Diabetesfutter – was darf ein Hund mit Diabetes fressen?


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Jede Menge Durst, Heißhunger und gleichzeitiger Gewichtsverlust sind nur einige der Symptome, die bei deinem Hund auf Diabetes Mellitus hinweisen können. Ist die Diagnose vom Tierarzt bestätigt, kannst du mit dem richtigen Diabetesfutter viel für die Gesundheit deiner Fellnase tun und seine Lebensqualität noch für lange Zeit erhalten.

Diabetes mellitus beim Hund

Etwa ein Prozent aller deutschen Hund leiden an der sogenannten Zuckerkrankheit. Fast Dreiviertel davon sind Hündinnen. (Siehe auch: Diabetes mellitus beim Hund.)

Fast immer handelt es sich beim Hund um Diabetes Typ 1. Das heißt, dein Hund produziert zu wenig oder gar kein Insulin. Diese Art der Stoffwechselerkrankung macht eine Insulin-Therapie so wie eine spezielle Ernährung notwendig.

Typ 2 Diabetes, bei dem der Körper deines Hundes zwar Insulin herstellt, dieses aber nicht verwerten kann, kommt bei Hunden kaum vor.

Wie entsteht die Zuckerkrankheit bei deinem Hund?

Die Ursachen sind wie beim Menschen noch nicht vollständig erforscht.

Sicher ist, dass hormonelle Faktoren, Erkrankungen oder Schäden der Bauchspeicheldrüse und genetische Faktoren Auslöser sein können. Im Laufe des Lebens verliert der Körper deines Hundes – genauer gesagt die insulinbildenden Zellen der Bauchspeicheldrüse – die Fähigkeit zur Produktion von Insulin. Dein Hund wird Diabetiker.

Wie erkennt der Tierarzt Diabetes mellitus beim Hund?

Schon die körperlichen Symptome geben deinem Tierarzt einen Hinweis auf die Diagnose Diabetes mellitus. Dies können sein:

  • Starker Durst
  • Häufiges Wasserlassen
  • Auffälliger Hunger bei gleichzeitigem Abmagern

Um andere Krankheiten mit denselben Symptomen auszuschließen, wird der Tierarzt verschiedene Tests vornehmen. Dazu gehört eine Blut- und Urinuntersuchung, bei der unter anderem der Blutzuckerspiegel gemessen wird. Des Weiteren wird die Bauchspeicheldrüse untersucht, um die Ursachen zu erkennen und die richtige Behandlung einzuleiten.

Labrador hält einen leeren Futternapf im Maul und schaut in die Kamera. Beschriftung lautet: Auch wenn er es vielleicht anders sieht: ein zuckerkranker Hund braucht einen strikten Essensplan.
Auch wenn er es vielleicht anders sieht: ein zuckerkranker Hund braucht einen strikten Essensplan.

Insulin-Therapie und Futterumstellung als Therapie

Geschätzt leidet etwa einer von 100 Hunden unter einer Zuckerkrankheit. Sie benötigen in der Regel ihr ganzes Leben lang eine Behandlung. Heilbar ist nur der Läufigkeits-Diabetes, wenn er sehr früh erkannt wird oder wenn der Diabetes mellitus durch einen Morbus Cushing verursacht wurde.

Nach der Diagnose Diabetes mellitus gibt es vier wichtige Bausteine für den Erfolg der Behandlung:

  1. Das regelmäßige Messen und Verabreichen von Insulin
  2. Eine angepasste Fütterung mit dem richtigen Hundefutter
  3. Regelmäßige Gewichtskontrolle und daran angepasste Bewegung
  4. Ein stressfreies Umfeld

Warum muss ein Hund mit Diabetes spezielles Futter fressen?

Beim Hund mit Diabetes liegt ein Insulinmangel vor. Dieses Hormon regelt den Blutzuckerspiegel und hält ihn im normalen Bereich. Fehlt Insulin, steigt der Blutzuckerspiegel an und die klassischen Symptome zeigen sich. Durch spezielles Diabetesfutter wird der Blutzuckerspiegel zusätzlich zu den weiteren Therapieansätzen stabilisiert.

Was darf ein Hund mit Diabetes fressen?

Beim Diabetikerhund dreht sich alles um den Blutzuckerspiegel, der ohne entsprechende Maßnahmen immer weiter ansteigt. Der ohnehin für deinen Hund ungeeignete Zucker sollte komplett aus der Nahrung verbannt werden. Ebenfalls ungünstig sind Getreideprodukte, pflanzliche Eiweiße, Farbstoffe und Konservierungsmittel.

Warum dürfen Hunde keinen Zucker fressen?

Beim gesunden Hund führt Zucker zu Karies und bei häufiger und übermäßiger Gabe zu Übergewicht. Für Diabetikerhunde wirkt sich Zucker noch deutlich dramatischer aus. Er lässt den Blutzuckerspiegel sprunghaft ansteigen, ohne dass dieser wieder abgebaut werden kann. Das führt im Extremfall zum sogenannten Zuckerkoma, das häufig tödlich endet.

Yorkshire Terrier rennt über eine Wiese. Beschriftung lautet: Nicht nur aber gerade Hunde mit Diabetes brauchen regelmäßige Bewegung!
Nicht nur aber gerade Hunde mit Diabetes brauchen regelmäßige Bewegung!

Was senkt den Blutzucker beim Hund?

Neben der Insulintherapie und einer angepassten Ernährung, hilft auch ausreichende Bewegung, den Blutzucker deines Hundes zu senken, bzw. stabil zu halten. Durch die Aktivierung der Muskeln können diese das Insulin besser verwerten, der Zucker aus dem Blut wird direkt in Energie umgewandelt und der Spiegel im Blut sinkt.

Wie füttere ich meinen Hund mit Diabetes?

Ebenfalls wichtig ist ein normales und stabiles Körpergewicht. Für die Fütterung von Hunden mit Diabetes lassen sich vier wichtige Tipps geben:

  1. Regelmäßige Futteraufnahme
  2. Insulingabe und Fütterung zeitlich abstimmen
  3. Lieber mehrere kleine Portionen füttern
  4. Spezielles Hundefutter

Diese Regeln sorgen dafür, dass der Blutzuckerspiegel möglichst stabil bleibt. Regelmäßigkeit ist das Ziel für alle Hunde mit Diabetes mellitus.

Immer zur gleichen Zeit füttern

Halte für deinen Hund feste Fütterungszeiten ein. Das sorgt dafür, dass sich dein Hund und sein Körper auf das Futter einstellen kann. Diesen festen Rhythmus solltest du auch im Urlaub oder zu außergewöhnlichen Zeiten unbedingt einhalten.

Insulingabe vor oder nach der Futteraufnahme?

Um abzusichern, dass keine lebensgefährliche Unterzuckerung (Hypoglykämie) entsteht, muss dein vierbeiniger Diabetiker fressen vor der Insulininjektion. Doch für den Körper und die Bauchspeicheldrüse ist es gesünder, wenn das Insulin schon vor der Futteraufnahme vorhanden ist.

Deswegen gilt:

  • Ist dein Hund ein guter Fresser, gib ihm erst die Injektion und dann das Hundefutter.
  • Ist dein Hund ein schlechter Fresser, musst du erst füttern und dann spritzen.

Mehrmals täglich kleine Portionen

Mit jeder Mahlzeit steigt der Blutzuckerspiegel an. Damit dieser Anstieg nicht zu hoch ist, empfehlen sich mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt. Auch hier gilt das Prinzip der Regelmäßigkeit.

Zwei Australien Sheperds werden aus der Hand gefüttert
Nicht nur die Mahlzeiten aus dem Napf auch Leckerchen zählen!

Diabetesfutter füttern

Diabetesfutter ist ein spezielles Diätfutter für deinen Hund. Es ist so zusammengesetzt, dass die Blutzuckerschwankungen so gering wie möglich gehalten werden. Der Vorteil dieses Spezialfutters: Erhält dein Hund ausschließlich dieses, können die Insulingaben in den meisten Fällen reduziert werden.

Was enthält Diabetesfutter?

Das spezielle Diätfutter für Diabetikerhunde ist ein speziell zusammengesetztes Futter, das zum einen den Blutzuckerspiegel stabilisiert und zum anderen Übergewicht vorbeugt. Es enthält einen hohen Anteil an hochwertigem Eiweiß und nur wenige, leicht verdauliche Kohlenhydrate. Zur Vermeidung von Übergewicht macht das Futter satt, enthält aber weniger Kalorien.

Das richtige Hundefutter für Diabetiker – Nassfutter bevorzugt

Die Diabetes-Diät für deinen Hund ist genau auf die Besonderheiten des Stoffwechsels bei zuckerkranken Hunden zugeschnitten. Glücklicherweise musst du nicht – wie beim Menschen – nach Broteinheiten rechnen oder dich mit dem Glyx-Index befassen. Die fertigen Spezialfutter enthalten alle Inhaltsstoffe, die deinem Hund guttun.

Kennzeichnung von Diabetesfutter

Spezielles Diabetikerfutter ist auch als solches gekennzeichnet, inklusive Kaloriengehalt. Es enthält sogenannte komplexe Kohlenhydrate, die den enthaltenen Zucker nur langsam freisetzen, Ballaststoffe wie Rübenfasern für eine gute Verdauung, eher wenig Kalorien, um Übergewicht zu reduzieren, oder zu vermeiden. Um den Stoffwechsel nicht zu belasten, enthält Diabetes-Nassfutter idealerweise nur wenige Zutaten.

Besser nass als trocken

In der Regel wird Nassfutter bei Diabetes dem Trockenfutter bevorzugt. Grund ist der höhere Anteil an Kohlenhydraten im Trockenfutter. Vorsicht ist bei halbfeuchtem Futter geboten. Denn häufig ist hier Zucker als Konservierungsmittel zugesetzt.

Welche Kohlenhydrate eignen sich für einen Diabetiker-Hund?

Kohlenhydrate bestehen aus Zuckermolekülen. Je nachdem wie komplex dieser wichtige Energielieferant ist, spricht man auch von Einfach-, Zweifach- oder Mehrfachzucker. Für den Hund mit Diabetes gilt: Je komplexer die Kohlenhydrate, umso besser. Denn diese werden langsam abgebaut, das heißt, auch der Blutzuckerspiegel steigt nur langsam.

Was kostet das Insulin für einen Hund?

Bei Diabetes mellitus Typ 1 produziert die Bauchspeicheldrüse deines Hundes nicht ausreichend Insulin, ein Hormon, das den Blutzuckerspiegel steuert. Das heißt, du musst diesen Stoff regelmäßig in Form einer Injektion zuführen. Meist erfolgt dies 20 bis 30 Minuten nach der Mahlzeit. Du kannst davon ausgehen, dass 10 Milliliter Insulin – das entspricht 1.000 Insulineinheiten – etwa 100 EUR kosten.

Wie viel Insulin braucht mein Hund?

Die Menge, die dein Hund täglich benötigt, ist ebenso individuell wie der Abstand zwischen den Spritzen. Für die Berechnung wird das Gewicht als Basis genommen und auf die nächsten vollen Kilogramm aufgerundet. Im Laufe der Zeit und durch Messung im Blut wird dann die perfekte Dosis für deinen Hund ermittelt.

Keine Sorge, dein Tierarzt wird dich dabei unterstützen.

Wo wird das Insulin beim Hund gespritzt?

Dein Tierarzt wird dir genau zeigen, wie und wo du das Insulin spritzen kannst. Es wird überwiegend in die Flanken, also in den Oberschenkel des Hundes gespritzt. Achte darauf, die Seiten und auch die Stellen zu wechseln. Falls du das Gefühl hast, „daneben“ gespritzt zu haben, verzichte aufs Nachspritzen, damit es nicht zu einer Überdosierung kommt. Kontrolliere liebe etwas häufiger die Blutzuckerwerte.

Weißer Hund sitzt auf Behandlungstisch in Tierarztpraxis, Tierarzt bereitet eine Spritze vor
Dein Tierarzt wird Dir zeigen, wie Du das Insulin selbst spritzen kannst.

Achtung Zuckerspiegel!

Insulin regelt den Blutzuckerspiegel, indem der Blutzucker abgebaut wird. Ebenso gefährlich wie eine Überzuckerung kann auch Unterzuckerung sein. Spritzt du zu viel Insulin, kommt es zur Hypoglykämie und die ist lebensgefährlich. Zur Unterzuckerung kann es auch kommen, wenn dein Hund zu wenig frisst oder ungewöhnlich viel Bewegung hat.

Kochen für den Hund bei Diabetes

Möchtest du für deinen Hund selbst kochen oder ihn barfen, ist das grundsätzlich auch bei Diabetes möglich. Es hat durchaus Vorteile. Allerdings ist in diesem Fall ein individueller Ernährungsplan und eine genaue Beobachtung der Zuckerwerte deines Hundes noch wichtiger als ohnehin.

Was kann ich für meinen Hund kochen?

Kochst du das Futter für seinen Hund selbst, weißt du genau, was in seiner Ernährung enthalten ist. Du kannst auf Zusätze verzichten.

Für den Hund mit Diabetes solltest du dabei einige Regeln für die Zutaten beachten:

  • Nur eine Eiweißquelle (Protein)
  • Komplexe, leicht verdauliche Kohlenhydrate verwenden (etwa Gerste oder die Hirseart Sorghum)
  • Auf die Kalorien achten (Fettgehalt anpassen)
  • Ausreichende Ballaststoffe zugeben

Ebenfalls wichtig ist es, dass dein Hund alle wichtigen Nährstoffe und Mineralien als Nahrungsergänzung erhält. Sprich eigene Rezepte immer mit Ernährungsberater:in oder Tierärzt:in ab.

Was darf mein Hund mit Diabetes essen?

Hat dein Hund Diabetes, darf er nur bestimmtes Futter fressen, das den Blutzuckerspiegel nicht stark ansteigen lässt. Damit du und dein Hund auf der sicheren Seite sind, darf er nur das Diabetesfutter fressen. Leckerlies, Essensreste oder auch Nahrungsergänzungsmittel sind leider tabu, oder nur nach Absprache mit dem Tierarzt erlaubt.

Diese Nahrungsmittel sind für den hündischen Diabetiker tabu

Wie bei jedem Hund ist auch beim Hund mit Diabetes Zucker ein Tabu. Ebenfalls nicht geeignet sind Obst, Gemüse mit hohem Zuckergehalt und fettreiches Futter, da dies die Leber zusätzlich belastet.

Was mache ich, wenn mein Hund Zucker gegessen hat?

Hat dein Hund einmal das falsche Futter oder sogar direkt Zucker gefressen, steigt der Blutzuckerspiegel an. Bei der sogenannten Hyperglykämie treten all die Symptome auf, die ein Tier mit Diabetes zeigt. Du solltest dann deinen Tierarzt anrufen und nachfragen, was zu tun ist.

Was kostet ein Hund mit Diabetes?

Ein kranker Hund verursacht Kosten, das gilt auch bei der Diagnose Diabetes. Neben den Zusatzkosten für das Diabetesfutter musst du die für das Insulin einplanen. Gerade am Anfang wirst du häufiger zum Tierarzt müssen als sonst. Ist dein Hund gut eingestellt und treten keine Begleiterkrankungen auf, kannst du mit Mehrkosten um die 1.000 Euro pro Jahr rechnen.

Diagnose Diabetes mellitus – Wie alt wird mein Hund?

Die Diagnose Diabetes beim Hund ist erst einmal ein Schock. Die gute Nachricht: Wenn dein Hund die passende Unterstützung durch das passende Futter und die richtige Insulindosis erhält, wird er kaum eingeschränkt sein. Dann kann er genauso alt werden wie ein gesunder Hund und ein schönes Hundeleben führen. Wichtig sind der regelmäßige Check durch den Tierarzt und ein gesundes Gewicht.

Wie ist das bei Dir und Deinem Liebling?

Habt ihr schon eigene Erfahrungen mit diesem Thema gemacht?

Wir freuen uns über jeden Kommentar mit Erlebnissen, Anmerkungen oder Gedanken von Dir!

Bild:

(c) haustiermagazin.com

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