Tosa Inu Steckbrief

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Möchtest du einen Tosa Inu in dein Leben holen, hast du bei guter Sozialisierung einen freundlichen und gutmütigen Partner, der wie kaum ein anderer Hund sein Herz an dich hängt. Die robusten Hunde strahlen eine faszinierende Würde aus und bleiben auch Fremden gegenüber cool. Erfahre in diesem Beitrag alles über die Geschichte, das Wesen und weitere interessante Fakten rund um den Tosa Inu. [Artikel lesen]

Wesenszüge und Charaktereigenschaften Tosa Inu

Fahre mit der Maus über ein Symbol um zu sehen, was es bedeutet. Farbige Symbole bedeuten, die Rasse ist dafür geeignet ist, graue Symbole, dass die Rasse dafür nicht geeignet ist.

Zu Unrecht wird der Tosa Inu als „Kampfmaschine“ bezeichnet. Die Hunde verfügen über ein friedliches und ruhiges Wesen. Seinem Rudel gegenüber ist er freundlich, gutmütig und gehorsam. Nicht ohne Grund wird der Tosa Inu als Samurai unter den Hunden bezeichnet. Er verhält sich loyal und ehrlich und bleibt trotz seines kämpferischen Wesens ein ausgeglichener Hund. Sein Wesen kann schon als erhaben und würdevoll bezeichnet werden. Kindern gegenüber legt er ein fast sanftmütiges und geduldiges Wesen an den Tag. Selbst fremde Kinder schließt der Tosa Inu schnell ins Herz. Fremden gegenüber ist der Tosa Inu eher zurückhaltend und gleichgültig. Er wahrt eine höfliche Distanz und macht sich erst bemerkbar, wenn Fremde seine Distanz unterschreiten. Einige Tosa Inu grummeln dann, andere dulden es stillschweigend. In seinem Revier lässt er Fremde aber nicht aus den Augen. Schwierig ist der Umgang mit anderen Hunden. Besonders Rüden zeigen ein dominantes Verhalten. Etwas unkomplizierter läuft es meist zwischen Hündinnen und kastrierten Rüden ab. Bei anderen Tierarten entscheidet immer die Situation. Sind andere Tierarten bereits im Haus, besteht eine gute Chance, dass der Tosa Inu diese akzeptiert. Obwohl der Tosa Inu ein sehr großer Hund ist, verfügt er über einen immensen Bewegungsdrang. Joggen, Fahrrad fahren und Hundesport ist mit den Riesen problemlos möglich. Allerdings solltest du in den ersten 12 Monaten den Hund vorsichtig an die Bewegung heranführen, da der Tosa dann noch im Wachstum ist und es zur Überanspruchung der Knochen und Gelenke kommen kann. Obwohl der Tosa Inu kaum über Jagdtrieb verfügt, kann Wild das Interesse des Hundes wecken. Tosas zeichnen sich durch Geduld, Mut, Unerschrockenheit und Gelassenheit aus. Voraussetzung ist, dass sie früh konsequent und liebevoll erzogen werden. Er hat eine hohe Reizschwelle, bleibt cool und lässt sich von Menschen nicht so leicht aus der Reserve locken. Der Tosa Inu ist kein Zwingerhund. Er möchte bei seinem Rudel sein und hängt an diesem. Gegenüber den Familienmitgliedern entwickelt er eine große Anhänglichkeit. An die Pflege stellt der Tosa Inu nur sehr geringe Ansprüche. Regelmäßiges Bürsten reicht aus.

Steckbrief Tosa Inu

Einzelheiten zum Tosa Inu
Größe (Widerristhöhe) Rüden mind. 60 Zentimeter Hündinnen mind. 55 Zentimeter
Gewicht ca. 36 bis 61 Kilogramm
Alter 10 bis 12 Jahre
Fellfarben Rot, Falb, Schwarz, Apricot oder gestromt, diskrete weiße Abzeichen an Brust und Pfoten möglich, bevorzugt ist ein warmer, kräftiger Rotton
Herkunftsland Japan
FCI Nummer 260
FCI Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer – Molossoide – Schweizer Sennenhunde
FCI Sektion 2: Molossoide 2.1 Doggenartige Hunde
Aufgaben Wachhund
Geeignet für Diensthund (Wachhund, Rettungshund), Begleithund für sportliche und aktive Menschen, Kein Anfängerhund!
Typische Krankheiten nicht bekannt

Geschichte der Tosa Inu

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Zu den ältesten Hunderassen gehört der Tosa Inu nicht. Sie entwickelte sich erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts im damaligen Japan. Im Gegensatz zum Hokaido, dem Akita Inu und dem Shikoku Ken, ist der Tosa Inu keine native Rasse. Sie ist durch Kreuzung mit Hunderassen aus der westlichen Welt entstanden. Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Hochzeit des Kriegeradels der Samurai endete, kamen immer mehr Ausländer nach Japan. Sie brachten neue Hunderassen mit. Die westlichen Rassen waren größer, ausdauernder und kampffreudiger als die japanischen Rassen. Sie brachten alle Eigenschaften mit, die Hunde für einen Hundekampf brauchten.

Die westlichen Hunde wurden für die Zucht eines einheimischen Kampfhundes verwendet. Im Jahr 1872 wurde ein Bulldog mit einem Shikoku Ken gekreuzt. 1874 kam ein Mastiff hinzu und 1876 wurde ein deutscher Vorsteherhund eingekreuzt. Es wird vermutet, dass auch Bernhardiner und Bullterrier an der Entstehung des Tosa Inu mit beteiligt waren. Eine planmäßige Zucht gab es damals nicht. Lediglich das Zuchtziel – ein japanischer Kampfhund – war klar. Eine gezielte Zucht begann erst in den 20er Jahren. Es wurden ausgewählte, westliche Hunde für die Zucht nach Japan gebracht. Einen durchschlagenden Erfolg gab es 1924, als eine Deutsche Dogge eingekreuzt wurde. In den 50er Jahren wurden auch Bordeaux Doggen eingekreuzt. Ob das einen entscheidenden Einfluss auf die Zucht hatte, ist aber nicht belegt.

Als einzige Hunderasse weltweit ist der Tosa Inu speziell für Hundekämpfe gezüchtet worden. Noch heute werden die Hunde offiziell in Japan für Kämpfe eingesetzt. Allerdings sind die Hundekämpfe in Japan nicht mit den blutigen Kämpfen in England zu vergleichen. Der Tosa Inu trägt nicht ohne Grund die Bezeichnung „Samurai“. Die Hundekämpfe sind mit dem Ringen der Sumoringer zu vergleichen. Es geht um mentale Stärke, über welche die Hunde verfügen. Bellen, Beißen und aggressives Verhalten führt zur Disqualifikation der Hunde. Die Hunde müssen ihre Gegner nur mit den Läufen und ihrem Körper zu Boden zwingen.

1964 wurde die neue japanische Hunderasse vom FCI anerkannt. Allerdings wich der FCI Standard etwas vom Standard des „Japan Kennel Klubs“ ab. Während der Kennel Klub vor allem auf Charakter Wert legt, ist beim FCI auch der optische Faktor wichtig. Der Name Tosa Inu bedeutet übrigens übersetzt „Hund aus Tosa“. Das japanische Lehen Tosa-han hat bei dem Namen Pate gestanden. Hier fanden auch die ersten Versuche einer Zucht statt. In seiner Heimat Japan wird der Hund hoch verehrt. Vermutlich gibt es in Japan über 10.000 Tosa Inus.

In Japan werden die Hunde heute noch für den Hundekampf verwendet. Außerhalb von Japan ist der Tosa Inu ein toller Familienhund und Wachhund. Leider steht er aufgrund seines Einsatzes als Kampfhund in vielen Ländern auf der Rasseliste. In einigen Ländern ist die Zucht und Einfuhr komplett verboten. Dazugehören Irland, Dänemark und das Schweizer Wallis. In Frankreich, Deutschland und Lichtenstein ist die Haltung und Einfuhr meist nur unter Einhaltung strenger Auflagen möglich. Übrigens wird der Tosa Inu auch als japanischer Mastiff, Tosa-Ken oder Tosa töken bezeichnet. Noch heute gilt er als eine der seltensten Hunderassen der Welt.

Bilder vom Tosa Inu

 

Interessantes und Wissenswertes

Der Tosa Inu ist eine noch recht junge Rasse. Deshalb gibt es nur wenig Literatur und Filme über diese wunderschönen Hunde. Auch Züchter sind in Deutschland sehr selten.

Tosa Inus in Film und Fernsehen

In den Film hat es der Tosa Inu nicht geschafft. Es gibt aber auf YouTube einige sehr schöne Videos, in denen der Tosa Inu vorgestellt wird. Das Porträt „Tosa Inu Molosser“ zeigt eindrucksvoll die kraftvollen Hunde. Aber andere Rasseporträts stellen die Hunde vor und zeigen die Nervenstärke und Gelassenheit der Tosas.

Literaturtipps

Die Bücher zum Tosa Inu sind sehr rar. Außerdem sind sie meist in englischer Sprache verfasst. Wir empfehlen dir aber Literatur über die Molosser, zu denen der Tosa gehört und die dich dem Tosa Inu näherbringen.

Stand: 3.08.2020

 

Züchterverzeichnis Tosa Inu

Aufgrund der strengen Auflagen gibt es in Deutschland nur sehr wenige Tosa Inu-Züchter. Am besten du knüpfst schon früh Kontakte, um einen der begehrten Welpen zu ergattern. Findest du in Deutschland keinen Hund deiner Wahl, gibt es außerdem Züchter in der Schweiz und in Spanien.

Möchtest du dich für diese tolle Rasse trotz der Auflagen entscheiden, kannst du auch beim Züchterverzeichniss des VDH nachfragen. Gelegentlich findest auch beim Club der Molosser e.V. einen Tosa Inu.

Hinweise zur Haltung von Tosa

Auch wenn es ein Zusammenleben vielfach vereinfachen würde: Nicht jeder Hund liest seine Rassebeschreibung!  Das bedeutet, dass es sowohl wasserscheue Labrador Retriever gibt als auch faule Australian Shepherd. Und so ist auch nicht jeder Tosa Inu ein nervenstarker Wachhund.

Es kommt bei dem Zusammenleben mit deinem Hund immer auf das einzelne Lebewesen an.  Rassesteckbriefe können nur einen möglichen Hinweis auf den zukünftigen Charakter deines Vierbeiners geben.

Ganz allgemeine Hinweise, die du beachten und bedenken solltest, bevor du dir einen Hund ins Haus holst, findest du in diesem Ratgeber:

 

Hundeerziehung

Gerade weil es sich bei einem American Pit Bull Terrier um einen sehr intelligenten und dominanten Hund handelt, braucht er eine konsequente Erziehung. Dies bedeutet aber keinesfalls ein Training über Strafen und Gewalt. Beides sollte in der Erziehung keines Lebewesens etwas zu suchen haben. Insbesondere weil es je nach Charakter des Hundes eine tickende Zeitbombe kreieren kann. Konsequenz kann auch mit liebevollem und wohlwollendem Training erreicht werden. Auf unseren Seiten rund um die Hundeerziehung findest du dazu viele Tipps und Tricks. Eine Liste mit Trainern, die auf der Grundlage der positiven Verstärkung trainieren, findest du im Trainieren-statt-dominieren-Netzwerk.

Und falls du lieber online trainierst, können wir dir die Online-Hundeschule „Lieblingshund-Training“ ans Herz legen.

 

Versicherungen

Ein Tosa Inu ist, auch wenn er noch so gut sozialisiert ist, ein Hund und keine Maschine. Auch er kann erschrecken, losrennen und einen Unfall verursachen! Da die Kosten dafür schnell sehr hoch werden können, solltest du dir zumindest eine gute Hundehalter-Haftpflicht zulegen (in einigen Bundesländern ist diese verpflichtend).

Ob und wie weit du zusätzlich noch eine Krankenversicherung benötigst, kann dir im Vorfeld natürlich niemand sagen. Sicherlich kannst du auch jeden Monat selber etwas Geld für den Fall der Fälle zurücklegen.

 

Ist der Tosa Inu ein Listenhund?

Ja. Der Tosa Isu gehört zu den sogenannten Listenhunden. Der Tosa Inu steht auf den Listen von Berlin, Bayern, Brandenburg, Hamburg, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Egal, was wir und du über Sinn und Unsinn dieser Listen denken, sie sind in Deutschland und vielen anderen Ländern nun einmal da. Mit ihnen sind je nach Land und Bundesland unterschiedliche Auflagen zur Haltung verbunden.

Welche das sind und was genau unter einem Listenhund verstanden wird, findest du in diesem Artikel beantwortet: Was sind eigentlich Listenhunde?

Beachte außerdem, dass der Tosa Inu auch in anderen Ländern auf den Rasselisten steht. Bevor du mit deinem vierbeinigen Familienmitglied in den Urlaub fährst, solltest du dich dahingehend informieren, um keine bösen Überraschungen zu erleben.

Quellen:

 

Hast Du schon einmal mit einem Tosa Inu Dein Leben geteilt?

Warum gehört diese Rasse zu Deinen Favoriten?

Wir freuen uns wie immer auf jeden Kommentar!

Bildcredit: (c) accept001 - depositphotos.com

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