Grunderziehung für Welpen – ideale Beschäftigung für Zuhause

Jack Russell Terrier Welpen möchten spielen
Für die Grunderziehung ist es nie zu früh

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Endlich ist er eingezogen, der kleine tierische Nachwuchs und bringt Leben in die Bude. Zwar haben sehr junge Welpen noch nicht viel mehr als essen, schlafen, kuscheln und spielen im Sinn, doch für die Grunderziehung der kleinen Racker ist nie zu früh. Dabei geht es nicht darum, dass sie sofort perfekt Sitz oder Platz machen. Viel wichtiger ist es, ihnen in winzigen Schritten grundlegende Signale beizubringen und wo könnte das besser funktionieren, als in den eigenen vier Wänden?

Wie du die Grunderziehung aufbauen kannst und wieso sie gleichzeitig eine hervorragende Beschäftigung im Haus darstellt, das erfährst du jetzt.

Grunderziehung für Welpen – so geht’s

Zwischen „diese Signale soll mein Hund können“ und „diese Signale kann mein Hund“ liegt eine große Lücke. Diese kannst du nur schließen, indem du mit deinem Hund übst – daran führt kein Weg vorbei. Allerdings stehen wir Zweibeiner uns bei der Hundeerziehung oftmals selber im Weg. Auf der einen Seite haben viele von uns hohe Ansprüche und Erwartungen, auf der anderen keine Lust, etwas dafür zu tun.

Leonberger Welpen sitzen auf einem weißen Sofa
Nicht nur draußen, sondern auch drinnen kannst du mit deinem Welpen üben.

Doch seinem Welpen etwas beizubringen, kann und sollte richtig Spaß machen! Dabei ist es egal, ob es sich um einen Trick oder ein Grundsignal handelt. Aus Sicht deines Hundes ist beides das Gleiche. Den Unterschied machen lediglich deine Erwartungen an das Ergebnis. Somit ist der wichtigste Tipp für die Grunderziehung deines Welpen: immer mit der Ruhe!

Über die Herausforderungen beim Hundetraining habe ich in diesem Artikel mehr geschrieben.

So übst du mit deinem Welpen die Grundsignale

Die eigenen vier Wände bieten sich ideal zum Üben mit deinem Welpen an.

  1. Die Umgebung ist ihm vertraut und er fühlt sich sicher.
    Das ist eine Grundvoraussetzung zum entspannten Lernen.
  2. Solange er noch klein ist, sollten die Spaziergänge noch recht kurz ausfallen.
    Ihr beide habt also viel Zeit, die ihr zum Trainieren der ersten Signale nutzen könnt.

Anstatt ihn rein über Spielzeuge zu bespaßen, kannst du stattdessen Dinge wie das Sitzen oder Kommen mit ihm üben. Das gemeinsame Training ist im Grunde eine Form des Spielens, wenn du es positiv aufbaust und entspannt vorgehst.

Toypudel braun Welpe beim spielen
Nicht nur das Spielen, sondern auch positives Training macht Hunden Spaß.

Ein Vorteil für deinen Welpen ist unter anderem, dass er geistig ausgelastet wird. Zum anderen stärken die Erfolgserlebnisse beim Lernen sein Selbstbewusstsein und tragen gleichzeitig zu einer guten Beziehung zwischen euch bei.

Noch drei wichtige Hinweise, bevor ich dir weiter unten konkrete Übungen vorstelle.

  1. Gehe beim Trainieren in winzigen Schritten vor.
    Das bezieht sich auf die Dauer des Übens, aber auch auf die Anforderungen. Mache lieber dreimal am Tag eine kurze Einheit von einer Minute, als dass du drei Minuten am Stück übst. Damit würdest du die Konzentration deines Welpen überfordern und die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass er Fehler macht. Halte deine Anforderungen niedrig und wiederhole stattdessen das Geübte, damit es sich festigt.
  2. Trainiere positiv
    Damit dein Welpe Spaß am Lernen hat, braucht er Erfolge und ganz viel Lob. Nur so bleibt seine Motivation aufrechterhalten, das kennst du bestimmt von dir selbst. Druck, Strafe und Angst führen nicht zum gewünschten Ergebnis und schaden seinem Vertrauen in dich.
  3. Hunde lernen umweltbezogen.
    Was drinnen gut klappt, kann draußen schon wieder ganz anders aussehen. Das bedeutet, dass du alle Signale später auch außerhalb des Hauses mit ihm üben musst.
Labrador-Welpen verbringen ihr Leben wie alle jungen Hunde abwechselnd mit Spielen und Schlafen.
Welpen können sich noch nicht lange konzentrieren.

Diese beiden Grundsignale kannst du zu Hause üben

Es gibt weitaus mehr als zwei Signale, die du mit deinem Welpen zu Hause trainieren kannst. Ich habe für dich die beiden bekanntesten herausgepickt: Sitz und Komm. Sie sind jedoch nicht nur bekannt, sondern auch wichtig. Einen Hund, der zuverlässig sitzt, kannst du in einigen Alltagssituationen leichter händeln. Und dass der Rückruf wichtig ist, damit dein Hund frei laufen kann, versteht sich von selbst.

Voraussetzungen für alle Übungen:

  • Du brauchst viele kleine Leckerchen, die dein Welpe schnell fressen kann. Das darf durchaus etwas Besonderes wie winzige Wurststückchen sein. Du kannst zur Belohnung auch mit ihm spielen. Achte aber darauf, dass er dabei nicht aufdreht, sonst kann er sich nicht mehr konzentrieren.
  • Dein Welpe muss aufmerksam sein.
    Er sollte sein Geschäft erledigt haben, denn mit einer vollen Blase kann er sich nicht konzentrieren. Auch sollte er noch nicht gefressen haben, sonst ist er zu müde.
  • Beende jede Übung mit einem Erfolgserlebnis.
    Hat etwas nicht funktioniert, dann mache es ein wenig leichter, damit er einen Erfolg und ein gutes Gefühl mitnimmt.

So, nun kann es losgehen!

Nicht nur junge Schäferhunde brauchen viel Bewegung.
Damit dein Hund später mal so angerannt kommt, braucht es viel Übung.

„Sitz“ zu Hause üben

Um das Sitzen zu üben, brauchst du einen Platz, an dem sich dein Welpe gerne hinsetzen mag. Gut geeignet sind Teppiche bzw. alle Untergründe, auf denen er nicht wegrutscht. Bedenke, dass er sich vielleicht nicht auf kalte Fliesen setzen möchte und suche besser einen angenehmeren Ort.

  1. Stell dich vor deinen Welpen und halte ein kleines Stückchen Futter fest zwischen deinen Fingern.
  2. Führe das Futter nun zuerst dicht an die Nase deines Hundes, dann ein wenig nach hinten sowie nach oben. Animiere ihn auf diese Weise, sich hinzusetzen. Springt er stattdessen hoch, halte das Futter tiefer über ihn.
  3. Sobald sich dein Hund hinsetzt, sagst du das Wort „Sitz“ und gibst ihm das Futter.
    Direkt danach erlaubst du ihm mit einem bestimmten Wort wieder aufzustehen, zum Beispiel „los“, „fertig“ oder „okay“.

Diese Vorgehensweise wiederholst du ungefähr dreimal, dann beendest du die Übung und machst zu einem anderen Zeitpunkt weiter. Bei den nächsten Einheiten kannst du versuchen, das Futter als direktes Lockmittel wegzulassen, damit sich dein Welpe nicht daran gewöhnt. Du hältst es also nicht mehr in der Hand, sondern holst es erst aus deiner Tasche, sobald er sich setzt.

Rafeiro do Alentjo Welpe sitzt
Das Sitzen zählt zu den wichtigsten und bekanntesten Signalen.

Das Ziel ist es, dass du ihn immer weniger mit deiner Hand locken musst. Manche Hunde lernen das ruckzuck, bei anderen dauert es etwas länger. Lass dir also ruhig Zeit. Wenn das gut funktioniert, kannst du die Dauer des Sitzens verlängern, indem du ihn immer eine Sekunde länger warten lässt, bevor er wieder aufstehen darf.

„Komm“ zu Hause üben

Der Rückruf zählt zu den schwierigsten Signalen. Du magst vielleicht denken, dass dein Hund ja bloß zu dir kommen soll. Doch auf dem Weg zurück zu dir ist er in der freien Natur vielen Ablenkungen ausgesetzt, die ihn davon abbringen können. Weil der Rückruf jedoch so wichtig für die Sicherheit deines Vierbeiners ist, solltest du ihn so früh wie möglich mit ihm üben.

Das erste Ziel ist es, eine Verknüpfung zwischen dem Wort und der Belohnung aufzubauen. Dein Welpe soll lernen, dass mit dem Rückruf eine Spitzenbelohnung für ihn verbunden ist.

Frau füttert Zwerpudel Welpen
Wichtig ist es, später alle Signale auch draußen zu üben.

Zu Hause funktioniert das so:

  1. Wähle ein Wort, das du zukünftig für den Rückruf nutzen möchtest und bleib dabei. Gut eignen sich Begriffe, die du im Alltag sonst nicht verwendest, zum Beispiel „zu mir“.
  2. Nimm dir eine größere Menge toller Leckerchen und stecke sie in deine Tasche.
  3. Stell dich neben deinen Welpen und gib das neue Signal.
  4. Greife blitzschnell in deine Tasche und gib deinem Hund die Belohnung. Gehe gleichzeitig einen Schritt zurück und halte die Hand lockend zur Seite ausgestreckt.
    Hintergrund: Indem du einen Schritt zurück gehst, muss dir dein Welpe folgen bzw. zu dir kommen. Genau das soll er langfristig mit dem Signal verbinden.

Das wiederholst du am Anfang drei- oder viermal und beendest dann die Übung. Nach und nach machst du es in kleinen Schritten schwerer, indem du dich zum Beispiel etwas weiter von ihm wegstellst und er somit einen längeren Weg zu dir zurücklegen muss.

Wenn auch das gut klappt, kannst du den Abstand immer weiter vergrößern oder dich in ein anderes Zimmer stellen. Damit dir dein Welpe nicht sofort hinterherläuft, können ihn andere Familienmitglieder solange festhalten.

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Spaß für die ganze Familie

Bei der Grunderziehung des Welpen können auch andere Familienmitglieder mitmachen. Wichtig ist, dass alle am gleichen Strang ziehen und einheitlich vorgehen, um den Welpen nicht zu verwirren. Auch Kinder können sich schon beim Üben einbringen, wenn sie den Ablauf verstehen und sich daran halten. Sind deine Kinder noch sehr jung, solltest sie nicht alleine mit dem Welpen trainieren lassen, damit keine Fehler passieren. Auf diesem Wege lastest du nicht nur deinen tierischen, sondern auch deinen menschlichen Nachwuchs ideal aus. Gleichzeitig lernen deine Kids, Verantwortung zu übernehmen.

Kind spiel mit zwei Shiba Inus
Beim Üben kann die ganze Familie mitmachen.

Fazit

Zum Lernen ist es nie zu früh. Schon mit einem kleinen Welpen kannst du die ersten Signale üben. Dabei solltest du bedenken, dass er sich noch nicht lange konzentrieren kann. Je weniger Ablenkung, desto besser. Indem du in Ruhe zu Hause mit deinem Welpen trainierst, schlägst du direkt mehrere Fliegen mit einer Klappe. Du lastest ihn geistig aus, stärkst sein Selbstbewusstsein und bringst ihm die ersten Signale bei. Wirst du dabei noch von anderen Familienmitgliedern unterstützt, haben alle etwas davon.

Hast du einen Welpen?

Welche Grundsignale bringst du ihm zu Hause bei?

Teile gerne deine Erfahrungen mit uns, wir freuen uns über deinen Kommentar.

 


Bildcredit: (c) Nagel´s Blickwinkel - Fotolia.com


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Über Nima 220 Artikel
Ich bin Nima und lebe zusammen mit zwei liebenswerten Hunde-Mädels. Als ausgebildete Hundetrainerin liegt mir ein respektvoller Umgang mit unseren Vierbeinern sehr am Herzen.

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