Isländer Steckbrief

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Isländer sind lustige Gesellen, die erstaunliche Leistungen vollbringen können. Die Ponys sind nicht nur für Kinder ideale Reitpartner, sondern auch für Erwachsene. Das Besondere an den Islandpferden sind die Gangarten. Erfahre in diesem Beitrag alles über die Geschichte, den Charakter und was es sonst noch so rund um den Isländer zu wissen gibt. [Artikel lesen]

Steckbrief Isländer

Einzelheiten zur Pferderasse Isländer
Stockmaß 125 bis 148 Zentimeter
Gewicht ca. 300 bis 500 kg
Fellfarben und -zeichnungen alle Farben, auch Schecken sind erlaubt, nur Tigerschecken sind unerwünscht
Aussehen Man unterscheidet zwischen dem alten und dem neuen Typ. Der alte Typ war deutlich kleiner und kompakter. Der moderne Typ ist größer und eleganter gebaut. Die Pferde haben einen feinen Kopf, große, wache Augen, dünnwandige Ohren und weite Nüstern. Der Hals ist schlank und hoch aufgerichtet. Typisch ist der kräftige Körperbau und das muskulöse Fundament. Starke Gelenke und kräftige Sehnen runden das Bild ab.
Charakter und Wesen Die ausdauernden und temperamentvollen Ponys sind mutig und sehr fröhliche Partner. Isländer sind zuverlässig und leicht-trittig. Sie zeichnen sich durch Genügsamkeit, eine sehr gute Auffassungsgabe und Charakterstärke aus. Die Ponys sind selbstständig und haben ihren eigenen Willen.
geeignet für Freizeitpferd, Trekkingpferd, für verschiedene Reitsportarten mit speziellen Gangarten geeignet
Typ/ Art Ponys und Kleinpferde
Herkunftsland Island
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Kaum eine andere Pferderasse ist so flexibel einsetzbar und vielseitig wie die Isländer. Isländer sind begabte Pferde, die mehr als drei Gangarten beherrschen. Neben den üblichen Gangarten Schritt, Trab und Galopp können Isländer auch noch Tölt und Rennpass gehen. Dabei sind die pfiffigen Ponys sehr gutmütig, intelligent, sozial und leicht zu händeln. Ihr Charakter ist ausgeglichen und freundlich. Durch ihre Entwicklungsgeschichte sind Isländer sehr zäh, robust und unabhängig. Die Pferde gelten als gesund und nervenstark. Lediglich Sommerekzeme sind in der Rasse möglich. Das Sommerekzem kommt durch eine Allergie auf eine Gnitzenart, die auf Island nicht heimisch ist.

Beeindruckend ist auch die Schönheit der Tiere. Isländer gibt es in 40 offiziell geführten Grundfarben, zu denen sich weitere 100 Farbvarianten gesellen. Die Menschen in Island sind der Meinung, dass die Farbe eines Pferdes dessen Persönlichkeit widerspiegelt.

Isländer Pferde sind sehr spätreif. Erst mit sieben Jahren sind die Pferde ausgewachsen, werden dafür aber locker 35 Jahre. Die Einsatzbereiche für die kleinen, robusten Witzbolde reichen vom Freizeitbereich bis zu verschiedenen Sportarten.

Bilder von Isländer

 

Geschichte der Isländer

Ihren Namen haben die Isländer natürlich vom Landstrich erhalten, in dem sich die Rasse entwickelt hat und in dem sie heimisch ist. Es wird vermutet, dass das Island-Pferd auf das Germanenpony und das Keltenpony zurückgeht. Im 8. Jahrhundert sollen norwegische Bauern mit Drachenbooten ihre Heimat auf der Suche nach neuem Land verlassen haben. Der Wikinger Ingólfur Arnason, der die Landnahme Islands begonnen hatte, steuerte mit einigen Anhängern die Insel an. Die Männer nahmen neben Vieh und Hausrat auch ihre Pferde mit in die neue Heimat. Diese entsprachen den Germanenponys. Nicht alle Pferde überlebten die Überfahrt und so ersetzten die Wikinger die fehlenden Pferde in Nordschottland mit dem Keltenpony. Mit den Wikingern zog auch die alte Religion nach Island, nach der das Pferd ein heiliges Tier war. Das Pferd war ein Symbol der Fruchtbarkeit und das Sinnbild der Dichtkunst. In der neuen Heimat Island wurde das Pferd zum Würdezeichen der Anführer und zum Machtsymbol.

Auf Island war das Leben untrennbar mit den Pferden verbunden, denn die Insel wäre ohne Pferde nicht bewohnbar gewesen. In dem rauen Land waren die Menschen auf einen treuen Freund angewiesen. Die Verbindung zwischen den weit entfernten Siedlungen war nur mit Pferd möglich. Die Pferde waren aber nicht nur Reisegefährten, sondern wurden auch für den Transport von Heu und Holz eingesetzt. Außerdem trugen sie die Toten zur letzten Ruhestätte. Einer Überlieferung nach soll das isländische Parlament schon im Jahr 930 die Einfuhr weiterer Pferde verboten haben. Dadurch wurden die Isländer Pferde über fast 1.000 Jahre reingehalten. Isländer sind die älteste bekannte Reinzucht der Welt.

Neben der Arbeit wussten die Isländer natürlich auch zu feiern. Die Rahmenprogramme solcher Feiern bestanden aus Spielen und Unterhaltung jeder Art. Unter anderem wurden auch Hengstkämpfe durchgeführt. Die grausamen Kämpfe der extra dafür gezogenen Kampfhengste wurden 1592 durch eine Synode des Klerus verboten.

Der Bestand an Islandpferden wurde durch den größten Vulkanausbruch im Süden von Islands dezimiert. Von einst etwa 32.000 Pferden überlebten nur etwa 8.500 Tiere. Dabei war es weniger der direkte Vulkanausbruch, an dem die Tiere starben, sondern die vom Ascheregen vergifteten Weiden.

Mit dem Beginn der Industrialisierung nahm auch der Bestand an Islandpferden ab. Es begann die schlimmste Zeit für das Wikingerpferd, das einst Dichter beflügelte. Das Pferd, das bisher Freund und Kamerad war, musste hart arbeiten und wurde in Erz- und Kohleminen eingesetzt, wo sie oft erblindeten. Sie wurden ausgebeutet und schlecht gepflegt.

Im Jahr 1909 wurde in Island ein offizielles Pferde-Importverbot erlassen. Mit dem Einsetzen der Motorisierung erinnerten sich plötzlich einige Pferdefreunde der glorreichen Vergangenheit der Isländer-Pferde. Der Isländer wurde erneut zum Statussymbol. Reiten wurde zum Volkssport, man gründete Vereine, „Hestamót“ – Pferdetreffen – wurden eingeführt und es wurde darauf geachtet, dass die Isländer fachgerecht geritten wurden. Heute sind fast 7.000 Reiter in den verschiedensten Vereinen organisiert. Alle Reitvereine Islands sind im „Nationalen Reitclub-Verband“ vereint. Dieser Verband organisiert seit 1950 auch das Landsmót, das isländische Landestreffen der Pferdezüchter und -reiter, welches alle vier Jahre stattfindet. Das Treffen ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt.

Noch heute werden viele Herden im Sommer ohne Aufsicht auf den Weiden im Hochland sich selbst überlassen, bevor sie im September zurück in die Ställe kommen.

In den 50er und 60er Jahren gab es einen regelrechten Boom beim Pferdeexport. Besonders Deutschland war Abnehmer von Isländern. Hier waren die Pferde als Freizeitpferde besonders beliebt. Im Jahr 1967 wurde auch in Deutschland ein Verein gegründet, der Bundesverband IPZV e.V. Bekannte Reiter wie Walter Feldmann und Hans Georg Gundlach entwickelten aus der Dressurreiterei das Reiten für Gangarten.

Interessantes und Wissenswertes

Isländer gehören zu den bekanntesten und interessantesten Pferderassen der Welt. Es ist also nicht verwunderlich, dass es über die Pferde viel zu erzählen gibt. Um kaum ein anderes Pferd ranken sich so viele Sagen und Geschichten wie um den Isländer. Bei so einem tollen Pferd ist es ganz klar, dass sich in Deutschland viele Liebhaber der Rasse verschrieben haben und sie auch züchten.

Literaturtipps

Es gibt wunderschöne Bücher zum Isländer. Nicht nur Bücher, in denen Reitweisen erklärt und die Pferde vorgestellt werden, sondern auch Reiseberichte von Wanderritten auf Isländern quer durch Island. Jedes der Bücher ist ein besonderer Genuss und ein unbedingtes Muss, wenn du zum Isländer-Fan werden möchtest.

Stand: 3.08.2020

 

 

Züchterverzeichnis der Isländer

Im Juni 1968 wurde in Deutschland die Island-Pferde-Züchter und Besitzervereinigung e.V. (IPZV) gegründet. Möchtest du dir einen Isländer zulegen, findest du bei dem Verband immer Adressen von Gestüten und Züchtern für Isländer. Einige Züchter wollen wir dir aber auch hier nennen:

Leider gibt es auch immer wieder Isländer in Not. Nicht immer ist es die Schuld der Besitzer. Manchmal haben sich die Lebensumstände so geändert, dass der Besitzer dem Pony nicht mehr gerecht werden kann. Möchtest du dich für ein solches Islandpferd entscheiden, findest du bei der Isländernothilfe immer Pferde, die zu vermitteln sind.

Isländer in Film und Fernsehen

Ja, die pfiffigen und freundlichen Isländer haben es in den Film geschafft. Und zwar nicht in irgendeinen Film, sondern in die berühmten Immenhof-Filme. In den Immenhof-Filmen standen Isländer das erste Mal vor der Kamera und eroberten im Sturm die Herzen der Zuschauer. Begonnen hat alles im Jahr 1955 mit „Die Mädels vom Immenhof“. 1956 folgte „Hochzeit auf Immenhof“, 1957 „Ferien auf Immenhof“, 1973 „Die Zwillinge vom Immenhof“. Im Jahr 1974 gab es den bisher letzten Film „Frühling auf Immenhof“.

Im Familiendrama „Hördur“ geht es um ein rebellisches Mädchen, dass während ihrer Sozialstunden auf einem Pferdehof die Liebe zu den Pferden und ihre Leidenschaft fürs Reiten entdeckt. Besonders die Bindung zum Isländer „Hördur“ hilft dem Mädchen Aylin, wieder zurück ins Leben zu finden.

1998 gab es eine Miniserie für Kinder mit dem Titel „Der Geisterreiter – Abenteuer in Island“. Der Besitzer einer einsamen Pferdefarm in Island organisiert Abenteuerurlaube für Touristen. Nach seinem Tod übernehmen seine beiden Söhne und die Witwe die Organisation. Mit Isländern geht es quer über die Insel und dabei entstehen auch erste Liebeleien.

Isländer spielten aber nicht nur in Kinderfilmen eine wichtige Rolle. In der Komödie „Von Menschen und Pferden“ dreht sich alles um die Isländer. Die Bewohner eines etwas abseits gelegenen Tals in Island haben nichts zu tun und beobachten deshalb die Pferde und ihre lieben Nachbarn.

Möchtest du mehr über die Pferde erfahren, solltest du dir unbedingt den Film „Pferde – Isländer Feuer und Eis“ bei Youtube anschauen. Es ist unheimlich beeindruckend, wie die Pferde in Island gehalten und gezüchtet werden.

Bezaubert von der Schönheit und dem eindrucksvollen Charakter der Isländer war auch Drew Doggett. Der preisgekrönte Fotograf hat die Isländer in seiner Fotoserie „Im Reich der Legenden“ festgehalten. Im Film „In the Realm of Legends“ zeigt Doggett die unvergleichliche Schönheit von Island und seinen Pferden.

Der „Im Bann der Pferde – Island“ von Lisa Eder erzählt vom Leben des Pferdezüchters Garoarsson und seiner Familie. Der Züchter möchte mit seinem 13-jährigen Sohn einen Ritt vom ewigen Eis der Gletscher an die Küste wagen. Der Film porträtiert das Leben der Familie mit den Isländern und zeigt dabei eindrucksvolle Bilder von einer mystischen Landschaft auf der größten Vulkaninsel der Welt.

In Island, im Land der Elfen und Trolle, werden die Pferde besonders verehrt. Ein Vorgänger der Isländer soll Sleipnir gewesen sein. Sleipnir ist das achtbeinige Pferd des Gottes Odin, dem obersten Gott in der Edda. Skinfaxi und Hrimfaxi sind die Pferde der Götter für Tag und Nacht. Auch sie sollen Vorgänger der Isländer sein. Nicht ohne Grund werden die Isländer noch heute als die Lieblinge der Götter bezeichnet.

Hinweise zur Haltung von Isländern

Jedes Pferd ist einzigartig, egal, welcher Rasse es angehört. Und egal wie lang oder kurz der Stammbaum ist, hat jedes Pferd ähnliche Bedürfnisse. Die gilt es, zu befriedigen, um ein glückliches Pferdeleben zu ermöglichen.

Daher findest du im folgenden Abschnitt ein paar allgemeine Hinweise zur Haltung von Pferden.

Pferdehaltung

Wie eingangs erwähnt, ist zwar jedes Pferd eines mit ähnlichen Bedürfnissen wie denen nach Nahrung, Bewegung und Sozialkontakten. Doch je nachdem für welche Aufgabe die Pferderasse anfangs gezüchtet worden ist gibt es doch viele verschiedene Charaktereigenschaften: manche sind als Sportpferde gezüchtet und brauchen mehr Bewegung als andere und manche sind eher geruhsame Arbeitstiere. Denk nur daran, dass die Einteilung in Kaltblüter, Warmblüter und Vollblüter vor allem nach dem Temperament getroffen wird.
Es kommt also auch bei unseren Pferden immer auf das einzelne Lebewesen an. Denn nicht alle Shire Horse sind nervenstarke Riesen und nicht jeder Araber ist ein ausdauernder Renner.

Wenn du noch ganz am Anfang stehst, dann solltest du diesen Ratgeber lesen:

 

Wenn du dich dann für ein Pferd entschieden hast, helfen dir sicherlich diese Ratgeber zur Pferdehaltung und Ausstattung weiter und beantwortet deine Fragen:

Pflege und Ernährung

Egal ob du einen großen Kaltblüter oder ein kleines Pony dein Eigen nennst: Jedes Pferd braucht eine gewisse Pflege, um gesund zu bleiben. Insbesondere die Hufe bedürfen deiner besonderen Aufmerksamkeit. Was du beachten solltest, kannst du hier in den Tipps zur richtigen Pferdepflege nachlesen.

Außerdem stärkst du auch mit einer regelmäßigen Fellpflege deine Bindung zu deinem Vierbeiner. Schließlich ist das gegenseitige Beknabbern des Fells eine oft gesehene soziale Interaktion zwischen Pferden.

Neben der Fell- und Hufpflege ist auch die artgerechte und ausgewogene Ernährung wichtig für ein kraftvolles Immunsystem und ein langes und zufriedenes Pferdeleben. In unseren Ernährungsratgebern findest du hilfreiche Tipps:

 

Pferdeversicherungen

Bei Hund, Katze, Maus mag der eine oder andere Besitzer sich noch Gedanken über den Sinn und Unsinn einer Krankenversicherung machen. Schließlich sagt man Katzen nach, sie hätten neun Leben und würden immer auf ihre Füße fallen. Und die Kosten für den Tierarztbesuch mit einem Meerschweinchen mögen in einem erschwinglichen Rahmen bleiben. Doch schon bei einer Hundehaftpflicht sieht die Sache anders aus. Und erst recht, wenn es um ein großes Tier wie ein Pferd geht.

Solltest du dir also Gedanken über eine Pferdekrankenversicherung oder eine OP-Versicherung für deinen Vierbeiner machen oder dich fragen, was es eigentlich alles für Versicherungen rund um dein Pferd gibt, dann findest du in diesem Ratgeber hilfreiche Informationen und weiterführende Links zu all unseren Pferdeversicherungsratgebern:

 

Und wie ist das bei Dir?

Hast Du Erfahrungen mit Koniks?

Oder Fragen zu dieser Pferderasse?

Wir freuen uns immer über jeden Kommentar!

 

Quellen und weiterführende Links:

Bildcredit: (c) AlexGukBO - depositphotos.com

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