen kann oder die gesamte Zeit an der Leine bleiben muss, brauchst du eine unterschiedliche Ausrüstung. Beim Laufen an der Leine ist ein gut sitzendes Brustgeschirr, das die Anatomie deines Hundes beachtet, ein Muss. Du kannst dabei ein normales Hundegeschirr nutzen oder ein spezielles Laufgeschirr. Als Leine eignen sich spezielle Joggingleinen, die mit einem Bauchgurt verbunden sind. Ein Ruckdämpfer zwischen Hund und Leine schützt deinen Rücken, wenn sich eure Laufgeschwindigkeit einmal deutlich unterscheiden sollte. 

Ein Hund zieht beim Canicross seinen Menschen.
Mit der richtigen Ausrüstung macht gemeinsamer Sport noch mehr Spaß.

Fazit: Joggen mit Hund kann jede Menge Spaß bringen!

Ist dein Hund ausgewachsen, gesund und hat einen ausgeprägten Bewegungsdrang, dann kann Joggen eine wunderbare gemeinsame Aktivität sein. Sie kann eure Bindung stärken und aus euch ein tolles Team machen.

Wichtig ist, dass du und dein das Joggen langsam anfangt. Legt regelmäßige Pausen für Trinken und Schnüffeln ein. Und achtet immer auf die Außentemperaturen. Beim Beachten dieser Punkte und den Tipps für das Gewöhnungstraining steht gemeinsamem Spaß in der Natur nichts mehr im Wege! 

Wie ist das bei Dir und Deinem Liebling?

Habt ihr schon eigene Erfahrungen mit diesem Thema oder Produkt gemacht?

Wir freuen uns über jeden Kommentar mit Erlebnissen, Anmerkungen oder Gedanken von Dir!

Bild:

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