Darf ich meinem Hund Essensreste füttern?

Dein Hund schaut dich mit diesen großen Augen an und bettelt um etwas Leckeres vom Tisch? Nur zu gerne würden wir unseren Hunden hin und wieder Essensreste von unserem leckeren Essen geben.

Doch ist es sicher, Hunden menschliches Essen zu geben? Hier sind einige wichtige Überlegungen.

Gesundheitliche Auswirkungen

Menschen- und Hundefutter sind unterschiedlich zusammengesetzt: Menschliche Nahrungsmittel enthalten oft Zutaten wie Zucker, Salz und Gewürze, die für Hunde schwer verdaulich sein können. Es ist auch möglich, dass Hunde allergisch auf bestimmte menschliche Lebensmittel reagieren. Das kann aber natürlich auch bei Hundefutter passieren.

Allerdings ist dein Hund auch schon lange kein Wolf mehr. Sein Verdauungssystem hat sich hervorragend an (frühere, weniger gewürzte) menschliche Nahrung angepasst. Denn Nahrungsreste waren das, was er lange Zeit zu fressen bekommen hat, bevor es Hundefutter gab.

Wenn ihr euch damit wohl fühlt und dein Hund es verträgt, spricht nichts gegen gelegentliches Füttern von Essensresten.
Wenn ihr euch damit wohl fühlt und dein Hund es verträgt, spricht nichts gegen gelegentliches Füttern von Essensresten.

Fettleibigkeit

Hunde haben eine andere Stoffwechselrate als Menschen und benötigen nur eine bestimmte Menge an Kalorien pro Tag. Das zusätzliche Füttern von Essensresten kann dazu führen, dass Hunde zu viel essen und übergewichtig werden.

Allerdings ist das heutige Hundefutter oft sehr gehaltvoll. Da eignen sich nicht zu stark gewürzte Essensreste von der Zusammensetzung (Kohlenhydrate, Ballaststoffe, weniger Fleischanteil) oft sogar besser. Es spricht gar nichts dagegen, übrig gebliebene Kartoffeln, Nudeln oder Reis unter dein übliches Hundefutter zu mischen.

Verdauungsprobleme

Hunde können durch den Verzehr von Essensresten Verdauungsprobleme bekommen, einschließlich Magenverstimmungen und Durchfall.

Teste dich daher also bitte vorsichtig heran!

Ist dein Hund gesund, kann es sogar hilfreich sein, wenn du seine Ernährung abwechslungsreich gestaltest. (Stichwort: ABAM-Methode. Kannst du gerne hier nachlesen: https://www.ralph-rueckert.de/blog/das-abam-konzept-eine-revolutionaere-fuetterungsmethode-fuer-den-hund/)

Verhaltensprobleme

Das Füttern an sich kann bei bestimmten Hunden und in manchem Kontext zu echten Verhaltensproblemen führen.

Fütterst du deinen Hund vom Tisch, wird das kaum echte Verhaltensprobleme verursachen. Allerdings kann sich natürlich unerwünschtes Verhalten zeigen und du könntest deinen Hund zum Betteln erzielen.

Dem kannst du leicht entgegenwirken, indem du bestimmte Regeln einführst, an die sich alle halten. Beispielsweise, dass dein Hund sich neben oder unter den Tisch legen muss und nur dann etwas bekommt. Oder dass es nicht direkt am Tisch, sondern hinterher in der Küche etwas gibt.

Ein hungriger Hund steht in einer Küche mit einem leeren Hundenapf im Maul. Beschriftung lautet: Auch bei Magen-Darm-Problemen muss dein Hund nicht hungern. Die richtige Schonkost hilft.
Bring deinem Hund bei, dass es Essensreste nur in der Küche gibt, wenn dich das Betteln am Tisch stört.

Ausgewogene Ernährung

Du solltest sicherstellen, dass deine Hunde eine ausgewogene Ernährung erhalten. Je nach Hund kann das speziell auf seine Bedürfnisse zugeschnittene Futter aber sehr unterschiedlich aussehen.

Alte Hunde brauchen anderes Futter als Welpen. Sehr aktive Hunde benötigen mehr Kalorien als sehr große und ruhige Exemplare. Bei allen gilt aber, dieses darf ruhig abwechslungsreich gestaltet sein. Bei Zweifeln wende dich an eine Hundeernährungsberaterin.

Darf mein Hund nun etwas vom Tisch haben?

Wenn du einige Tipps beachtest, dann spricht nichts dagegen, dass dein Hund gelegentlich etwas vom Tisch bekommt.

Wie bei dir gilt, dass du dich bei einer Häufung an gesunde Optionen wie mageres Fleisch, Gemüse und Obst halten solltest.

Hast Du Erfahrungen mit diesem Thema?

Kennst du noch weitere Tipps und Tricks?

Wir freuen uns über deine Erfahrungen und Anmerkungen!

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Autor dieses Beitrags: Stefanie Vogt

Stefanie Vogt ist Gründerin und Chefredakteurin des Haustiermagazins. Sie lebt seit über 11 Jahren mit Hunden zusammen und hatte davor 14 Jahre 3 Kater. Was als persönliche Leidenschaft begann, wurde zum Beruf: Stefanie studiert aktuell Tierpsychologie Hund und Katze mit praktischer Erweiterung Hundeverhaltensberatung an der ATN und steht kurz vor dem Abschluss als Hundetrainerin. Neben der Praxis hat sie unzählige Fachbücher zu Hundeverhalten, Ernährung und Tierhaltung gelesen. Alle Kaufempfehlungen auf haustiermagazin.com entstehen aus echtem Alltag mit ihren eigenen Tieren.

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