Diät-Katzenfutter: was es zu beachten gibt

Eine Dose Katzenfutter mit einem Teller mit Bröckchen davor.
Aus verschiedenen Gründen kann es sinnvoll sein Diät-Katzenfutter zu füttern

Katzen machen sich sicherlich wenig Gedanken um ihr Gewicht. Sie stehen nicht vor dem Spiegel und sagen sich, dass sie für die Bikini-Figur noch ein paar Pfunde verlieren müssten.

Dennoch kann es verschiedene Gründe geben, warum ein Stubentiger eine Diät benötigt. Ein Grund auf bestimmte Dinge im Katzenfutter zu verzichten sind Futtermittelunverträglichkeiten oder -Allergien und ein anderer Erkrankungen, bei denen auf das Einhalten einer Diät geachtet werden sollte. Doch auch Übergewicht und Fettleibigkeit ist bei Katzen zu finden. Und wie auch beim Menschen kann das andere gesundheitliche Probleme nach sich ziehen.

Katzendiät für übergewichtige Stubentiger

Sicherlich gibt es in der freien Wildbahn eher selten übergewichtige Katzen. Denn Wildkatzen müssen jagen um satt zu werden. Dabei werden in der Regel kleine Säugetiere wie Mäuse und Kaninchen oder auch Insekten gefressen. Das heißt es gibt über den Tag verteilt viele kleine Portionen.

Auch Katzen genießen einen schönen Wintertag.
In freier Wildbahn jagen Katzen ihr Futter selber und werden selten dick.

Unsere Stubentiger haben es – egal ob Freigänger oder reine Wohnungskatze – wesentlich einfacher. Sie bekommen ihr Futter serviert ohne sich dafür anstrengen zu müssen. Manch eine Mietze hat 24 h am Tag Zugang zu ihrem Fressen. Das stellt kein Problem dar, so lange die Katze noch ihr natürliches Sättigungsgefühl hat. Dann frisst sie auch nur so viel, wie sie braucht, um ihren Energiebedarf zu decken.

Doch gerade Fellnasen aus dem Tierheim haben durch Futterneid und Kämpfe um das Futter kein natürliches Sättigungsgefühl mehr. Sie fressen so viel sie können, wann sie können. Schließlich wissen sie ja nicht, wann jemand kommt, um es ihnen wieder weg zu nehmen.

Dazu kommt, dass reine Wohnungskatzen oft nicht mehr aus wirklichem Hunger heraus fressen, sondern oft aus Langeweile.  Und wer hat seiner maunzenden Katze nicht schon mal Leckerlies gegeben anstatt mit ihr zu spielen, damit sie Ruhe gibt?

Wenn all diese Komponenten gemeinsam auftreten (Überangebot an Futter, Mangel an Bewegung, fehlendes Sättigungsgefühl), dann kann manche Katze schon etwas aus dem Leim gehen. Wie auch bei uns Menschen kann Übergewicht bei Katzen auf Dauer die Gelenke schädigen, belastet das Herz-Kreislauf-System und verkürzt die Lebensdauer.

Katze auf Diät – aber richtig!

Wie auch beim Menschen gilt es auch bei Katzen einiges zu beachten, wenn sie auf Diät gesetzt werden soll.

Am wichtigsten ist es zu wissen, dass du deine Katze niemals auf eine Nulldiät setzen darfst! Auch FDH kann zu lebensgefährlichen Komplikationen führen. Denn eine Katze ist ein Jäger. Als solcher ist ihr Organismus darauf ausgelegt, dass er genügend Eiweiß zugeführt bekommt. Passiert dies nicht, wird ziemlich schnell (innerhalb weniger Tage!) der körpereigene Fetthaushalt angegriffen. Dieser stellt genügend Energie zur Verfügung, um jagen gehen zu können und dem Körper damit neues Eiweiß zuführen zu können.

Bei einer Nulldiät oder FDH bleibt diese Nahrungszufuhr aus. Der Katzenkörper reagiert darauf mit eine Entgleisung des Fettstoffwechsels. Die Leber kann die große Menge an Fett nicht mehr umwandeln und lagert sie ein. Die so entstehende Fettleber kann ihre normalen Funktionen nicht mehr erfüllen. Es kommt zu einer hepatischen Lipidose, die unbehandelt relativ schnell in einem Leberversagen und dem Tod der Katze endet.

Eine Katze hockt vor ihrem Napf und frisst
Mit gutem und hochwertigem Katzenfutter kann deine Katze ein langes und gesundes Leben führen

Wichtiger als eine schnelle Gewichtsreduktion ist eine konsequente Umstellung der Lebensweise. Dabei ist hochwertiges Katzenfutter genaus so wichtig, wie eine ausreichende Beschäftigung deiner Katze. Hier findest du einen Ratgeber zu Diät-Katzenfutter von Futterhaus bei dem du auch verschiedene Diät-Futtersorten findest.

Da es sowohl auf eine langsame Reduktion des Futters als auch auf ausreichende Bewegung ankommt, gibt es einige Hilfsmittel, die dir die Diät deiner Katze erleichtern:

Wenn du ein kleines bisschen technisch begabt bist (oder jemanden kennst, der das ist), dann kannst du deine Katze auch trainieren so einen modifizierten Futterautomaten zu benutzen:

Damit schlägst du gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Durch das Klickertraining ist deiner Katze nicht mehr langweilig und durch den Automaten kommt sie in Bewegung. (Eine genaue Bauanleitung auf englisch findest du bei diesem cat-geek.)

Katzen auf Diät bei Erkrankungen

Abgesehen von einem zu hohen Körpergewicht, können auch verschiedene Erkrankungen unserer Schusetiger Diäten nach sich ziehen. Dazu zählen auch Futterunverträglichkeiten, die  immer häufiger eine Rolle bei unseren Stubentigern spielen. Diese äußern sich häufig in Erbrechen und starkem Durchfall. Sind andere Erkrankungen durch den Tierarzt ausgeschlossen worden, gilt es heraus zu bekommen, welches Bestandteil des Katzenfutters die Symptome auslöst. Eine konsequente Vermeidung des unverträglichen Lebensmittel mindert die Symptome umgehend.

Diät bei Katzen mit Chronischen Nierenerkrankungen

Wie bei allen kranken Katzen gilt insbesondere auch bei einer chronischen Nierenerkrankung, dass das beste Futter für deine Katze das ist, was sie frisst!

Ja, es ist richtig, dass nierenkranke Stubentiger möglichst proteinreduziertes und phosphatarmes Futter fressen sollten. Aber wenn sie gar nichts fressen, dann rutschen sie sehr schnell in eine hepatische Lipidose und das ist noch ungünstiger als ein protein- und phosphatreiches Futter zu geben.

Eine richtig tolle und umfassende Seite über Symptome, Behandlung und Ernährung von chronisch nierenkranken Katzen findest du bei Tanyas CNI-Seite. Dort gibt es auch Tabellen mit phosphatarmen Katzenfuttersorten, an denen du dich orientieren kannst.

Wichtig ist bei einer Nierenerkrankung deiner Katze diese nicht noch durch Austrocknung zu forcieren. Das heißt, dass deine Katze unbedingt genügend Flüssigkeit zu sich nehmen sollte. Und da auch nierenkranke Katzen eher schlechte Trinker sind, solltest du Trockenfutter unbedingt vermeiden.

Katze bekommt Medikamente
Kranke Katzen brauchen neben einer speziellen Diät häufig auch Medikamente oder Zusatzstoffe

Diät bei Katzen mit Diabetes mellitus

Eine häufige Folge eines starken und lang anhaltenden Übergewichtes von Katzen ist die Ausbildung eines Diabetes mellitus. Doch nicht nur Übergewicht kann diese „Zuckerkrankheit“ hervorrufen. Auch eine Pankreatitis oder andere Ursachen können Diabetes bei Katzen verursachen.

Diabetische Katzen müssen Insulin gespritzt bekommen und sollten gerade am Anfang niemals hungern müssen. Das heißt, dass du keine Diät zur Gewichtsreduktion durchführen solltest, während deine Katze eingestellt wird. Wenn sie dann richtig eingestellt ist, ist es nicht zwingend notwendig eine spezielle Diät zu füttern. Allerdings ist proteinreiches und kohlenhydratfreies Nassfutter angeraten, um den Blutzuckerspiegel konstant halten zu können.

Sehr umfangreiche Informationen über Diabetes bei Katzen ist die von zwei Tierärzten betriebene Seite über Katzendiabetologie. Dort findest du auch umfassende Tipps und Tricks rund um die Ernährung einer Diabetes-Katze.

Diät bei Katzen mit Bauchspeicheldrüsenentzündungen

Eine Pankreatitis oder Entzündung der Bauchspeicheldrüse kann sowohl in chronischer als auch akuter Form vorkommen. Wie bei vielen Erkrankungen sind die akuten Formen häufig etwas ausgeprägter, heilen aber oft wieder komplett ab. Eine chronische Pankreatitis kann eine Katze ihr ganzes Leben begleiten.

Abgesehen von einer eventuell notwendigen Medikation, ist es wichtig, dass das Katzenfutter leicht verdaulich ist und einen reduzierten Fett- und Kohlenhydratanteil hat. Oft wird dabei auf sensitives Diät-Katzenfutter zurück gegriffen mit einem hohen Anteil an Hühnchen oder Fisch. Du solltest darauf achten, dass nicht nur der Fettgehalt niedrig (unter 5 %) sondern auch der Feuchtigkeitsgehalt des Futters hoch ist. Das heißt für eine Katze mit chronischer Bauchspeicheldrüsenentzündung sind Trockenfutter und Leckerlies auf keinen Fall geeignet!

Diät-Katzenfutter selber kochen

Für jede mögliche Diät gibt es von verschiedenen Firmen Diät-Katzenfutter fertig zu kaufen. Manch ein Futter bekommst du nur von deinem Tierarzt, manches bekommst du auch in Fachhandel. Vielfach ist Diät-Katzenfutter ziemlich teuer und nicht immer ist es wirklich besser als das normale Katzenfutter.

Doch in vielen Fällen und nicht nur bei chronischen Erkrankungen kannst du deine Kosten reduzieren und deinem Stubentiger eine Freude machen, indem du ihm sein Futter ab und an selber kochst.

Zu beachten ist hierbei ganz allgemein, dass du keine Gewürze verwendest und auch das Salz weg lässt.

Eine Katze steht an einem Topf und rührt um
Was würden Katzen kochen, wenn sie könnten? Vermutlich Mäuseeintopf 🙂

Gerade bei einer Pankreatitis, bei der auf fettarme Kost und ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden sollte, ist ein gekochtes Hähnchen ein einfaches und schmackhaftes Gericht. Dabei kannst du am Besten ein Suppenhuhn in Wasser kochen, bis das Fleisch ganz zart ist und sich leicht von den Knochen lösen lässt. Dabei kannst du sowohl das Fleisch verfüttern als auch die entstandene Brühe zum trinken anbieten.

Ein weiteres Schonkost-Rezept ist die Mischung von 300 g sehr magerem Rindertartar mit 150g in reinem Wasser ohne Salz gekochten Nudeln und 2 weichgekochten Mohrrüben mit einem Teelöffel Leinöl.

Auch Putenbrust, Fisch oder Thunfisch im eigenen Saft kann als alternative Mahlzeit gefüttert werden. In unserem Ratgeber zur Katzenernährung findest du noch einige zusätzliche Tipps, wenn deine Katze nicht fressen möchte.

Solltest du über einen längeren Zeitraum und ausschließlich dein Katzenfutter selber kochen, dann sprich mit deinem Tierarzt ab, welche Zusatzstoffe deine Katze noch benötigt. Bei einer Pankreatitis sind das beispielsweise bestimmte Enzyme und Vitamine.

Was hast du für Erfahrungen mit Diät-Katzenfutter gemacht?

Oder kennst du ein paar tolle Rezepte zum Katzenfutter selber kochen?

Dann freuen wir uns über einen Kommentar!


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Bildcredit: (c) Klaus Eppele - Fotolia.com

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Über Steffi 86 Artikel
Ich bin Steffi, bekennende Tiernärrin, Dosenöffner für ehemals drei Kater und aktuell einen Junghund. Ich möchte mit meinen Beiträgen allen Tierbesitzern helfen, ihre Lieblinge noch besser zu verstehen.

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