So klappt das Autofahren mit Hund

Golden Retriever schaut aus dem geöffneten Autofenster
Vielen Hunden macht das Autofahren Spaß

Das Auto ist aus unserem Leben kaum wegzudenken, ob es nur mal kurz zum Einkaufen genutzt wird oder für die Reise in den Urlaub. Was für uns zur Normalität gehört, ist für deinen Hund zuerst fremd. Damit er entspannt im Auto mitfährt, muss er dies erst beigebracht bekommen. Nicht jeder Hund findet es nämlich toll, in so einem komischen Ding durch die Gegend zu fahren. Manche bekommen Angst, andere sind total aufgeregt und wieder anderen wird es schlichtweg schlecht.

Lass uns also schauen, wie du deinen Hund an das Autofahren gewöhnen kannst.

Mit dem Hund im Auto fahren – so klappt es

Je früher du damit anfängst, deinen Hund an das Auto zu gewöhnen, umso besser ist es. Als Welpe sind Hunde ganz besonders lernfähig, aber auch besonders sensibel. Deshalb ist es wichtig, dass dein Welpe das Autofahren in aller Ruhe kennenlernen kann und keine schlechten Erfahrungen macht. Aber auch ein älterer Hund kann sich noch an das Autofahren gewöhnen. Die Training ist dabei das gleiche wie bei einem jungen Hund.

Drei Labrador Retriever sitzen im Kofferraum
Je früher der Hund an das Auto gewöhnt wird, umso besser.

Mit diesen Trainingsschritten gelingt die Eingewöhnung

Das wichtigste ist, deinem Hund zu zeigen, dass das Auto nicht gefährlich für ihn ist. Lasse ihn das Fahrzeug in aller Ruhe erkunden. Sollte dein Hund noch zu klein sein, um selbstständig ins Auto zu springen, dann setze ihn vorsichtig rein.

Nun geht es darum deinem Hund den Aufenthalt im Auto angenehm zu gestalten. Gib ihm Leckerlies oder füttere ihn aus seinem Napf, damit er das Auto mit etwas Positivem verbindet. Du kannst ihm auch seine Hundedecke hinlegen, denn der vertraute Geruch gibt ihm Sicherheit.
Hinweis:
Möchte dein Hund noch nicht im Auto bleiben, dann zwinge ihn nicht dazu. Gib ihm Zeit, sich langsam an das ungewohnte Objekt heranzutasten.

Ist es für deinen Hund in Ordnung, im Auto zu sein?
Dann kannst du nun den Motor starten, damit er sich an das neue Geräusch gewöhnt. Dafür ist es nicht notwendig, dass du fährst. Es reicht, wenn du den Motor laufen lässt. Gib ihm auch jetzt wieder viele Leckerlies!

Cocker Spaniel sitzt auf einer Decke im Kofferraum
Eine rutschfeste Unterlage bietet dem Hund Sicherheit

Kommt dein Hund auch damit zurecht?
Dann geht es nun auf die erste Fahrt. Allerdings solltest du keine lange Strecke fahren, sondern nur ein paar Meter. Nach einem ganz kurzen Stück hältst du an und lässt deinen Hund aussteigen. Als Belohnung kannst du mit ihm spielen oder eine kleine Runde spazierengehen.
Wenn das gut klappt, steigerst du die Dauer in kleinen Etappen.

Bei dieser kleinschrittigen Vorgehensweise ist die Gefahr gering, dass dein Hund überfordert wird oder schlechte Erfahrungen macht. Es lohnt sich also, diese Zeit für die Gewöhnung ans Autofahren zu investieren und nicht an Belohnung zu sparen.

Tipp:
Achte von Beginn an darauf, dass dein Hund erst aussteigt, wenn du es ihm erlaubst. Es kann für ihn nämlich sehr gefährlich werden, einfach aus dem Auto zu springen.

Hilfe, mein Hund hat Probleme beim Autofahren

Für einige Hunde bedeutet das Autofahren Stress, weil sie es nie gelernt oder sie negative Erfahrungen gesammelt haben. Der Stress kann sich dadurch äußern, dass dein Welpe jault beim Autofahren oder sich dein erwachsener Hund erbrechen muss.

Hund im Fußraum des Fahrers im Auto
Ein frei herumspringender Hund kann während der Fahrt gefährlich sein

Leidet dein Hund beim Autofahren unter Angst, dann solltest du mit dem Training noch einmal ganz von vorne beginnen. Manchmal kann es sogar nötig sein, ihn erst einmal nur in die Nähe des Autos zu bringen und dort angenehme Dinge zu machen.

Wird es deinem Hund beim Fahren schlecht, dann leidet er eventuell unter Reiseübelkeit. Die Gründe dafür sind die gleichen wie beim Menschen: dein Hund reagiert empfindlich auf die Bewegungen und kann diese nicht verarbeiten. Die Symptome reichen vom starken Speicheln bis hin zum Erbrechen.

Um hierfür eine Lösung zu finden, musst du herausfinden, was deinem Hund guttut. Die schnell vorbeiziehenden Bilder sind für ihn schwer zu verarbeiten, deshalb sollte er nicht aus dem Fenster schauen können. Er braucht außerdem einen Platz, an dem er möglichst wenig rumgeschaukelt wird. Wenn es ihm beim Fahren schlecht wird, solltest du ihn vorher nicht füttern.

Gegen Reiseübelkeit bei Hunden gibt es sowohl pflanzliche Mittel als auch Medikamente vom Tierarzt. Machst du trotz regelmäßigen Übens keine Fortschritte, dann solltest du dich von einem Tierheilpraktiker oder Tierarzt beraten lassen.

Bei meiner Merle hat es insgesamt drei Wochen gedauert, bis sie sich an das Fahren im Auto gewöhnt hat. Wurde es ihr am Anfang noch total übel, fährt sie inzwischen ohne Probleme mit.

Das Fahren übernehmen wir doch lieber selber

Den Hund im Auto sicher transportieren

Mindestens genauso wichtig wie die Gewöhnung ans Autofahren ist es, den Hund während der Fahrt zu sichern. Das Gesetzt schreibt vor, dass Hunde wie eine Ladung gesichert sein müssen. Wirst du erwischt, dass dein Hund frei mitfährt, kann das ein Bußgeld von bis zu 75€ und sogar Punkte nach sich ziehen.
Hinweis: Sollte es wegen deines Hundes zu einem Unfall kommen, dann muss deine Versicherung nicht für den Schaden aufkommen.

Abgesehen von einer möglichen Strafe ist es natürlich auch für deinen Vierbeiner sicherer, wenn er geschützt ist. Ihn einfach im Fußraum zu transportieren, ist nicht erlaubt.

Trenngitter, Sicherheitsgurt oder Transportbox

Als Hundehalter bist du dazu verpflichtet, deinen Hund so zu sichern, dass er auch bei einer Vollbremsung nicht durch das Auto geschleudert wird.

Eine Box ist die sicherste Variante

Dazu bieten sich diese Lösungen an:

  • Ein Trenngitter oder -netz für den Kofferraum.
    Hier ist es wichtig, dass du ein stabiles Gitter nutzt, das nicht verrutschen kann. Das gleiche gilt für das Netz, das ausreichend dick sein muss, um seine Aufgabe zu erfüllen.
    Im Kofferraum hat dein Hund in der Regel ausreichend Platz, um sich zu drehen oder hinzustellen. Das ist vor allem bei langen Fahrten wichtig.
  • Ein Sicherheitsgurt
    Hierfür benötigst du ein spezielles Geschirr, an dem du den normalen Gurt befestigen kannst. Mit diesem Geschirr kann dein Hund auf der Rückbank oder dem Beifahrersitz mitfahren. Der Nachteil ist aber, dass er im seinem Bewegungsfreiraum eingeschränkt ist, was einige Hunde unangenehm finden. Laut einem Test des ADAC gibt es außerdem starke Qualitätsunterschiede bei solchen Haltegeschirren.
  • Eine Transportbox
    Die sicherste Variante ist eine Transportbox, wobei diese auch am meisten Platz benötigt. Neben der Sicherheit ist ein weiterer Vorteil, dass dein Hund bei einer geschlossenen Box nicht herausschauen kann. Das kann sehr nützlich sein, wenn dein Hund Angst hat. Aber auch bei einem Hund, dem es beim Autofahren schlecht wird, kannst du mit einer Box sehr gute Erfolge erzielen.
    Wichtig ist natürlich, deinen Hund zuerst an die Box zu gewöhnen, bevor du ihn darin mitnimmst.
Angeschnallter Hund im Auto
Nicht jeder Hund mag es, angeschnallt zu sein

Den Hund im Wohnmobil sichern

Auch bei einer Reise mit Hund im Wohnmobil musst du dir Gedanken darüber machen, wie du deinen vierbeinigen Freund sicherst. Dazu kannst du das Wohnmobil speziell anpassen und hundegerecht ausbauen lassen. Die Möglichkeiten reichen von einer belüfteten Transportbox im Heckbereich bis hin zu einer Hundehütte unter dem Tisch. Weitere Möglichkeiten sind eine Transportbox, die du im Wohnmobil mit Gurten vor dem Verrutschen schützt oder ein Sicherheitsgeschirr, an dem du den Gurt befestigst. Was für euch passend ist, hängt unter anderem von der Größe deines Hundes und eures Reisegefährtes, aber natürlich auch von deinem Geldbeutel ab.

Viele nützliche Tipps rund um das Campen und Reisen mit Hund findest du hier im Camping Magazin CamperStyle. Und hier geht es zu einem Artikel rund um Hinweise für die Sicherung von Hunden in Wohnmobilen und Wohnwagen.

Du siehst, dass das Autofahren mit Hunden ein komplexes Thema ist. Neben der schrittweisen Gewöhnung an das seltsame Gefährt muss dein Hund auch genügend gesichert sein – zu deinem und zu seinem Schutz.
Sich die Zeit zu nehmen, dem Hund das Mitfahren beizubringen, macht sich auf lange Sicht bezahlt. So kommt ihr nicht nur leichter durch den gemeinsamen Alltag, sondern könnt auch viele schöne Ausflüge zusammen unternehmen.


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Bildcredit: (c) koszivu - Fotolia.com

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Über Nima Ashoff 33 Artikel
Ich bin Nima und lebe zusammen mit drei liebenswerten Hunde-Mädels. Als ausgebildete Hundetrainerin liegt mir ein respektvoller Umgang mit unseren Vierbeinern sehr am Herzen.

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