Duelmener Wildpferd Steckbrief

Dieser Artikel enthält Affiliate-Links und/oder werbende Inhalte. Mehr dazu kannst Du hier nachlesen.


Nur einmal im Jahr hat man die Chance einen Hengst aus der Herde der Dülmener Wildpferde zu ergattern. Warum das so ist und viele weitere Informationen über die kräftigen Ponys, findest du in diesem Rasseportrait: [Artikel lesen]

Steckbrief Dülmener Wildpferd

Einzelheiten zur Pferderasse Dülmener Wildpferd
Stockmaß Zwischen 125 und 135 Zentimeter
Gewicht 240-300 Kilogramm
Fellfarben und -zeichnungen Meist Falben in verschiedenen Farbvariationen, aber auch andere Farben sind möglich, ein Aalstrich sind meist vorhanden, Abzeichen sind hingegen unerwünscht
Aussehen Rechteckiger Körper, mittelgroßer Kopf mit breiter Stirn und kleinen Ohren, kleine und feste Hufe, Behang und eventuell Zebrastreifen an den Beinen, dichtes Langhaar
Charakter und Wesen Robust, freundlich, langlebig
geeignet für Freizeit-, Distanz und Familienpferd; Wildpferd
Typ/ Art Pony
Herkunftsland Deutschland

Auch in Deutschland gibt es Wildpferde: In Nordrhein-Westfalen lebt eine Herde von rund 300 bis 400 Dülmener Wildpferden weitestgehend unabhängig vom Menschen. Doch die Pferde machen nicht nur in freier Wildbahn eine gute Figur, auch unter dem Sattel zeigt sich das freundliche Pony vielfältig begabt. Was du über die deutschen Ponys aus der Wildnis wissen musst, erfährst du hier:

Wesen und Aufgaben

Wie viele Wildpferde sind die Dülmener Pferde für ihr robustes, genügsames und widerstandsfähiges Wesen bekannt. Wind und Wetter können den rauen und langlebigen Ponys aus Nordrhein-Westfalen nichts anhaben, sodass eine simple Offenstall- oder Weidehaltung am besten für sie geeignet ist.

Neben ihrem natürlichen, robusten Charakter sind die Dülmener auch ausgesprochen freundlich und gutmütig, weshalb sie in der Regel auch für Kinder bestens geeignet sind. Hier erweisen sie sich übrigens als vielseitig einsetzbar: Ob als Freizeit-, Fahr- oder Distanzpony, der Dülmener findet in jeder Kategorie seine Anhänger.

Denn das freundliche und ausgeglichene Wesen der Pferde wird von einer Begeisterung fürs Lernen begleitet – vorausgesetzt der Dülmener wird gut behandelt. Verhält sich ein Reiter in den Augen des Pferdes hingegen ungerecht, so kann dieses ihm das Leben auch mithilfe seiner sturen Charakterzüge schwer machen. 

Übrigens: Wird ein Dülmener nicht als wildes Pferd im Merfelder Bruch großgezogen, so wird dieses nicht mehr als Dülmener Wildpferd, sondern nur als Dülmener bezeichnet.

Geschichte des Dülmener Wildpferdes

Das Dülmener Wildpferd gehört zu den ältesten Pferderassen Deutschlands und stammt auch – entgegen vieler anderer Wildpferde – tatsächlich nicht von domestizierten Pferden ab, sondern hat seit Anbeginn nur wilde Pferde als Vorfahren. 

Erstmals erwähnt werden die Dülmener Wildpferde 1316, als Herrman de Merfeld und Johannes de Lette sich die Erlaubnis zur Jagd der Pferde sicherten. Im 19. Jahrhundert wurde der Lebensraum der Wildpferde aber zunehmend zu landwirtschaftlichen Zwecken genutzt, was zu einem starken Rückgang der Rasse führte. 

Alfred von Croÿ rettete die Rasse 1847 vermutlich vor dem Aussterben, als er zwanzig Tiere in einem rund 33 Hektar großen Gebiet im Merfelder Bruch untergebracht hat. Zu den zwanzig Pferden kamen 200 weitere Emscherbrücher Pferde, deren natürlicher Lebensraum auch immer kleiner wurde. Das Gebiet wurde mit den Jahren weiter ausgebaut, sodass es inzwischen rund 350 Hektar einnimmt.

Hier leben die Pferde fernab der menschlichen Zivilisation und sind zum größten Teil auf sich allein gestellt. In besonders kalten Wintern werden die Wildpferde zusätzlich mit Heu und anderem Futter versorgt. Dabei werden die wilden Herden im Merfelder Bruch auch zu Zwecken der Verhaltensforschung beobachtet.

Jedes Jahr am letzten Samstag im Mai werden die jungen Hengste der Herde eingefangen und versteigert, was wiederum als großes Event gestaltet wird und nicht nur Pferdefreunde, sondern auch Touristen in die Gegend lockt. Neben der Junghengste finden an diesem Tag auch einige Stuten ein neues Zuhause. Dabei gibt es inzwischen nicht mehr viele Dülmener: Sie stehen auf der roten Liste gefährdeter Nutztierrassen.

Um Inzucht zu vermeiden wurden die Dülmener immer wieder mit anderen Ponyrassen wie Welsh-Ponys, Exmoor Ponys oder Huzulen gekreuzt. Seit 1984 werden nur noch graue Hengste in die Rasse eingekreuzt.

Bilder Dülmener Wildpferd

Interessantes und Wissenswertes

Bekannte Dülmener Wildpferde

Nach Hollywood haben es die Wildpferde Nordrhein-Westfalens bisher noch nicht geschafft, du kannst dir die wilden Ponys aber in der Dokumentation Magie der Wildpferde genauer anschauen. Die Dokumentationen zeigt neben dem Dülmener auch andere Wildpferde aus den verschiedensten Ecken der Welt. Dabei beleuchtet der Film die Entwicklung der Wildpferde und wie sie heute leben, ebenso wie die Menschen, die sich für ihre Rettung einsetzen.

Zudem hat es ein Foto eines Dülmener Wildpferdes zu großem Erfolg geschafft: der Fotograf Peter Thomann schoss 1963 ein Bild von einer wilden Dülmener Stute mit ihrem Fohlen, wobei sich das helle Fohlen deutlich vor der dunklen Mutter abzeichnet. Das Bild wurde 1964 mit dem World Press Photo Award ausgezeichnet und 1996 wurde es als meist kopierte Fotografie der Welt ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen.

Literaturtipps

Dülmener Wildpferde
Dülmener Wildpferde
24,50 EUR
 
 
5,0 von 5 Sternen
Stand der Daten: 19. August 2019 23:38
Die Dülmener Wildpferde im Merfelder Bruch
Die Dülmener Wildpferde im Merfelder Bruch
18,90 EUR
 
 
Stand der Daten: 19. August 2019 23:38
Dülmener Wildpferde: ein Bildband mit Texten von Kindern
Dülmener Wildpferde: ein Bildband mit Texten von Kindern
14,90 EUR
 
 
5,0 von 5 Sternen
Stand der Daten: 19. August 2019 23:38

Züchterverzeichnis Dülmener Wildpferd

Dülmener Wildpferde werden nicht auf die klassische Art und Weise bei einem Züchter gezüchtet, sondern einmal im Jahr aus dem Gebiet im Merfelder Bruch eingefangen und versteigert. Jedoch gibt es auch kleinere Züchter der Rasse, wobei die Pferde dann nur noch Dülmener genannt werden – also ohne den Anhang „Wildpferd“. Züchter findest du über die Interessengemeinschaft des Dülmener Wildpferdes Deutschland e. V..

 

Quellen:

Bildcredit: (c)ginton - depositphotos.com

Zur Pferderassen Übersicht


Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*