Hobby Zughundesport

Hoby Zughundesport
Hobby Zughundesport

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Wenn du das Wort „Zughundesport“ hörst, hast du bestimmt sofort ein ähnliches Bild wie dieses Titelbild vor Augen: Huskies, die mit leuchtenden Augen und heraushängenden Zungen einen Schlitten durch eine verschneite Landschaft ziehen. Aber wusstest du, dass nicht nur im hohen Norden und nicht nur mit Huskies Zughundesport möglich ist? Im Grunde eignen sich viele ausgewachsene Hunde, besonders solche größerer Rassen, für diese rasante Sportart. Und liegt kein Schnee, werden eben Fahrzeuge mit Rädern genutzt. In diesem Artikel möchte ich dir erste Informationen über dieses tolle Hobby geben.

Zughundesport hat Geschichte

Alaska, Kanada, Skandinavien – diese Regionen fallen den meisten Menschen sofort ein, wenn das Stichwort „Zughund“ fällt. In diesen Gegenden werden schon seit Jahrhunderten vielköpfige Schlittenhundgespanne für die Überwindung auch weiter Strecken genutzt. Die eingesetzten Hunde mussten mit den extremen Wetterbedingungen klarkommen, sowie sehr genügsam und eher leicht sein. Aus der Tradition heraus haben sich bis in die heutige Zeit namhafte Schlittenhunderennen bewahrt (z. B. Iditarod in Alaska), die jährlich abgehalten werden. Diese sind für Hund und Mensch Hochleistungssport und die Musher (die Lenker der Schlittenhundgespanne) leben häufig dafür und davon. Auch in Europa wird jährlich eine Schlittenhunde-Weltmeisterschaft ausgetragen.

In früheren Zeiten wurden Hunde in unseren Breitengraden häufig als Zugtiere vor Karren genutzt, um Waren in mäßigem Tempo von Dorf zu Dorf zu befördern oder vom Feld auf den Hof. Noch Anfang des 20. Jahrhunderts gehörten Hundegespanne auf den Dorfstraßen zum alltäglichen Anblick. Vor allem die großen und kräftigen Hüte- und Wachhunde verrichteten damit eine Zusatzaufgabe und dienten mitunter als Pferdersatz.

Zwei Hunde ziehen eine Person
Zughundesport als Freizeitbeschäftigung

Der moderne Zughundesport

Heute wird unter dem Begriff „Zughundesport“ all das zusammengefasst, was seinen Ursprung im Wagenziehen oder im Schlittenhundesport hat. Dabei können nur ein oder auch mehrere Hunde eingesetzt werden. Die Rasse spielt dabei keine große Rolle, sehr wohl jedoch Alter, Größe und Gewicht der Hunde. Ebenfalls wichtig ist ihr Lauf- und Arbeitswille. Ob das Hund-/Halter-Team eher gemütlich privat seine Ründchen drehen möchte, lieber sportiv unterwegs ist oder gar an Rennen und Turnieren teilnehmen will – inzwischen gibt es vielfältige Möglichkeiten, diese aktive Freizeitbeschäftigung auszuführen.

Die verschiedenen Arten des Zughundesportes

Neben Schlitten, die bei uns nur bei optimalen Wetterbedingungen genutzt werden können, gibt es jede Menge alternativer Fahrzeuge, die ein Hund ziehen kann.

Angefangen vom Bollerwagen mit Zugbügelvorrichtung für den gemütlichen Berner Sennen, der die Einkäufe nach Hause bringt, über das Sacco-Dog-Cart, ein vierrädriges Gefährt für mehrere Hunde, gibt es auch die „Light“-Variante als Scooter, der von einem Hund alleine gezogen werden kann. Beim Bikejöring werden meist ein oder zwei Hunde vor ein Mountainbike gespannt und der Fahrer kann je nach Belieben und Schnelligkeit der Hunde sehr aktiv durch Pedalarbeit unterstützen. Skijöring wird in Skandinavien häufig ausgeführt. Hier zieht der Hund den Skifahrer, wobei dieser das Zugseil an einem Bauchgurt um seine Taille befestigt hat. Dies ist auch der Fall beim Cani-Cross, was Joggen mit Zughundeunterstützung bedeutet und auch eine wunderbare Vorbereitung auf den Einsatz vor einem Fahrzeug ist.

Hund im Lauf beim Zughundesport
Spaß beim Auspowern für Hund und Halter

Welche Hunde eignen sich?

Dein Hund sollte ausgewachsen sein, bevor du mit dem Zughundesport beginnst, denn im Wachstum kann die Belastung durch die Zugkräfte u. U. das Skelett schädigen. Diese Belastung erfordert auch einen guten körperlichen Zustand des Hundes. Es sollten keinerlei Erkrankungen vorliegen und die Kondition sollte z. B. durch gemeinsames Jogging oder Freilauf am Fahrrad entsprechend aufgebaut sein.

Als Faustregel gilt: Ein Hund kann ungefähr das Vierfache seines Körpergewichts als rollendes Gewicht ziehen, wobei es hier je nach Hundetyp Abweichungen nach oben oder unten geben kann. Die größte Belastung ist im Moment des Anziehens und bei Steigungen gegeben. Rein rechnerisch könnte also ein Hund von 30 kg eine Gesamtlast (Mensch und Fahrzeug) von bis zu 120 kg ziehen. Angenehmer und schonender ist es für deinen Hund aber, wenn du nicht zu häufig und nicht langfristig ans Maximum gehst. Beim Einsatz von zwei Hunden, wird das Dreifache des Gesamtgewichts der Hunde als Zugleistung gerechnet.

Besonders geeignet sind also Hunde von mittlerer und größerer Körperstatur. Darüber hinaus zählen Energie, Lauf- und Arbeitswille zu guten Voraussetzungen für dieses Hobby, das den Körper, aber auch das Köpfchen des Hundes fordert. Je besser ihr als Mensch-Hund-Team schon funktioniert, desto einfacher kommt ihr wahrscheinlich auch bei diesem neuen Hobby miteinander klar. Dein Hund sollte jederzeit unter deiner Kontrolle stehen. Da du auf einem Fahrzeug sitzt oder stehst und – außer beim Skijöring und CaniCross – nicht direkt mit deinem Hund verbunden bist, läuft hier alles über Stimme und Kommandos. Das „Stop!“ oder „Halt!“ ist hier sicherlich die wichtigste Anweisung.

Welche Ausrüstung benötigst du für den Zughundesport?

Das Geschirr muss unbedingt perfekt sitzen
Die Auswahl eines passenden Zughundegeschirrs ist nicht ganz einfach, aber sehr wichtig! Copyright Anja Möbes

Du benötigst für deinen Hund auf jeden Fall ein perfekt sitzendes Zughundegeschirr. Dieses sollte mit Fachleuten zusammen anprobiert und unter Belastung getestet werden. Bitte benutze auf gar keinen Fall ein Halsband oder auch ein handelsübliches anderes Brustgeschirr! Unter gezieltem Zug entwickeln sich völlig andere Kräfte, die auf den Körper des Hundes einwirken, ein Zuggeschirr von optimaler Passform verteilt diese schonend über den Hundekörper. Ich würde jedem Anfänger raten, das erste Geschirr mit der Hilfe von Experten auszusuchen, z. B. bei einem Einsteigerseminar oder direkt beim Hersteller, der auch „am Hund“ berät. Ein Zugseil mit Stoßdämpfung (eine Art Gummifederung) sowie ein gut sitzender Helm für dich als Lenker des Gespanns runden die Ausrüstung ab.

Welches Fahrzeug für euch geeignet ist, kannst du mit Fachleuten besprechen und auf Einsteigerseminaren ausprobieren. Die speziellen Zughundefahrzeuge sind nicht ganz preiswert, wenn die Qualität stimmt, aber genau das ist auch sehr wichtig.

Verschiedene Modelle für den Zughundesport
Je nach Vorliebe des Hundebesitzers und nach Eigenschaften des Hundes können verschiedenste Fahrzeuge zum Einsatz kommen. (v. l. n. r. Scooter, Trike/Zugseil, Bike/Zugseil, Trike/Zugbügel, Sacco-Dog-Cart/Zugbügel, Bollerwagen/Zugbügel) Copyright Anja Möbes

Petra Ruge, die mit ihrem Mann zusammen im Norden Deutschlands seit einigen Jahren Fahrzeuge für den Zughundesport entwickelt, herstellt und vertreibt, erklärt hier, worauf man bei der Anschaffung eines Fahrzeuges achten sollte:

„Ganz oben auf der Liste steht die Sicherheit von Mensch und Tier, daher sollte ein besonderes Augenmerk auf Stabilität und Funktionalität gelegt werden. So müssen gute verlässliche Bremsen an den Fahrzeugen verbaut sein, die auch noch unter extremen Bedingungen wie Nässe und Dreck zuverlässig funktionieren.

Der Rahmen muss ausreichend stabil und rostunempfindlich sein, um verdeckte Anrostungen im Rahmeninneren zu vermeiden, und somit korrosionsbedingte Rahmenbrüche zu verhindern. Auch die Laufräder müssen von entsprechender Qualität sein, um den Belastungen standzuhalten und dazu sollte noch eine entsprechende Bereifung gewählt werden. Das Fahrzeug sollte über eine funktionale Zugvorrichtung verfügen, um die Zugleine vom Vorderrad fernzuhalten.

Optimal wäre natürlich eine Team- (Mensch-Hund) bezogene Zusammenstellung all dieser Komponenten. So sollte das Fahrzeug auf die Körpergröße des Fahrers eingestellt werden können, um eine sichere und ermüdungsfeie Fahrt zu gewährleisten. Auch der bevorzugte Einsatz, ob meist im schweren Gelände oder mehr auf ebener Strecke gefahren wird, sollte berücksichtigt werden können, damit die richtige Wahl für Bremsen, Federung, Bereifung, Bodenfreiheit etc. getroffen werden kann.

Um das alles berücksichtigen zu können, werden unsere Fahrzeuge speziell nach Kundenwunsch und persönlicher Beratung aus nicht rostendem Edelstahl und mit hochwertigen Anbauteilen gefertigt.“

Fahrzeuge für Zughundesport
Fahrzeuge zum Zughundesport vor Werkstatt. Copyright Petra Ruge

Auf der Website der beiden bekommst du jede Menge Informationen und kannst tolle Fotos von Hunden in Aktion sehen: Webseite Petra Ruge

Wo kannst du mit deinem Hund den Zughundesport erlernen?

Es ist absolut anzuraten, zumindest ein Einsteigerseminar zu besuchen. Mittlerweile gibt es bundesweit spezielle Zughundeschulen, die solche anbieten. Schau einfach mal im Internet nach, ob in deiner Nähe etwas Passendes zu finden ist.

Bei diesen Seminaren kannst du mit fachlicher Hilfe das perfekte Zughundegeschirr für deinen Hund auswählen. Ihr werdet theoretisch in die Anfänge des Zughundetrainings eingeführt und mit ganz vielen praktischen Übungen wird auch dein Hund an diese zunächst ungewohnte Arbeit herangeführt. So kann er von Anfang an Spaß an der Sache entwickeln und Risiken werden minimiert.

Gabi Dietze, Buchautorin und Leiterin der Zughundeschule Teach’n‘ Pull im Ruhrgebiet erklärt, was man bei der Auswahl eines Seminars beachten sollte:

„Wichtig ist, dass die Gruppe nicht zu groß ist (max. 4-5 Teams), denn das Heranführen an diesen Sport erfordert, sich für jedes Mensch-Hund-Team gesonderte Zeit zu nehmen. Günstig ist auch, wenn bereits im Vorfeld abgeklärt wird, welche Voraussetzungen die einzelnen Teams mitbringen und was die individuellen Erwartungen sind – so kann während des Seminars ganz gezielt gearbeitet werden.

Die Seminaranbieter sollten selbst praktische Erfahrung in diesem Bereich haben, bestenfalls darauf spezialisiert sein. Man erkennt dies als Laie immer ganz gut an Berichten und eigenen Bildern auf der jeweiligen Website und daran, dass regelmäßig Seminare angeboten werden und nicht nur zweimal im Jahr.

Für die Seminare sollte ordentliches Material zur Verfügung gestellt werden, so dass die Teilnehmer sich nicht im Vorfeld beispielsweise um Hundegeschirre kümmern müssen. Eine Auswahl von Spezial-Zughundegeschirren in verschiedenen Größen und Passformen sowie mehrere hochwertige Zughunde-Fahrzeuge wie Dog-Scooter, Bikes, Trike u. a. sind unabdingbar, um gut ausgerüstet und mit geringstmöglichem Risiko in diesen Sport hineinschnuppern zu können.“

Gabi bietet mit ihrer Zughundeschule Teach’n’Pull das ganze Jahr hindurch Seminare für Anfänger und Fortgeschrittene an. Wenn du mehr erfahren möchtest, kannst du gerne auf ihrer Website vorbeischauen: Zughundeschule Teach’n’Pull

Auch ihr Buch zum Zughundesport ist sehr zu empfehlen, wenn du mehr wissen willst:

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Fazit – Hobby Zughundesport

Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig Geschmack machen auf diese schwungvolle Beschäftigung für Hund und Halter. Die Hunde können sich beim Ziehen wunderbar auspowern, werden durch die Übung der Kommandos (Losfahren, Anhalten, Richtungskommandos) aber auch kopftechnisch gefordert. Ich selbst habe das Gleiten durch die Landschaft, egal ob auf Schlitten, Scooter, Fahrrad oder beim Cani-Cross als eine wunderschöne, intensive Erfahrung in Erinnerung, die allen Beteiligten viel Spaß macht.

Wenn du Fragen hast, hinterlasse doch einen Kommentar, ich werde gerne darauf antworten.

Wir freuen uns ebenso über Deine Erfahrungen!


Bildcredit: (c) Zakharov Evgeniy - Fotolia.com


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Über Anja 12 Artikel
Ich bin Anja, ausgebildete Hundephysiotherapeutin und lebe seit vielen Jahren mit den verschiedensten Tieren/Tierarten zusammen. Aktuell mit vier Hunden und zwei Landschildkröten. Außerdem habe ich mehrere Jahre für den Tierschutz Wildtierbabies, insbesondere Vögel und einige Würfe verwaister Katzenbabies aufgezogen.

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