Abwechslungsreiche Hundebeschäftigung

Beiger Mischling mit Spielzeug für Hunde am Strand
Abwechslungsreiche Hundebeschäftigung hilft Dir bei einem entspannten Hund

Wenn ich mit Hundebesitzern darüber spreche, wie sie ihren Hund beschäftigen, antworten diese oft: „Der hat gar keine Lust zum Spielen“ oder „Der rennt am liebsten seinem Ball hinterher“.

Aber zwischen Desinteresse oder Ballspielen liegt ein breites Feld an Beschäftigungsmöglichkeiten, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen.

Wieviel Zeit du dafür benötigst und konkrete Anregungen gebe ich dir gleich, aber lass uns zuerst schauen, wieso ein Hund überhaupt Beschäftigung braucht.

Warum braucht dein Hund Beschäftigung?

Kannst du dich daran erinnern, als du noch klein warst und Langeweile hattest? Bestimmt bist du quengelnd herumgelaufen und hast auf dich aufmerksam gemacht. Oder vielleicht hast du auch irgendeinen Blödsinn angestellt, für den du ausgeschimpft wurdest?

Genauso sieht es bei unseren Hunden aus. Sie sind wie kleine Kinder und brauchen eine Beschäftigung, damit sie ausgeglichen und glücklich sind.

Den ganzen Tag herumzuliegen und nichts zu tun mag zwar aus unserer Sicht entspannend sein, für deinen Hund ist es auf Dauer viel zu eintönig.

Ein Hund schnappt nach einem Ball
Jagdspiele mit einem Ball helfen, deinen Vierbeiner zu beschäftigen.

Die Beschäftigung mit Hunden wird gerne auf rein körperliche Auslastung reduziert. Joggen oder Radfahren sind für fitte Hunde eine schöne Unternehmung, um Bewegung zu bekommen, ihren Kopf beanspruchen diese Tätigkeiten jedoch nicht. Genau das brauchen sie aber, um nicht auf dumme Gedanken zu kommen.

So benötigt das Gehirn eines Welpen Anregungen und neue Eindrücke, um sich zu entwickeln. Aber auch alte Hunde wollen nicht den ganzen Tag schlafen, sondern haben durchaus noch Spaß an gemeinsamen Aktivitäten. Natürlich sollten diese auf ihre Kondition angepasst sein. Gerade für Seniorenhunde bieten sich das Suchen von Futter, das Lernen von leichten Tricks oder Denkspiele an, bei denen sie eigenständig Lösungen finden müssen.

Erziehung ist eine Form von Beschäftigung

Wenn du deinem Hund einen Trick beibringst, ist es für ihn genau das gleiche, wie wenn du mit ihm ein Kommando trainierst. Der einzige Unterschied ist deine Erwartungshaltung, die du damit verbindest. Bei einem Trick bist du vermutlich lockerer als wenn es um ein Kommando geht.

Dabei ist das Vorgehen das gleiche:
Gutes Verhalten wird verstärkt, unerwünschtes ignoriert oder in erwünschte Bahnen gelenkt. Für beides kannst Du Clickertraining nutzen.

Das Trainieren von Grundgehorsam ist somit eine doppelt sinnvolle Beschäftigung. Gelernte Kommandos erleichtern euren Alltag und die Übungen lasten deinen Hund aus. Schließlich muss er sich konzentrieren, geduldig sein oder überhaupt erst einmal verstehen, was er tun soll.

Wenn er für gutes Verhalten belohnt wird, haben beide Seiten etwas davon. Er freut sich über seine Belohnung, du über den erzielten Erfolg.

Golden Retriever macht Platz auf einer Wiese
Auch das Üben von Grundkommandos ist eine sinnvolle Beschäftigung

Beim Einüben von lustigen Tricks sieht es nicht anders aus. In kleinen Schritten lernt dein Hund ein neues Verhalten, zum Beispiel Pfötchen zu geben. Jedes Erfolgserlebnis wird bestärkt, bis er den Trick letztendlich verstanden hat.

Tipp:

Baue auf eurem Spaziergang immer wieder kleine Gehorsamkeitsübungen ein. Du kannst deinen Hund an verschiedensten Orten Sitz machen lassen, zum Beispiel auf einem Baumstamm oder einer Bank. Du kannst ihn warten lassen, etwas verstecken und ihn dann suchen lassen.
Das kostet keine Extrazeit, wertet die übliche Gassirunde auf und festigt die Grundsignale.

Wie sieht artgerechte Beschäftigung aus?

Der eine Hund braucht mehr, der andere weniger Beschäftigung. Das hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Rasse, dem Alter und den Lebensbedingungen.
Im Schnitt benötigen Hunde ungefähr zwei Stunden Beschäftigung und Bewegung pro Tag.

Unter Beschäftigung fällt alles, was den alltäglichen Trott unterbricht. Das können Spaziergänge sein, der Besuch einer Hundeschule oder die Teilnahme am Hundesport, aber auch Spielen oder Ausflüge zählen dazu.

So unterschiedlich jeder einzelne Hund ist, so verschieden sieht auch artgerechte Beschäftigung aus. Ein Jagdhund hat andere Bedürfnisse als einer, der zum Hüten gezüchtet wurde. Und ein Hund, der wasserscheu ist, wird sich wenig über Aufgaben freuen, bei denen er ins kühle Nass springen soll.

Ein Havaneser Hund springt über eine niedrige Hürde
Es gibt für jeden Hund eine passende Beschäftigung

Viel wichtiger als die Rasse ist aber, dass du deinen Hund gut beobachtest und selber herausfindest, was er gerne macht.

  • Schnüffelt er gerne?
  • Bewegt er sich gerne oder ist er eher faul?
  • Ist dein Hund gerne mit Menschen und/oder Hunden zusammen?
  • Kann er sich gut unter Ablenkung konzentrieren?
  • Beobachtet er gerne?

Wenn dein Hund Angst vor Hunden hat, solltest du ihn nicht auf einen Hundeplatz zum Agility schleppen. Und mit einem Hund, der sich schlecht konzentrieren kann, solltest du keine Tricks mitten in der Stadt einüben, sondern ein ruhiges Umfeld suchen.

Es ist letztendlich nicht leicht, einen Rat zur artgerechten Beschäftigung zu geben, denn die Möglichkeiten dazu sind viel zu groß.
Wie bei allem im Leben kommt es letztendlich auf ein gesundes Maß an. Zu viel Ruhe ist genauso ungesund wie zu viel Beschäftigung.

Wieviel Beschäftigung braucht ein Hund?

Genau wie bei der Kindererziehung schießen auch manche Hundebesitzer über das Ziel hinaus. Um ihren Hund zu beschäftigen, rennen sie von einem Angebot zu nächsten. Heute Flyball, morgen Agility, am Wochenende noch Fährtensuche. Was gut gemeint ist, kann schnell ins Gegenteil kippen und den Hund überfordern.

Hund beim Fangen einer Frisbee
Auf jede aufregende Beschäftigung sollte Ruhe folgen

Es geht nicht darum, deinen Hund völlig platt zu machen.
Ein Übermaß an Beschäftigung kann nämlich genauso zu Verhaltensproblemen führen wie Unterforderung.
Überforderte Hunde bauen ihren Stress gerne durch übermäßiges Bellen oder das Zerbeißen von Sachen ab. Manche wirken unruhig und kommen überhaupt nicht zur Ruhe. Wie auch, wenn sie dazu gar keine Möglichkeit haben?
Nach jeder Anstrengung sollte daher eine Phase der Entspannung folgen. Dabei ist es egal, ob ihr zusammen Sport gemacht, einen Kurs besucht, Ball gespielt oder Tricks geübt habt.

Du kannst zum Beispiel ein aufregendes Ballspiel durch das Suchen von Futter ausklingen lassen oder indem du deinen Hund noch ein paar ruhige Gehorsamkeitsübungen machen lässt. Du kannst auch eine Kuschelrunde anschließen oder deinem Hund etwas zum Knabbern geben, damit er dadurch den Stress abbauen kann.

Sinnvolle Beschäftigung braucht nicht viel Zeit

Vielleicht denkst du jetzt, dass du für die Beschäftigung deines Hundes gar nicht genug Zeit hast?
Dann kann ich dich beruhigen. Gute Beschäftigung kann durchaus mit wenig zeitlichem Aufwand erfolgen.

Auf jedem Spaziergang kannst du theoretisch etwas mit deinem Hund machen. Gehe lieber 5 Minuten kürzer spazieren und baue dafür ein paar Übungen ein.
Gut geeignet sind Futtersuchspiele oder auch sportliche Sachen wie über Baumstämme springen, Gegenstände umrunden, drunter durchkriechen oder auf etwas Wackeligem balancieren.

Jack Russel macht Platz auf einem Baumstamm
Was einfach aussieht, erfordert dennoch Konzentration

Oder packe etwas Futter in einen Futterbeutel, den du unterwegs versteckst. Alternativ kannst du den Beutel auch an einer Schnur vor deinem Hund wegziehen und er darf ihn jagen.

Du kannst ihm auch beibringen, Slalom durch deine Beine zu laufen oder über dein ausgestrecktes Bein zu springen, indem du ihn mit einem Leckerlie lockst.

Gerne vergessen wird auch, dass der Schnüffeln für Hunde wichtig ist. Lass deinem Vierbeiner auf euren Runden genug Zeit zum Schnuppern, das tut ihm gut.

Letztendlich sind deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist nur, dass es euch beiden Spaß macht.

Wieviel Ruhe braucht ein Hund?

Hunde schlafen deutlich mehr als Menschen und kommen schnell auf 16 bis 18 Stunden Schlaf pro Tag. Damit dein Hund nicht wie ein kleines Kind überdreht, solltest du ihm deshalb ausgiebige Ruhephasen gönnen.
Besonders die Hunde, die ständig unter Strom stehen, brauchen Ruhe, um runterkommen und sollten keinesfalls rund um die Uhr bespaßt werden. Hilfreich ist eine Rückzugsmöglichkeit oder ein ruhiges Zimmer, in denen sie vor zu viel Ablenkung geschützt sind.

Es gibt kein zu jung oder zu alt für eine sinnvolle Auslastung. Jeder Hund mag Beschäftigung und will nicht auf dem Sofa vergammeln. Deshalb ist die Aussage „der mag nicht spielen“ oft nur eine Ausrede, um sich nicht näher mit den Bedürfnissen des Vierbeines befassen zu müssen.

Mit wenigen Mitteln kannst du viel erreichen und dafür sorgen, dass dein Hund zufrieden ist.
Und geht es dem Hund gut, freut sich auch der Mensch, oder?

Uns interessiert: Was macht dein Hund am liebsten?

Schreib es uns in den Kommentaren!


Bildcredit: (c) Petra Eckerl - Fotolia.com


Wir freuen uns, wenn du unseren Beitrag bewertest:

1 Star2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (No Ratings Yet)
Loading...

Tipps, Hilfe und Schnäppchen für dein Tier per E-Mail

Wir haben einen kostenlosen Info-Brief per E-Mail eingerichtet. Du bekommst:

  • wertvolle Tipps und Hilfe für dich und deinen Liebling
  • Infos bei richtig guten Schnäppchen
  • Infos, die es nicht hier zu lesen gibt

Wir schicken dir maximal zwei Mails im Monat und keinen Spam, versprochen! Wir geben deine Daten auch nicht weiter.

Ja, ich möchte den kostenfreien Info-Brief per E-Mail abonnieren. Den Datenschutzhinweis habe ich zur Kenntnis genommen. Ich willige ein, E-Mails mit Informationen und Angeboten über Haustiere zu erhalten.

Das ganze ist 100% kostenlos und du kannst dich jederzeit mit nur einem Klick abmelden!

Über Nima 50 Artikel
Ich bin Nima und lebe zusammen mit drei liebenswerten Hunde-Mädels. Als ausgebildete Hundetrainerin liegt mir ein respektvoller Umgang mit unseren Vierbeinern sehr am Herzen.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*