Wie kann ich meinen Hund alleine lassen?

Ein Hund sitzt ängstlich schauend inmitten im Chaos
Manche Hunde haben Angst vor dem Alleinsein.

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Bellt dein Hund die ganze Nachbarschaft zusammen, wenn er alleine bleiben soll? Kaut er in deiner Abwesenheit deine Möbel an? Oder macht er vor lauter Stress sogar ins Haus?

Mit diesem Problem bist du nicht alleine, damit haben viele Hundehalter zu kämpfen. Seinen Hund alleine zu lassen, das ist eine der größten Herausforderungen. Da es im Alltag aber immer wieder passieren kann, dass du deinen Hund nicht mitnehmen kannst – sei es nur zu einem Einkauf oder Arztbesuch – ist es umso wichtiger, das Alleinbleiben von Beginn an zu trainieren.

Wie kann ich meinen Hund alleine lassen

Wenn dein Hund nicht alleine bleiben kann, ist das nicht nur für dich belastend, sondern auch für ihn. Hunde sind nämlich soziale Lebewesen, die gerne Gesellschaft haben. Alleine zu sein, ist für unsere Vierbeiner ungewohnt und sie müssen das erst in kleinen Schritten erlernen. Ganz nach dem Motto „Früh übt sich“ solltest du mit dem Training deshalb schon bei deinem Welpen beginnen. Auch erwachsene Hunde, die unter Trennungsstress leiden, können übrigens noch lernen, alleine zu bleiben. Das Training ist dabei ähnlich wie das eines Welpen, erfordert aber unter Umständen noch mehr Zeit. Die genaue Vorgehensweise erfährst du weiter unten.

Grundsätzlich gilt:
Je mehr Beachtung dein Hund im Alltag erfährt oder je mehr er verhätschelt wird, umso schwerer wird es im fallen, alleine zu bleiben. Daher ist es ratsam, dass du deinem Vierbeiner ausreichend Ruhe- und Erholungsphasen gönnst, in denen er von dir keine Aufmerksamkeit bekommt.

Bei Hey-Fiffi bekommst du leicht umsetzbare Tipps, wie du deinen Hund im Alltag ein paar Minuten beschäftigen kannst, wenn du gerade keine Zeit für ihn hast.

Ein Labrador-Welpe kaut auf einem bunten Spielzeug
Auf etwas zu kauen entspannt die meisten Hunde.

Wie lange darf ein Hund alleine bleiben

Wie lange du deinen Hund alleine lassen kannst, dafür gibt es kein Pauschalrezept. Während es der eine gut verträgt, vier Stunden Zuhause zu warten, ist der andere bereits nach einer Stunde an seinem Limit. Grundsätzlich sind Hunde nicht dafür gemacht, einsam zu sein. Ganz im Gegenteil, sie können dadurch sogar krank werden. Deshalb sollte es keinesfalls die Regel sein, dass dein Hund täglich sechs oder mehr Stunden alleine sein muss.

Ein Hundekumpel kann zwar hilfreich sein, damit sich dein Hund weniger einsam fühlt, aber er stellt keine Patentlösung dar. Manche Hunde leiden trotzdem, wenn sie von ihrem Menschen getrennt sind, daran ändert auch ein zweiter Hund nichts.

Wenn du also Vollzeit arbeitest und dein Hund täglich acht Stunden alleine sein soll, ist das zu viel. Dabei ist es egal, ob er sich ruhig verhält: ein Hund braucht, um gesund und glücklich zu sein, ein soziales Umfeld.

Tipp:
Über regionale Kleinanzeigen oder Tierbetreuungsseiten im Internet kannst du Personen suchen, die nach deinem Hund schauen, zum Beispiel Studenten, Schüler oder Rentner. Oft ergeben sich auch auf den Gassirunden Kontakte zu anderen Hundebesitzern, die auf deinen Hund aufpassen können.

Eine französische Bulldogge schläft mit einem Kuscheltier im Arm
Wenn Dein Hund sich sicher und wohl fühlt, kann er auch schlafen, wenn Du nicht da bist.

So kannst du deinen Hund alleine lassen

Bis dein Hund zum ersten Mal eine Stunde am Stück alleine bleibt, kann es durchaus sechs bis acht Wochen dauern.
Schlecht ist es daher, wenn dir selber die Zeit im Nacken sitzt, weil du zum Beispiel bald wieder arbeiten musst. In diesem Fall solltest du dir über eine vorübergehende oder langfristige Hundebetreuung Gedanken machen.

So übst das das Alleinebleiben

  1. Gehe zuerst mit deinem Hund raus, damit er seine Geschäfte erledigen kann.
    Auf dem Spaziergang oder danach bieten sich kleine Spiele an, die ihn geistig fordern und müde machen. Ballspielen ist dazu nicht gut geeignet, weil die meisten Hunde dadurch aufdrehen und es ihnen schwer fällt, danach wieder zur Ruhe zu kommen.
    Besser sind Denk- und Suchspiele, aber auch hier kommt es auf die richtige Dosis an. Hier findest du ein paar Ideen, um deinen Vierbeiner auch in der Wohnung zu beschäftigen.
  2. Neben der Beschäftigung ist ein Rückzugsort wichtig, an dem sich dein Hund sicher und wohl fühlt. Das kann ein bestimmtes Zimmer sein, aber auch eine ausreichend große Box, an die du ihn zuerst in kleinen Schritten gewöhnen musst. Dazu kannst du ihn eine zeitlang immer in dieser Box füttern oder ihm einen leckeren Kauartikel geben und dabei die Box für kurze Zeit schließen. Funktioniert das gut, steigerst du in Minutenschritten die Dauer.
    Wichtig: Dein Hund soll sich in dieser Box gut fühlen und darf darin keine Angst haben.

    Ein Futterstück liegt auf einem Baum vor einem Hundekopf
    Futtersuchspiele sind gut geeignet, um den Hund auszulasten
  3. Lass deinem Hund während deiner Abwesenheit ein Kauspielzeug da, mit dem er sich beschäftigen kann. Gut geeignet ist auch der Kong, den du mit leckeren Sachen füllen kannst. Sowohl das Kauen als auch das Schlecken beruhigen und machen müde.
    Tipp: Gib ihm, wenn du weggehst, immer einen besonders leckeren Kauartikel, den er sonst nicht bekommt.
  4. Um deinen Hund an das Alleinebleiben zu gewöhnen, gehst du nun zuerst kurz aus dem Zimmer, schließt hinter die die Tür und kommst direkt wieder rein. Das machst du am besten mehrmals täglich, bis sich sein Hund das gut klappt.
    Sobald das funktioniert, steigerst du in ganz kleinen Schritten die Dauer deiner Abwesenheit. Diese variiert von Hund zu Hund. Bei dem einen kannst du recht schnell fünf Minuten oder länger wegbleiben, bei dem anderen muss du behutsam in kleineren Schritten vorgehen.
    Bellt dein Hund, sobald du weggehst?
    Dann solltest du erst wieder reinkommen, sobald er kurz ruhig ist, damit du das Bellen nicht bestärkst.
  5. Verhält sich dein Hund bei Schritt 4 ruhig und wirkt entspannt, wenn du zurück in den Raum kommst?
    Dann kannst du jetzt damit beginnen, für kurze Zeit die Wohnung zu verlassen und wieder reinzukommen. Nimm deinen Wohnungsschlüssel, gib deinem Hund etwas zum Kauen, gehe raus und komm wieder rein. Auch hier steigerst du die Dauer erst, wenn dein Hund einen entspannten Eindruck macht.

Grundsätzlich solltest du dafür sorgen, dass es ganz normal ist, ob du gehst oder kommst. Mache also weder um dein Weggehen noch um dein Zurückkommen großes Theater, sondern verhalte dich möglichst ruhig.

Ein Hund, der nicht alleine sein kann, wird bei deiner Rückkehr sehr erleichtert sein. Lass dich von seiner Freude nicht anstecken, sondern gestalte die Begrüßung möglichst ruhig. Andernfalls kann es passieren, dass dein Hund eine Erwartungshaltung aufbaut und die ganze Zeit angespannt auf der Lauer liegt.

Ein Hund steht mit einem ängstlichen Gesicht in einer offenen Wohnungstür
Das Wichtigste ist aus dem Gehen und Wiederkommen keine große Sache zu machen, damit Dein Hund nicht ewig auf Dich wartet.

Wie äußert sich Trennungsangst?

Nicht immer ist es so offensichtlich, dass ein Hund bellt oder etwas zerstört. Manche leiden auch leise, indem sie winseln oder unruhig umher laufen.
Anderen merkt man den Stress an, weil sie stark hecheln, wenn man zurückkommt. Oder sie lassen vor lauter Aufregung ihr Futter stehen, wenn sie alleine sind.

All das können Anzeichen dafür sein, dass dein Hund ein Problem mit dem Alleinsein hat und deine Unterstützung braucht, um es zu lernen.

Hat sich bei deinem Hund die Trennungsangst schon so sehr gefestigt, dass du selber keinerlei Fortschritte durch deine Übungen erzielst, solltest du dir unbedingt die Unterstützung eines qualifizierten Trainers holen. Bei manchen Hunden nimmt die Angst nämlich so große Ausmaße an, dass sie sich in ihrer Panik selber gefähren.

Hilfreich für das Training bei Trennungsangst kann ein Verdampfer oder Halsband von Adaptil sein. Sie enthalten eine synthetische Nachbildung der Beruhigungspheromone, die eine Mutterhündin produziert. Diese vermitteln Welpen, aber auch erwachsenen Hunden ein Gefühl von Sicherheit.

Säugende Hündin mit Welpen
Bei ihrer Mutter fühlen sich Welpen sicher

Wie entsteht Trennungsangst?

Die Bandbreite an Ursachen für Trennungsangst ist groß. Sie reicht von mangelnder Gewöhnung an das Alleinsein über Langeweile bis hin zu traumatischen Erfahrung, weil der Hund zum Beispiel ausgesetzt wurde. Auch wenn dein Welpe zu früh von seiner Mutter getrennt wurde, kann das zu Trennungsangst führen.

Wenn du deinen Hund als Welpe bekommst, sind die Voraussetzungen gut, dass er das Alleinebleiben lernt, wenn du in kleinen Schritten vorgehst.
Leidet dein Hund bereits unter Trennungsangst, brauchst du deshalb nicht verzweifeln. Mit der Hilfe eines guten Trainers und einer Betreuung für deinen Vierbeiner stehen die Chancen gut, dass ihr Erfolge erzielt. Eines brauchst du aber in jeden Fall, nämlich Geduld. Dein Hund wird es dir danken, wenn er dafür stressfrei alleine sein kann.

Wie hast du deinen Hund an das Alleinsein gewöhnt?


Bildcredit: (c) Jaromir Chalabala/Shutterstock.com


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Über Nima 263 Artikel
Ich bin Nima und lebe zusammen mit zwei liebenswerten Hunde-Mädels. Als ausgebildete Hundetrainerin liegt mir ein respektvoller Umgang mit unseren Vierbeinern sehr am Herzen.

2 Kommentare

  1. Hallo Nima,
    vielen Dank für den interessanten Artikel. Ich habe seit einen Jahr auch einen 3jährigen Hund aus dem Tierheim. Zwischenzeitlich kann er für maximal 4- 5 h schon mal alleine bleiben. Er bellt mal aber nie ausdauernd und ist auch nicht gestresst, wenn ich heimkomme.
    Da ich Vollzeit arbeiten gehe, bringe ich ihn unter der Woche tagsüber zu meiner Tochter und deren Hund. Meine Tochter arbeitet nur Teilzeit und so verbringen die beiden Hunde (die sich gut verstehen) den Tag gemeinsam. Vor einigen Wochen begann wohl der Hund meiner Tochter vermehrt mit Heulen, vor Allem früh, wenn diese das Haus verlässt und mein Hund noch nicht da ist. Es gab Beschwerden von Nachbarn beim Vermieter. Neuerdings heulen wohl beide auch zusammen. Sind sich eben einig die zwei.
    Wir sind etwas am Ende mit unserem Latein.
    Das Alleinebleiben wurde mit beiden erstmal unabhängig voneinander trainiert, dann zusammen trainiert. Wir haben das schrittweise aufgebaut, und jetzt gibt es neuerdings trotzdem Probleme…
    Haben Sie eine Idee?
    Liebe Grüße Katja

  2. Hallo liebe Katja,

    das ist leider aus der Ferne total schwer zu sagen, was hier eine mögliche Lösung wäre und warum dieses Problem entstanden ist.

    – Vielleicht ist zu Hause mal etwas gruselig passiert, während die zwei alleine waren?
    – Vielleicht sind neue Nachbarn eingezogen, die komische Geräusche machen?
    – Vielleicht stressen sich die zwei Hunde gegenseitig?

    Ich kann euch empfehlen, einfach mal eine kleine WLAN-Kamera zu Hause zu installieren, dann könnt ihr sehen, was die beiden so machen, wenn sie alleine sind.

    Und dann gibt es mehrere Ansätze, die funktionieren könnten:
    – Bietet beiden einen lecker gefüllten Kong an oder versteckt Leckerlis in der Wohnung. So sind sie erst mal beschäftigt und sind anschließend vielleicht so müde, dass sie in Ruhe schlafen.
    – Vielleicht sind sie auch mit der Größe der Wohnung überfordert. Manchen Hunden hilft es, wenn sie nur einen gemütlichen Raum zur Verfügung haben, der möglichst weit weg von der Haustüre ist und wo die Rollläden etwas heruntergelassen werden, sodass sie zur Ruhe kommen können.
    – Es kann auch sein, dass die Hunde sich jeweils alleine besser entspannen könnten und sich gegenseitig aufstacheln, das müsstet ihr mal beobachten.

    Ich drücke euch die Daumen, dass ihr eine Lösung findet!

    Alles Liebe für euch
    Alica vom Redaktionsteam

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