Berber Steckbrief

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Die Berber-Pferde gehören zu den ältesten Pferderassen dieser Welt. Mit Feuer und Temperament begleiten sie ihren Menschen. Dabei sind sie ebenso sanftmütig und freundlich. Mit einem Berber hast du einen Freund fürs Leben. Erfahre in diesem Beitrag alles über die Geschichte, den Charakter und was es sonst noch so rund um den Berber zu wissen gibt. [Artikel lesen]

Steckbrief Berber

Einzelheiten zur Pferderasse Berber
Stockmaß 145 bis 155 Zentimeter
Gewicht ca. 420 kg
Fellfarben und -zeichnungen Überwiegend Schimmel in allen Schattierungen, es kommen aber auch Rappen vor. Selten sind Braune, Füchse und alle anderen Farben.
Aussehen Edles Pferd von mittlerer Größe. Quadrattyp mit kurzem Rücken und starker Nierenpartie sowie tiefer Schweifansatz. Der Kopf ist mittelgroß und oft mit konvexer Nasenlinie. Kurzer kräftiger Hals, lange und steile Schulterpartie.
Charakter und Wesen Sehr menschenbezogen, temperamentvoll und mutig mit großer Leistungsbereitschaft. Berber sind sehr zähe und genügsame Reit- und Arbeitspferde.
geeignet für Distanz- und Geländepferd, Freizeitpferd
Typ/ Art Vollblut (Berber gehören zu den vollblutähnliche Rasse wie alle anderen orientalischen Rassen auch)
Herkunftsland Nordafrika, Algerien, Marokko, Tunesien, Libyen, Mauretanien

Der Berber ist eine Pferderasse mit viel Temperament. Dabei ist er zugleich außergewöhnlich mutig, nervenstark, duldsam und menschenbezogen. Berberpferde sind echte Verlasspferde, die ihrem Menschen treu ergeben sind. Seine Besitztreue ist fast einzigartig. Pferde können so einen engen Kontakt zum Menschen nur entwickeln, wenn sie über viele Generationen einen sehr engen Kontakt zum Menschen haben. Berber wurden deshalb immer im engen Kreis der Familie gehalten.

Dem Berber sind bis heute Sanftmut, Personenbezogenheit und Menschenfreundlichkeit zu eigen. Aggressive Pferde werden konsequent aus der Zucht ausgeschlossen.

Im Gegensatz zu anderen Rassen ist der Berber nicht unbedingt ein Fluchttier. Er reagiert auf ungewohnte Situationen nicht kopflos, sondern behält die Ruhe. Bei Gefahren wirken Berber eher besonnen. Dieses Verhalten ist nicht anerzogen und kann schon bei Fohlen beobachtet werden. Gerade unsichere Reiter können von diesem außergewöhnlichen Verhalten profitieren.

Berber sind besonders durch ihren Mut, die Duldsamkeit und Nervenstärke bekannt. Sie besitzen die Fähigkeit, ihre Instinkte zu kontrollieren. Das macht den Berber zum idealen Verlasspferd, das auch im Gelände, Straßenverkehr oder bei öffentlichen Auftritten die Nerven behält und nicht überstürzt sein Heil in der Flucht sucht. Allerdings kann genau diese Eigenschaft auch zum Nachteil werden. Gibst du deinem Berber widersprüchliche Signale oder fast du ihn zu hart an, kann es sein, dass er blockiert. Für viele Reiter kann das zum Problem werden, wenn sie den Umgang mit anderen Rassen gewohnt sind. Sie können sich der ungewohnten Herausforderung nicht stellen.

Berber sind eigentlich eine verkannte Pferderasse. Sie verfügen über eine enorme Leistungsfähigkeit und behalten Erlerntes. Du kannst einen Berber ruhig mal für ein paar Wochen auf die Koppel stellen. Wenn du ihn anschließend wieder sattelst, kannst du dort weiter machen, wo du aufgehört hast. Und das ganz ohne Sperenzchen.

Berber gelten nicht ohne Grund als die besten Reitpferde der Welt. Mit seinen geschmeidigen Bewegungen, dem guten Untertritt und der hohen Trittsicherheit ist das Pferd für jede Disziplin geeignet. Berber sind Allrounder und nicht nur auf eine Disziplin spezialisiert. Besonders hervorzuheben ist der Sitzkomfort. Aufgrund des kompakten Rückens kommt dieser nicht ins Schwingen. Dadurch sitzen Reiter bequem und fast frei von Erschütterungen. Bei langen Ritten oder Rückenbeschwerden ist das von großem Vorteil.

Bilder von Berbern

 

Geschichte der Berber

Die Geschichte der Berber beginnt schon etwa 400 v. Chr. Berberpferde gehören zu den ältesten Pferderassen dieser Welt. Die kriegerischen Völker der Numider züchteten Pferde, die wendig, schnell und beweglich waren. Die wendigen Kavalleriepferde wurden ohne Sattel und Zaumzeug geritten. Nachdem sich die Völker mit den Römern verbündet hatten, floss das edle Blut der Pferde in alle Zuchten rund um das Mittelmeer.

Ihre ursprüngliche Heimat liegt in Nordafrika. In Ländern wie Algerien, Tunesien und Marokko wurden die Berberpferde gezüchtet, ihr heutiges Zuchtgebiet erstreckt sich über fast die komplette Breite Nordafrikas. Berberpferden eilte schnell ein Ruf als hervorragende Kriegspferde voraus. Die Pferde wurden zu begehrten Veredlern der Pferdezucht im Früh-, Hoch- und Spätmittelalter in Europa. Im Gegensatz zu anderen Pferde wurden Berberpferde schon immer nah bei der Familie gehalten. Beim Volk der Berber war es üblich, dass die Pferde inmitten der Zelte standen. So wurde der Kontakt zwischen Pferd und Mensch sehr eng.

Berberblut enthalten viele europäische und amerikanische Rassen. Mit Christopher Columbus kamen die Pferde in die neue Welt und wurden so zum Vorfahren für Quarter Horse, Mustang, Spanish Barbs und Pasos. Und auch die alten Rassen Andalusier, Lipizzaner, Neapolitaner sowie alle Barockpferderassen stammen von Berberblut ab. Neben dem spanischen Pferd wurden Berber schnell zum Symbol für eine hohe Reitkunst. Kaum ein anderes Pferd verfügt über so viel Leichtfüßigkeit und Arbeitswillen.

Der Berberhengst Godolphin Barb ist eine der Stammväter des Englischen Vollblutes. Fälschlicherweise wird er auch als Godolphin Arabian bezeichnet. Der Hengst wurde mit anderen Pferden dem französischen König Ludwig XV. geschenkt. Vor den Augen des französischen Hofes fand das Pferd keine Gnade und so gelangte der Hengst in den Besitz von Edward Coke, der einen Hengst für sein Gestüt suchte.

Reitlehrer wie Antoine de Pluvinel, der dem französischen König Ludwig XIII. das Reiten beibrachte, und Francois Robichon de la Guèrinière schwärmten von den Berberpferden. Vor allem die Zuneigung und die hervorragende Rittigkeit wurden von den Reitmeistern gelobt.

Im Jahr 1830, bei der Besetzung Nordafrikas durch die Franzosen, wurden zahlreiche Berberpferde beschlagnahmt. Sie wurden mit Vollblutarabern gekreuzt. Es entstand die Rasse Araber-Berber. Einige der besten Gestüte, die Araber-Berber züchten, befindet sich in Maghreb.

Heute wird der Berber vor allem im Pferdetourismus eingesetzt, da er gutmütig, robust, widerstandsfähig und genügsam ist. Noch heute wird der Berber wegen seiner herausragenden Vorzüge in vielen Ländern geschätzt. Schon früh wurden Berber mit Arabern eingekreuzt, um edlere Pferde zu erhalten, denen der zuverlässige Charakter des Berbers eigen war.

Heute ist die Population reiner Berber sehr gering. Nach Schätzungen soll es gerade noch 2500 Pferde geben. Im Jahr 1988 wurde der Verband „Weltorganisation des Berberpferdes“ gegründet. Die Organisation hat das Ziel, den Berber zu erhalten und die Rasse wieder mehr zu stärken. Vor allem die Ursprungsländer Marokko, Tunesien, Algerien und Libyen sind darin organisiert und werden dabei von Frankreich unterstützt. In Deutschland wurde 1992 der „Verein der Freunde und Züchter des Berberpferdes e.V.“ gegründet. Dieser ist Mitglied in der Weltorganisation. Im Jahr 2005 gab es in Deutschland 129 Zuchttiere. Die Gesamtzahl der Berberpferde wurde auf 500 geschätzt.

Interessantes und Wissenswertes

Über die alte Rasse der Berberpferde könnte man viel erzählen. Und doch sind die Aufzeichnungen rar und nur wenige Bücher berichten von den Berbern. Berberpferde sind aber in einigen Filmen zu sehen. Besonders in Filmen, die Geschichten aus dem Orient erzählen, haben auch Berber eine Rolle. Oft werden sie aber von den showträchtigen Arabern verdrängt.

Literaturtipps

Die Berber sind eine faszinierende Pferderasse, über die es viel zu erzählen gibt. Vor allem, weil sie zu den ältesten Pferderassen überhaupt zählt. In diesen Büchern wirst du mehr über die orientalischen Pferde erfahren:

 

Züchterverzeichnis der Berber

Berberpferde findest du auch in Deutschland bei Züchtern. Adressen von Berber-Gestüten kannst du über den bereits genannten Verein erhalten. Gestüte gibt es nur wenige in Deutschland. Einige haben sich aber einen Namen gemacht, der auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist.

 

Der Verein der Freunde und Züchter des Berberpferdes e.V.  verbindet alle Gestüte und Züchter von Berberpferden in Deutschland. Hier erfährst du, welche Gestüte Fohlen oder Berberpferde anbieten. Allerdings ist der Bestand in Deutschland sehr klein. Nur etwa 20 bis 30 Fohlen kommen jährlich hier zur Welt.

Berber in Film und Fernsehen

Besonders die berühmten Hengste der Berber werden in Geschichten und Erzählungen erwähnt. Die Lebensgeschichte des Hengstes Godolphin Barb erzählt die US-amerikanische Schriftstellerin Marguerite Henry im Buch „König des Windes“. Unter dem gleichen Namen wurde das Buch 1990 verfilmt. Doch im Film ist es ein Araber, der die Rolle des Berberhengstes übernimmt.

Das Berberpferd in seiner ganzen Schönheit zeigt der Film „Im Bann der Pferde – Marokko“. Er erzählt von einer unvergleichlichen Pferderasse, die ihresgleichen sucht.

Hinweise zur Haltung von Berbern

Jedes Pferd ist einzigartig, egal, welcher Rasse es angehört. Und egal wie lang oder kurz der Stammbaum ist, hat jedes Pferd ähnliche Bedürfnisse. Die gilt es, zu befriedigen, um ein glückliches Pferdeleben zu ermöglichen.

Daher findest du im folgenden Abschnitt ein paar allgemeine Hinweise zur Haltung von Pferden.

Pferdehaltung

Wie eingangs erwähnt, ist zwar jedes Pferd eines mit ähnlichen Bedürfnissen wie denen nach Nahrung, Bewegung und Sozialkontakten. Doch je nachdem für welche Aufgabe die Pferderasse anfangs gezüchtet worden ist, gibt es doch viele verschiedene Charaktereigenschaften: manche sind als Sportpferde gezüchtet und brauchen mehr Bewegung als andere und manche sind eher geruhsame Arbeitstiere. Denk nur daran, dass die Einteilung in Kaltblüter, Warmblüter und Vollblüter vor allem nach dem Temperament getroffen wird.
Es kommt also auch bei unseren Pferden immer auf das einzelne Lebewesen an. Denn nicht alle Shire Horse sind nervenstarke Riesen und nicht jeder Araber ist ein ausdauernder Renner.

Wenn du noch ganz am Anfang stehst, dann solltest du diesen Ratgeber lesen:

 

Wenn du dich dann für ein Pferd entschieden hast, helfen dir sicherlich diese Ratgeber zur Pferdehaltung und Ausstattung weiter und beantwortet deine Fragen:

Pflege und Ernährung

Egal ob du einen großen Kaltblüter oder ein kleines Pony dein Eigen nennst: jedes Pferd braucht eine gewisse Pflege, um gesund zu bleiben. Insbesondere die Hufe bedürfen deiner besonderen Aufmerksamkeit. Was du beachten solltest, kannst du hier in den Tipps zur richtigen Pferdepflege nachlesen.

Außerdem stärkst du auch mit einer regelmäßigen Fellpflege deine Bindung zu deinem Vierbeiner. Schließlich ist das gegenseitige Beknabbern des Fells eine oft gesehene soziale Interaktion zwischen Pferden.

Neben der Fell- und Hufpflege ist auch die artgerechte und ausgewogene Ernährung wichtig für ein kraftvolles Immunsystem und ein langes und zufriedenes Pferdeleben. In unseren Ernährungsratgebern findest du hilfreiche Tipps:

 

Pferdeversicherungen

Bei Hund, Katze, Maus mag der eine oder andere Besitzer sich noch Gedanken über den Sinn und Unsinn einer Krankenversicherung machen. Schließlich sagt man Katzen nach, sie hätten neun Leben und würden immer auf ihre Füße fallen. Und die Kosten für den Tierarztbesuch mit einem Meerschweinchen mögen in einem erschwinglichen Rahmen bleiben. Doch schon bei einer Hundehaftpflicht sieht die Sache anders aus. Und erst Recht, wenn es um ein großes Tier wie ein Pferd geht.

Solltest du dir also Gedanken über eine Pferdekrankenversicherung oder eine OP-Versicherung für deinen Vierbeiner machen oder dich fragen, was es eigentlich alles für Versicherungen rund um dein Pferd gibt, dann findest du in diesem Ratgeber hilfreiche Informationen und weiterführende Links zu all unseren Pferdeversicherungsratgebern:

 

Und wie ist das bei Dir?

Hast Du Erfahrungen mit Berbern?

Oder Fragen zu dieser Pferderasse?

Wir freuen uns immer über jeden Kommentar!

 

Quellen und weiterführende Links:

Bildcredit: © iStock.com/gebut

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