Alles was du über die Läufigkeit bei Hunden wissen musst

Schlafende Hundemama mit Welpe
Auch wenn Welpen süß sind, sollte man eine Schwangerschaft nicht riskieren

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Wenn du dich dazu entscheidest, dir eine Hündin anzuschaffen, wirst du dich früher oder später mit dem Thema „Läufigkeit“ befassen müssen. Die Läufigkeit bezeichnet das, was wir bei uns Menschen Monatszyklus nennen und ist – entgegen vieler Annahmen – nicht mit den Tagen der Blutung getan. Hier erfährst du, was während der Läufigkeit passiert, wann du mit deiner Hündin vorsichtig sein musst und wie sich das Verhalten deiner Hündin verändern kann.

Wann muss man mit der ersten Läufigkeit rechnen? 

In der Regel werden Hündinnen im Alter von sechs bis zwölf Monaten das erste Mal läufig. Dabei gibt es verschiedene Faktoren, die dafür entscheidend sind: Oftmals ist die Größe ausschlaggebend. Kleinere Hunde sind meistens frühreif, sie werden also jung läufig. Je größer die Rasse, desto später wird deine Hündin läufig. Dies kommt zustande, da es maßgeblich ist, wann der Hund seine ausgewachsene Körpergröße erreicht – bei einem Dackel ist das deutlich früher der Fall, als bei einer Deutschen Dogge. Eine weibliche Dogge kann schon mal zwei Jahre brauchen, bis sie ihre Läufigkeit das erste Mal erlebt. Weiter spielt bei dem Erreichen der abschließenden Körpergröße die Fütterung eine Rolle. Ist der Hund unterernährt, kommt er also aus einer schlechten Haltung, kann das die erste Läufigkeit ebenfalls hinauszögern.

Wie bei uns Menschen ist das Eintreten der Geschlechtsreife auch vom Individuum abhängig: Manche Hunde sind, unabhängig ihrer Rasse, echte Frühentwickler. Andere hingegen Spätzünder.

In welchen Intervallen wird eine Hündin läufig? 

Auch hier ist keine eindeutige Antwort möglich, da jeder Hund etwas anders tickt. In der Regel kann man davon ausgehen, dass die Läufigkeit im Abstand von sieben bis neun Monaten auftritt. Dennoch sind auch Zyklen von bis zu zwölf Monaten möglich, da unter anderem die Witterung den Körper des Hundes beeinflusst. Mit dem voranschreitenden Alter deiner Hündin zieht sich ihr Zyklus in die Länge und die Auswirkungen ihrer Läufigkeit werden schwächer. Dennoch: Die Wechseljahre, wie wir sie von uns kennen, gibt es bei Hunden nicht, weshalb du auch bei älteren Hundedamen achtgeben musst.

Die vier Phasen der Läufigkeit 

Die Läufigkeit kann in vier aufeinanderfolgende Phasen unterteilt werden: die Vorbrunst, die Brunst, die Nachbrunst und die Ruhepause. Um deine Hündin vor einer Schwangerschaft zu schützen, solltest du in einigen Phasen besonders auf sie achtgeben. Was genau es mit den vier Phasen auf sich hat, erfährst du hier:

Phase 1: die Vorbrunst (Proöstrus)

Das ist die eindeutigste Phase der Läufigkeit: Die Vulva deiner Hündin schwillt an und sie bekommt blutigen Scheidenausfluss. Einige Hündinnen bluten dabei relativ stark, bei anderen bemerkt man die Blutung kaum. Fruchtbar ist deine Hündin in dieser Phase nicht, lockt aber schon männliche Hunde an. Deren Annäherungsversuche wird sie vermutlich energisch abwehren. Da die Übergänge der Phasen aber laufend sind, solltest du dich nicht zu sehr darauf verlassen, dass deine Hündin während der Vorbrunst noch nicht fruchtbar ist. Diese Phase dauert, je nach Rasse und Alter, zwischen drei und 17 Tage an.

Phase 2: die Brunst (Östrus)

Auf die Vorbrunst folgt die Brunst. In dieser Phase ist deine Hündin fruchtbar und bietet sich ihren männlichen Artgenossen an. Dies zeigt sich, indem sie bei interessierten Rüden stehenbleibt und ihre Rute zur Seite hält. Aus diesem Grund wird die Phase auch „Standhitze“ genannt. Das Eintreten der Brunst macht sich zudem beim Scheidenausfluss bemerkbar: Dieser ist nun heller und wässriger. Im Durchschnitt dauert die Phase neun Tage, sie kann aber auch bis zu 21 Tage andauern. In dieser Zeit solltest du deine Hündin gut im Auge behalten und Orte, an denen du viele Hunde triffst, meiden. Denn neben einer Schwangerschaft vermeidest du so, dass deine Hündin und fremde Rüden unnötigem Stress ausgesetzt werden.

Zwei Hunde an der Leine beschnüffeln sich aufgeregt
Während der Vorbrunst und der Brunst sind Rüden von der Hündin besonders angetan.

Phase 3: die Nachbrunst (Metöstrus)

In dieser Phase werden ideale Bedingungen dafür geschaffen, dass der Embryo sich in der Gebärmutter einnisten kann. Hierfür wird das Hormon Progesteron produziert, selbst wenn deine Hündin nicht befruchtet wurde. Nicht selten kommt es in dieser Phase zu einer Veränderung im Verhalten deiner Hündin und die Symptome der Läufigkeit nehmen ab: Die Vulva schwillt ab und auch der Ausfluss wird weniger und verschwindet letzten Endes ganz. Innerhalb von neun bis zwölf Wochen sind die Gelbkörper, die für das Progesteron verantwortlich sind, abgebaut.

Bei einigen Hündinnen kann es in dieser Phase zu einer Scheinträchtigkeit kommen, da der sinkende Progesteron-Spiegel zur Produktion des Hormons Prolaktin führen kann. Dies wiederum sorgt dafür, dass die Hündin Milch produziert.

Phase 4: die Ruhephase (Anöstrus)

In der Ruhephase schwanken die Sexualhormone kaum oder gar nicht: Deine Hündin ist wieder ganz „die Alte“. Kontakt mit anderen Hunden ist wieder bedenkenlos möglich. Nach einigen Wochen bis Monaten setzt erneut die Vorbrunst ein: Der Kreislauf beginnt von vorn.

Was muss ich beachten, wenn meine Hündin läufig ist? 

Wenn eine Hündin läufig ist, kann sie andere Verhaltensweisen zeigen, als du von ihr gewohnt bist. Sie zieht außerdem die Aufmerksamkeit anderer Hunde, insbesondere natürlich von Rüden, auf sich. Auch die Pflege in dieser Zeit verdient besondere Beachtung. 

Was ist eine stille Läufigkeit?

In manchen Fällen wird eine Hündin läufig, ohne dass sie für uns Menschen erkennbare Anzeichen, wie Ausfluss, vorhanden sind. Dieses Phänomen wird als „stille Läufigkeit“ bezeichnet. Tückisch ist dies, da der Besitzer sich der Gefahr einer Schwangerschaft in dieser Zeit nicht bewusst ist und seiner Hündin vermutlich nicht vermehrt Aufmerksamkeit schenken wird.

Verhalten beim Gassi gehen 

Die veränderten Hormone während der ersten drei Phasen können dafür sorgen, dass deine Hündin ihren eigenen Kopf hat und auf Kommandos schlechter hört. Der Abstand zu dir kann beim Spaziergang dabei schon mal deutlich weiter werden, als du es vielleicht gewohnt bist. Es gibt aber auch Hundedamen, die durch den Hormonwechsel anhänglicher werden und deine Seite kaum verlassen. Wieder anderen Hündinnen merkt man die Hormonumstellung kaum an.

Hündin und Rüde während des Deck Aktes
Das Besteigen ist schneller passiert, als man denkt

Hier ein paar Tipps für diese Zeit:

  • Hört deine Hündin in dieser Phase nicht, sollte sie zur Sicherheit an der Leine bleiben.
  • Gib anderen Hundebesitzern Bescheid, dass deine Hündin läufig ist, damit sie gegebenenfalls Abstand halten können.
  • Meide Orte, an denen du viele Hunde, besonders Rüden, triffst, um weder deine Hündin noch die anderen Rüden zu sehr zu stressen.

Weiter kannst du damit rechnen, dass deine Hündin sich deutlich öfter hinsetzt, um zu urinieren. Dies ist oft das erste Anzeichen, dass die Vorbrunst kommt. Denn tatsächlich geht es bei dem vermehrten urinieren darum, Duftmarken abzusetzen.

Nicht nur draußen gelten in den kritischen Phasen besondere Regeln: Wenn dein Garten nicht ideal eingezäunt ist, solltest du deine Hündin nicht unbeaufsichtigt draußen lassen. Es ist schnell passiert, dass ein ungebetener Gast unbemerkt durch einen Spalt geschlüpft ist und deine Hündin wenige Wochen später Mutter wird.

Um Flecken auf dem Teppich und in der Wohnung zu vermeiden, kannst du deiner Hündin während der Vorbrunst ein spezielles Schutzhöschen anziehen, welches das Blut abfängt. Mit etwas Zeit und Belohnung gewöhnen sich die meisten Hündinnen an das Höschen und du musst ihr nicht den ganzen Tag hinterherwischen.

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Welche Möglichkeiten gibt es, die Läufigkeit zu verhindern? 

Um die Läufigkeit zu vermeiden, gibt es einige Mittel. Das sicherste ist die Kastration: Durch eine Operation wird deine Hündin unfruchtbar gemacht und unterliegt so auch keinen hormonellen Schwankungen. Dieser Eingriff ist aber ebenso sicher, wie umstritten und hat in Hundekreisen so manch eine Diskussion entfacht.

Doch es gibt auch andere Verhütungsmethoden, die zumindest begrenzt für eine verhinderte Läufigkeit sorgen. Die Möglichkeiten stelle ich hier vor:

Hormonspritzen 

Die Hormonspritze könnte man als „Die Pille für den Hund“ bezeichnen. Alle fünf Monate bekommt deine Hündin Hormone gespritzt, die die Läufigkeit unterdrücken. Dabei muss deine Hündin aber mindestens einmal läufig gewesen sein. Die Spritze ist recht günstig und relativ risikolos, vor Nebenwirkungen ist man aber nicht sicher. Neben Übergewicht und Trägheit kann es auch zu schwereren Komplikationen kommen. In einem solchen Fall solltest du die Hormonspritze wieder absetzen.

Der Vorteil der Hormonspritze: Beschließt du, die Spritze abzusetzen, normalisiert sich der Zyklus deiner Hündin. Eine Schwangerschaft wird somit wieder möglich.

Antihormone 

Antihormone werden vor allem bei einer bestehenden Trächtigkeit eingesetzt, die abgebrochen werden soll. Die Gabe der Antihormone kann bis zum 45. Tag nach dem Deckakt erfolgen. So wird verhindert, dass sich die Eizelle in der Gebärmutter deiner Hündin einnistet. 

Ultraschalluntersuchung des Bauchraums bei schwangerer Hündin
Eine Schwangerschaft kann auch bei Hunden abgebrochen werden.

Östrogen-Behandlung 

Wenige Tage nach einer Paarung ist es zudem möglich, eine Schwangerschaft mit einer Östrogen-Behandlung zu verhindern. Sie wirkt sehr zuverlässig und ist günstig. Allerdings hat sie eine gefährliche Nebenwirkung, die Östrogen-Gabe kann zur Vereiterung der Gebärmutter deiner Hündin führen. Das kann im schlimmsten Fall tödlich enden. Zudem bringt diese Behandlung den Zyklus der Hündin durcheinander, weshalb viele Hündinnen direkt im Anschluss erneut läufig werden.

Sterilisation oder Kastration 

Beide Verfahren müssen operativ durchgeführt werden. Bei der Kastration werden die Eierstöcke entfernt, bei der Sterilisation lediglich die Eileiter durchtrennt. Nach der Kastration wird die Hündin nicht mehr läufig. Wohingegen sie nach der Sterilisation zwar noch läufig werden kann, aber nicht mehr fruchtbar ist. Eine weitere Möglichkeit besteht in dem Entfernen der kompletten Gebärmutter (Ovariohysterektomie), die jedoch einen enormen Eingriff für die Hündin darstellt und nicht ohne Risiken ist. Sie wird überwiegend bei älteren Hündinnen oder zum Schutz vor Gebärmutterkrebs angewendet.


Einen detaillierteren Artikel dazu findest du hier: Soll ich meinen Hund kastrieren oder sterilisieren?


Alle operativen Eingriffe sind irreversibel, das heißt sie können nicht rückgängig gemacht werden. Und sie sind mit hohen Kosten verbunden. Unter Hundefreunden ist das Thema Kastration/Sterilisation umstritten. Einerseits beugt der Eingriff Erkrankungen und Scheinträchtigkeit vor, andererseits ist die Operation ein extremer Eingriff in das Hundeleben und seinen natürlichen Hormonhaushalt, der auch einige Nebenwirkungen mit sich bringen kann. Ob ein Eingriff dieser Art ratsam für deine Hündin ist, solltest du mit dem Tierarzt deines Vertrauens besprechen.

Langhaarcollie Hündin mit Welpen
Um die beste Entscheidung für Hund und Herr zu treffen, solltest du mit deinem Tierarzt sprechen

Fazit

Wenn du beschließt, dir eine Hündin zuzulegen, solltest du über ihren Körper und ihre Bedürfnisse Bescheid wissen. Genauso wichtig ist es, zu erkennen, wann es soweit ist und du deinen Vierbeiner lieber an der Leine lassen und den Kontakt zu anderen Hunden minimieren solltest.

Wenn du darüber nachdenkst, die Läufigkeit deiner Hündin zu unterdrücken, solltest du mit einem Tierarzt besprechen, welche Behandlung sich für deine Hündin anbietet und dir gut überlegen, was aus deiner Entscheidung resultiert.

 

Welche Erfahrungen hast du mit läufigen Hündinnen gemacht?

Hast du vielleicht Tipps? Oder Anregungen, Anmerkungen?

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Weiterführende Informationen und Quellen:

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Bildcredit: (c vladimirfloyd - Fotolia.com


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Über Louisa 39 Artikel
Ich bin als freie Journalistin tätig und freue mich sehr darüber hier über Themen rund ums Tier schreiben zu können. Seit ich denken kann beschäftige ich mich mit Tieren und hatte schon einige als Mitbewohner. Meine Leidenschaft für Tiere habe ich auch in meinem Philosophie-Studium verfolgt und mich umfassend mit dem Thema Tierethik beschäftigt.

2 Kommentare

    • Hallo,

      das kommt immer sehr auf die Hündin und den Zeitpunkt der Läufigkeit an. Manche brauchen in der Hitze mehr Ruhe, manchen ist geholfen, wenn man sie richtig auspowert und viel ablenkt. Wenn beides nicht hilft, könntest Du auch Deinen Tierarzt oder einen Naturheilpraktiker fragen, ob und was du deiner Hündin in dieser Zeit zur Unterstützung geben kannst.

      Liebe Grüße
      Steffi

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