Wie kann ich mit meinem Hund Fahrrad fahren? Eine Anleitung

Ein junges Paar mit Fahrrädern auf einem Waldweg daneben läuft ein Hund

Fahrrad zu fahren, ist eine angenehme Sache. Du kommst zügig von A nach B, bist dabei an der frischen Luft und es hält dich auch noch fit. Deinen Hund auf eine Radtour mitzunehmen, ist für beide Seiten eine willkommene Abwechslung. Dein Vierbeiner bekommt auf diese Weise mehr Bewegung und wird körperlich ausgelastet.

Bevor du dich jedoch einfach auf den Drahtesel schwingst und losfährst, muss dein Hund erst einmal an das Radfahren gewöhnt werden. In diesem Beitrag erfährst du, wie du mit deinem Hund Fahrrad fahren kannst.

Ab wann kannst du mit deinem Hund Fahrradfahren?

Zwar kannst du schon einen Welpen oder jungen Hund an das Gehen neben einem Fahrrad gewöhnen, zum schnellen Laufen ist es aber noch zu früh. Damit solltest du warten, bis dein Hund komplett ausgewachsen ist. Je nach Rasse kann das mit 12 Monaten, aber auch erst mit 15 oder 18 Monaten der Fall sein. Vorher ist die Belastung für die Knochen und Gelenke noch zu hoch.

Bevor du nun mit deinem Vierbeiner richtig loslegst, musst du das Laufen am Rad erst einmal mit ihm trainieren. Damit meine ich nicht nur, dass er das Fahrrad an sich kennenlernt, sondern auch die neue Form der Bewegung. Genau wie wir Menschen muss dein Hund langsam Kondition aufbauen, sonst kann auch er Muskelkater bekommen. Deshalb ist es wichtig, in kleinen Schritten voranzugehen.

Hinweis:
Neben dem Alter spielt auch der Gesundheitszustand deines Hundes eine Rolle. Vorsichtig solltest du mit kurzatmigen Hunden sein, denn diese bekommen nicht genug Luft beim Laufen. Wenn du dir unsicher bist, ob du mit deinem Hund Fahrrad fahren kannst, erkundige dich lieber bei deinem Tierarzt.

Ein Mops ist kein Hochleistungssportler, braucht aber regelmäßige Bewegung gerne auch am Strand.
Ein Mops ist kein Hochleistungssportler

Interessant ist nicht nur die Frage, ab wann du mit deinem Hund Radfahren darfst, sondern ebenfalls bis wann. Auch ein alter Hund benötigt noch Bewegung. Um dich am Rad zu begleiten, muss er fit sein und darf keine gesundheitlichen Beschwerden haben. Solange dies gegeben ist, kannst du ihn am Rad mitnehmen, musst aber die Länge und das Tempo auf seine Leistungsfähigkeit anpassen.

Ich fahre mit unserem 11 Jahre alten Hund noch immer Rad, merke aber, dass seine Kondition nachgelassen hat. Deshalb fallen unsere Strecken inzwischen kürzer aus.

Deinen Hund ans Fahrrad gewöhnen

Zieht dein Hund wie wild an der Leine? Dann solltest du zuerst mit ihm die Leinenführigkeit üben, bevor ihr zusammen Fahrrad fahrt. Dabei ist es nicht notwendig, dass dein Hund perfekt bei Fuß läuft und dich ständig anschaut. Er soll beim Radfahren nämlich auf den Weg achten, genau wie du. Er reicht also, wenn er an der lockeren Leine laufen kann.

Ein wichtiger Ausrüstungsgegenstand für deinen Hund ist ein gut sitzendes Brustgeschirr. Ein Halsband ist zum Radfahren tabu, wenn dein Hund dabei angeleint ist. Ebenfalls tabu ist eine Flexileine, denn diese lässt sich nicht gut händeln. Wenn du die Hände frei haben möchtest, dein Hund aber angeleint sein soll, ist ein Fahrradhalter eine gute Alternative.

Von hinten sind ein Fahrrad mit einer Frau und rechts daneben ein Hund an einem Fahrradhalter zu sehen.
Mit einem Fahrradhalter kann dein Hund entspannt neben dir laufen, wenn ihr Rad fahrt.

So trainierst du das Fahrradfahren mit deinem Hund

  1. Gewöhne ihn daran, auf der rechten Seite des Rads zu gehen.
    Das ist die Seite, die von der Straße abgewandt ist. Am besten schiebst du dazu dein Fahrrad und hältst mit der anderen Hand deinen Hund an der Leine. Geht erst einmal mit dem Rad spazieren, damit sich dein Hund an das ungewohnte Gefährt gewöhnen und eventuelle Ängste verlieren kann. Dazu ist es notwendig, dass du geduldig vorgehst und ihn ausgiebig belohnst!
    Geht dein Hund entspannt neben dem Fahrrad an der Leine, kannst du ihn im nächsten Schritt an einen Fahrradhalter gewöhnen.
  2. Jetzt bringst du deinem Vierbeiner Richtungswechsel bei.
    Kündige ihm an, wenn du nach links oder rechts fahren möchtest. Dazu sagst du zuerst seinen Namen, damit er aufmerksam wird, und dann entsprechend links oder rechts. Gib das Signal nicht gleichzeitig mit dem Abbiegen, sondern ungefähr 2-3 Sekunden vorher. Schließlich soll dein Hund ja noch Zeit haben, um zu reagieren. Übe die Richtungswechsel solange du das Rad noch schiebst, denn so hast du festen Boden unter den Füßen.
  3. Wenn es gut klappt, dass dein Hund ruhig neben dem Rad herläuft, kannst du es wie eine Art Roller benutzen.
    Stelle einen Fuß auf eine Pedale und erhöhe leicht das Tempo. Auf diese Weise kannst du zur Not noch immer schnell absteigen, wenn es mal kritisch werden sollte.

    Hund rennt auf einer asphaltierten Straße neben einem Mountainbike her
    Hund und Mensch müssen beim Fahrradfahren aufeinander achten
  4. Erst wenn diese drei Schritte zuverlässig funktionieren, solltest du dich auf das Rad setzen.
    Suche dir dabei eine freie Fläche, auf der kein Verkehr herrscht, zum Beispiel einen Feldweg oder eine große ebene Fläche. Jetzt kannst du mit deinem Vierbeiner üben geradeaus zu fahren, aber auch die Richtungswechsel.
    Denke immer daran ihn zu belohnen, wenn es gut klappt und Pausen einzubauen. Mache diese nicht nach einem Misserfolg, sondern immer, wenn es gut funktioniert hat. Der letzte Eindruck prägt sich nämlich intensiv ein und bleibt bei deinem Hund hängen.

Fahrradfahren mit Hund – wie lange ist das möglich?

Wenn du mit dem Joggen beginnst, dann rennst du nicht sofort einen Marathon, sondern zuerst kleine Abschnitte in einem langsamen Tempo. Genauso solltest du es bei deinem Hund handhaben. Ist er noch komplett untrainiert, können fünf Minuten für ihn schon sehr lange sein. Hat er schon Kondition, kannst du auch längere Strecken fahren. Eine klare Aussage, wie lange du mit ihm unterwegs sein darfst, lässt sich nicht treffen, denn das hängt von zu vielen individuellen Faktoren wie der Größe oder des Gewichts des Hundes ab. Ein Schlittenhund wird anders damit zurechtkommen als ein kleiner Dackel.

Jeder Hund bringt eine andere Leistungsfähigkeit mit sich

Das Gleiche gilt für die Frage, wie viele Kilometer du mit deinem Hund am Rad zurücklegen darfst. Manche Hunde sind nach drei Kilometern erledigt, für andere sind selbst 15 Kilometer ein Klacks. Wichtig ist es, dass du sehr gut auf deinen Hund achtest und ihn nicht überforderst. Wenn du merkst, dass er erschöpft ist, mache unbedingt eine Pause.

Hast du einen sehr kleinen Hund, kann ein Fahrradkorb hilfreich sein. Entweder fährt er grundsätzlich darin mit oder du setzt ihn einfach rein, wenn es für ihn genug ist.

Für größere Hunde bietet sich als Alternative zum Korb ein Fahrradanhänger an.

Wie oft kann ich mit meinem Hund Fahrrad fahren?

Fährst du mit deinem Vierbeiner nur kurze Strecken, kannst du das im Grunde jeden Tag machen. Legt ihr jedoch viele Kilometer bei euren Touren zurück, solltest du ihm Erholungstage gönnen.
Wenn es dir darum geht, dich selber durch das Radfahren fit zu halten, macht es Sinn, auch mal ohne deinen Hund loszufahren, damit du ihn nicht überforderst. So kannst du dein eigenes Tempo bestimmen und die Länge der Strecke wählen, ohne Rücksicht auf deinen Vierbeiner zu nehmen.

Ein Fahrrad auf einem Weg neben einem Deich mit einem frei laufenden Hund
Ohne Leine kann dein Hund sein Tempo besser bestimmen.

Wie schnell darf ich fahren?

Das Fahrradfahren ist für deinen Hund dann gut, wenn er selber das Tempo festlegen darf. Ein Windhund wird dabei ein anderes Tempo wählen als ein Bernhardiner. Am gesündesten ist es, wenn dein Hund beim Radfahren leicht trabt. Sprints oder schnelle Abschnitte sollten – wenn überhaupt – nur kurz vorkommen. Das Tempo hängt aber auch von der Tagesform deines Vierbeiners ab. Genau wie wir Menschen ist er nicht jeden Tag gleich fit, das solltest du berücksichtigen.
Auch wenn es für dich vielleicht angenehm wäre, sollte dein Hund das Rad keinesfalls ziehen. Es ist nicht nur gefährlich, sondern auch ungesund. Möchtest du mit deinem Hund Zughundesport machen, solltest du dafür ein geeignetes Gefährt verwenden.

Voraussetzungen für das Fahrradfahren mit Hund

Um mit deinem Hund Fahrrad zu fahren, musst du selber sicher auf dem Drahtesel unterwegs sein. Es kann nämlich passieren, dass du einhändig fahren oder sehr schnell reagieren musst.

Wichtig ist es auch, dass du deinem Hund ausreichend Gelegenheit zum Schnüffeln und Erkunden seiner Umwelt gibst. Das muss nicht zwingend während des Radfahrens sein, aber zumindest davor oder danach. Natürlich sollte er, bevor ist losfahrt, auch Zeit haben, um sein Geschäft zu erledigen.

Dein Hund muss Zeit haben, seinen Bedürfnissen nachzugehen

Wenn ihr unterwegs auf andere Hunde trefft, solltest du dein Tempo verlangsamen oder absteigen. Das ist wichtig, damit dein Hund nicht unter Stress gerät, weil er vielleicht nicht ausweichen oder artgerecht kommunizieren kann.

Denke bitte auch daran, dass das Wetter entscheidend ist, ob und wie lange ihr mit dem Rad unterwegs sein könnt. Bei hohen Temperaturen ist das Radfahren für den Kreislauf deines Vierbeiners eine enorme Belastung. Auch das Laufen auf heißem Asphalt kann zu gesundheitlichen Schäden führen.

Fahrradfahren mit Hund – Ja oder Nein

Ob das Fahrradfahren deinem Hund gefällt, hängt von vielen Faktoren ab. Du kannst die meisten Vierbeiner daran gewöhnen, aber nicht jeder von ihnen hat tatsächlich Spaß daran. Mit einer guten Beobachtungsgabe und entsprechender Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse deines Hundes kann das Radfahren für euch zu einer tollen Teamarbeit werden, mit der ihr euren Alltag aufpeppt.


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Bildcredit: (c) vvvita - Fotolia.com

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Über Nima Ashoff 33 Artikel
Ich bin Nima und lebe zusammen mit drei liebenswerten Hunde-Mädels. Als ausgebildete Hundetrainerin liegt mir ein respektvoller Umgang mit unseren Vierbeinern sehr am Herzen.

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